Antifa

Der Echter-Verlag in Würzburg hat ein höchst interessantes Buch herausgegeben: Christliches in der AfD

AfD – „Alternative für Deutschland“. Mit dem Flüchtlingsstrom im Jahr 2015 nahm die zwei Jahre zuvor gegründete Partei in der öffentlichen Wahrnehmung einen immer breiteren Raum ein. Inzwischen ist sie in mehreren Länderparlamenten und im Deutschen Bundestag vertreten.

Mit der Frage, wie die Partei zu ihren Mitgliedern am rechten Rand steht, ist die nach ihrer grundsätzlichen Ausrichtung, nach ihrer weltanschaulichen Fundierung gegeben.

In diesem Band geht es speziell um die Frage nach dem Christlichen in der Partei „Alternative für Deutschland“ – mit für so manchen überraschenden Erkenntnissen.

Das gut recherchierte Werk (ISBN 978-3-429-04483-1) ist im Buchhandel für 29 Euro, als E-Book für 2,90 Euro erhältlich.

Nachtrag 17h30 – Frankfurter Rundschau:

… und kommt so gut an, dass dem Verlag die 1.500 Exemplare der ersten Auflage schon ausgehen: „Aufgrund der großen Nachfrage kommt es bei dem AfD Büchlein kurzfristig zu Lieferschwierigkeiten“, teilt der Echter-Verlag auf seiner Internetseite mit. …

„Eine sachliche und umfassende Darstellung der christlichen Werte der AfD, die erfreulicherweise völlig auf die im Umgang mit dieser Partei üblich gewordene wohlfeile Polemik verzichtet. Dieses Buch steht verdientermaßen auf der Sachbuch-Bestenliste!“

Antifa ist eben nicht nur Hand- und Landarbeit, sondern auch Buchverlag.

 


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„Missbrauchsskandal“

In Telford wurden in den letzten knapp 40 Jahren bis zu 1.000 minderjährige Mädchen organisiert und gewerbsmäßig vergewaltigt. Wie schon in Rotherham und Rochdale suchten sich die Täter gezielt Kinder aus armen dysfunktionalen Familien, gaben ihnen kurzzeitig das Gefühl von Wärme und Wertschätzung, machten sie anschließend mit Alkohol, Drogen, physischer und psychischer Gewalt gefügig, vergewaltigten und prostituierten sie systematisch, mit Gewinnabsicht.

Die Gesellschaft versagte in üblicher Weise: Eltern, Lehrer, Ärzte, Apotheker, Sozialarbeiter, Polizisten, alle sahen weg.

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Uwe Tellkamp in der Schöngeisterbahn

Wissen Sie, warum ich es u.a. so unerträglich finde, „Opfer“ genannt zu werden?

Weil ein Opferstatus jede Aggression, jede noch so maßlose Forderung und jede demokratie- und menschenfeindliche Haltung zur Notwehr adelt. Der Weg vom Opfer zum Täter kann sehr kurz sein.

 


 

Gestern fand – im Rahmen der Bewerbung Dresdens als europäische Kulturhauptstadt 2025 – eine Diskussion zwischen Durs Grünbein und Uwe Tellkamp im Dresdner Kulturpalast statt – Titel: Streitbar! Wie frei sind wir mit unseren Meinungen?

Die Veranstaltung war so gut besucht, daß sie vom Foyer in den Konzertsaal verlegt werden mußte und sie war ein Spiegel der gesellschaftlichen Diskussion in a nutshell.

Dresden 2025 hat via Facebook gestreamt, ungefähr bei Minute 10 geht’s los (beim mdr gibt es einen Audiofile). Hören und sehen Sie sich das an, das ist spannend! Bei YouTube gibt es einen 20minütigen Auszug mit Tellkamps Thesen (featuring Götz Kubitschek) vom Recherchekollektiv Dresden – den ich unzureichend finde, denn Durs Grünbein argumentiert, wenn er mal zu Wort kommt, souverän und bildschön.

Nachtrag 14.3. Inzwischen gibt es auch ein vom Veranstalter autorisiertes Video der gesamten Diskussion. Die anderen Videolinks habe ich deswegen gelöscht.

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Dies und das

Wer wählt, investiert alles was er hat, nämlich die eigene Stimme, in ein Experiment mit ungewissem Ausgang.

Dieser so schöne wie prophetische Satz stammt vom designierten Verkehrsminister. Was man zu dem sonst noch so wissen müßte, steht in seiner „Doktorarbeit„.

Ich überlege ja ernstlich, ob ich nicht alles, was ich habe, darauf verwenden sollte, Politik in den kommenden Jahren konsequent zu ignorieren. Am gernsten würde ich vorne spitz zulaufende Scheuklappen anlegen, die Musik aufdrehen und gelegentlich in eine Tüte atmen – Politikmüdigkeit ist gar kein Ausdruck für meine vorauseilende Scham angesichts des kommenden Kabinetts Merkel lV (mit inkludierter SPD-Erneuerung)

Statt Jammern und Klagen also lieber ein paar Schnipsel über lauter kluge Frauen, schließlich ist heute Weltfrauentag.

