Dies + das

Soll ich mich jetzt etwa freuen, daß die CDU nicht den egozentrischen Neoliberalen gewählt hat, sondern die Homosexuellenhasserin?

Ich fürchte, wir alle werden Angela Merkel noch vermissen. Das lese ich auch bei Mely Kiyak, Zeit Online: Sie steht noch einmal auf und winkt.

Und auf einmal meint man zu begreifen, was die Quelle ihres Langmuts, ihrer Geduld, ihres robusten Nervenkostüms gewesen sein könnte. Freude beziehungsweise Fröhlichkeit kann nur empfinden, wer einen Sinn für Sinnlichkeit und Lebenslust hat. Wer Menschen mag. Man weiß es jetzt schon. Wenn Angela Merkel der Politik Adieu sagen wird, wird sie ihre wertvolle Lebenszeit nicht mit dem manischen Besetzen des soundsovielten Aufsichtsratspostens verplempern. Wo andere Mangel im Herzen, im Portemonnaie, oder auf dem Reputationskonto empfinden, trägt sie Fröhlichkeit mit sich herum. Ausgerechnet sie, die stets Wert darauf legte, als nicht emotionsgeleitet zu wirken.

Ich glaube, mich beeindruckt – bei allem inhaltlichen Dissenz – ihre fehlende Eitelkeit und die damit verbundene Machtausübung am meisten. Ich habe ihr auch immer abgekauft, daß sie – wiederum bei allem politischen Dissenz – das Beste für Deutschland will. Claudia Roth, ZDF:

Andere hätten hingeschmissen; vermutlich auch viele derer, die seither meinen, uns im Wochentakt daran teilhaben lassen zu müssen, was sie besser gemacht hätten. Angela Merkel ließ sie reden und kümmerte sich derweil um das, was eine verantwortungsbewusste Kanzlerin so tut: ihre Arbeit.

Wobei ich nicht so sicher bin, ob sie noch 3 Jahre als Kanzlerin arbeitet, ein schlauer Tweet während der Wahl zum CDU-Vorsitz:

Was glauben Sie? Was glauben Sie, wird Angela Merkel tun, wenn sie nicht mehr Kanzlerin und mächtigste Frau in Deutschland, Europa, der Welt ist?

 


 

Und was täten wir ohne Georg Seeßlen? Der seziert im nd Rechtsruck und Selbstabschaffung des deutschsprachigen Journalismus, damit die Selbstabschaffung der Pressefreiheit:

Es war noch nie so schwer, Dissidenz, Kritik und irgend Aufmüpfigkeit zu bewahren wie in der Situation, da die Generierung von Shit- oder Candy-Storms im Netz bedeutender ist als die Qualität, der Gehalt und die Fantasie eines Beitrags. Dem Marsch nach rechts ging die Entleerung voraus.

Die Öffnung der deutschen Mainstreampresse nach rechts birgt eine weitere Gefahr: Was sie vielleicht rechts an einer Leserschaft noch von der eigentlichen Rechtspresse für sich abspalten kann, verliert sie an Legitimation in der verbliebenen demokratischen Zivilgesellschaft. Es gilt, die Freiheit der Presse gegen rechts zu verteidigen, mag man da rufen. Bevor man sich fragt: Was aber, wenn diese Presse ihre Freiheit schon vorher selbst abgeschafft hat?

Daß das auch anders geht, zeigt einmal mehr der Guardian. Josh Halliday, Lois Beckett, Caelainn Barr recherchierten die globalen Netzwerke hinter Tommy Robinson.

 


 

In Andalusien – traditionell PSOE-Land – regiert nun eine Nazi-Partei namens Vox mit. Der Economist: Vox, an anti-immigrant, anti-feminist party, wins seats in Andalusia

Many Spaniards once assumed that their country was immune to the right-wing populism that has swept across Europe. The dictatorship of Francisco Franco, which ended in 1975, inoculated them, they thought. When voters were angry, they backed populists of the left, such as Podemos, a Leninist-Peronist outfit. Yet that immunity, if it ever existed, is over. At a regional election in Andalusia on December 2nd Vox, a newish populist party of the right, won 11% of the vote.

Until September 2017 it had fewer than 3,500 members. Two things have propelled its growth. First was the attempt last autumn by Catalan separatists to declare independence, threatening the unity of Spain. The second is a rise in illegal immigration. Some 50,000 mainly African migrants have arrived so far this year, most in Andalusia.

