… if not happily ever after …

 

via Twitter, bei Open Culture


 

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Altersorakel

Einer der Gründe, warum ich seit einer Weile nur selten blogge, sind die Wiederholungen. Es ist mir öde, den gleichen Gedankengang zum gleichen Thema zum x-ten Mal niederzuschreiben, hier: Altersfestsetzung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, worüber ich schon im Juli 2015 geschrieben hatte:

Die vermessene Menschenwürde

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden in Deutschland vermessen, geröntgt, fotografiert, begutachtet und befummelt, sie werden erkennungsdienstlich behandelt, ihnen wird in den Mund und zwischen die Beine geguckt. Sie werden zu Erwachsenen gemacht, weil ihnen so weniger Schutz und Unterstützung zuteil wird, als ihnen per Gesetz zusteht. Mit ärztlicher Erfüllungsgehilfenschaft, die an die furchtbaren Mediziner des 19./20. Jahrhunderts anknüpft.

Seitdem hat sich rein gar nichts zum Positiven verändert, im Gegenteil.

 


 

Andrea Nahles (SPD) ist sicher, daß man sich mit der CSU (to do brindt (veraltet) wirr reden oder handeln) über die Alterstests an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen schon irgendwie einigen wird.

Die Fraktionsvorsitzende Nahles sagte der Bild am Sonntag, sie sei sich sicher, dass man sich auf ein Verfahren einigen könne. Nahles betonte, der Staat dürfe sich nicht belügen lassen. Viele Antragsteller gäben ihr Alter nicht korrekt an, diese müsse man herausfiltern. Konkret verwies die SPD-Politikerin auf das Vorbild Hamburg, wo die Beweispflicht nicht beim Staat, sondern bei den Flüchtlingen liege. Nahles betonte, die Hamburger Behörden schätzten das Alter ein. Sei der Betroffene damit nicht einverstanden, könne er selbst beweisen, dass er jünger sei – etwa durch eine Handwurzeluntersuchung.

Das qualifiziert sie zur Kriminellen, nicht für ein politisches Amt.

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Maulfaul

 

Ich wünsche Ihnen allen ein ganz wunderbares neues Jahr!

(bitte sehen Sie mir meine übrige Maulfaulheit nach und bleiben Sie mir bitte trotzdem gewogen – im Moment lese ich lieber als daß ich blogge. Was bestimmt und bald auch wieder anders wird)


Foto: meins.


Nebel und Reizstoffe in Sachsen

Bis zu 17 Tonnen schwer, 350 PS stark, 100 Kilometer pro Stunde schnell und allerbestens geschützt: Heute bekam die Polizei Sachsen den »Survivor R« übergeben.

Im Beisein von Innenminister Markus Ulbig hat die sächsische Polizei heute den ersten von zwei Survivor R übergeben bekommen. Die umfangreich ausgestatteten und gepanzerten Sonderfahrzeuge werden bei Anti-Terror-Einsätzen durch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes genutzt. Mit ihnen können die Beamten einerseits gefahrlos an Einsatzorte gebracht, verletzte oder hilfsbedürftige Personen andererseits aus dem Gefahrenbereich gerettet werden.

Innenminister Markus Ulbig: „Ich möchte das Mögliche tun, um die Einsatzkräfte und die Bevölkerung im Terrorfall optimal zu schützen. Auch wenn ich weiß, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt.“

Orientiert hat man sich an den Anschlägen in Paris. Ab Minute 1:40 erläutert Sven Mewes (LKA, Potzöberer der sächsischen SEK) die Umsetzung bei Rheinmetall ganz nach den Vorstellungen der sächsischen Polizei und des gleichnamigen Innenministeriums.

Insgesamt ist das Fahrzeug genau so, wie wir uns das vorgestellt haben.

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Werbung. Für Schwangerschaftsabbruch

Um mit zwei absichtvollen Fehlschlüssen aufzuräumen:

  • Niemand ist für Schwangerschaftsabbruch. Eine Abtreibung ist aber manchmal die weniger schlechte von zwei schlechten Optionen. Die Abwägung und Entscheidung kann letztendlich nur die ungewollt schwangere Frau treffen.
  • Die Bereitstellung von Information hinter dem Wort Schwangerschaftsabbruch auf der Website einer Ärztin ist keine Werbung, sondern zeugt von ärztlicher Fürsorge und Kompetenz.

Das Amtsgericht Gießen hat heute die Ärztin Kristina Hänel zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt, nachdem sie zum wiederholten Mal von einem evangelikalen „Lebensschützer“ angezeigt worden war. Der „Gehsteigberatungen“ vor Arztpraxen organisiert und durchführt. Der einen Ärzte-Pranger auf seiner Website unterhält. Der Abtreibungen für Mord hält und mit dem Holocaust vergleicht.
Zitat von seiner Website (nicht verlinkt, Seite heißt Babycaust, ihr Betreiber Klaus Günter Annen)

Der Holocaust der Nazis ist der Inbegriff des Grauens im Dritten Reich
Gibt es eine Steigerungsform der grausamen Verbrechen?
Ja, es gibt sie!
Abtreibung ist MORD, es gibt dafür kein anderes Wort!

 


 

Es ist ein einziges Wort, das Kristina Hänel in diese … Lage gebracht hat: „Schwangerschaftsabbruch“. Dieses Wort steht auf der Webseite der Ärztin, neben Begriffen wie „Familienplanung“ und „Lungenfunktionsuntersuchung“.