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„Das ist mir zu billig“

Wer den Hintergrund nicht kennt, macht sich am besten beim Bildblog schlau. Oder bei der Titanic, bei Arnd Festerling, Frankfurter Rundschau, bei Stefan Kuzmany, Spon, Prof. Volker Lilienthal, Journalist, Journalismusforscher, Christoph Lauer, Tagesspiegel oder bei Twitter unter #miomiogate.

Neben Julian Reichelt schafft es nur noch Jakob Augstein, gleich 5 gedankliche Kurzschlüsse in einem einzigen Tweet unterzubringen.

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Universalkuchen

Meine eine Oma strickte, um ihre Enkel zu erfreuen und die andere hätte das besser auch getan. Stattdessen buk sie Sandkuchen, der seinem Namen alle Ehre machte und nur mit Hilfe reissender Ströme von Zitronen(instant)tee durch Mund und Kehle in den Magen rutschte. Ein winziger Bissen Kuchen, eine halbe Tasse Tee – fatal war, vor dem Ent-Desertifikations-Schluck angesprochen zu werden und antworten zu müssen – erhöhte die Feinstaubemmission enorm.

Kurz: mir war der Sandkuchen der anderen Oma verhasst. Ich fürchte, sie war einfach geizig, verwendete zuviel Mehl und statt Butter zu wenig Margarine und maximal ein Ei, dafür aber rauhe Mengen an künstlichem Zitronen- und Vanillearoma.

Dabei gibt es ein artverwandtes Rezept, das watscheneinfach, leicht zu merken, unendlich zu variieren und flott in die überaus köstliche Tat umgesetzt ist. Das Maß aller Zutaten ist das Ei, für den Pfundkuchen, Pound Cake, Gâteau Quatre-Quarts, Queque Seco.

Nur die wenigsten kommen in die Verlegenheit, 2 Kilo Kuchen auf einmal zu verfüttern, er besteht in jedem Fall zu gleichen Teilen aus Ei, Zucker, Butter und Mehl. Da Größe und Gewicht von Eiern keine ganz exakte Wissenschaft ist, schlage man im Zweifel zuerst die Eier auf, wiege deren Inhalt und bemesse die übrigen Zutaten danach. Im Mittel wiegt so ein Ei um die 50 Gramm. Man nehme also für eine Springform mit 20cm Durchmesser (oder eine kleine Kasten- oder Gugelhupfform):

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… wenn Dein brauner Arm es will

Demnächst, zwischen Anfang März und Ende Mai, werden die Betriebsräte gewählt. Nicht zum ersten Mal dabei, aber in diesem Jahr besonders viel vor haben Nazis.

Nein, nicht besorgte Bürger, Rechtspopulisten oder erst in letzter Zeit durchgeknallte AfD-Wähler: Nazis.

Nazis, bei denen man nicht lange suchen muß, um auf Antisemitismus, völkischen Rassismus, NSU-Nähe, Nazi-Musik, Nazi-Netzwerke, Nazi-Jugendorganisationen, Nazi-Symbolik zu stoßen.

Denn die deutschen Nazis sind nicht mehr unbedingt glatzköpfig, besoffen und strunzdumm, sondern sie haben Hausaufgaben gemacht. Sie haben in den letzten Jahren linke Organisation und Taktik kopiert, linke Themen okkupiert, linke Dresscodes und Symbole übernommen, sie nutzen eifrig das Weltnetz und sie scheinen eine Menge Geld zu haben.

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Minihamster im Etui

Minihamster im Etui ist ein Anagramm von Heimatministerium.

Weniger witzig: das soll in Zukunft der Leitung von Horst Seehofer und dem Innenministerium unterstehen.

Wer hat’s erfunden? Genau: die Bayern. Dort ist es allerdings Teil des Finanzministeriums und Trostpreis für Markus Söder. Das bayerische Heimatministerium widmet sich der Aufwertung des ländlichen Raumes, Breitbandausbau, W-Lan auf jedem Marktplatz, E-Government, regionalen IT-Centern, ländlichen Fachhochschulen, Aufweichung der Bauvorschriften für mehr Gewerbegebiete, leistungsfähiger Landwirtschaft (Rückgrat des ländlichen Raumes), kommunalem Finanzausgleich zugunsten strukturschwacher Orte im Zonenrandgebiet, Heimatpakt und -kampagne, kurz:

Heimat heißt: zu Hause sein, zu Hause bleiben und sich zu Hause fühlen. Dafür haben wir die Heimatstrategie entwickelt.

 


 

Heimat wurde hier vor einer Weile schon einmal aufgegriffen und zu umschreiben versucht – als persönliches und individuelles Gefühl, oft in Verbindung mit Vergangenheit und Verlust, als räumlichen Ort, an dem man die Witze versteht, die Schleichwege kennt, nicht ununterbrochen hinterfragt wird, als Rechtsraum, als das Recht auf Rechte als zwingende Voraussetzung für Heimat.

Sehr lesenswert dazu finde ich einen Blog von irgendwie jüdischHeimat? Weiterlesen