Dies und das

Keine Ahnung, wie Sie es mit Talkshows halten. Ich könnte mich, hätte ich einen Fernseher, für die Idee schon erwärmen, z.B. für Formate wie den Presseclub oder für Carolin Emckes Streitraum. Nicht aber für die breiten öffentlich-rechtlichen Bühnen für reaktionäre und etwas weniger reaktionäre Politiker, nicht für die unausgesetzte Hetze gegen Muslime und Geflüchtete, nicht für von „Tatort“ oder „Unterwerfung“ vorgeglühte Scheinduelle mit immergleichen Politdarstellern.

Georg Seeßlen, taz:

Die politische Talkshow ist die Schau der Entpolitisierung, die Schau der Antipolitik schlechthin. Diese krude Sehnsucht nach „Klartext“ und „Sprache des Volkes“, sie hat hier ihren Ursprung. … Die politische Talkshow, wie wir sie kennen, entlarvt nicht nur das mediale Sprechen, sondern die Politik, die dahintersteckt; wir erkennen, wenn wir hinsehen, den großen Unterschied zwischen der Schau und dem, was sie darstellt, und die fatale Folge ist, dass der Showcharakter der demokratischen Politik als gegeben hingenommen wird. Dann nämlich verzeihen wir den Teilnehmern jeden Unfug, jede Lüge, jede Gemeinheit, solange sie nur unterhaltsam sind.

Jakob Biazza, Süddeutsche im Interview mit Johannes Hillje:

Selbst wenn die AfD nicht in Talkshows sitzt, sind ihre Inhalte oft omnipräsent. Das Entscheidende ist hierbei: Die AfD setzt gar nicht unbedingt die Themen, aber sie beeinflusst sehr stark, wie wir über ein Thema reden.

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