Do u?

Was will die prominente Besucherin einer der Kinder-Internierungslager an der us-amerikanisch/mexikanischen Grenze sagen, wenn sie – trotz einiger Auswahl an exklusiver Bekleidung – eine 40$-Jacke aus der vorvorjährigen Kollektion eines Feldwaldwiesen-Labels trägt, mit der Aufschrift I really don’t care. Do u?

Wahrscheinlich: Es kümmert mich einen feuchten Scheiß. Dich etwa?

Einen feuchten Scheiß kümmert sich auch die ARD um die hauseigene Wortwahl. Nachdem Donald Trump seine Super-Idee, Kinder von ihren Eltern zu trennen und sie zu internieren, gegen seine noch viel bessere Super-Idee ausgetauscht hat, Kinder zusammen mit ihren Eltern zu inhaftieren, hatte er noch eine Spitzen-Idee. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Migranten sind in Zukunft Sache der Armee. Das US-Verteidigungsministerium ist vom Gesundheitsministerium angewiesen worden, insgesamt 20.000 Betten für die Kinder herbei zu schaffen.

Bei der ARD nennt man das: unterbringen und in der URL: Trumps Kehrtwende.

Ich nenne das: internieren. Oder auch: konzentrieren.

Falls Vertiefung zum us-amerikanischen Umgang mit Kindern von Flüchtlingen und Migranten interessiert:

President Donald Trump’s zero tolerance policy stands to create a zombie army of children forcibly injected with medications that make them dizzy, listless, obese and even incapacitated, according to legal filings that show immigrant children in U.S. custody subdued with powerful psychiatric drugs.

Children held at Shiloh Treatment Center, a government contractor south of Houston that houses immigrant minors, have described being held down and injected, according to the federal court filings. The lawsuit alleges that children were told they would not be released or see their parents unless they took medication and that they only were receiving vitamins.

Parents and the children themselves told attorneys the drugs rendered them unable to walk, afraid of people and wanting to sleep constantly, according to affidavits filed April 23 in U.S. District Court in California.

One child was prescribed 10 different shots and pills, including the antipsychotic drugs Latuda, Geodon and Olanzapine, the Parkinson’s medication Benztropine, the seizure medications Clonazepam and Divalproex, the nerve pain medication and antidepressant Duloxetine, and the cognition enhancer Guanfacine.

 

Weil der Faschismus wiedergekehrt ist (falls er je weg war), sagt er natürlich nicht: Ich bin der Faschismus. Er sagt: I don’t really care. Do u?

Weil: reichte schon für die Wiederkehr.

 


 

Und sonst so?

Roberto Saviano hat eine prominente Morddrohung erhalten – zusätzlich zu den seit 12 Jahren üblichen, wöchentlichen Mafia-Morddrohungen. Am 19.6. hatte er einen Kommentar im Guardian veröffentlicht: Italy’s war on migrants makes me fear for my country’s future

Matteo Salvini, der rechtsradikale italienische Innenminister, ließ gestern bei Rai Tre verlauten, es sei nun an der Zeit, die Ausgaben für Savianos Polizeieskorte zu überprüfen, um zu bewerten, wie „die Italiener ihr Geld ausgeben“. Schließlich verbringe Saviano auch Zeit im Ausland, und überhaupt müsse die Schwere der Bedrohung gegen ihn geklärt werden.

Savianos postwendende Antwort im Guardian: Matteo Salvini is threatening me mafia-style. But I’m not afraid

Während die deutschsprachigen Medien bislang nahe an der Ignoranz sind, auch das einzige deutschsprachige Medium in unmittelbarer Kooperation mit dem Guardian. Denn deutsche Journalisten, Redakteure, Herausgeber haben ja auch bereits Pressefreiheit. Wozu braucht die denn ein ohnehin bedrohter Kollege in Italien? Also known as: I don’t really care. Do u?

 


Bild (beschnitten): Screenshot bei npr


25 Gedanken zu „Do u?

  1. Die zwangsweise Verabreichung von Drogen ist das schlimmste aller Verbrechen. Leider habe ich nicht die geringste Hoffnung, dass es sich um Fake News handelt. Die US haben Tradition darin. Vielleicht sind sie bei den in die US entkommenen Nazis in die Lehre gegangen.

