Schade, daß ich nichts auf der Welt lasse als die Erinnerung an mich

Cato Bontjes van Beek, geboren am 14.11.1920 in Bremen, hingerichtet am 5.8.1943 in Berlin-Plötzensee.

 Screenshot rbb

Cato wächst in Fischerhude auf, ein auch heute noch außergewöhnliches Dorf zwischen Bremen und Hamburg.

Catos Großvater, der Maler Heinrich Breling, ist einer der ersten Künstler, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts dort niederlassen und den Ort nachhaltig prägen. In den 1920er Jahren wird Fischerhude zum Anziehungspunkt für Maler und Bildhauer, Intellektuelle und Literaten. Heinrich Breling gibt sein künstlerisches Talent an seine sechs Töchter weiter, von denen vier künstlerische Berufe ergreifen.

So auch seine jüngste Tochter: Olga Bontjes van Beek, geborene Breling, Isadora-Duncan-Schülerin und eine im In- und Ausland gefeierte Ausdruckstänzerin, später arbeitet sie vor allem als Malerin. Jan Bontjes van Beek ist zunächst ihr Bühnenpartner, später ein für Generationen von Töpfern stilprägender Keramiker. Die beiden haben 3 Kinder, Cato, Mietje und Tim.

Sie leben weit entfernt vom Goldene-Zwanziger-Berlin den Aufbruch und freien Geist dieser Zeit und entsprechen dem später auch in Fischerhude propagierten NS-Familienideal der linientreuen Eltern mit klaren Rollenverteilungen und zu Pflicht und Gehorsam erzogenen Kindern nicht. Im elterlichen Haus gehen ständig Gäste ein und aus, einer von ihnen ist der 15jährige Helmut Schmidt, der sich später erinnert:

Olga Bontjes hat ihre Kinder inmitten eines totalitären Systems zur Toleranz erzogen in der Überzeugung, dass Freiheit unmittelbar sei und für alle gelte.

(der alte Helmut Schmidt mochte sich nicht unbedingt an seine Kinderfreundschaft zu der um 2 Jahre jüngeren Cato erinnern und auch nicht immer daran, warum er den Kontakt zu ihr abbrach: ihm erschien eine Freundschaft zu ihr als zu gefährlich, dazu später mehr)

Cato wird als furchtloses, wildes, kluges und sehr lustiges Kind beschrieben.

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