Im Paradies gibt es keine Tüten

Veilchen-Foto: Rolf Engstrand (beschnitten) Wikimedia Commons

Berlin-Neukölln wird von daran Interessierten gern als Synonym für gescheiterte Integration verwendet und als Paradebeispiel der Unmöglichkeit von Multikulturalität mißbraucht. Dabei könnte nichts unsinniger sein. Man muß nur wollen. Und tun.

Johannes Böhme, Süddeutsche: Garten der Harten:

Angefangen hat alles mit Veilchen und einem tschechischen Revolutionär. Die Veilchen wurden ausgerissen, der Revolutionär ausgepfiffen, und Henning Vierck, der die Veilchen gekauft und den Revolutionär eingeladen hatte, dachte sich: Ich kann einpacken. Das wird nie etwas. Aus einer 350 Jahre alten Metapher einen Garten machen, mitten in Neukölln, mit Entwurzelten aus jedem Konflikt der Erde, mit Kurden, Türken, Libanesen, Libyern, Roma, Serben, Kosovaren, Ukrainern und Syrern – was für eine Schnapsidee.

Vierck sitzt unter einem zwanzig Jahre alten Pflaumenbaum. Die Sonne scheint ihm ins faltendurchzogene Gesicht, und er lacht, als er das erzählt.

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