Berlin. Wir können alles. Nur nichts richtig.

berlinwirkönnenalles Foto: Lear 21, beschnitten, Wikimedia Commons

Dieser Spruch war vor Jahren einer der Alternativvorschläge des Stadtmagazins Zitty zum Senatsslogan be Berlin und bewahrheitet sich u.a. auch in der sogenannten „Flüchtlingskrise“ immer mal wieder aufs Neue. Dazu muß man nicht mal keinen Flughafen fertig bauen können oder das fortgesetzte Staatsversagen am LaGeSo bemühen.

Das aktuelle Allesnurnichtsrichtigkönnen betrifft die Wahl des Flüchtlingsheimbetreibers PeWoBe, die Professionelle Wohn- und Betreuungsgesellschaft, der eine ganze Reihe von Flüchtlingsunterkünften in Berlin überantwortet wurden. Im Mai wurde bekannt, daß die PeWoBe-Geschäftsführerin und Heimleiterin der Unterkunft in der Maxie-Wander/Carola-Neher-Straße (einem der beiden Flüchtlingsheime im schönen Hellersdorf  – das ist da, wo die NPD schon vor 3 Jahren die Anwohnerproteste initiierte) namens Peggy Müller die Bernauer DVU-Kandidatin bei Kommunal- und Landtagswahlen in Brandenburg war. Selbstredend ist sie heute kein bißchen Nazi mehr. Wer das wohlbelegt bezweifelt, betreibt Mobbing, sowieso klar.

Im von ihr geleiteten Haus: 1 Sozialarbeiter für 500 Flüchtlinge. Monatelang exakt 0 Kinderbetreuung. Gekapptes W-LAN. Verrammelte Gemeinschaftsräume. Entsorgte Kinderwagen. Hausverbote und Einschüchterung. Schikane und Haß.

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Cheap and cheerful

 

cheapandcheerful1 Foto: Wikimedia Commons, beschnitten

‚Cheap and cheerful‘ nennt mein Freund John die chinesischen Restaurants, die überall auf der Welt gleich kitschig und zwingend mit Aquarium eingerichtet sind, wo man stets freundlich-routinierte Aufnahme findet und getrost ohne Blick auf die Karte Nummer 8 bestellen kann: es ist mit großer Wahrscheinlichkeit Sukiyaki, Rindfleisch mit viel Glutamat (das eigentlich ein japanisches Gericht und – falls authentisch zubereitet – überaus köstlich ist).

Das Personal eines solchen Restaurants im schönen Dülmen rettete einen ausschließlich Mandarin sprechenden Touristen aus Nordchina aus den Mühlen der deutschen Asylbürokratie.

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Burkaphobie oder wie gut, daß es keine dringlichen Probleme gibt

Gunnar trying a Burqa - Herat, Afghanistan

Burka, Afghanistan, Wikimedia Commons, beschnitten

Oder auch: wenn der politische Schwachsinn so dick wird, daß man ihn in Würfel schneiden und als Dessert servieren kann.

Jens Spahn hat nämlich einen sehr wichtigen Beitrag zur immerwährenden Burka-Debatte:

Ich will in diesem Land keiner Burka begegnen müssen. In diesem Sinne bin ich burkaphob.

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Kati Horna

katihorna Foto: Kati Horna, 1937 in Vélez Rubio in der Provinz Almeria. Screenshot bei 20minutos

Der Vietnamkrieg gilt als der erste Fernsehkrieg. Analog dazu muß der spanische Bürgerkrieg als der erste Fotografiekrieg gelten.

Jeder kennt Robert Capa und seine Spanien-Bilder.

Kaum jemand kennt die Frauen, die sich im spanischen Bürgerkrieg engagierten und ihn fotografisch dokumentierten.

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Putsch-Putsch

putsch-putsch Grafik: FLAGELLVM DEI, Gnu-Lizenz

Der Putsch nach dem Putsch in der Türkei in Zahlen:

13.000 sind verhaftet, darunter 8.831 Armeeangehörige, 1.329 Polizisten und 2.100 Richter und Staatsanwälte.

45.000 Staatsbedienstete sind suspendiert.

21.000 Lehrer an Privatschulen wurden die Lizenzen entzogen.

1043 private Schulen, 1229 gemeinnützige Einrichtungen, 19 Gewerkschaften, 15 Universitäten und 35 medizinische Einrichtungen wurden geschlossen, die im Verdacht stehen, mit der Hizmet-Bewegung von Fethullah Gülen zu tun zu haben.

Gegen 42 Journalisten wurden heute Haftbefehle erlassen.

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Mahmoud Darwish

‚Almond Blossoms and beyond‘ (fotografiert im Januar auf einem andalusischen Berg)

Wenn du dein Frühstück zubereitest, denk an andere,
vergiss nicht, die Tauben zu füttern

Wenn du deine Kriege führst, denk an andere,
vergiss nicht die den Frieden fordern
Wenn du deine Stromrechnung zahlst, denk an andere,
die aus Wolken saugen
Wenn du dein Haus betrittst, denk an andere,
vergiss nicht das Volk in Zelten

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„extremely together“

extremelytogether Screenshot bei Art School Vets. Jonas Dahlberg, Entwurf für die Gedenkstätte auf Utøya

We’re missing a trick when it comes to those carrying out violent acts. Communities touched by violence have an understandable and overwhelming tendency to scrutinise the ways in which extremists, both those we consider “disturbed” and those we consider “ordinary”, are lured into violence. But rather than trying to pathologise the individual or the process that led him there, we should shift the focus instead towards what opportunities are available to us to prevent him resorting to violence in the first place.

In a young extremist’s daily life, in their school, among their family or friends, were there openings, moments when they could have been led to change?

Hateful people have the ability to take charge of their own lives. If we deny this is possible, we stop it from happening. If we see violence as contagious, we can view … (someone’s) act as the latest in an epidemic of young men who are not necessarily deeply disturbed, but rationalise their own violence and are inspired by others across the world. But if we did more to anticipate and intervene before such individuals erupt, then there is potential to stop ordinary people from becoming murderers.

Rather than looking for the moment they “snapped”, we should be looking for the missed opportunities in the ways our societies handle them: the many moments when we could have changed their perceptions and steered them away from violence. We need to ensure that similar opportunities aren’t missed with others.

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