Heimat

Mit 15 wurde ich entgültig aus der Heimat meiner Kindheit vertrieben. Ich wurde gegen meinen Willen, gegen jede Vernunft aus einer Großstadt in Nordrhein-Westfalen in eine Kleinstadt im ländlichen Oberbayern verschleppt. Mein Vater hatte sich – ohne Rücksprache mit der Familie zu halten – aus der Großstadt nach München versetzen lassen. Die Münchner Mieten waren auch damals schon abstrus hoch, weswegen am Rande der Kleinstadt ein Eigenheim in einer Neubausiedlung bezogen wurde, hübsch gelegen zwischen Bahndamm und Klärwerk. Eigentlich landete ich in einem Dorf, das aber als Kreisstadt fungiert, wo der Bahnhof stolze zwei Gleise hat, wo es Schulen und eine Mehrzweckhalle gibt. Von Stadtluft macht frei keine Spur, es ist dort bis heute nicht einmal bairisch-pittoresk. Stattdessen gibt es soziale Kontrolle, Ausgrenzung alles und jedes Fremden, mia san mia und des hamma scho immer so gmacht.

Ich trug (being a young hippie) einen Anti-AKW- und einen Stoppt-Strauß-Button und damit war meine Schullaufbahn eigentlich auch schon beendet. Außer, daß sie sich noch drei Jahre dahinschleppte, in denen ich jeden einzelnen Tag zu hassen gelehrt wurde. In der Großstadt war ich Schulsprecherin gewesen und stolz darauf, der einzigen Schule in ganz NRW anzugehören, in der eine eigene liberale Schulverfassung galt – weil sie von der Schülermitverwaltung mit Unterstützung zweier Lehrer selbst erarbeitet worden war.

Im Gymnasium des Kleinstadtdorfes wurde mir bei der Schulanmeldung die Bayernhymne ausgehändigt, die ich bis zum nächsten Tag auswendig zu lernen hatte. Es wurde dort sowieso viel auswendig gelernt. Die Klasse hatte zu Beginn jeder Stunde aufzuspringen und im Chor Guten Morgen/Tag, Herr XY zu brüllen (Lehrerinnen kann ich nicht erinnern). Wir wurden mit dem Nachnamen und Sie angesprochen, etwa: Sie, Jäger, san Sie so bleed oder tun Sie nur so? Mir wurde noch jedes letzte bißchen Freude am Lernen, am Denken, an meinen Lieblingsfächern ausgetrieben, auch mit schlechten Noten. Die Schülermitverwaltung beschränkte sich auf die Organisation des sommerlichen Schulfestes.

In der nordrhein-westfälischen Großstadt hatte ich nicht nur zu einer Clique gehört, sondern war Teil von vielen, sehr unterschiedlichen Gruppen, von meinen Lieblingsfreunden einmal abgesehen. Die meisten meines Alters im Kleinstadtdorf schnitten mich konsequent, jahrelang, denn ich sprach kein Bairisch und war als Zugezogene grundsätzlich verdächtig. Die alten Lieblingsfreundschaften zerbrachen, meine Freunde hielten meine Traurigkeit nicht aus, es war eine 650km-Reise und Gegenbesuche waren mir nicht gestattet.

Die einzigen im Kleinstadtdorf, die in den ersten drei Jahren mit mir sprachen, kamen aus anderen wohlhabenden dysfunktionalen Familien und mochten Bücher, gute Musik und illegalisierte Drogen. Die meisten von ihnen sind inzwischen tot, verschollen, süchtig, ultragläubig, in der Psychiatrie oder im Gefängnis. Es war nicht mein Verdienst, daß ich davon verschont blieb, eher ein Wunder.