    • Die USA praktizieren einige schlimmste aller Verbrechen, man denke nur an die reichhaltige Folterpraxis. Kinder gewaltsam von ihren Eltern zu trennen, zu internieren und mit Psycho-Drogen abzufüllen, gehört für mich in die gleiche Kategorie.
      Zumal man offenbar keine medizinisch ausgebildeten Volontäre wünscht. <-Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt, ist ein Twitterfund. Aber ich wäre nicht überrascht, wenn sich eines Tages herausstellt, daß es maximal üble Gründe für den Ausschluß der Öffentlichkeit aus den Kinder-Internierungscamps gibt.

      Die im Blog verlinkte Quelle halte ich für seriös. Bleibt abzuwarten, ob/wie es mit dieser Klage weitergeht.

      Ich bezweifele, daß die USA bei den Nazis Nachhilfe nehmen mußten, die Genozide an den indigenen Völkern oder die Entmenschlichung von Abermillionen Afrikanern gingen auch ohne vonstatten. Wir müssen uns endlich von dem Gedanken lösen, daß die USA ein zivilisiertes Land sind. Die Beteiligung an der Befreiung von den Nazis, Marshallplan, Berliner Luftbrücke waren Leuchttürme, nicht mehr, nicht weniger.

    • Zeit Online schreibt ebenfalls darüber (links nicht eingepflegt):

      Donald Trumps Null-Toleranz-Politik trifft auf verheerende Zustände in Jugendheimen. Ein Betreiber hat laut Recherchen Kinder mit Psychopharmaka ruhig gestellt.

      Kinder illegaler Einwanderer in den USA wurden nach Untersuchungen der Rechercheplattform Reveal mit starken Medikamenten ruhig gestellt. Aus Gerichtsakten und einer Klageschrift gehe hervor, dass den Minderjährigen in Heimen des Betreibers Shiloh bei Houston starke Psychopharmaka verabreicht wurden, die sie sedierten und handlungsunfähig machten. Die Kinder seien mitunter gezwungen worden, die Mittel einzunehmen oder sie sich spritzen zu lassen, wenn sie ihre Freiheit wieder erlangen oder ihre Eltern wiedersehen wollten. Außerdem seien die Mittel als Vitamine oder Aufbaupräparate verharmlost worden.

      Der Fall fügt sich ein in eine größere Untersuchung der Texas Tribune zum Zustand der Flüchtlingsunterkünfte für Jugendliche in den USA. Aufgrund der Null-Toleranz-Politik des US-Präsidenten Donald Trump wurden in den vergangenen sechs Wochen mehr als 2.300 illegale minderjährige Einwanderer von ihren Familien getrennt und in Heimen untergebracht. Wie die Recherchen von Reveal und Texas Tribune nahelegen, werden diese privat betriebenen, mit Steuergeldern unterstützten Unterkünfte außerordentlich nachlässig geführt.

      71 Unternehmen in den USA haben seit 2014 insgesamt 3,4 Milliarden US-Dollar an staatlichen Zuschüssen für die Betreuung sogenannter unbegleiteter Minderjähriger erhalten. Nach Angaben von Reveal ging die Hälfte dieser Zuschüsse an Einrichtungen, gegen die bereits Anschuldigen wegen Misshandlung von Kindern oder Verletzung der Aufsichtspflicht vorlagen. Die Verträge mit den staatlichen Behörden liefen in vielen Fällen dennoch weiter. Einige Einrichtungen schlossen und eröffneten unter anderem Namen neu.

      ff.

  2. Ich gehe auch nicht davon aus, dass das ein Faux pas war. Die First Lady ist immer äußerst sorgfältig gestylt. Alles andere als Absicht kann ich da nicht glauben. Man könnte jetzt noch auf die Idee kommen, da sie ja für den Präsidenten dorthin gereist ist, ist das quasi seine Aussage, die sie hier reflektiert – aber für so clever halte ich die Frau nicht. Selbst wenn, es ist an Geschmacklosigkeit in dieser Situation kaum zu überbieten, vielleicht noch durch eine Häftlingsuniform aus einem Internierungslager. George Takei schrieb vor ein paar Tagen, virtuell mit dem Kopf schüttelnd, sinngemäß: Er hätte nie gedacht, dass er so was mal schreiben würde, aber als er damals als kleines Kind interniert wurde, hätten sie wenigstens die Familien nicht auseinandergerissen. Er geht davon aus, dass das extrem traumatisierend ist, was ja gewissermaßen auf der Hand liegt. Seine Eltern hätten ihn damals vor den schlimmsten Folgen der Internierung geschützt. Und dass Trump sich jetzt hinstellt und die Lorbeeren dafür einsammeln will, dass er diese Kinderinternierung beendet (und jetzt ganze Familien interniert), ist so eine bodenlose Unverschämtheit, dass mir die Spucke wegbleibt. Seine Tochter twittert passend dazu, dass sie ihre Kinder jetzt ins „Sommercamp“ schickt, und die monströsen Bürokraten gehen ausgerechnet jetzt mexikanisch essen. Wie bösartig kann man eigentlich sein? Ich verstehe diese Menschen nicht.

