„Das ist mir zu billig“

Wer den Hintergrund nicht kennt, macht sich am besten beim Bildblog schlau. Oder bei der Titanic, bei Arnd Festerling, Frankfurter Rundschau, bei Stefan Kuzmany, Spon, Prof. Volker Lilienthal, Journalist, Journalismusforscher, Christoph Lauer, Tagesspiegel oder bei Twitter unter #miomiogate.

Neben Julian Reichelt schafft es nur noch Jakob Augstein, gleich 5 gedankliche Kurzschlüsse in einem einzigen Tweet unterzubringen.

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Maulfaul

 

Ich wünsche Ihnen allen ein ganz wunderbares neues Jahr!

(bitte sehen Sie mir meine übrige Maulfaulheit nach und bleiben Sie mir bitte trotzdem gewogen – im Moment lese ich lieber als daß ich blogge. Was bestimmt und bald auch wieder anders wird)


Foto: meins.


Innerer Vorbeimarsch (klein)

Der obige Artikel erschien am 30.6.17 in der Print-FAZ (online am 29.6.) – punktgenau zum Tag der Abstimmung über die ‚Ehe für alle‘. Mutmaßlich gehören die „Fremden Federn“ David Berger, Betreiber der Muslim-Hasser-Plattform ‚Philosophia Perennis‘, wo er in fast wortgleicher Form am gleichen Tag veröffentlicht wurde.

Gestern tagte endlich der Presserat, es wurde eine öffentliche Rüge an die FAZ ausgesprochen:

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Verschlimmbessern

 

Können Sie eine Trennschärfe zwischen „bloßer Neugier“ und „begründetem“ bzw. „gerechtfertigtem öffentlichem Interesse“ ausmachen? In der selbstverschuldeten Medienkrise, in der (z.B. zum gestrigen Attentat in London) auch eigentlich seriöse Medien im Stundentakt neue Online-Artikelchen raushauen, um die Klickzahlen zu erhöhen und die Werbeeinnahmen zu mehren?

Seit gestern gilt eine Neufassung des Pressekodex:

Neue Richtlinie 12.1 – Berichterstattung über Straftaten (Gültig ab 22.03.2017)

In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Bisherige Richtlinie 12.1 – Berichterstattung über Straftaten
In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Man ist also tatsächlich der Meinung, mit der neuen Richtlinie den Diskriminierungsschutz zu „präzisieren“ und die „eigenständige Verantwortung der Medien zu bekräftigen“. Der Presserat verlagert damit die Verantwortung für Leser-Ressentiments an Journalisten und in Redaktionen, nimmt ihnen aber gleichzeitig die bündig formulierte Richtlinie „begründbarer Sachbezug“.

Und das ist noch längst nicht alles.

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„Dummheit und Journalismus“

antwortaugstein

Prolog:

Planet Interview hatte im November ’16 ein Interview mit Nikolaus Blome geführt, der einen großen Teil seiner Äußerungen im Nachhinein nicht mehr autorisisieren wollte. Die dazugehörigen Fragen wurden veröffentlicht und sprechen für sich, nicht für Blome. Darauf bezog sich Augstein mit obigem Tweet und wurde ebenfalls zum Interview gebeten, bei Planet Interview erschienen am 17.2.17:

Viele Zeitungen vertreten nicht das Interesse ihrer Leser

Aus der Mitte des Interviews:

Jakob Buhre: Gibt es eine Blattlinie beim „Freitag“?

Jakob Augstein: Es gibt keine Blattlinien. Aber es gibt den Charakter und die Identität einer Zeitung. Wir sind eine linke Zeitung. Wir würden nie einen Artikel drucken –  jedenfalls nicht, wenn ich es vorher weiß – der auf dem Rücken von Schwächeren, von sozial ausgegrenzten Menschen oder von Migranten Stimmung machen will.

Da mußte ich das erste Mal auflachen.

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