Im neuen Eigenheim meiner Familie blieb zwischen den Mahlzeiten die Küche versperrt, damit kein zwischendurch geschmiertes Brot den ehrgeizigen Bauschulden-Tilgungsplan gefährdete. Als ich in der Schule zunehmend versagte, gab es keinen Plan B, man hatte andere Sorgen. Vor 3 Jahren erfuhr ich von meinen Eltern, daß ich rund 35 Jahre vorher wegen Drogenhandels von der Schule geflogen sei. Und ich hatte gedacht, mich noch am Tag meiner Volljährigkeit selbst abgemeldet und (bis auf ein einziges Mal, Jahre später) niemals Drogen verkauft zu haben. Sie hatten mich damals nicht mal gefragt, sondern glauben vermutlich noch heute, ich hätte Drogen an Kinder verkauft und sei überhaupt an allem und selbst schuld.

Aus komplizierten Gründen blieb ich länger in Bayern als unbedingt nötig – ich zog – im zweiten Versuch erfolgreich – aus dem Elternhaus aus, begann meine Ausbildung, war sehr verliebt, wurde ruckzuck schwanger, kam (als mein Liebster nach Wochen der Kleinfamilienträume plötzlich kalte Füße bekam) in den Genuß einer Beratung des örtlichen Katholischen Frauenbundes (Pro Familia in München hatte auf Wochen keinen freien Termin) und einer Abtreibung in der Olympiapark-Klinik. Als nebenan Kirchentag war und die selbst den Katholiken zu radikalen „Lebensschützer“ den Weg zur Klinik säumten und mich anspuckten und bepöbelten. Meinem Liebsten war es wichtiger, sein Auto zum TÜV zu bringen als mich drei Tage später aus der Klinik abzuholen. Nach dem Zerscherben dieser Liebe arbeitete ich mich langsam Richtung Norden, größerer Kosmos, freie Welt vor. Die erste Station war München – dort war zwar die soziale Kontrolle geringer und es gibt U-Bahnen, Kinos, Kneipen und ich hatte einen interessanten Job. Aber als Stadt fand ich München enttäuschend, zu geleckt und wohlhabend, zu einschichtig und übersichtlich für meinen Geschmack.

In den frühen 80ern besuchte ich dann einen Freund aus Bayern im Westberliner Exil. Meine Anlaufadresse war ein Hinterhaus in Moabit in der Stephanstraße, in dem früher mal die Kommune 1 residiert hatte – das berühmte Foto war in der Küche dort gemacht worden. Beim zweiten Besuch (Neukölln im November, Weserstraße, 1. HH Parterre, Ofenheizung, Klo halbe Treppe) bewegte ich mich schon souverän, beim dritten brach ich am Autobahndreieck Funkturm in Tränen aus. Den Grund dafür konnte ich erst gar nicht zuordnen: so fremd war mir in Bayern der Gedanke an und die Notwendigkeit von Heimat geworden.

Ich habe es (fast) nie bereut, Berlin kurze Zeit später zu meiner Heimat gemacht zu haben. Erst in den letzten paar Jahren beschleicht mich der Wunsch nach einem Garten mit Häuschen auf dem Land. Weil mich ein privates Draussen glücklich machen würde, weil meine Heimat durch Geldgier und politische Dummheit zerstört wird und weil ich dagegen ziemlich machtlos bin. Aber der Gedanke an die trotz all meiner Bemühungen verweigerte Integration in Oberbayern kuriert mich schnellstens davon, obwohl ich dort inzwischen – als ortskundige und notwehr-berlinernde Touristin – ganz gut klarkomme. Aber auf dem Land würde ich alles vermissen, was ich jetzt meistens lustvoll versäume.

Schlimmes Heimweh habe ich nach dem Vorwende-Westberlin, nach abgetrennter, aufgebener, verwilderter Urbanität, nach möglichen Überraschungen hinter jeder Ecke und nach den vielen Freiräumen, die seit der Wende immer mehr abhanden kamen. Und nach dem Gemeinsinn im SO36, der durch die Neu- und Besserberliner und durch die Verdrängung der Kreuzberger Lokalpatrioten so im Schwinden begriffen ist.

