locker room

Beispiel 1 + NachSchlag (nach einem mittleren Beben in einer katholischen Kirche zu Münster, gefolgt von verschiedenen Nachbeben)

Beispiel 2, bei dem ich mich sehr bemüht habe, diese Parallelgesellschaft phänomenologisch zu betrachten, so wie der Papalagi (dessen Geschichte allein schon einen Blog wert wäre)

Beispiel 3 ist die allgemeine Meinerei über Das Zittern der Kanzlerin (ob das als Buchtitel vermarktbar wäre?)

Ich fasse es nicht!

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Dies + Das

Ach wenn es mit BASTA doch nur getan wäre!

Aber nein, das europäische Grenzregime im Mittelmeer hat auch im xten Akt x Aufzüge, angefangen mit der Verhaftung der Cap Anamur vor 15 Jahren, nebst Freispruch vor 10 Jahren (einer der Gründe, warum mich das Bloggen nicht mehr freut, es ist längst alles von allen und xfach von mir gesagt)

Neben der allgemeinen Empörung über Salvini bleibt aus merkwürdigen Gründen gar keine mehr für unseren Innen-Seehofer übrig. X Städte in Deutschland haben ihre Bereitschaft zur Aufnahme von MEHR Geflüchteten signalisiert, allein: aus dem Innenministerium kommt nichts als dröhnendes Schweigen.

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vom „großen Stil“

Das letzte Mal, dass politisch (motivierte) Morde in Deutschland in großen Stil passierten, kamen sie von scharf links mit der RAF. Eines vieler Opfer war unser Forschungs-Chef K.Beckurts. Zeigt eigentlich nur, dass alle Ränder am Abgrund liegen.

Joe Kaeser (Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, an das Zentrum für politische Schönheit)

… regelrechte Hinrichtung …, der Mord an einem Politiker, etwas, das wir aus dunklen Tagen der Republik kennen, aus Zeiten der RAF bspw., aber so etwas haben wir in diesem Land glücklicherweise lange nicht sehen müssen.

Georg Mascolo, Terrorismus-Experte der ARD, Brennpunkt

Mit anderen Worten: weder die NSU-Morde noch die anderen mindestens 220 Toten durch rechten Terror seit 1971 werden für „politisch (motivierte) Morde“ oder für „großen Stil“ gehalten. Andernfalls gäbe es ja längst Rasterfahndung, Straßensperren, Fahndungsplakate, Radikalenerlass, Hausdurchsuchung bei z.B. Erika Steinbach, Zerschlagung der Sympathisanten-Netzwerke, Einschränkung der Grundrechte, nicht-erklärten Ausnahmezustand. Joe Kaeser und Georg Mascolo vertreten auch keine exotischen Einzelmeinungen, sondern die Hufeisen fliegen zur Zeit so zahlreich wie tief. Was für eine Art Alarmruf gehalten wird, allein: ohne den leisesten Hauch der oben erwähnten Konsequenzen.

Die RAF hat zwischen 1971 und 1993 33 Menschen ermordet, mehr als 200 wurden verletzt. Durch Fremdeinwirkung, Suizid oder Hungerstreik kamen 24 Mitglieder und Sympathisanten ums Leben.

Der Unterschied: Menschen mit dunkler Haut, ohne Wohnsitz, demokratischer Überzeugung, nicht-heteronormativer Lebensweise sind eben keine Arbeitgeberpräsidenten, Generalbundesanwälte, Vorstandssprecher von Banken, Polizisten, US-Soldaten.

Oder um es mit Daniel Kretschmar, taz zu sagen (Nachtrag 17h):

Obdachlose, Blumenhändler und Imbissbetreiber nichtdeutscher Herkunft, Asylbewerber*innen, Punker, sexuelle Minderheiten und Linke – die Ziele der rechten Mordbrenner haben weniger Gewicht, sie werden in der Mehrheitsgesellschaft selbst als Fremdkörper wahrgenommen.