The Socialists, who form the minority government in Madrid, did poorly in Andalusia, normally their stronghold, making it less likely that the new prime minister will now risk early general elections. As for Vox, it will now expect to do well in the European elections in May.

Die Europa-Wahl im Mai wird spannend!

Nicht hilfreich dabei ist die deutsche Linke, bei der gestern offenbar großzügig Lack ausgeschenkt wurde, sodaß sich der Parteivorstand so vollumfänglich wie einstimmig mit den Gelbjacken solidarisierte.

Liebe Linke, liebe Journalisten, liebe alle, es ist völlig in Ordnung, die Demonstrationen in Frankreich nicht zu überblicken und sich dementsprechend noch keine Meinung bilden zu können. Meinungsfreiheit heißt nicht, zu allem und jedem eine Meinung haben zu müssen, noch nicht mal sofort. Es sind auch nicht immer und automatisch die Guten, die von der Polizei mit reichlich Tränengas bedacht werden. Die deutschen Gelbjacken sind nach meinem Eindruck 1. wenige, 2. verwirrt, 3. sehr weit rechtsaußen. In Frankreich erscheint es mir als eine wilde Mischung, die zunehmend von Nazis unterlaufen wird. Falls also die Linke gern möchte, daß ich jemals wieder ihre Wahl in Betracht ziehe, ermuntert sie 1. Sahra Wagenknecht und Gefolge zur Gründung einer eigenen Partei zum nächstmöglichen Zeitpunkt und hält sich 2. mit Solidaritätsadressen an *auch* Nazis in Zukunft zurück, danke.

Nachtrag 9.12. 16h: im dradio gibt es ein extrem interessantes Gespräch mit Robin Celikates und mit René Aguigah über Widerstand, zivilen Ungehorsam, Krawall, Riot, Protest, Gewalt, nebst Unterscheidung von linkem und rechtem Widerstand, anhand der Gelbjacken und der besorgniserregenden Bürger in u.a. Chemnitz.

 


 

Zum Abschluß ein wunderschöner Artikel von Joan Acocella über Edward Gorey im New Yorker, bei dem mich gleich der erste Satz hinreißt:

… Gorey was true to his belief in leaving things out, so that the reader’s thoughts could flower.

 

Und falls Sie heute noch nichts vorhaben, reisen Sie doch zu lost places in x Ländern, der Blog (wo ich auch das obige Foto gescreenshotet (+ beschnitten) habe) von Kai Fricke ist ein Traum in Tüten, er weckt räumliches und zeitliches Fernweh.

 


 

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35 Gedanken zu „Dies + das

    • Dieser Bericht ist erschütternd. Warum gibt es die katholische Kirche eigentlich noch, und weshalb dürfen die sich um Menschen kümmern? Die Liste mit furchtbarsten Taten ist schier endlos, wenn es alleine um sexuellen Mißbrauch geht:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche
      Was für Untaten wie die im Artikel geschilderten ansonsten noch im Namen der Kirche geschehen sein mögen, sprengt wohl jede Vorstellungskraft. Augias ist eine Wohltat im Vergleich.

      • Gewalt aller Art findet vermehrt statt, wo Hierarchien steil sind und wo ein gewisser Elite-Gedanke herrscht. Die Kirchen sind dabei nicht mal besonders hervor zu heben. Die meiste und übelste Gewalt gegen Kinder findet entgegen landläufiger Meinung weder in Kirchen noch in Internaten noch bei den Kreuzberger Grünen statt. Sondern in Familien aka Keimzelle des Staates. Nur war es bisher nicht politisch opportun, sich damit ausführlicher zu beschäftigen. Bis das Recht auf gewaltfreie Erziehung tatsächlich mit Leben erfüllt ist, läuft noch eine Menge Wasser ins Meer.

        • Das ist sicher richtig. Aber Institutionen, die eine lange und furchtbare Geschichte von Mißbrauch und Gewalt gegen Schutzbefohlene haben, sollten keine Gelegenheit mehr bekommen, dieser Geschichte ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Natürlich ist das ein riesiges Thema und nicht auf die Kirche beschränkt. Aber die Aura des Sakrosankten, mit der sich insbesondere die kath. Kirche gerne umgibt, scheint es hier sehr schwer zu machen, diese Mißstände abzustellen – und natürlich die Tatsache, dass die Kirche nach wie vor ein Staat im Staate ist und sich nur sehr widerwillig einer Kontrolle von außen unterzieht, was natürlich das Verschleiern von solchen Taten begünstigt.