 


 

Heimat ist ein höchstpersönliches Gefühl und ein Menschenrecht. Heimat kann nur dort sein, wo ich wahrgenommen und akzeptiert werde und wo mir Angebote gemacht werden, die ich annehmen kann, aber nicht muß.

Heimat ist gleichzeitig Erinnerung und Heimweh danach, Utopie und der Ort, an dem Menschen das Recht auf Rechte haben.

Heimat ist keineswegs exkludierend, im ganzen Gegenteil. Exkludierend ist Exklusion: wenn Menschen Integration und Heimat verwehrt bleibt und sie einen Kopf kürzer gemacht werden, weil sie anders sind und sich einer ominösen tümelnden Leitkultur nicht anschließen.

Integration gelingt viel leichter, wenn Werte und Traditionen gelebt werden und nicht nur die Erinnerung daran beschworen und umgelogen wird. Heimat ist niemals statisch. Gerinnt ein Ort dazu, ist er tot (und in Bayern zuverlässig Kulisse für die Hitparade der Volksmusik und für Unser Dorf soll schöner werden, in Berlin kann man das Äquivalent dazu im Prenzlauer Berg besichtigen). Genau so verhält es sich mit der Pflege von Traditionen, Sie kennen den schönen Satz von der Bewahrung der Asche und der Weitergabe der Glut? Heimat ist der Ort, den ich mitgestalten kann, soll und muß.

 


 

Wußten Sie, daß einen Migrationshintergrund hat, wer/wessen Elternteil als „Ausländer“ geboren und/oder nach 1949 nach Deutschland gezogen ist? (es ändert sich zwar, aber zu langsam und nicht genug) Das ist vererbbare Heimatsvorenthaltung und Blut und Boden in Reinkultur und dazu fällt mir nur noch Unser Vibrationshintergrund (Selim Özdogan, Zeit Online) ein:

Auch ich habe, wie wahrscheinlich alle Kinder, Worte so verstanden, wie sie nicht gesagt wurden. Lange Zeit dachte ich, es heißt Zivilgarage und habe mir immer eine Garage voller Polizisten ohne Uniform vorgestellt.

Meine Tochter Şiir hat in der Schule ein Wort gehört, unter dem sie sich nichts vorstellen konnte. Papa, sagte sie, die Lehrerin meinte, wir haben einen Vibrationshintergrund, was ist das? Ich erzählte ihr, dass sie sich verhört hatte, versuchte zu erklären, was die Lehrerin mit dem Wort sagen wollte und da ich schon dabei war, gab es auch noch eine Lektion in Zivilgarage. Als Şiir dann ungeduldig wurde, wegen der vielen Worte, schickte ich sie Hausaufgaben machen und dachte über den Vibrationshintergrund nach.

Es ist ein gutes Wort, viel besser als Zivilgarage.  Migranten und Vibratoren haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick meinen könnte.  Vibratoren werden meistens vor den Blicken der Öffentlichkeit versteckt, in Schubladen, in der hinteren Ecke des Schrankes, im Geheimfach des Schminkkoffers. Migranten wohnen auch oft versteckt, in Gegenden mit billigen Mieten, in den Ecken der Großstädte, die normalerweise selten ins Bewusstsein dringen.

Es sei denn, dort passiert etwas. Wenn ein Migrant im Ghetto sichtbar wird, weil er kriminell geworden ist, dann sind gleich diese Worte im Raum: Ehrenmord, Machogesellschaft, Zwangsheirat, mangelnde Integration.

Wenn der Vibrator sichtbar wird, der Zollbeamte ihn auf den Tisch legt, Mutter oder Ehemann ihn entdecken, sind da auch Worte, wenn auch vielleicht nicht ausgesprochen: Perversion, Ausschweifung, Treulosigkeit, Nymphomanie.