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Rascheln im Blätterwald

Es kommt sehr selten vor, daß Frau Klöckner von der CDU irgendetwas von sich gibt, bei dem ich nicht schreiend den Raum verlassen möchte. Aber zur Beendigung der Sondierungsgespräche (aka Gespräche vor Koalitionsverhandlungen) durch die FDP traf sie den Punkt: Gut vorbereitete Spontanität.

Selbst das FDP-Social-Media-Pic lag längst parat:

„Den Geist des Sondierungspapiers können wir nicht verantworten. Wir wären gezwungen, unsere Grundsätze aufzugeben und alles das, wofür wir Jahre gearbeitet haben. Wir werden unsere Wähler nicht im Stich lassen, indem wir eine Politik mittragen, von der wir nicht überzeugt sind. Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.“

Zur Erfassung besagter „Grundsätze“ rate ich zur Lektüre der Geschichte der FDP von Udo Leuschner. Aus der geht u.a. hervor, daß die FDP zu keiner Zeit eine Abgrenzung zum Bräunlich-Übelriechenden für nötig gehalten hat und in Zeiten der FDP-Wähler-Abwanderung zur Lucke-AfD und einiger Rückwanderung von der Gauland-AfD garantiert nicht damit anfangen wird.

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NomNom: Elisen

Pfeffer- und Honigkuchen, Gingerbread aller Herren Länder, Pain d’Espices und ganz besonders die mir widerlichen, zwischen den Zähnen knirschenden Aachener Printen: geht nach Hause! Alles nur müder Abklatsch der einzig wahren Lebkuchen: Elisen. Die kommen ohne Mehl aus und zwar schon lange, bevor irgendwer °Gluten° auch nur aussprechen konnte, geschweige denn, allergisch dagegen war.

Die Legende berichtet, daß Elisabeth, die einzige Tochter eines verwitweten Nürnberger Lebkuchenbäckers, sehr schwer erkrankt war und keine Arznei und kein Arzt ihr zu helfen vermochte. Also ging der Lebkuchenbäcker in seiner Angst und Not in seine Lebkuchenbackstube und backte für seine Tochter den besten, köstlichsten und wertvollsten Lebkuchen der Welt. Der Wert von Zimt, Vanille, Nelken, Kardamom, Koriander, Piment, Pfeffer und Ingwer entsprach ihrem Gewicht in Silber, denn nichts war ihm für seine Elisabeth zu teuer. Nur feine Gewürze, nur kandierte Orangen, nur Nüsse und Mandeln, nur Zucker und Eier nahm er, das Mehl ließ er weg. Der Lebkuchen kam weich und lieblich duftend aus dem Ofen und er verzierte ihn liebevoll, damit sich seine Tochter schon am Anblick erfreue. Sie probierte vorsichtig ein Eckchen und dann noch ein Stückchen und noch ein Stück, sie lächelte selig, aß ihn ganz auf und wurde auf wunderbare Weise gesund. Der Lebkuchenbäcker und seine Tochter lebten lange glücklich und zufrieden und der weltbeste Lebkuchen hatte einen Namen: Elisenlebkuchen.

Entgegen südwestdeutscher Meinung kann der auch außerhalb von Nürnberg gebacken werden und das ist gar nicht schwierig, bloß ein bißchen klebrig.

Man nehme also:

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Zimt und Erinnerung

 

Hat der Leser etwas von gleichlaufenden und zweigleisigen Zeitsträngen gehört? Ja, es gibt Nebengleise der Zeit, ein wenig illegal und problematisch, doch wenn man solche Konterbande mit sich führt wie wir, ein überzähliges Ereignis, das nicht einzureihen ist, darf man nicht wählerisch sein.

 


 

Ich bin heute morgen mit einem Melodiefragment im Kopf aufgewacht, das ich nicht zuordnen konnte und das mich schier verrückt machte. Bis mir ein in jeder Hinsicht phantastischer Abend im Theater am Ufer vor einem Vierteljahrhundert wieder einfiel: Die Zimtläden, Teatr Kreatur.

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Unverwundbar

Etwa 790.000 Menschen weltweit töten sich jedes Jahr selbst. Mehr als 500.000 davon sind Männer. Suizid ist die 17.-häufigste Todesursache weltweit, für die 15 bis 29-jährigen die 2.-häufigste (nach Unfällen). In Deutschland bringen sich jeden Tag 3 Jugendliche um und 10 versuchen es. Bei uns nimmt sich alle 52 Minuten ein Mensch das Leben, alle 5 Minuten findet ein Suizidversuch statt, alle 9 Minuten verliert jemand einen ihm lieben Menschen durch Selbsttötung.

73% aller Suizide in Deutschland werden von Männern verübt. Während die Suizidrate generell rückläufig ist (außer bei Kindern und Jugendlichen), steigt die Zahl ungeklärter Todesfälle. Es ist davon auszugehen, daß z.B. eine ganze Menge Verkehrsunfälle eigentlich Suizide sind.

Kaum jemand tötet sich out of the blue. Fast jedem Suizid und jedem Versuch dazu gehen Hinweise und Warnzeichen voran. Sehr viele Suizidale wollen nicht ihrem Leben ein Ende setzen, sondern ihren Problemen.

 


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