Geh denken, Martin Lejeune!

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Vor etwa zweieinhalb Jahren, während des letzten „Rasenmähens“ in Gaza, hatte ich noch einen Text aus Martin Lejeunes Blog übernommen: The Days of Oil and Za’atar.

Damals erschienen mir die Absagen vereinbarter Interviews durch x Medien – wegen Lejeunes mangelnder Objektivität und Distanz – und das allgemeine Lejeune-Bashing als völlig überzogen, als etwas nahe am Rufmord und als Mundtotmachung einer journalistischen Stimme in Gaza – während die meisten Korrespondenten über, nicht durchgängig aus Gaza berichteten.

Besonders auf die Nerven fiel mir damals Tilo Jung, der kein Problem damit zu haben schien, einen IDF-Sprecher sein Narrativ verkünden zu lassen, ohne größere kritische oder auch naive Hinterfragung – und sich aber wortreich von seinem Interview mit Martin Lejeune distanzieren mußte, denn:

Für Jung & Naiv habe ich in drei Wochen 23 Folgen in Israel und Palästina produziert. Wir haben viele Stimmen und Positionen zum Konflikt hörbar gemacht, die ein anderes Bild davon vermitteln, worum es in dem Krieg tatsächlich geht. Diesen journalistischen Ertrag will ich durch Martin Lejeune nicht kompromittieren.

Der allerseits heftig kritisierte Satz Lejeunes über die Hamas, die Angehörige von (wegen Kollaboration mit dem israelischen Geheimdienst) Hingerichteten „sehr sozial“ versorge, war für mich kein k.o.-Kriterium, da mir alles andere als eine Form von Sippenhaft erschiene.

Vielleicht hatten alle damals einen besseren Instinkt als ich. Jedenfalls hat sich meine Haltung zu Lejeunes Publizistik inzwischen grundlegend geändert.

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