Den Vibrator holt man hervor, wenn man eine Lust befriedigen möchte.  Den Migranten holt man hervor, wenn man eine befriedigende Erklärung braucht für Missstände, die man unmöglich selber mitverschuldet haben kann.

Sobald die Befriedigung eingetreten ist, verschwindet beides wieder, in Schublade oder Ghetto, bis zum nächsten Mal.  Moral, Religion oder Sexualfeindlichkeit ändern nichts an den Kräften, die zur Vibration führen.  Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung oder gar Gewalt ändern nichts an den Kräften, die zur Migration führen.

Şiir hat schon richtig gehört, wir haben einen Vibrationshintergrund.

 


 

Es war und ist ein großer Fehler der Demokraten und Linken in Deutschland, Heimat für einen reaktionären Begriff zu halten und seine Gestaltung den alten und neuen Nazis zu überlassen. Das darf nicht so bleiben.

 


Foto (beschnitten): Kreuzschnabel, Wikimedia Commons


Advertisements

65 Gedanken zu „Heimat

  1. Ich erinnere mich, wie an unserer sehr liberalen Schule in Frankfurt/Main ein Lehrer von der nur wenige Jahre älteren Christine erzählte, die in Bayern wegen einer Stoppt-Strauß-Plakette von der Schule geflogen war. Eine Plakette, die übrigens in Frankfurt auch der eine oder andere Lehrer trug.

    • Stoppt-Strauß-Plaketten wurden auch in meiner NRW-Schule vom einen oder anderen Lehrer getragen, wenigstens außerhalb der Unterrichtszeit. In NRW bin ich ziemlich gern zur Schule gegangen (außer, wenn mal nicht) – mit der Perspektive, daß das in der Oberstufe noch besser und interessanter wird. In Bayern wurde Schule zum Feindesland.

      Die beiden Plaketten waren für mich eher Accessoires als Kampfansagen, ich war naive 15. Mir sagte auch keiner, daß er sich davon provoziert fühlte, sondern ich wurde von den Schülern konsequent ignoriert und von den Lehrern geschuhriegelt. Mir dämmerte erst viel später, daß man mich als zu bekämpfenden politischen Feind betrachtet haben muß. Schule war für mich vorher der Ort erwünschter Auseinandersetzung und des Ausprobierens gewesen.

  2. Carolin Emcke über Heimat

    Heimat als das, wovon man ausgeht, kann demnach auch das sein, was nicht permanent hinterfragt werden muss oder wo man selbst nicht dauernd hinterfragt wird. … Für die, die nicht der Norm entsprechen, für die, die verspottet oder gedemütigt, die kriminalisiert oder pathologisiert werden, für die, die wie Fremde im eigenen Land behandelt werden, ist Heimat nichts, was gegeben ist. Im positiven Sinne unwichtig oder unauffällig sein zu dürfen, ist allzu oft ein Privileg, das nur denen zuteil wird, die als zugehörig oder gleich anerkannt werden.

    Der Begriff der Heimat taugt nicht als rhetorisches Vehikel der Ausgrenzung, denn jede Heimat ist immer schon hybrid und dynamisch, sie verändert sich in jeder Geschichte, die über sie erzählt wird. Heimat gibt es nicht als Original und Fälschung, sie ist immer eine originale Fälschung, so wie das „Wir“, das die Geschichte von der Heimat erzählt.

  3. Die Sehnsucht nach Heimat ist eine große Kraft, vor allem dann, wenn der Ort und die Menschen, mit dem man aufgewachsen ist, einem keine Heimat sein konnten. Anfang der 80er war ich als Zivi im Hunsrück und erfand mir dort eine Heimat in der Friedensbewegung (gerade in der Zeit, in der Edgar Reiz dort die erste Staffel seines Heimat-Epos drehte) Aus den zwei, drei Aktivisten in jedem Dorf wurde in meinem Kopf eine große Familie, tief verwurzelt in der kargen Landschaft. Ich war sehr traurig, als ich weg musste. Inzwischen halte ich es wie unser Bundespräsident: Heimat gibt es auch im Plural.