Ihr Tod und ihre Verletzungen gewinnen nie die treibende Symbolkraft, die eine rigorose Isolierung und die daraus folgende energische Verfolgung der Täter und ihres Umfeldes hätte begründen können. Dahinter stehen Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit und immer wieder Rassismus.

Beim rechten Terror fällt es unseren Potzöberen offensichtlich leichter, sich mit den Tätern, nicht mit den Opfern zu identifizieren.

Deswegen wird uns in Sachen NSU auch eine absurde 3-Täter-These und beim Mord an Walther Lübcke eine Einzeltäter-These serviert. Obwohl (Stand März 2019) 657 Haftbefehle gegen 497 Nazis nicht vollstreckbar waren/sind/sein werden, weil sie in den nationalsozialistischen Untergrund abgetaucht sind. Dessen parlamentarischer Arm, die FckAfD, würde liebend gern DieAntifa® als terroristische Organisation verboten sehen.

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niedere Beweggründe

 

 

Der 27-jährige Christopher W. starb im April 2018 nach rund 20 Minuten Martyrium. Das Opfer erlitt laut Rechtsmedizinern schwerste Gesichts- und Kopfverletzungen, die Aufzählung der Verletzungen durch die Rechtsmediziner füllt mehrere Seiten.

Er wurde mit einer Eisenstange und einer Neonröhre malträtiert. Er wurde in einen etwa zwei Meter tiefen Schacht geworfen und offenbar wieder herausgeholt. Als er noch lebte, wurde sein Unterarm aufgeschnitten, dann wurde er mit dem Gesicht auf die Kante des Schachtes gelegt und auf seinen Hinterkopf getreten. Dann wurde Christopher W. offenbar erneut in den Schacht geworfen. Zu diesem Zeitpunkt habe einer der Angeklagten gesagt, man solle es zu Ende bringen.

Mit einer schweren Holztür wurde mehrfach auf Christopher W. eingeschlagen, die Kante direkt in sein Gesicht. Sein Gesicht soll regelrecht zertrümmert worden sein, berichteten die Staatsanwaltschaft und der Rechtsmediziner. Die Tat dauerte etwa 20 Minuten, Christopher W. starb an einer Hirnzertrümmerung. Der Staatsanwalt sagte, die Täter hätten die Schuhe von Terenc H. in einer nahen Grube versenkt, weil sie blutgetränkt gewesen seien.

3 Männer, einer davon mit Hakenkreuz-Tattoo auf der Brust, wurden gestern vom Landgericht in Chemnitz wegen Totschlages zu Haftstrafen zwischen 11 und 14 Jahren verurteilt. Nicht wegen Mordes. Obwohl selbst die sächsische Polizei und das Bundesinnenministerium die Tat als „rechts motiviertes Tötungsdelikt“ in ihren Statistiken führen.

Zwar sei rechtsextremes Gedankengut bei den Männern vorhanden, sagte Staatsanwalt Butzkies nach der Urteilsverkündung. Die Tat sei aber davon zu unterscheiden: Nicht jeder, der rechts ist, werde im Zuge einer Straftat von dieser Einstellung getrieben.

Nazis legen bekanntlich ihre Gesinnung ganz besonders dann ab, wenn sie Homosexuelle foltern und töten. Keine „niederen Beweggründe“, keine „Heimtücke“, nirgends.

 


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Über Täuschungen

When i was a young hippie, bin ich mal auf einen Mann reingefallen, aber wie! Eigentlich müßte ich für diese Geschichte Kinder kriegen, damit die wiederum Kinder kriegen, denen ich die ganze Posse erzählen kann.

Jetzt müssen eben Sie dran glauben.

Es begab sich in den 80ern, daß ich in Bayern sowieso nicht heimisch und in München zunehmend gelangweilt war. Ein Freund lebte damals in einer höchst interessanten Wohngemeinschaft in Moabit, in deren Räumen Jahre davor schon die Kommune 1 residiert hatte, die Küche war groß wie ein Ballsaal, die Mitbewohner ausnehmend nett und dann gab es da noch diesen multibegabten Mann, Liebster einer der Mitbewohnerinnen. Wir plauderten angeregt.

