Werbung. Für Schwangerschaftsabbruch

Um mit zwei absichtvollen Fehlschlüssen aufzuräumen:

  • Niemand ist für Schwangerschaftsabbruch. Eine Abtreibung ist aber manchmal die weniger schlechte von zwei schlechten Optionen. Die Abwägung und Entscheidung kann letztendlich nur die ungewollt schwangere Frau treffen.
  • Die Bereitstellung von Information hinter dem Wort Schwangerschaftsabbruch auf der Website einer Ärztin ist keine Werbung, sondern zeugt von ärztlicher Fürsorge und Kompetenz.

Das Amtsgericht Gießen hat heute die Ärztin Kristina Hänel zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt, nachdem sie zum wiederholten Mal von einem evangelikalen „Lebensschützer“ angezeigt worden war. Der „Gehsteigberatungen“ vor Arztpraxen organisiert und durchführt. Der einen Ärzte-Pranger auf seiner Website unterhält. Der Abtreibungen für Mord hält und mit dem Holocaust vergleicht.
Zitat von seiner Website (nicht verlinkt, Seite heißt Babycaust, ihr Betreiber Klaus Günter Annen)

Der Holocaust der Nazis ist der Inbegriff des Grauens im Dritten Reich
Gibt es eine Steigerungsform der grausamen Verbrechen?
Ja, es gibt sie!
Abtreibung ist MORD, es gibt dafür kein anderes Wort!

 


 

Es ist ein einziges Wort, das Kristina Hänel in diese … Lage gebracht hat: „Schwangerschaftsabbruch“. Dieses Wort steht auf der Webseite der Ärztin, neben Begriffen wie „Familienplanung“ und „Lungenfunktionsuntersuchung“.

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Kinderbilder

Die Erfindung der Kindheit als Idealraum von Schutz, Bildung und fehlendem ‚Ernst des Lebens‘ ist in unseren Breiten nicht alt, gedanklich noch keine 250 Jahre.

Zuvor wurden Kinder als unfertige Erwachsene betrachtet, von den Reichen bis zu ihrer Menschwerdung irgendwohin aufs Land gegeben. Die Kinder der Armen arbeiteten immer schon mit. Ab der industriellen Revolution auch als praktische kleine Sklaven im Bergbau und in der Industrie.


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„Wir haben abgetrieben“

Wir haben abgetrieben Screenshot Lebendiges Museum Online, bearbeitet

Es begab sich zu einer Zeit, als deutsche Männer noch ihre Einwilligung zur Berufstätigkeit ihrer Frauen gaben, nach Belieben über das Geld auf ihrem Konto verfügen durften, einem Rezept für die Pille ein ausführlicher moralischer Vortrag des Arztes voranging, der Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft ein Tabu war und mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafen geahndet wurde, nach einem Gesetz aus dem Jahr 1871. Wohlhabende Frauen fuhren in die Schweiz oder in die Niederlande, weniger wohlhabende riskierten ihre Fruchtbarkeit und Gesundheit bei illegalen Abtreibungen unter zweifelhaften Bedingungen oder im noch zweifelhafteren Selbstversuch oder sie bekamen ihre unerwünschten Kinder. Uneheliche Kinder waren eine Schande, die unverheiratete Frauen und ihre Kinder ständig zu spüren bekamen. Ungewollt schwangere Frauen konnten sich oft niemandem anvertrauen, es gab noch keine Beratungsstellen wie pro familia. Viele 68er waren entgegen landläufiger Kolportage kaum frauenfreundlicher als die katholische Kirche.

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