    • Jajaja!
      An Edgar Reitz mußte ich auch die ganze Zeit denken.

      Die ersten Wahlverwandschaften nach der Herkunftsfamilie waren für mich buchstäblich überlebenswichtig. Die familiäre Illusion von Fraglosigkeit und Unverbrüchlichkeit mit zwei der Protagonisten aus der bayerisch-bleiernen Zeit ging erst vor ein paar Jahren zu Bruch, war schmerzhaft.

      Gäbe es Heimat nicht im Plural, wäre ich verloren. Ich halte es für richtig und wichtig, seine Wurzeln im Laufe eines Lebens möglichst an mehreren Stellen zu versenken. Dann muß die eine Heimat auch nicht alles leisten und kann von sentimentalen Lügengebäuden (darunter auch nationalistische Überhöhung) frei bleiben.

      Meine Heimatgefühle haben sich durch Reisen sehr verändert, Beispiel: nachdem ich aus Bayern entkommen war, habe ich Berge jahrelang geradezu gehasst (geblieben ist, daß ich größere Mengen Schnee für eine Zumutung halte) – das änderte sich mit Aufenthalten in den andalusischen Bergen. Seitdem kann ich auch dem Alpenvorland eine Menge abgewinnen und fühle mich dort auf eine distante Art zuhause. Eigentlich ist es nämlich so, daß ich mich in Tälern unwohl fühle, mir fehlt dort der weite Blick. Das Kleinstadtdorf liegt in einem Tal, das Haus meiner Eltern nicht nur zwischen Klärwerk und Bahndamm, sondern in einem engen Talausläufer, in den im Winter allenfalls mittags mal ein Sonnenstrahl fällt. Hausgewordene Depression, vorschriftsmäßig mit dunklem Holz verschalt.

      • Ich komme auch aus dem Tal, besser gesagt aus einem Hohlweg. Deswegen ist mir der freie Blick hier im flachen Brandenburg so lieb. Nur wandern mag ich in den Tälern, weil man nach dem Dunklen da recht bald wieder das Licht sieht, oder einen Fluss – je nach Richtung.

  4. Die begrifflichen Gliederungen von Max Frisch und Frau Ehmcke kann ich teilen, ja der Begriff Heimat hat etwas dynamisches. Dennoch ist er für mich kein zentraler Begriff.
    Heimat sagt mir eigentlich nicht soviel. Da wo ich lebe habe ich keine Heimatgefühle, aber Ex-Heimat kenne ich, wenn ich lange irgendwo gelebt habe und mich zurück erinnere. Das Erinnernkönnen halte ich für wichtig, besonders gute Erinnerungen sind überlebensnotwendig. Das Leben ist eher eine Reise, dennoch mag ich natürlich bestimmte Orte und kenne Menschen da, die ich gerne wiedersehe und an denen ich hänge, muss dort aber keine Heimat haben, also mich auf Dauer niederlassen. Meine persönliche Ruhe und einen nicht zu hohen Streßpegel brauche ich auch. „Wer Hass nicht kennt, kennt keine Literaten“ also Neid und Mißgunst haben andere stärker empfunden und genauer beschrieben, als ich es je erlebt habe.
    Vielen Dank für den Film mit der Preisrede des Max Frisch u.a. auch wegen seines Hinweises auf Gottfried Keller
    und Robert Walser. Dürenmatt hat ja die Schweiz mal als Gefängnis beschrieben (auch auf youtube) und Frisch hat sich kurz vor seinem Tod als Mensch mit einem Schweizer Pass gesehen, weniger als Schweizer, nachdem er jahrzehntelang überwacht wurde. Dem ist die Heimat unter den Füßen weggezogen worden.