Zurück in München, viele Wochen später, klingelte eines Tages das Telefon, besagter Mann war dran und fragte – er mußte nach München – ob er bei mir übernachten könne? Na klar konnte er, ich wohnte zwar beengt, aber mein Interesse an ihm war schließlich strikt freundschaftlicher Natur, rein intellektuell, komplett unschuldig. Hm, das blieb auch einige Nächte so. Bis wir eines Nachts übereinander herfielen wie die Tiere. Weiterlesen

„Einzelfälle, Zwischenfälle und sonstige Skandale“

Merken Sie was? Sebastian Kurz macht Wahlkampf, mit anderen Mitteln.

Er regiert mit Hilfe korrupter FPÖ-Nazis. Seine Politik aber ist (laut eigener Aussage und von „immer wiederkehrenden Einzelfällen“ abgesehen) eine reine pure Erfolgsgeschichte. Sebastian Kurz mußte allerdings sehr viel herunterschlucken, ist also Hauptopfer besagter korrupter FPÖ-Nazis. Er möchte für’s wunderschöne Ösi-Land arbeiten. Deswegen muß er ab schnellstmöglichem Zeitpunkt ganz alleine regieren.

Mit anderen Worten: weil Sebastian Kurz so machtgeil ist, daß er mit korrupten FPÖ-Nazis regiert, ist er das einzige Mittel der Mitte™ aka gegen jeden Extremismus (ob von rechts oder links, ist sowieso Hufeisen). Daß der Koalitionspartner unter seiner Führung Nazipolitik macht, war und ist ihm ausdrücklich willkommen, er bedankt sich extra dafür und beläßt alle noch nicht gefilmten FPÖ-Nazis im Amt.

Blöd ist halt nur Korruption und daß Strache/Gudenus sich haben erwischen lassen.

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„… ich als unschuldige Frau …“

Schon als ganz kleine dame.von.welt fand ich Karneval beängstigend und eine Zumutung. Trotzdem wurde ich über x Jahre zum Kölner Straßenkarneval gezwungen. Und da stand ich dann, ohne Sicht auf die Wagen eingekeilt zwischen lauter besoffenen Erwachsenen und wurde zur Strafe noch mit harten Bonbons beworfen. In einem Jahr trug ich sogar ein amtliches Veilchen davon, als mich so ein Zuckerklumpen direkt in die Augenhöhle traf, genau meine Idee von Amüsement.

Mir sind Menschenmengen aller Art suspekt und zwar egal, ob es sich um überfüllten ÖPNV, Reichsparteitag, Fußball, Konzert oder Karneval handelt. Je besoffener die Menschenmenge, desto suspekter ist sie mir.

Daß ich viele Jahre später nach Berlin zog, hatte auch mit der hiesigen Verschonung vom Karneval zu tun. Als ich noch viele Jahre später in Aachen studierte, versöhnte mich ein Kostüm (in einem Jahr, in dem ich nicht fliehen konnte) ein bißchen mit dem Ausnahmezustand – das einer hochschwangeren Frau, die sich kaum in den Bus quetschen konnte, weil sie sich als Heulboje verkleidet hatte und das ging so: ein neongelbes Ganzkörperkostüm mit großzügiger achsensymmetrischer Auspolsterung (Durchmesser leicht anderthalb Meter), an der dicksten Stelle noch ein Wulst in neonrosa und auf dem Kopf, über dem gelb-rosa geschminkten Gesicht, ein in die Kapuze eingearbeiteter Lärm aus der Spraydose. Mich beeindruckte ihre unbedingte Hingabe an den Karneval und sie war wirklich ansteckend lustig.

Sympathisch ist mir auch die Idee des Nubbel und seiner Verbrennung – in der Nacht von Dienstag auf Aschermittwoch wird eine Puppe verbrannt, die an allem schuld ist. Egal, ob leerer Geldbeutel, zweifelhafte Sexualkontakte, Filmriss und was sonst noch so alles passieren kann, wenn biedere Leute vorübergehend ihre Biederkeit ablegen: der Nubbel ist es in Schuld.