          • Aber Institutionen, die eine lange und furchtbare Geschichte von Mißbrauch und Gewalt gegen Schutzbefohlene haben, sollten keine Gelegenheit mehr bekommen, dieser Geschichte ein weiteres Kapitel hinzuzufügen.

            Mit dieser Begründung könnten Sie auch lückenlose Überwachung und/oder Internierung aller Männer fordern.
            Denn physische und sexualisierte Gewalt wird in der übergroßen Mehrheit der Fälle von Männern verübt (was nicht ausschließt, daß auch Jungen und Männer Opfer männlicher und weiblicher Gewalt sind und es eine Menge Männer gibt, die keine Gewalt ausüben). Ich bezweifele, daß Sie das wollen. Bei aller notwendigen Kritik an den Kirchen und jeder anderen religiösen Institution: freie Wahl von Glauben/Bekenntnis, freie Meinungsäußerung und Religionsausübung sind Grund- und Menschenrechte.

            • Es ging mir nicht um Religion per se, auch wenn ich diese Vereine für vollkommen überflüssig halte. Die Religionsfreiheit ist ein unantastbares Grundrecht. Es ging mir darum, dass die Kirche als Institution, die vielfach gerade da versagt hat, wo es um den Schutz von verwundbaren Menschen geht, nicht mehr in der Position sein sollte, sich um solche Menschen kümmern zu dürfen. Ich halte die Kirche diesbezüglich in der jetzigen Form für diese Aufgabe für ungeeignet.

              Darüber hinaus finde ich die Gleichsetzung einer Institutition, die meines Erachtens ihre Unfähigkeit, an ihren diesbezüglichen Unzulänglichkeiten etwas zu ändern, mit Männern im allgemeinen sehr gewagt. Die Gleichsetzung der Kirche in diesem Kontext mit der Internierung von Männern im allgemeinen kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.

              Ja, Gewalt wird überwiegend von Männern ausgeübt, ohne Zweifel. Gerade deswegen scheint mir eine rein männlich geführte Institution umso weniger geeignet, hier Schutz zu bieten. Die Skandale scheinen das ja auch zu belegen.

              • Um eine Diskussion über Gewalt gegen Kinder verengt auf Religion/Kirche kurz zu machen: es gilt auch weiterhin Einzelfall und Menschenwürde. Der österreichische Staat hat die Mädchen in Obhut genommen (delegiert an die Benediktinerinnen) und hat gefälligst zu entschädigen und Opferrenten zu zahlen.

                Mit Aussagen wie

                Ich halte die Kirche diesbezüglich in der jetzigen Form für diese Aufgabe für ungeeignet.

                werfen Sie alle liebevollen zugewandten Gläubigen in Erziehung und Pflege unter den Bus. Wenn morgen halb 10 Uhr in Deutschland allgemeiner Frauen- und Gläubigenstreik ausbräche, stünde das Land still. Setzen Sie als Institution gern „Patriarchat“ ein (was nicht ausschließt, daß davon nicht auch Frauen profitieren, im Gegenteil). Auch die Familie ist eine Institution, oft eine mit abwesendem Patriarch, wenigstens, was die Care-Arbeit angeht.

                Mich würde eigentlich mehr interessieren, wie Sie sich die Zukunft von Angela Merkel vorstellen.

                • Ich will nicht abstreiten, dass es in kirchlichen Institutionen Menschen gibt, die sich aufrichtig um andere sorgen. Lassen wir es dabei bewenden.

                  Die Zukunft von Angela Merkel? DIe ist in wenigen Jahren Politrentnerin und „Elder Stateswoman“, wird sich aber hüten, allzuviel zur Tagespolitik zu sagen – dafür ist sie zu klug. Ich weiß nicht, ob sie eitel genug für eine Biographie ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch einmal ein öffentliches Amt anstrebt. Wobei, wenn die UNO fragt… Aber so etwas wie Bundespräsidentin eher nicht. Schirmherrschaft für mancherlei Organisationen käme vielleicht noch in Frage. Ich denke aber, dass sie keine Lust mehr auf den Streß eines „richtigen“ Amtes mehr hat.

