Universalkuchen

Meine eine Oma strickte, um ihre Enkel zu erfreuen und die andere hätte das besser auch getan. Stattdessen buk sie Sandkuchen, der seinem Namen alle Ehre machte und nur mit Hilfe reissender Ströme von Zitronen(instant)tee durch Mund und Kehle in den Magen rutschte. Ein winziger Bissen Kuchen, eine halbe Tasse Tee – fatal war, vor dem Ent-Desertifikations-Schluck angesprochen zu werden und antworten zu müssen – erhöhte die Feinstaubemmission enorm.

Kurz: mir war der Sandkuchen der anderen Oma verhasst. Ich fürchte, sie war einfach geizig, verwendete zuviel Mehl und statt Butter zu wenig Margarine und maximal ein Ei, dafür aber rauhe Mengen an künstlichem Zitronen- und Vanillearoma.

Dabei gibt es ein artverwandtes Rezept, das watscheneinfach, leicht zu merken, unendlich zu variieren und flott in die überaus köstliche Tat umgesetzt ist. Das Maß aller Zutaten ist das Ei, für den Pfundkuchen, Pound Cake, Gâteau Quatre-Quarts, Queque Seco.

Nur die wenigsten kommen in die Verlegenheit, 2 Kilo Kuchen auf einmal zu verfüttern, er besteht in jedem Fall zu gleichen Teilen aus Ei, Zucker, Butter und Mehl. Da Größe und Gewicht von Eiern keine ganz exakte Wissenschaft ist, schlage man im Zweifel zuerst die Eier auf, wiege deren Inhalt und bemesse die übrigen Zutaten danach. Im Mittel wiegt so ein Ei um die 50 Gramm. Man nehme also für eine Springform mit 20cm Durchmesser (oder eine kleine Kasten- oder Gugelhupfform):

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