Wenn der Faschismus wiederkommt

 

Wenn der Faschismus wiederkommt, wird er auch nicht sagen: „Ich verbiete Demonstrationen“. Nein, er wird sagen: „Sie melden sich am kommenden Wochenende täglich bei den Behörden, zahlen dafür noch 100 Euro Verwaltungsgebühr und Sie fahren am kommenden Wochenende garantiert nicht nach Köln, um gegen den AfD-Parteitag zu protestieren.“

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Denken und Zweifeln

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Das Bundesverfassungsgericht verbietet die NPD nicht, auch im zweiten Anlauf nicht. Weil: zwar verfassungswidrig, aber nicht geeignet, die Demokratie zu beseitigen.

In der BRD-Vergangenheit wurden zwei Mal Parteien verboten, 1952 die Nachfolgepartei der NSDAP, 1956 die KPD. Es gab drei weitere unerfolgreiche Parteiverbotsversuche, gegen die FAP und gegen die Nationale Liste, bei denen aber die Parteieigenschaften höchstrichterlich angezweifelt wurden.

Und eben die beiden NPD-Verbotsversuche, der erste gescheitert an den V-Leuten von Diensten und Polizei, der zweite gescheitert am ersten. Nämlich am Umstand, daß NPDler knapp 16 Jahre Zeit hatten, die Partei bedeutungslos werden zu lassen und sich stattdessen zu den diversen Muslimhasser-Gruppierungen, den Reichsbürgern, den Identitären, in die AfD oder in den Untergrund zu verfügen und sich bestens zu vernetzen. Die vermeintlich Bürgerlichen unter den deutschen Rechtsradikalen wird das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes sehr erfreuen, denn es wirkt wie ein demokratisches Gütesiegel.

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„Aber, nein, ich habe fast nichts bewegt“

abernein

 

Ich wollte diese Ausgrenzerei, hier Deutsche, dort Juden, weghaben. Ich habe gedacht, vielleicht schaffst du es, daß die Menschen anders über einander denken, anders miteinander umgehen. Aber, nein, ich habe fast nichts bewegt.


 

Gremliza: Walser sagt: »So wie ich denkt und fühlt die Mehrheit der Deutschen.«

Bubis: Da hat er recht. Da hat er absolut recht. Und jetzt können sie sich auf jemand anderen berufen als auf einen Frey oder einen Deckert. Mich hat nie gestört, auch wenn ich das erwähnt habe, daß die Rechtsextremisten sich auf ihn berufen werden. Das ist sein Problem, nicht meines. Mein Problem ist, daß sich nun Demokraten auf ihn berufen.


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Kati Horna

katihorna Foto: Kati Horna, 1937 in Vélez Rubio in der Provinz Almeria. Screenshot bei 20minutos

Der Vietnamkrieg gilt als der erste Fernsehkrieg. Analog dazu muß der spanische Bürgerkrieg als der erste Fotografiekrieg gelten.

Jeder kennt Robert Capa und seine Spanien-Bilder.

Kaum jemand kennt die Frauen, die sich im spanischen Bürgerkrieg engagierten und ihn fotografisch dokumentierten.

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Schade, daß ich nichts auf der Welt lasse als die Erinnerung an mich

Cato Bontjes van Beek, geboren am 14.11.1920 in Bremen, hingerichtet am 5.8.1943 in Berlin-Plötzensee.

 Screenshot rbb

Cato wächst in Fischerhude auf, ein auch heute noch außergewöhnliches Dorf zwischen Bremen und Hamburg.

Catos Großvater, der Maler Heinrich Breling, ist einer der ersten Künstler, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts dort niederlassen und den Ort nachhaltig prägen. In den 1920er Jahren wird Fischerhude zum Anziehungspunkt für Maler und Bildhauer, Intellektuelle und Literaten. Heinrich Breling gibt sein künstlerisches Talent an seine sechs Töchter weiter, von denen vier künstlerische Berufe ergreifen.

So auch seine jüngste Tochter: Olga Bontjes van Beek, geborene Breling, Isadora-Duncan-Schülerin und eine im In- und Ausland gefeierte Ausdruckstänzerin, später arbeitet sie vor allem als Malerin. Jan Bontjes van Beek ist zunächst ihr Bühnenpartner, später ein für Generationen von Töpfern stilprägender Keramiker. Die beiden haben 3 Kinder, Cato, Mietje und Tim.

Sie leben weit entfernt vom Goldene-Zwanziger-Berlin den Aufbruch und freien Geist dieser Zeit und entsprechen dem später auch in Fischerhude propagierten NS-Familienideal der linientreuen Eltern mit klaren Rollenverteilungen und zu Pflicht und Gehorsam erzogenen Kindern nicht. Im elterlichen Haus gehen ständig Gäste ein und aus, einer von ihnen ist der 15jährige Helmut Schmidt, der sich später erinnert:

Olga Bontjes hat ihre Kinder inmitten eines totalitären Systems zur Toleranz erzogen in der Überzeugung, dass Freiheit unmittelbar sei und für alle gelte.

(der alte Helmut Schmidt mochte sich nicht unbedingt an seine Kinderfreundschaft zu der um 2 Jahre jüngeren Cato erinnern und auch nicht immer daran, warum er den Kontakt zu ihr abbrach: ihm erschien eine Freundschaft zu ihr als zu gefährlich, dazu später mehr)

Cato wird als furchtloses, wildes, kluges und sehr lustiges Kind beschrieben.

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„Mein Einsatzleiter“

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Screenshot Dügida Bündnis90/Die Grünen NRW

Die Gegendemonstrationen zu den Dügida (bis vor Kurzem unter der Oberheeresleitung von Melanie Dittmer, ein schönes Beispiel, daß Nazis nicht notwendigerweise Männer sind) werden in der Regel von Frank Laubenburg angemeldet. Seine Erfahrungen mit der Polizei hat er protokolliert und nun auf die Bühne gebracht: „Mein Einsatzleiter – Ein Abend mit der Polizei“

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