    • Walter Fuchs vom Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie in Wien und Martin Fuchs, Oberarzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Landeskrankenhaus Hall in Tirol, sagen, dass man von einem Fall von staatlich-kirchlicher Kriminalität sprechen könnte.

      „… gibt es Verantwortliche für die furchtbaren Zustände, deren letzte Ausläufer vor etwas über einem Jahrzehnt anscheinend noch existierten. Jedes Kind in Martinsbühel muss durch einen aktiven Vorgang der zuständigen Jugendhilfe-Behörden dort „platziert“ worden sein, und sehr wahrscheinlich wurden auch Steuergelder zur Bezahlung dieser „Maßnahme“ aufgewendet.“

      Der Standard – Ein Skandal im „heiligen Land“ Tirol

      Der Historiker Horst Schreiber schreibt:

      „Dieses Heim war absolut abgeschottet, es gab kein Korrektiv, keine ausgebildeten Betreuer für die Kinder mit Behinderungen. Die Schwestern waren schwer überfordert, und die Kinder aus den Unterschichten verkörperten das Böse für sie.“

      Der Standard – Opfer kirchlichen Missbrauchs: „Hölle kann nicht schlimmer sein“
      Das habe ich wegen den Kindern aus der Unterschicht zitiert, die scheinen nichts wert gewesen zu sein.

      (links anklickbar gemacht, Zitate hervorgehoben, dvw)

  1. Ach, mittlerweile muss ich zugeben, dass ich angefangen habe, all die furchtbaren Nachrichten zumindest teilweise auszublenden. Sonst würde ich schier an der Welt verzweifeln.
    Andererseits ist es ja so, dass trotz aller schlechten Nachrichten solche Positionen wie die von Frau Kramp-Karrenbauer zur Homosexualität mittlerweile in Deutschland nicht mehr mehrheitsfähig sind. Nebenbei bemerkt: Was sagt eigentlich Jens Spahn dazu? Die CDU muss doch vor kognitiver Dissonanz platzen. Oder war er deswegen chancenlos, und wir haben es hier mit einer massiven Diskriminierung zu tun?
    Wie man den römisch-katholischen Glauben mit Homosexualität vereinbart, nach der unerträglichen Aussage des Papstes dazu, muss wohl Herrn Spahns privates Geheimnis bleiben – auch hier kann man doch eigentlich nur verrückt werden.

  2. Bevor die Wahl entschieden war, las ich online bei der Taz online und überschriftig von der Wahl zwischen Thyphus, Cholera und Pest. Seinerzeit war ich schon pessimistisch , wusste gegen Thyphus gibt es Impfstoff.
    Wandel muss sein und dennoch: Fast wünsche ich mir die alte Tante zurück, die ich nie gewählt, eines rechne ich ihr hoch an, bei allen Macken: Sie deuchte mir nie selbstverliebt.

    • Mich deuchte sie auch nie selbstverliebt und mir kommt das Kotzen angesichts der Selbstverliebtheit bei gleichzeitiger Untauglichkeit von Pest und Cholera. Über Typhus konnte ich mir noch keine abschließende Meinung bilden, dafür finde ich die Frau mit dem langen Namen zu blaß. Ihre Homosexuellen- und Frauenhasserei (ich kann es nicht fassen, daß das Recht auf straffreie Abtreibung immer noch ein Thema ist) kann ich nicht nachvollziehen.

  3. „Angela Merkel ließ sie reden und kümmerte sich derweil um das, was eine verantwortungsbewusste Kanzlerin so tut: ihre Arbeit.“

    Merkel ist sicher wohltuend uneitel, gerade im Vergleich mit Schröder war und ist das angenehm. Die andere Seite ist das inhaltliche, und da ist sie eine konservative, neoliberale Politikerin, ganz egal, welchen Bereich ökonomischer Politik man sich anschaut. Dazu kommen ihre weithin inhaltsleeren Reden. Die beste bislang war die bei ihrem Abschied vergangenen Freitag. Das spricht Bände. Merkel hatte nie eine ausmachbare Linie. Alles Taktik, Machterhalt, sonst nichts. Aus linker Sicht gibt es keine allzugroßen Unterschiede zwischen Merkel und Merz. Da polarisiert der Journalismus, weil er davon lebt.

    • Merkel hatte nie eine ausmachbare Linie. Alles Taktik, Machterhalt, sonst nichts.