    Zur Kindesentziehung kommt jetzt noch schwere Körperverletzung durch Fehlmedikation hinzu – schick. Ich verstehe nicht, wieso noch irgendjemand für diese Behörde arbeitet. Sind die alle schon so bösartig abgestumpft wie KZ-Wärter? Die Methoden sind die Gleichen, das Ende noch nicht, so weit man weiß. Es würde mich aber leider auch nicht mehr wundern, wenn wir demnächst erfahren, dass die dort bereits jetzt nicht mehr auffindbaren Kinder ermordet wurden.

    Das zeigt übrigens auch, warum die AZs eine der schlechtmöglichsten Ideen sind. Von diesen Internierungslagern zu Gewalt ist der Schritt sehr klein. Im aktuellen bayrischen Faschismus wird sich wohl keiner finden, der garantieren könnte, dass den Menschen dort nichts schlimmes widerfahren wird – das ist ja jetzt schon im Rahmen des Möglichen. Da gab es doch neulich diese Geschichte, dass eine schwerbewaffnete Polizeieinheit mitten in der Nacht eine Wohngruppe von Jugendlichen gestürmt hat, und dabei einige schwer verletzt wurden, weil sie einen Jugendlichen suchten. Das Wohl dieser Menschen ist denen, die es zu schützen hätten, jetzt schon herzlich scheißegal (Entschuldigung, die Situation braucht drastische Worte). Besser wird es nicht werden. (Anekdote am Rande: die Dresdner Polizei muss regelmäßig brutale Streitigkeiten in einer Sammelunterkunft schlichten, in der viel zu viele Menschen auf zu engem Raum zusammenhocken, die sich völlig fremd sind. Schuld sind natürlich die Flüchtlinge, wenn man wen fragt…)

    Zu Italien fällt mir mittlerweile auch nichts mehr ein. Wer jetzt noch nicht in Europa aufwacht, der wird entweder immer schlafen oder steht mutmaßlich auf Seiten der Faschisten.

  3. Off topic, aber eben auch I really don’t care. Do u? – Sebastian Lipp, Zeit-Online-Störungsmelder – Freibrief für Nazipropaganda (btw: die Journalisten des Störungsmelders werden von Zeit Online nicht bezahlt, ist ein Ehrenamt und danke, liebe Antifa!)

    Es ist ein Freispruch erster Güte: Nach einer Anklage wegen Volksverhetzung erklärte das Landgericht von Memmingen im Allgäu den Betreiber des Neonazi-Musiklabels Oldschool Records, Benjamin Einsiedler, im Berufungsprozess nicht nur für unschuldig – die Richter sprachen dem Rechtsextremisten auch noch eine Entschädigung für eine Hausdurchsuchung und die dabei beschlagnahmten Produkte zu. … Eins der Lieder aus der Produktion von Oldschool Records enthält eine schwer verständliche Textzeile, in der die Band Boots Brothers singt, sie wolle „Neger und die Türken umlegen“. Dem Vorsitzenden Richter Herbert Krause zufolge sind diese Worte als „Beschreibung der Lebensart der Skinheads“ zu werten. Daher könne er keine Aufforderung zur Gewalt erkennen, das wäre zu weit interpretiert …

    … die Staatsanwaltschaft ließ sich vorführen. Einsiedler ließ sich vertreten vom Szene-Verteidiger Alexander Heinig, der einst selbst als Rechtsrocker auf der Bühne stand und rassistische Parolen grölte. Der Anwalt war in seinem Element. Die Strafverfolgungsbehörde dagegen schien schlecht auf das Verfahren vorbereitet. Wegen argumentativer Mängel verwarf die Staatsanwaltschaft Teile ihrer eigenen Anklageschrift zu Prozessbeginn gleich selbst und stimmte einer teilweisen Verfahrenseinstellung zu. … Vor dem Amtsgericht wurde Einsiedler für nur sieben der 88 Anklagepunkte verurteilt und für einen Teil freigesprochen. Heinig ging gegen das Urteil in Berufung. Die Staatsanwaltschaft tat dasselbe.

