Tarte Tatin mit Zwetschgen

Zwetschgen sind eine jute Jabe Jottes, vom Hefeblechkuchen mit Zimtzucker und Streuseln bis zu höllescharfem Pickles mit Essig, Ingwer und Chilies. Die Schwestern Tatin machten zwar aus einem schwerkraftbedingten Apfelkuchenunglück eine Oberköstlichkeit, die aber auch mit Zwetschgen kommodiert. Übrigens auch mit Aprikosen und Rosmarin. Oder eben klassisch mit ge12telten Äpfeln, z.B. Boskoop.

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„Eigentlich alles wie im Wendland“

Mariam Lau ist mal wieder on a mission, ihrer verdrucksten Abarbeitung an Weltbild und Werten ihres Vaters Bahman Nirumand (Mein Vater ist ein Flüchtling. Ich hatte das völlig verdrängt)

Diesmal hält sie zu diesem Zweck gar kein Femegericht ab, sie wagt sich auch nicht an die Front in Kreuzberg und Neukölln. Denn diesmal ist sie bei Götz Kubitschek zu Gast und läßt – wie immer – keine Gelegenheit aus, um mit den 68ern, der Anti-AKW-, Umweltschutz-, Friedensbewegung und den daraus hervorgegangenen Grünen (kaum, daß man das heute noch glauben mag) abzurechnen.

Auf Gut Schnellroda ist – according to Mariam Lau – eigentlich alles wie im Wendland.

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„Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ (fein raus)

Um Dublin-III-Verordnung und bestätigendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs knapp zusammen zu fassen: in Deutschland gilt ein Recht auf Asyl nur für die, die die deutsche Grenze via Nord- oder Ostsee übertreten.

Ich bin nicht sicher, ob Recht dafür noch der richtige Begriff ist. Bei politischer Schönwetterlage nice-to-have erschiene mir passender. Ganz nach Belieben, von sicheren Drittstaaten umgeben überläßt man Geflüchtete den Mittelmeer-Anrainern, die man zum Dank zu Pleitegriechen (o.ä.) erklärt. Um den Pleitegriechen (o.ä.) unter die Arme zu greifen, überträgt man nun die Flüchtlingsabwehr gegen entsprechendes Entgelt außereuropäischen Autokraten, Menschenhändlern, Warlords.

Anders ist das mit Grenzen und deren Übertritt. Die Illegalisierung des Grenzübertrittes ist nicht nice-to-have, auch kein Kriegsrecht mehr, sondern Gesetz. Das Gesetz namens Dublin-III-Verordnung wurde (als der „Asylkompromiss“ – dieser hässliche, herzlose Fleck – als Reaktion auf rechtsradikale Pogrome noch nicht reichte) dem den Menschenrechten verpflichteten Grundgesetz (und dem Normalverstand) übergeordnet.

Was sind wir fein raus.


Foto (beschnitten): 대한민국 국군, Wikimedia Commons


„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ (2/2)

Ein kleiner Bruchteil der O-Töne aus dem am 18.7.2017 veröffentlichten Bericht – Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen – über die Vorschulen Etterzhausen und Pielenhofen, die Jungen waren zwischen 8 und 11 Jahre alt:

Als meine Mutter beschlossen hat, meinen Bruder und mich zu den Domspatzen zu schicken, begann für uns zwei Kinder die schrecklichste Zeit unseres Lebens.

Meine fröhliche Kindheit endete, als meine Eltern mich am ersten Schultag der 3. Klasse in dem Internat in Etterzhausen zurückließen. Von da an spielten die Herren Vorgesetzten M. und H. uneingeschränkt Gott. Angst ist bis heute mein ständiger Begleiter.

Mehrere Male am Tage hieß es Antreten in Zweierreihen, oft unter einer Normaluhr im Flur, um dann zur Kapelle oder in den Speisesaal zu marschieren. Damit dieser Vorgang rasch ging, erhielten die letzten beiden einen festen Schlag mit der zischenden Weidengerte. Statistik war uns da noch nicht geläufig, aber es gibt immer zwei Letzte und bei ca. 80 Knaben kommt dann wohl mal jeder dran. Aber selbst wenn man nicht drankommt, es ist das System der Angst, welches Tag für Tag und Stunde für Stunde herrscht, mit der grauenvollen Gewissheit, dass sich nichts ändert und es kein Entkommen gibt und auch keine Gnade.

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“ … ein Irrsinn. Es ist einfach Irrsinn …“ (1/2)

Georg Ratzinger im Januar 2016 über den Versuch der Aufklärung systematisch verübter Verbrechen physischer, psychischer, sexualisierter Gewalt gegen Jungen in der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen, später in Pielenhofen, im Gymnasium, im Internat und im Chor in Regensburg:

Diese Kampagne ist für mich ein Irrsinn. Es ist einfach Irrsinn, wie man über 40 Jahre hinweg überprüfen will, wie viele Ohrfeigen bei uns verteilt worden sind, so wie in anderen Einrichtungen auch …

Das war ein Moment der Ehrlichkeit, den die eilig nachgeschobene Stellungnahme des Bistums, es sei richtig, alle Beschuldigungen rückhaltlos aufzuklären, nicht wieder einfangen konnte. Immerhin strapazierte das Bistum nicht die beliebte Floskel der schonungslosen Aufklärung, denn schonungslos ist die Aufklärung vor allem und zuerst für die Betroffenen von Gewalt in der Kindheit.

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Nur mal sone Frage …

Während des G20-Gipfels in Hamburg wurde die Welcome-to-hell-Demo von der Polizei unter erheblicher Gewaltanwendung aufgelöst, weil sich nicht alle im legendenumrankten schwarzen Block entmummt hatten. Der weitere Verlauf in Hamburg und die sich daran anknüpfenden Forderungen nach Einschränkungen von Grundrechten sind bekannt.

Vermummung war bis 1989 eine Ordnungwidrigkeit und wurde erst unter Helmut Kohl zur Straftat gemacht. Theoretisch kann jede bei einer Demonstration mitgeführte Sonnenbrille verstanden werden als landfriedensbrechende Aufmachung, die geeignet und den Umständen nach darauf gerichtet ist, die Feststellung der Identität zu verhindern.


 

In Themar wurde ein kommerzielles Nazi-Konzert – trotz 2 Klagen und extrem tapferem Widerstand aus der Gemeinde mit knapp 3.000 Einwohnern – höchstrichterlich als „Demonstration“ eingestuft. Das einem Ex-AfD-Mitglied gehörende Areal mußte wegen des großen Andrangs noch auf ein Privatgrundstück erweitert werden. Der Kartenvorverkauf spielte rund 200.000 Euro Umsatz ein, ohne Bierverkauf und Merchandising. Die „Demonstration“ mit knapp 6.000 Teilnehmern – mit Sonnenbrillen, Hoodies etc. en masse – wurde auch dann nicht aufgelöst, als Hunderte den Hitlergruß zeigten. Die Polizei fand das zu gefährlich.

Das Zeigen des Hitlergrußes ist zwei Straftaten.


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