      Das ist: Unsinn. Bei Taktik und Machterhalt ziehen Sie (und viele Männer) nicht ins Kalkül, daß Merkel in einer Welt der Silberrücken erfolgreich arbeitet. Sie wird weltweit für ihre Kompetenzen als Moderatorin geachtet. Daß Reden besser funktioniert als Nichtreden oder als Brustgetrommel, ist eine inhaltliche Linie.

      Aus linker Sicht gibt es keine allzugroßen Unterschiede zwischen Merkel und Merz.

      Bitte stellen Sie sich den Sommer 2015 mit Merz als Kanzler vor. Ich möchte lieber nicht.

      Haben Sie Merz Rede auf dem CDU-Parteitag gehört und gesehen? Allein daran schon lassen sich allzugroße Unterschiede zu Merkel feststellen.

      • Merkel hatte nie eine Linie, natürlich nicht. Sie ist rein auf Machterhalt aus, es gibt keine einzige politische Überzeugung, die sie für den Machterhalt nicht ofpern würde. Vor 15 Jahren noch radikal neoliberal, dann merkte sie, dass man mit offenem Neoliberalismus keine Wahlen gewinnt, sie schwenkte um. Die Merkel-Bilanz: Gentrifzierung, Exportweltmeister, das ungleichste Land, was Vermögen betrifft, in Europa nach Lettland, eine absurde Griechenlandrettung, Dominanz in Europa, Deutschland ist wieder Täterland, beim Klimaschutz geht es rückwärts, die Mafia kann sich in Deutschland ungestört ausbreiten, die Infrastruktur ist viel schlechter als 2005 undundund. Es ist eine katastrophale Bilanz. Ihr Satz damals von der schwäbischen Hausfrau zeigte, dass sie von Volkswirtschaft keine Ahnung hat, wirklich überhaupt keine, und dass offenbar jeder Hampelmann des Kapitals ihr etwas in den Block diktieren kann.

        Merkel wäre gut als Behördenleiterin, das wars. Und wenn Claudia Roth lobt, dass sie ihre Arbeit macht: Das hat jeder KZ-Leiter von sich behauptet, völlig zurecht. Es muss doch um den Inhalt der Arbeit gehen.

        Es gibt von Merkel keine einzige interessante Rede, es ist ein einziges, 20 Jahre währendes Geblubber, weil die Frau politisch keine einzige Idee hat und noch nie hatte. Das mögen die Deutschen, es ist eine unpolitische Kanzlerin. Mir ist das zuwenig.

        Und sie war immer, wie erwähnt, eine Kanzlerin des Kapitals, weil die im Regierungsviertel schlicht die meisten Büros hatten.

        Liebe dame von welt,
        es ist traurig, dass Sie Merkel in irgendeiner Weise verteidigen, abgesehen von ihrer Uneitelkeit, die auch ich lobend erwähnen würde.

        bitte werden Sie linksextremistisch, dann können sie Politiker besser beurteilen.

        • Wenn Sie oben im Text noch einmal nachlesen möchten – mein Lob gilt Merkels Uneitelkeit, ich betone gleich zwei Mal inhaltlichen und politischen Dissenz. Sie bezogen sich btw. auf eine Meinungsäußerung von Claudia Roth.

          Um das aber abzukürzen: Sie hätten Merkels Job bestimmt viel besser gemacht (ist Ihnen Betonung im Wochentakt nötig?) und ich bleibe von Ihren Beileidsbekundungen und Ratschlägen verschont, Deal?

  4. Herzlichen Dank nachträglich für den verlinkten Seeßlen-Artikel. Vor allem einen Satz mag ich sehr: „Eine Blödheit, die alle verstehen, ist offenbar hundert mal mehr wert als ein kluger Gedanke, der nicht alle »mitnimmt«.“

  5. „The Specials“ könnten den geneigten Leser*innen evtl. ein Begriff sein (für mich das bekannteste und als Cover auf Ska/Punk-Konzerten gespielt, meistgehörte Lied):

    Haben ne neue Platte: http://www.taz.de/Neues-Album-von-The-Specials/!5580929/

    Schon interessant, daß ne Band mittelalter Briten (tw. mit jüngerer Unterstützung) immer noch/wieder um Äonen progressiver sind als das, was einem hier an deutschsprachigen Pop mit angeblichem Tiefgang angeboten wird (u.a.):

    (Bin zu doof, die links hinter den Stichpunkten zu verstecken und wills ned ganz zerrupfen, deswegen als Anhang noch der englische, weil ausfürlichere wikipedia-Eintrag: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Specials )