    Aber auch jetzt am Landgericht machte die Staatsanwaltschaft keine bessere Figur. Als Richter Krause nach einer Begründung für ihre Berufung fragte, zog die Behörde das Rechtsmittel einfach zurück – und ließ sich schließlich mit dem Freispruch abkanzeln. … Ohne ein Gutachten ließe sich nicht entscheiden, ob der Vertrieb (eines Covers aus dem „Pflichtliederkanon“ im Nationalsozialismus, dvw) legal sei – „wie sollen es dann potentielle Täter tun?“, fragte Krause. Deshalb sei der Paragraph 86a, der das Verwenden solcher Kennzeichen unter Strafe stellt, selbst „problematisch“, sagte er. Das Argument, mit dem Rechtsradikale aller Couleur gegen das Gesetz wettern, hatte Verteidiger Heinig in den Prozess eingeführt.

  4. Christina Felschen, Zeit Online – Sie werden ihre Eltern lange nicht wiedersehen

    Der US-Präsident lässt Einwandererfamilien an der Grenze nicht mehr trennen. 2.300 aufgegriffenen Kindern hilft das kaum. Die Behörden wissen nicht, zu wem sie gehören. …

    „Es ist unbegreiflich, aber die Regierung hat ihre Anordnung überhaupt nicht durchdacht“, sagt McKenna von KIND. „Vom Moment der Trennung an ist die ICE ist für die Eltern verantwortlich, das Gesundheitsministerium für die Kinder. Diese beiden Behörden arbeiten aber völlig getrennt voneinander und haben kein System, um Kinder und Eltern einander zuzuordnen.“

    Zwar habe die ICE den Eltern eine Telefonnummer gegeben, mit deren Hilfe sie nach ihren Kindern suchen können. „Aber in der Haft haben sie kaum die Gelegenheit zu telefonieren und wenn doch, stecken sie so lange in der Warteschleife, bis sie zurück in ihre Zelle müssen. Und wenn sie bereits abgeschoben wurden, funktioniert die Nummer nicht mehr.“ Nicht alle Kinder können zur Suche beitragen: Der Jüngste der im Cayuga Center Untergebrachten ist gerade einmal neun Monate alt und wird seine Eltern wohl kaum beschreiben können.

    „Der Anblick von Familien, die getrennt werden, gefällt mir nicht“, sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus. „Jeder, der ein Herz hat, würde so empfinden.“ Neben ihm saß unter anderem Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen, die die Praxis zusammen mit Stabschef John Kelly und Justizminister Jeff Sessions nachdrücklich verteidigt hatte. Mit einer gedanklichen Verrenkung versuchte Trump, den Demokraten im Kongress die Schuld zu geben: „Es ist unglücklich, dass das Versagen des Kongresses und Gerichtsurteile die Regierung dazu gezwungen haben, Familien zu trennen.“

    Trumps Logik: Er musste die Familien trennen, weil das Flores-Urteil aus dem Jahr 1997 vorschreibt, Minderjährige nicht länger als 20 Tage einzusperren. … Statt getrennt sollen Familien ab sofort gemeinsam eingesperrt werden – und zwar auf unbestimmte Zeit. Doch damit verstößt er direkt gegen das Flores-Urteil von 1997. …

    Falls das Dekret vor Gericht scheitert, wird Trump zur alten Praxis zurückkehren müssen, Familien 20 Tage lang gemeinsam festzuhalten und dann in lokale Einrichtungen zu entlassen. Damit wäre alles beim Alten – mit einer entscheidenden Ausnahme: 2.300 Kinder haben zumindest vorübergehend ihre Eltern verloren und das Trauma ihres Lebens erfahren.