 

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Kunst und galoppierende Dummheit

 

Das ist die Denke eines (mir unerklärlich) für wichtig gehaltenen Journalisten, der nicht nur für Die Zeit, sondern auch für die New York Times schreibt. Jochen Bittner scheint komplett ignorieren zu können, daß Nazis aller Art schon seit Jahrzehnten Namen, Bilder, Adressen ihrer Feinde ins Netz stellen und zur Jagd auf sie aufrufen. Ich erinnere auch keine kritische Anmerkung von ihm, als rund um pi das Portal Nürnberg 2.0 entstand (wo etliche seiner Kollegen zu finden sind, u.a. Jörg Lau und Andrea Dernbach), als die AfD jüngst zur Lehrerdenunziation aufrief, als die Blödzeitung mit unverpixelten Bildern nach „G20-Verbrechern“ fahndete. Auch das allgemeine mediale Schweigen zur taz-Recherche über Hannibals Schattenarmee, über rechtsextreme Vernetzung im Umfeld der Bundeswehr wird allmählich ohrenbetäubend laut. Hannibal and friends lassen keinen Zweifel daran, was sie am „Tag x“ mit ihren säuberlich aufgelisteten Todfeinden vorhaben.

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Werch ein Illtum

 

Das Bauhaus trat 1919 an, um den werktätigen Massen einen kostengünstigen Zugang zu guter Gestaltung zu ermöglichen, Bauhausarchitektur und Gegenstände der Inneneinrichtung sollten ausdrücklich bezahlbar sein. Man glaubte an Gestaltung als moralische Anstalt, an eine Schule des Sehens, an Besserung des Menschen durch die ihn umgebenden Dinge. Auch aus diesem Grund setzte das Bauhaus den Schwerpunkt von Gestaltung und Fertigung auf serielle, auf industrielle Produktion. Anders als arts and crafts im großen britischen Königreich, wo es weit eher um die Autoren und um Unikate ging.

Beides wirkt bis heute nach. In England werden gute Kunsthandwerker eher universitär ausgebildet und mit allen zur Verfügung stehenden Techniken beballert, um möglichst früh zu einer unverwechselbaren Handschrift zu kommen und sich das dafür nötige Handwerk erst später draufzuschaffen. Englische Kunsthandwerker gelten sehr viel eher als Künstler und als Intellektuelle, sie verfügen über vielfältige Infrastrukturen von Präsentation und Verkauf und englische Zeitungen und Magazine sind sich nicht zu fein, um über sie und ihre Arbeit zu berichten.

In (West-)Deutschland herrscht der Fluch der Volkshochschulen. Weil man sich mal 6 Wochen den Hintern beim Töpfern plattgesessen hat und weil Kinder bereits in der Grundschule zum Muttertag dementsprechend formschöne Aschenbecher fertigen, glauben erstaunlich viele Leute, eine jahrtausendealte Hochkultur wie (Beispiel) Keramik sei keines Respektes und schon gar keiner angemessenen Bezahlung wert. Obwohl die tradierten Handwerke weitgehend aus der Handwerksrolle gestrichen wurden, sind in Deutschland 3jährige Lehre, 5 Gesellenjahre, ein Meisterbrief und anschließend noch ein Gestaltungsstudium eher die Regel als die Ausnahme in der Vita guter Kunsthandwerker. Erst wird traditionell das Handwerk erlernt, gute Gestaltung gilt als nachgeordnet. Museen für Kunsthandwerk gibt es nur wenige, Galerien immer weniger und keine große Zeitung und nur wenige Magazine halten es für nötig, fachkundig über angewandte Kunst zu berichten.

Anders verhält es sich mit Design und Architektur. Zwar entspringt jede fehlkonstruktierte optische Umweltverschmutzung in unserer Überflußwarenwelt, jede raumgreifende historisierende Bausünde dem Hirn eines Designers oder Architekten, aber die Ehrfurcht vor akademischer Ausbildung sitzt tief und Millionen Fliegen irren bekanntlich nicht, während gerade bei austauschbarer Massenware die Individualität stets betont wird.

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