  6. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-ebert-stiftung-jeder-zweite-hat-ressentiments-gegen-asylsuchende-a-1264034.html
    “ Osten kritischer gegenüber „Fremden“
    In den neuen Bundesländern sind rechtspopulistische Einstellungen stärker verbreitet als im Westen. Das gilt vor allem für die Abwertung von „Fremden“, sagt Franziska Schröter von der FES. Ablesbar ist das an den folgenden Punkten:
    Fremdenfeindlichkeit: Osten 23 Prozent, Westen 18 Prozent
    Abwertung von Muslimen: Osten 26 Prozent, Westen 19 Prozent
    Abwertung Asylsuchender: Osten 63 Prozent, Westen: 51
    Der Osten fühle sich insgesamt politisch machtloser als der Westen, das Vertrauen in die Demokratie sei geringer, sagt Franziska Schröter. Das Gefühl der kollektiven Wut auf die Zuwanderung ist in den neuen Ländern mit 52 Prozent deutlich höher als im Westen (44 Prozent).“
    Ich würde da aus eigener Beobachtung überall noch paar Prozentpunkte drauflegen.
    Mit zunehmendem Alter werde ich immermehr Anhänger dieser Kommunikationsstrategie mit den ganzen verschwurbelten Faschos:
    http://alles-ausm-kopf.de/albums/matti/content/matti-004-aber/

    • Sie glauben nicht im Ernst, daß irgendwer außer der Zeit-Redaktion bescheuerte Artikel absegnet? Ob einer von Jana Hensel mit weniger Mißbehagen gegen die Antifa ausgekommen wäre, wage ich außerdem zu bezweifeln.

      • Das liest sich durch die O-Töne wie ne zusammengefasste Plauderstunde. Und sowas wird von den Gesprächspartnern gemeinhin abgesegnet, um Mißverständnisse zu vermeiden. Wenn das gefühlig zusammengeklaut war (evtl. ist ja die Hensel die Mentorin der Autorin), fühl ich auch was, nämlich mich verarscht.

        Im Übrigen hat zumindest jede Großstadt nen Infoladen wo sich mensch sich auch live informieren kann, ehe die diversen Aktionsgruppen (incl. feministischer, LGTBQ*, tierrechtlicher etc. Schwerpunkte) schlecht als wiedergegangene RAF-Leute oder Schwanzabschneider*innen o.ä. karikiert werden…

        • Lieber Hugo,
          nein, das Absegnen von O-Tönen und/oder Interviews ist bei deutschen Medien unüblich Umso üblicher ist Kommunistenfresserei (oder wer eben von „manchen“ für linksextrem gehalten wird).

          • Hm, ich hab schon Leuten gesagt, daß die sich den Artikel in der Lokalzeitung vor Druck geben lassen sollen. Ist nie passiert, Weiß ned, da habe ich irgendeine Diskussion von vor ner halben Ewigkeit im Schädel, wenn ich mal Zeit und Muße habe,such ich das nochmal raus…

            Zu was komplett anderem:
            Ich weiß ja ned, wie Caster Semenya (https://de.wikipedia.org/wiki/Caster_Semenya) in das Weltbild von Frau AKK paßt, jedenfalls rennt die dann doch zu oft so ca. 2 sek. zu schnell auf 800m. Sonst würde es wohl keinen Menschen außer ihren Ärzten und Vertrauten interessieren wie die so von innen aussieht und wie deren Chromosomensortiment beschaffen ist, weil von außen sehen deren Mitstreiterinnen alle so aus wie sie.

            So als ned ganz so lustiger funfact: Der 800m-Lauf der Frauen war von 1932 bis 1956 nicht olympisch wegen fake news:
            „Nach dem Rennen zogen Presseberichte die Aufmerksamkeit auf dieses Rennen. In den Berichten wurde angegeben, fünf der Finalistinnen hätten aufgegeben, fünf weitere wären kollabiert und die letzte sei in der Umkleide in Ohnmacht gefallen. Daraufhin wurde nach einer Abstimmung der IAAF diese Disziplin aus dem olympischen Programm genommen. “
            https://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Sommerspiele_1928/Leichtathletik_%E2%80%93_800_m_(Frauen)
            Das: https://www.youtube.com/watch?v=AhEWIAQ-CmE kam auch mal auf arte zum Thema Frauensport.

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