  5. „Wir müssen uns endlich von dem Gedanken lösen, daß die USA ein zivilisiertes Land sind.“

    Naja. Mit dem Begriff der Zivilisation wäre ich vorsichtig. Was ist das eigentlich? USA-Kritik, ja, auf alle Fälle. Die machen eine aggressive Politik nach außen und teilweise auch nach innen. Wobei man aufpassen muss, dass es nicht in diese rechte, antiwestliche Richtung geht, die dem Westen Dekadenz vorwirft und sich gleichzeitig Putin an die Brust wirft. Man hat in Amerika immer noch ein tiefes Bewusstsein für free speech, das ist ja auch was. Anonsten ist es so, dass die USA seit einer halben Ewigkeit wirtschaftlich ziemlich erfolgreich sind und das auch militärisch abgesichert wird. Es ist imperialistisch, klar. Kann man kritisieren, war in der Weltgeschichte aber schon immer so. China hat da vermutlich große Ambitionen und das wird vielleicht noch ungemütlicher. Die Russen haben es einfach nicht geschafft. Wer ist denn eigentlich „zivilisiert“?

    Schlimm finde ich auch die Trump-Sippe. In fast jeder Beziehung. Man kann nur hoffen, dass die nach der nächsten Wahl politischen Konkurs anmeldet.

    Saviano: erschütternd.

    • (Würden Sie bitte in Zukunft die Antwortfunktion benutzen? Längere Diskussionen sind ohne kaum lesbar.)

      Wären Sie mit Zivilität als Ableitung aus ‚zivilisiert‘ einverstandener als mit Zivilisation?

      Wobei man aufpassen muss, dass es nicht in diese rechte, antiwestliche Richtung geht, die dem Westen Dekadenz vorwirft und sich gleichzeitig Putin an die Brust wirft.

      Wer ist denn ‚man‘? Ich laufe garantiert keine Gefahr, mich Putin an die Brust zu werfen. Wie kommen Sie darauf? Woher nehmen Sie, daß ich aufpassen muß, mich nicht in diese rechte … Richtung zu bewegen? Das könnte ich btw. eher aus Ihrer Befürwortung der australischen No-Way-Politik, Ihren Sorgen um die Gebärmütter afrikanischer Frauen und um Möglichkeiten zur Begrenzung von Migration schließen. Leider verschwanden Sie aus der Diskussion.

      Man hat in Amerika immer noch ein tiefes Bewusstsein für free speech, das ist ja auch was.

      In den USA beinhaltet Free Speech u.a. Holocaustleugnung und Naziverehrung. Free Speech im Sinne einer FakeNews-reichen Fressefreiheit ebnete den Weg zu einem Faschisten im Amt des POTUS. Die us-amerikanische Idee von Freiheit ist eng mit aberwitzigen Waffenmengen in Bürgerhänden verbunden, die einen Blutzoll fordern, den man sonst nur in Kriegen findet. Ich kann das nicht besonders positiv finden.

      Die machen eine aggressive Politik nach außen und teilweise auch nach innen. … Anonsten ist es so, dass die USA seit einer halben Ewigkeit wirtschaftlich ziemlich erfolgreich sind …

      Ja, weil man sich weltweit weigert, zur Kenntnis zu nehmen, daß die USA seit ungefähr den 1970er Jahren bankrott sind. Der ziemliche „wirtschaftliche Erfolg“ und die teilweise aggressive Politik nach innen in zwei Grafiken.

      … und das auch militärisch abgesichert wird. Es ist imperialistisch, klar. Kann man kritisieren, war in der Weltgeschichte aber schon immer so.

      Ah was? Es war in der Weltgeschichte aber immer schon so, daß ein Faschist seine Finger auf dem roten Knopf hat?

      China hat da vermutlich große Ambitionen und das wird vielleicht noch ungemütlicher.

      Wann genau gab’s denn in China imperialistische Ambitionen, die mit den europäischen und us-amerikanischen auch nur ansatzweise vergleichbar wären? Zheng Hes Expeditionen liegen schon ein paar Minuten zurück und dienten weniger der Ausdehnung des chinesischen Reiches oder der Ausbeutung der Rohstoffe anderer Länder, sondern weit eher der Forschung. Könnte es sein, daß Sie der Domino-Theorie anhängen?

      Ich hoffe inständig, daß für die Trumpsippe schon vor der nächsten Wahl politischer Konkurs angemeldet wird.

      • Ich habe keine Ahnung, was ich hier anklicken muss. Ich schreibe in das Kommentarfeld, das sich mir darbietet. Ist das falsch?

        Ein ganzes Land wie die USA als zivlisiert oder nicht zu beschreiben, ist nahezu unmöglich.

        Man ist man, deshalb schreibe ich ja man und nicht Sie.

