vom „großen Stil“

Das letzte Mal, dass politisch (motivierte) Morde in Deutschland in großen Stil passierten, kamen sie von scharf links mit der RAF. Eines vieler Opfer war unser Forschungs-Chef K.Beckurts. Zeigt eigentlich nur, dass alle Ränder am Abgrund liegen.

Joe Kaeser (Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, an das Zentrum für politische Schönheit)

… regelrechte Hinrichtung …, der Mord an einem Politiker, etwas, das wir aus dunklen Tagen der Republik kennen, aus Zeiten der RAF bspw., aber so etwas haben wir in diesem Land glücklicherweise lange nicht sehen müssen.

Georg Mascolo, Terrorismus-Experte der ARD, Brennpunkt

Mit anderen Worten: weder die NSU-Morde noch die anderen mindestens 220 Toten durch rechten Terror seit 1971 werden für „politisch (motivierte) Morde“ oder für „großen Stil“ gehalten. Andernfalls gäbe es ja längst Rasterfahndung, Straßensperren, Fahndungsplakate, Radikalenerlass, Hausdurchsuchung bei z.B. Erika Steinbach, Zerschlagung der Sympathisanten-Netzwerke, Einschränkung der Grundrechte, nicht-erklärten Ausnahmezustand. Joe Kaeser und Georg Mascolo vertreten auch keine exotischen Einzelmeinungen, sondern die Hufeisen fliegen zur Zeit so zahlreich wie tief. Was für eine Art Alarmruf gehalten wird, allein: ohne den leisesten Hauch der oben erwähnten Konsequenzen.

Die RAF hat zwischen 1971 und 1993 33 Menschen ermordet, mehr als 200 wurden verletzt. Durch Fremdeinwirkung, Suizid oder Hungerstreik kamen 24 Mitglieder und Sympathisanten ums Leben.

Der Unterschied: Menschen mit dunkler Haut, ohne Wohnsitz, demokratischer Überzeugung, nicht-heteronormativer Lebensweise sind eben keine Arbeitgeberpräsidenten, Generalbundesanwälte, Vorstandssprecher von Banken, Polizisten, US-Soldaten.

Oder um es mit Daniel Kretschmar, taz zu sagen (Nachtrag 17h):

Obdachlose, Blumenhändler und Imbissbetreiber nichtdeutscher Herkunft, Asylbewerber*innen, Punker, sexuelle Minderheiten und Linke – die Ziele der rechten Mordbrenner haben weniger Gewicht, sie werden in der Mehrheitsgesellschaft selbst als Fremdkörper wahrgenommen.

Ihr Tod und ihre Verletzungen gewinnen nie die treibende Symbolkraft, die eine rigorose Isolierung und die daraus folgende energische Verfolgung der Täter und ihres Umfeldes hätte begründen können. Dahinter stehen Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit und immer wieder Rassismus.

Beim rechten Terror fällt es unseren Potzöberen offensichtlich leichter, sich mit den Tätern, nicht mit den Opfern zu identifizieren.

Deswegen wird uns in Sachen NSU auch eine absurde 3-Täter-These und beim Mord an Walther Lübcke eine Einzeltäter-These serviert. Obwohl (Stand März 2019) 657 Haftbefehle gegen 497 Nazis nicht vollstreckbar waren/sind/sein werden, weil sie in den nationalsozialistischen Untergrund abgetaucht sind. Dessen parlamentarischer Arm, die FckAfD, würde liebend gern DieAntifa® als terroristische Organisation verboten sehen.

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Antifa

Der Echter-Verlag in Würzburg hat ein höchst interessantes Buch herausgegeben: Christliches in der AfD

AfD – „Alternative für Deutschland“. Mit dem Flüchtlingsstrom im Jahr 2015 nahm die zwei Jahre zuvor gegründete Partei in der öffentlichen Wahrnehmung einen immer breiteren Raum ein. Inzwischen ist sie in mehreren Länderparlamenten und im Deutschen Bundestag vertreten.

Mit der Frage, wie die Partei zu ihren Mitgliedern am rechten Rand steht, ist die nach ihrer grundsätzlichen Ausrichtung, nach ihrer weltanschaulichen Fundierung gegeben.

In diesem Band geht es speziell um die Frage nach dem Christlichen in der Partei „Alternative für Deutschland“ – mit für so manchen überraschenden Erkenntnissen.

Das gut recherchierte Werk (ISBN 978-3-429-04483-1) ist im Buchhandel für 29 Euro, als E-Book für 2,90 Euro erhältlich.

Nachtrag 17h30 – Frankfurter Rundschau:

… und kommt so gut an, dass dem Verlag die 1.500 Exemplare der ersten Auflage schon ausgehen: „Aufgrund der großen Nachfrage kommt es bei dem AfD Büchlein kurzfristig zu Lieferschwierigkeiten“, teilt der Echter-Verlag auf seiner Internetseite mit. …

„Eine sachliche und umfassende Darstellung der christlichen Werte der AfD, die erfreulicherweise völlig auf die im Umgang mit dieser Partei üblich gewordene wohlfeile Polemik verzichtet. Dieses Buch steht verdientermaßen auf der Sachbuch-Bestenliste!“

Antifa ist eben nicht nur Hand- und Landarbeit, sondern auch Buchverlag.

 


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Wenn der Faschismus wiederkommt

 

Wenn der Faschismus wiederkommt, wird er auch nicht sagen: „Ich verbiete Demonstrationen“. Nein, er wird sagen: „Sie melden sich am kommenden Wochenende täglich bei den Behörden, zahlen dafür noch 100 Euro Verwaltungsgebühr und Sie fahren am kommenden Wochenende garantiert nicht nach Köln, um gegen den AfD-Parteitag zu protestieren.“

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