Logikfrage

Oben der gestrige Blick auf’s Brandenburger Tor, unten das räumliche Anschlußfoto, mit dem Großen Stern unmittelbar im Rücken. Das obere Foto müßte eine Ecke hinter dem Verkehrsschild (grau, in der Mitte) gemacht worden sein.

Und hier kommt die Logikfrage:

wenn auf die Fanmeile vom Großen Stern bis zum Brandenburger Tor 350.000 Fußballfans bequem passen und es mit 750.000 ein bißchen eng wird – können das dann gestern nur 25.000 fröhliche Demokraten gewesen sein, wie die Polizei glaubt und alle Medien nachplappern? (nein, nicht alle Medien, Ausnahmejournalist David Berger fabuliert unter Berufung auf RTdeutsch von ersten großen Medien, 12.000 AfDlern und 5.000 Gegendemonstranten)

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Hauptstadtbesuch

hauptstadtbesuch

Ich weiß nicht, wie es Ihnen so geht: ich meide nach Möglichkeit bestimmte Teile von Berlin (Hauptstadt), obwohl ich mich liebend gern als vorgeblicher Tourist in meiner Heimat bewege. Z.B. liebe ich die 3einhalbstündige Bootsfahrt auf Landwehrkanal und Spree und freue mir jedes Mal ein Loch in den Bauch, wenn ich jemanden auf die Siegessäule oder den Fernsehturm schleppen kann.

Zu den möglichst gemiedenen Teilen gehört der Potsdamer Platz (außer vielleicht zur Berlinale) mit seinen öden, bestenfalls autogerechten Architekturen und so albernen Namen für zugige Straßenschluchten wie Joseph-von-Eichendorff-Gasse. Dazu gehört auch die Gegend um die Museumsinsel inklusive der werdenden Schloßattrappe, der Alexanderplatz, Unter den Linden, das Brandenburger Tor, der Reichstag und das gesamte Regierungsviertel (<-das wird schlüssig vom Boot aus, als Fußgänger ist es die Pest)

Es begab sich aber in der vergangenen Woche, daß ich eine befreundete Künstlerin im Adlon traf, wo sie ihre Arbeiten zum Verkauf ausstellt und das wollte ich unbedingt sehen. Ich war viel zu früh dran und setzte mich also vor dem Brandenburger Tor auf eine Bank in die Sonne, um ein Zigarettchen zu rauchen und den Polizisten beim Aufpassen, den Touristen beim Flanieren und den verschiedenen Touristenbeglückern beim Beglücken zuzusehen – u.a. mit Hilfe von Pferdedroschken, dazu der Herr Pigor:

Der Pariser Platz wird allerseits als gelungenes Architekturensemble gelobt – fällt eigentlich nur mir auf, daß der das Brandenburger Tor viel kleiner macht als das übliche, im Fernsehen übertragene Bild und daß die Mieterschaft (oder Eigentümer?) der angrenzenden Gebäude – Banken, Versicherungen, Starbucks usw. – auch eine ganz eigene Sprache spricht? Probieren Sie es gelegentlich aus: das Brandenburger Tor wirkt von der Straße des 17. Juni viel imposanter und staatstragender als vom Pariser Platz, bei gleicher Blickdistanz.

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Berlin. Wir können alles. Nur nichts richtig.

berlinwirkönnenalles Foto: Lear 21, beschnitten, Wikimedia Commons

Dieser Spruch war vor Jahren einer der Alternativvorschläge des Stadtmagazins Zitty zum Senatsslogan be Berlin und bewahrheitet sich u.a. auch in der sogenannten „Flüchtlingskrise“ immer mal wieder aufs Neue. Dazu muß man nicht mal keinen Flughafen fertig bauen können oder das fortgesetzte Staatsversagen am LaGeSo bemühen.

Das aktuelle Allesnurnichtsrichtigkönnen betrifft die Wahl des Flüchtlingsheimbetreibers PeWoBe, die Professionelle Wohn- und Betreuungsgesellschaft, der eine ganze Reihe von Flüchtlingsunterkünften in Berlin überantwortet wurden. Im Mai wurde bekannt, daß die PeWoBe-Geschäftsführerin und Heimleiterin der Unterkunft in der Maxie-Wander/Carola-Neher-Straße (einem der beiden Flüchtlingsheime im schönen Hellersdorf  – das ist da, wo die NPD schon vor 3 Jahren die Anwohnerproteste initiierte) namens Peggy Müller die Bernauer DVU-Kandidatin bei Kommunal- und Landtagswahlen in Brandenburg war. Selbstredend ist sie heute kein bißchen Nazi mehr. Wer das wohlbelegt bezweifelt, betreibt Mobbing, sowieso klar.

Im von ihr geleiteten Haus: 1 Sozialarbeiter für 500 Flüchtlinge. Monatelang exakt 0 Kinderbetreuung. Gekapptes W-LAN. Verrammelte Gemeinschaftsräume. Entsorgte Kinderwagen. Hausverbote und Einschüchterung. Schikane und Haß.

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Im Paradies gibt es keine Tüten

Veilchen-Foto: Rolf Engstrand (beschnitten) Wikimedia Commons

Berlin-Neukölln wird von daran Interessierten gern als Synonym für gescheiterte Integration verwendet und als Paradebeispiel der Unmöglichkeit von Multikulturalität mißbraucht. Dabei könnte nichts unsinniger sein. Man muß nur wollen. Und tun.

Johannes Böhme, Süddeutsche: Garten der Harten:

Angefangen hat alles mit Veilchen und einem tschechischen Revolutionär. Die Veilchen wurden ausgerissen, der Revolutionär ausgepfiffen, und Henning Vierck, der die Veilchen gekauft und den Revolutionär eingeladen hatte, dachte sich: Ich kann einpacken. Das wird nie etwas. Aus einer 350 Jahre alten Metapher einen Garten machen, mitten in Neukölln, mit Entwurzelten aus jedem Konflikt der Erde, mit Kurden, Türken, Libanesen, Libyern, Roma, Serben, Kosovaren, Ukrainern und Syrern – was für eine Schnapsidee.

Vierck sitzt unter einem zwanzig Jahre alten Pflaumenbaum. Die Sonne scheint ihm ins faltendurchzogene Gesicht, und er lacht, als er das erzählt.

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