    • Danke für die Ergänzung um Max Frischs unfreiwillig gewandelten Heimatbegriff.
      (Nachtrag 11h05: beim zweiten darüber Nachdenken bin ich gar nicht so sicher, ob sich tatsächlich sein Heimatbegriff unfreiwillig wandelte oder ob es ihm – nach Bekanntwerden der Schweizer Spitzelei in bester Stasi-Manier – hauptsächlich um die Deutungshoheit über seine eigene Biografie ging. Was mit Heimat zu tun hat, aber nicht deckungsgleich ist)

      Ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß Menschen- und Bürgerrechte ausschließlich von Nationalstaaten sicher gestellt werden? Das ist einer der Gründe, warum ich die Vernachlässigung des Heimatbegriffs durch Demokraten und Linke für einen solchen Fehler halte. Es ist allerhöchste Zeit, daß Staatenlosen eine Weltbürgerschaft mit dem dazugehörigen Recht auf Rechte zugebilligt wird.

      • Zum aktuellen Bezug von Peter Nowak in telepolis vom 08. Oktober 2017:
        Wie viel Heimat verträgt die Politik?
        Muss die Linke grüner werden?

        https://www.heise.de/tp/features/Wie-viel-Heimat-vertraegt-die-Politik-3852221.html

        Finde ich lesenswert, Verwendung, und Diskussion des Begriffs und der Problematisierung der Definitionsmacht durch polit. Gruppen kommt darin vor.
        Die nationalstaatlich Grundierung eines Heimatbegriffs wird auch problematisiert, zu Recht denke ich. Deswegen fand ich ja den Ttel „Die Schweiz als Heimat“ bedenkenswert fast subersiv. Wenn es etwas gibt, was die perfekte Heimat symbolisiert, dann ist es die Schweiz. Adolf Muschg war ja auf der Preisverleihung auch Festredner, er hat später die Absurdität des Raumbegriffs von Heimat, die Verräumlichung der Identität kritisiert.
        https://books.google.de/books?id=kXH917kjqOgC&pg=PA46&lpg=PA46&dq=Muschg+Schweiz+Heimat&source=bl&ots=9d-TaAAweb&sig=z3_Qcx45DBwTjvGuudK_ngjJ5RI&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwid49v3leLWAhWKK1AKHWrcAc8Q6AEIRzAD#v=onepage&q=Muschg%20Schweiz%20Heimat&f=false
        Das Problem der Staatenlosigkeit und Weltbürgerrecht auf Heimat zu fokussieren kann nur schlecht enden. Ich kann mich auch nicht erinnern, das „unsere“ „Heimat“vertriebenen seinerzeit eine vernünftige Staatsrechtsdiskussion gefördert haben, sondern im Gefühlsleben, also dem Verlust der Heimat steckenblieben. Das stützt auch meine Vermutung, dass Heimat immer etwas aus der Vergangenheit beschreibt. Mir ist Heimat als aktueller tagespolitischer Begriff nicht geheuer, ich bin da skeptisch. ertrage aber die Heimatgefühle meiner Nachbarn mehr oder weniger, wie alle Meinungsfreiheit.

        • Wie Heimat derzeit als politischer Begriff durchs Dorf getrieben wird, ist mir auch zuwider – deswegen hatte ich den Blog geschrieben.

          Peter Nowaks Artikel finde ich insofern lesenswert, als er ziemlich viele der für mich zweifelhaften Positionen verlinkt und weil man in ihm bestaunen kann, wie unsauber der Begriff (auch von ihm) an Stellen verwendet wird, an denen man besser andere Vokabeln einsetzen sollte, von Blut und Boden über Parteiräson, unverdiente Privilegien/deren Verteidigung bis Nationalbolschewismus. Zum Schluß verliert er völlig den Faden. Oder ich habe ihn nicht verstanden.

