„Eigentlich alles wie im Wendland“

Mariam Lau ist mal wieder on a mission, ihrer verdrucksten Abarbeitung an Weltbild und Werten ihres Vaters Bahman Nirumand (Mein Vater ist ein Flüchtling. Ich hatte das völlig verdrängt)

Diesmal hält sie zu diesem Zweck gar kein Femegericht ab, sie wagt sich auch nicht an die Front in Kreuzberg und Neukölln. Denn diesmal ist sie bei Götz Kubitschek zu Gast und läßt – wie immer – keine Gelegenheit aus, um mit den 68ern, der Anti-AKW-, Umweltschutz-, Friedensbewegung und den daraus hervorgegangenen Grünen (kaum, daß man das heute noch glauben mag) abzurechnen.

Auf Gut Schnellroda ist – according to Mariam Lau – eigentlich alles wie im Wendland.

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Mariam Lau, Die Zeit und die Scripted Reality

mariamlau

Bei Zeit Online erschien gestern (in der Holz-Zeit am 9.2.17) ein Artikel von Mariam Lau mit dem für sich sprechenden Titel: No-go-Areas in Deutschland. Unterwegs an der Front

Man nehme:

1 „Front“ – according to Mariam Lau ist das die Neuköllner Sonnenallee, sie schreibt:

„Arabischer“ als diese Straße ist kaum eine in Berlin. Halal-Fleischereien gibt es da neben Hochzeitsgeschäften, die Nikabs im Schaufenster zeigen; libanesische Cafés konkurrieren um den besten Hummus. Von „No-go-Areas“ oder „Problemvierteln für Juden“ in Berlin spricht der Zentralrat der Juden schon seit einer ganzen Weile, und damit dürften wohl vor allem Straßen wie die Sonnenallee gemeint sein. Über die Frage, wie gefährlich es ist, sich dort zu erkennen zu geben, ist in der jüdischen Gemeinde heftiger Streit entbrannt. Wir wollen es testen.

1en möglichst fremd anmutenden Juden – Mariam Lau fand für diese Rolle Jehuda Teichtal geeignet, denn der ist kein beliebiger jüdischer Geistlicher, sondern das religiöse Oberhaupt der Berliner Lubawitscher, einer missionierenden, messianisch-chassidischen Sekte – mit strikter Geschlechtertrennung, streng eingehaltenen Speisevorschriften, obligater Kopfbedeckung, Bart und allem religionsfolkloristischen Pipapo. Die Lubawitscher positionieren sich oft politisch auf der besonders friedliebenden Seite der israelischen Siedler und gaben in Berlin schon zu einigen Kontroversen innerhalb der jüdischen Communities Anlaß.

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„Aber, nein, ich habe fast nichts bewegt“

abernein

 

Ich wollte diese Ausgrenzerei, hier Deutsche, dort Juden, weghaben. Ich habe gedacht, vielleicht schaffst du es, daß die Menschen anders über einander denken, anders miteinander umgehen. Aber, nein, ich habe fast nichts bewegt.


 

Gremliza: Walser sagt: »So wie ich denkt und fühlt die Mehrheit der Deutschen.«

Bubis: Da hat er recht. Da hat er absolut recht. Und jetzt können sie sich auf jemand anderen berufen als auf einen Frey oder einen Deckert. Mich hat nie gestört, auch wenn ich das erwähnt habe, daß die Rechtsextremisten sich auf ihn berufen werden. Das ist sein Problem, nicht meines. Mein Problem ist, daß sich nun Demokraten auf ihn berufen.


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Geh denken, Martin Lejeune!

gehdenkenmartinlejeune

Vor etwa zweieinhalb Jahren, während des letzten „Rasenmähens“ in Gaza, hatte ich noch einen Text aus Martin Lejeunes Blog übernommen: The Days of Oil and Za’atar.

Damals erschienen mir die Absagen vereinbarter Interviews durch x Medien – wegen Lejeunes mangelnder Objektivität und Distanz – und das allgemeine Lejeune-Bashing als völlig überzogen, als etwas nahe am Rufmord und als Mundtotmachung einer journalistischen Stimme in Gaza – während die meisten Korrespondenten über, nicht durchgängig aus Gaza berichteten.

Besonders auf die Nerven fiel mir damals Tilo Jung, der kein Problem damit zu haben schien, einen IDF-Sprecher sein Narrativ verkünden zu lassen, ohne größere kritische oder auch naive Hinterfragung – und sich aber wortreich von seinem Interview mit Martin Lejeune distanzieren mußte, denn:

Für Jung & Naiv habe ich in drei Wochen 23 Folgen in Israel und Palästina produziert. Wir haben viele Stimmen und Positionen zum Konflikt hörbar gemacht, die ein anderes Bild davon vermitteln, worum es in dem Krieg tatsächlich geht. Diesen journalistischen Ertrag will ich durch Martin Lejeune nicht kompromittieren.

Der allerseits heftig kritisierte Satz Lejeunes über die Hamas, die Angehörige von (wegen Kollaboration mit dem israelischen Geheimdienst) Hingerichteten „sehr sozial“ versorge, war für mich kein k.o.-Kriterium, da mir alles andere als eine Form von Sippenhaft erschiene.

Vielleicht hatten alle damals einen besseren Instinkt als ich. Jedenfalls hat sich meine Haltung zu Lejeunes Publizistik inzwischen grundlegend geändert.

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„Und das ist super, das bringt jedes Mal Geld.“

kenjebsengeld

Gute Güte, der Jebsen schon wieder!

Ich wunderte mich über den Traffic von der (mir bis dahin nicht bekannten) Plattform Planet Interview zu meinem Blog und entdeckte dort ein langes, lesenswertes, da tapfer geführtes Interview mit Ken Jebsen vom 6.10.2016 (auch die Anmerkungen dazu sind lesenswert), daraus:

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Kafka lebt!

kafka
Screenshot RID-Group, Sanatorium Fürth

Es begab sich zu einer Zeit, als man den historischen Faschismus besiegt und dessen Folgen „wiedergutgemacht“ glaubte, da lebt im schönen Wien ein Architekt, Journalist, Publizist und Ausstellungskurator namens Stephan Templ. Der stieg wohl so manchem Faschismus-, Arisierungs- und Restitutionsgewinnler schmerzhaft auf die Zehen, als er zu Beginn  des Jahrtausends ein Buch veröffentlichte, in dem die Arisierungs- und Restitutionspraxis in Österreich beleuchtet und deren Profiteure namentlich benannt wurden: Unser Wien: „Arisierung“ auf österreichisch.

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Hasbara andersrum: KenFM „Rassistischer Zionismus“

hasbaraandersrum
Screenshot KenFM (beschnitten) Ken Jebsen beim Mahnwachen am Brandenburger Tor

Ein KenFM-Video zusammengefasst und daraus °wörtlich zitiert°, Judenhass in fett und meine Bemerkungen (in Klammern). (Inzwischen existiert auch ein wortgetreues Skript)

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied dame.von.welt 21.04.2014 | 15:54 (vom Freitag auf Betreiben von Ken Jebsen am 20.1.2016 „unveröffentlicht„. Edit: der Blog wurde am 3.2.2016 wieder bei Der Freitag unter der alten URL zugänglich gemacht. Alle 197 Kommentare wurden gelöscht.)

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