        Die Diskussion über Gebärmütter konnte ich nicht fortführen, da dort kein Antwortbutton mehr vorhanden ist. Aber bitte: Wenn die Nigerianerin für ihre zehn Kinder selbst sorgen kann, kümmere ich mich nicht darum. Wenn sie das nicht kann und desahlb einen Großteil davon nach Europa schicken will, ist es geradezu unsere Pflicht, uns um afrikanische Gebärmütter zu kümmern. Eigentlich ganz logisch. Was die Armen in Europa angeht, ist mir nicht ganz klargeworden, was Sie denen wegnehmen wollen: die medizinische Versorgung oder nur die Leberwurstbrote? Und wenn Sie davon ausgehen, dass die hiesige Bevölkerung den starken Afrikanern in Sachen Bürgerkrieg nicht gewachsen ist, so mag das sein, aber dann wundern Sie sich bitte nicht über AfD-Erfolge. Mit solch einer absurden Haltung kann man einen Blog betreiben, mehr aber nicht. Da hilft es dann auch nicht mehr, dass Sie nach oben statt nach unten stoßen wollen. Wir sollen für die Afrikaner also unsere Grenzen öffen, auf dass sie uns dann erfolgreich umnieten. (Das schreiben Sie, also bitte nicht empören.) Sie stoßen mit dieser Naivität alle in den Abgrund.

        Zu dem weiter oben: Holcoaustleugnung ist in den USA nicht verboten, ja. Gut so. Soll das auf der ganzen Welt verboten werden? Und ist das nun Ihr Maßstab für die Güte der Meinungsfreiheit einer Gesellschaft? Sie wissen schon, am deutschen Wesen und so weiter.
        BIP pro Kopf geht bei den Amis zurück. Hängt vermutlich damit zusammen, dass China aufgestiegen ist. Und ändert nichts daran, dass die USA nach wie vor ein ziemlich hohes BIP pro Kopf haben:
        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/166224/umfrage/ranking-der-20-laender-mit-dem-groessten-bruttoinlandsprodukt-pro-kopf/

        Höher als Deutschland, übrigens. Wie kommen Sie darauf, dass die USA pleite sind?? Die Vermögensverteilung ist in vielen Ländern ungleicher als vor fünfzig Jahren. Warum ausgerechnet die Amis deswegen kritisieren? Kritisieren Sie doch Deutschland. Ich kenne solche Argumentationen nur aus anderen Ecken, Putinfans eben. Als nächstes kommt dann das Argument, dass sie so eine hohe Staatsverschuldung bei den Chinesen haben. Wenn schon, dann das bitte als Problem des Kapitalismus angehen, nicht als spezifisch amerikanisches. Kritisieren Sie doch einfach Imperialismus, das reicht.


        • Kritisieren Sie doch einfach Imperialismus, das reicht.

          Sollte ich eines fernen Tages Ihren Rat benötigen, was ich in meinem Blog wie kritisiere, frage ich Sie, versprochen.

          (Das schreiben Sie, also bitte nicht empören.) Sie stoßen mit dieser Naivität alle in den Abgrund.

          Ah so. Genova, auf diesem unterirdischen Niveau habe sogar ich keine Lust mehr zur Fortführung der Diskussion.

          Ich hatte Ihnen in der anderen Diskussion reichlich bestens belegte Fakten über Afrika/Kolonialismus zur Verfügung gestellt, die Sie aber offensichtlich lieber zu ignorieren geruhten. In dieser Diskussion spulen Sie sich über eine Nebenbemerkung auf, die ich an gkazakou gerichtet hatte. Hat mit den beiden Blogthemen hier – Drohungen Salvinis gegen Roberto Saviano in bester Mafiamanier, Internierung der Kinder von Flüchtlingen/Migranten nebst Reaktion Melania Trump – allenfalls am Rande zu tun.

          Habe ich Sie unwillentlich gekränkt oder haben Sie bloß seit geraumer Zeit Scheißlaune?

  6. Petra Reski, taz: Salvini droht Anti-Mafia-Autor

    Mal abgesehen vom Detail, dass der Innenminister wissen müsste, dass nicht er über die Zuteilung oder den Entzug einer Leibwache entscheidet, sondern der jeweilige Präfekt auf regionaler Ebene und das „Komitee für Ordnung und Sicherheit“, erfüllt die perfide Kritik an der Leibwache ihren Zweck. Denn sie wird von der Mafia wahrgenommen und als Zeichen der Schwäche und Isolation interpretiert. Beim berühmten Mafiajäger Giovanni Falcone störten sich die Damen aus Palermos bester Gesellschaft an dem Lärm der Alarmsirenen seiner gepanzerten Autos.

