Ernte

rostocklichtenhagenFoto: Screenshot bei der taz

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Cheap and cheerful

 

cheapandcheerful1 Foto: Wikimedia Commons, beschnitten

‚Cheap and cheerful‘ nennt mein Freund John die chinesischen Restaurants, die überall auf der Welt gleich kitschig und zwingend mit Aquarium eingerichtet sind, wo man stets freundlich-routinierte Aufnahme findet und getrost ohne Blick auf die Karte Nummer 8 bestellen kann: es ist mit großer Wahrscheinlichkeit Sukiyaki, Rindfleisch mit viel Glutamat (das eigentlich ein japanisches Gericht und – falls authentisch zubereitet – überaus köstlich ist).

Das Personal eines solchen Restaurants im schönen Dülmen rettete einen ausschließlich Mandarin sprechenden Touristen aus Nordchina aus den Mühlen der deutschen Asylbürokratie.

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Mare Nostrum reloaded

marenostrumreloaded
Foto: Fabio Visconti, Wikimedia Commons

Nachdem Ägäis und Balkanroute dicht gemacht, die Türkei trotz ständiger push-backs nach Syrien und Afghanistan zum „Sicheren Drittland“ erklärt und der UN-Flüchtlingsgipfel kläglich gescheitert ist, wird jetzt die gute alte lange und totenreiche Route von Syrien nach Italien wiederbelebt. Ob die italienische Kriegsmarine erneut als Seenotretter einspringen wird, steht in den Sternen.

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Hot Spots

hotspots
Moria, Screenshot bei liberties.eu, beschnitten

Ganz so, wie es sich autoritäre Regime wünschen, hat die EU gezeigt, dass sie an der Einhaltung von Menschenrechten nur interessiert ist, solange ihre Interessen nicht betroffen sind.

Statt anzuknüpfen an die große Hilfsbereitschaft weiter Teile der europäischen Gesellschaften, statt die Seenotrettung zu verbessern, statt die Familienzusammenführung zu ermöglichen, statt die unmenschliche Aufnahmesituation an den Außengrenzen der EU zu verbessern, setzt sie auf Abschottung, Abschreckung – und Verdrängung.

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„ernsthafter Schaden“

ernsthafterschaden.jpeg

Es geht ja nicht um Kinder. Es geht um das, was man in sie hinein projiziert.“        Deniz Yücel

Heute wurde das „Asylpaket ll“ durchs Parlament Kabinett gewinkt, in dem (unter anderen Rechtswidrigkeiten mehr) auch der eingeschränkte Familiennachzug für die Angehörigen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge festgezurrt wurde.

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Staatsversagen, die soundsovielte

lageso
Berlin. Hauptstadt eines der reichsten Länder der Welt. LaGeSo. Humanitäre Katastrophe.

Ich habe soeben Hausverbot im Landesamt für Gesundheit und Soziales bekommen“, schrieb die junge Frau. Und das nur, weil sie einem kleinen frierenden Jungen eine warme Ski-Hose anziehen wollte. Mit ihr hätten noch andere Helfer ein offizielles Hausverbot bekommen. „Die Begründung: Ich hätte mit dem kleinen Jungen auf die Straße gehen müssen. Im Vivantes-Zelt ist es verboten, Kindern Kleidung anzuziehen. Der Kleine sollte also raus in die Kälte, um sich dort umzuziehen – mitten auf der Straße.“

An dem Rauswurf beteiligt gewesen waren ihren Angaben zufolge mehrere Sicherheitsleute der Firma Gegenbauer, eine Mitarbeiterin von Vivantes und mehrere Polizisten. … Ein Mitarbeiter der Johanniter habe zuvor Frauen mit „anzüglichen Bemerkungen“ traktiert, ein Sicherheitsmann von Gegenbauer sogar gefragt: „Wem wollen Sie denn helfen? Den Ratten?“

Helfer berichten, dass derzeit wieder mehr als tausend Menschen täglich am Lageso anstehen, aber nur etwa 250 Anträge am Tag bearbeitet werden könnten. Viele Flüchtlinge erhielten seit Wochen kein Geld, würden inzwischen hungern oder müssten, um Essen am Lageso zu erhalten, dorthin schwarzfahren.

 

Aber jetzt wird bestimmt alles gut, denn der Unternehmensberater Sebastian Muschter von McKinsey soll das LaGeSo retten. Mehdorn ist vermutlich verhindert.