    Falcone wurde ermordet, als er gar nicht mehr im Justizpalast arbeitete, sondern den Justizminister beriet. Deshalb ist es extrem beunruhigend, dass dem ehemaligen Antimafia-Staatsanwalt und jetzigem Rechtsanwalt Antonio Ingroia vor kurzem der Polizeischutz entzogen wurde, obwohl abtrünnige Mafiosi enthüllten, dass die Mafia ihn mit zwanzig Kilo Sprengstoff in die Luft jagen will.

    Es wird kein Zufall gewesen sein, dass Ingroia die Leibwache in dem Moment entzogen wurde, als das Urteil gegen den Pakt zwischen der Mafia und dem italienischen Staat erging – den Prozess hatte Ingroia auf den Weg gebracht.

    Dazu müsste sich Salvini äußern, er müsste Stellung dazu beziehen, warum Ingroia der Schutz genommen wurde. Aber er tut es zynischerweise nicht, weil Ingroia ihm weniger Aufmerksamkeit einbringen würde als Saviano. Weniger Likes, weniger Herzchen von seinen Anhängern. Kein Suhlen in Faschismus-Vorwürfen. Aufmerksamkeit ist Salvinis einzige Währung – neben den Stimmen der Mafia. Auf die verzichtet man ungern.

  7. Die Homeland Security hat gestern ein Fact Sheet veröffentlicht, dessen Chuzpe staunen läßt. Es ist nämlich alles in bester Butter und wenn es das in seltenen Fällen nicht ist, liegt das nicht an der Zero-Tolerance-Politik inklusive Trennung auch kleinster Kinder von ihren Familien. Sondern an der Kriminalität der illegalen Einwanderer, am Wetter und an den Rabeneltern.

    CBP has reunited 522 Unaccompanied Alien Children (UAC) in their custody who were separated from adults as part of the Zero Tolerance initiative. The reunions of an additional 16 UAC who were scheduled to be reunited on June 22, 2018 were delayed due to weather affecting travel and we expect they will all be reunited with their parents within the next 24 hours. There will be a small number of children who were separated for reasons other than zero tolerance that will remain separated: generally only if the familial relationship cannot be confirmed, we believe the adult is a threat to the safety of the child, or the adult is a criminal alien.

    Because of the speed in which adults completed their criminal proceedings, some children were still present at a United States Border Patrol (USBP) station at the time their parent(s) returned from court proceedings. In these cases, the USBP reunited the family and transferred them, together, to ICE custody as a family unit.

    A parent who is ordered removed from the U.S. may request that his or her minor child accompany them. It should be noted that in the past many parents have elected to be removed without their children.

    Und so weiter und so fort.

  8. Pingback: Sommer, Musik und ein Film |

  9. Süddeutsche – US-Behörden müssen getrennte Familien wieder zusammenführen

    US-Grenzschutzbehörden müssen binnen 30 Tagen die an der Grenze getrennten inhaftierten Familien zusammenführen. Dies ordnete ein Richter in San Diego an. Kinder unter fünf Jahren sollen demnach bereits innerhalb von 14 Tagen zu ihren Eltern zurückgebracht werden. Überdies erließ der Richter eine landesweite einstweilige Verfügung gegen künftige Familientrennungen. Ausnahmen sollen nur dann möglich sein, wenn ein Elternteil als ungeeignet eingestuft wird.

    Zudem ziehen 17 US-Bundesstaaten gemeinsam gegen Donald Trumps Ausländerpolitik vor Gericht. Die bei einem Bundesgericht in Seattle eingereichte Klageschrift richtet sich gegen die Praxis, Asylsuchenden die Einreise zu verweigern und Migrantenkinder von ihren Eltern zu trennen. Das Vorgehen des US-Präsidenten sei gegenüber Einwanderern aus Lateinamerika angetrieben „von Feindseligkeit und einem Verlangen, Schaden zuzufügen“, hieß es.

    Ich ahne und hoffe, daß Trump mit seiner Barbarei gegen Flüchtlings-/Migrantenfamilien seinen Zenith überschritten und seinen Kredit auch bei vielen Republikanern verspielt hat. Heute wird über einen Entwurf abgestimmt, nach dem Kinder zwar nicht mehr von ihren Eltern getrennt, dafür aber wesentlich länger inhaftiert werden können.

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