          Die Schweiz ist für mich kein Land, bei dem ich an Heimat denke. Allenfalls an zeitweiliges Exil, für das ich aber nicht genug Geld hätte, die Schweiz fiele für mich also komplett aus. Die Schweiz heißt eher Bürger wie Ivan Glasenberg und andere reiche Kriminelle willkommen als mich. Was einer der vielen Gründe ist, warum ich auf meinem Heimatplaneten ein Weltbürgerrecht als Garanten für Bürger- und Menschenrechte umgesetzt sehen will, unabhängig von ethnischen, religiösen, yaddayadda, nationalstaatlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. Das Recht, Rechte zu haben, ist die Voraussetzung für Heimat.

          Das Problem der Staatenlosigkeit und Weltbürgerrecht auf Heimat zu fokussieren kann nur schlecht enden. Ich kann mich auch nicht erinnern, das „unsere“ „Heimat“vertriebenen seinerzeit eine vernünftige Staatsrechtsdiskussion gefördert haben, sondern im Gefühlsleben, also dem Verlust der Heimat steckenblieben. Das stützt auch meine Vermutung, dass Heimat immer etwas aus der Vergangenheit beschreibt.

          Ich kann mich nicht erinnern, daß die deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen je Staatenlose waren und/oder blieben. Die haben ihre Heimat verloren (ob mit oder ohne persönliche Täterschaft im 3. Reich) und ohne erwähnenswert große politische Diskussion eine neue geboten bekommen. Zweifellos ist es nicht einfach, woanders heimisch zu werden – zumal unfreiwillig, oft mit einer schlimmen Fluchtgeschichte, unter Verlust von Angehörigen und der wirtschaftlichen Existenz, oft trotz der Feindseligkeit und fehlenden Integrationsbereitschaft der Mehrheitsgesellschaft, in der DDR zwangsassimiliert inklusive Verbot der Thematisierung von Flucht und Vertreibung oder gar Vereinsgründung. Erfreulicherweise gab es aber (Westen) nicht nur die Schreihälse in den Vertriebenenverbänden und ihre Nichtanerkennung der Oder-Neiße-Linie und anderes revisionistisches Geschwätz, sondern die meisten der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen hielten den Verlust ihrer Heimat und die Gewinnung einer neuen für ein persönliches, kein politisch zu behandelndes Thema. Erfreulicherweise ist die Eingliederung der Flüchtlinge und Vertriebenen auch inzwischen eine der vielen erfolgreichen Integrationsgeschichten in Deutschland. Weil die Voraussetzung für die Erlangung einer zweiten Heimat, die deutsche Staatsangehörigkeit, zu keinem Zeitpunkt in Frage stand.

          Ein politisch dringend zu behandelndes Thema (in Deutschland, Europa und international) ist aber die für mehr als 10 Millionen Menschen höchst gegenwärtige Staatenlosigkeit, die man mit dem Verlust aller Bürger- und Menschenrechte plus (meist) dem Verlust der örtlichen Heimat ohne Recht auf Gewinnung einer neuen gleichsetzen kann. Der politische Werkzeugkasten: Right of Belonging, Verbot von Ausbürgerung und Staatenlosigkeit in Artikel 15 AEMR, überhaupt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, bzw. die Europäische Menschenrechtskonvention, das Übereinkommen zur Verminderung der Staatenlosigkeit und das Grundgesetz, Artikel 1. Um nicht in der Gefühlsheimat und Verlustvergangenheit zu versanden und um sich der Utopie schlechthin anzunähern: Menschenrechte, universal gültig, unteilbar, unveräußerlich.

          • Stimmt vieles an Ihren Einwänden, nur die Heim-ins-Reich-Bewegung war auch eine Heimatschutzbewegung der speziellen Art, hätte allein nicht für einen Weltkrieg gereicht, aber bei Polen war dann Ende der Fahnenstange bei den Engländern. Die Schweiz war und ist für mich die aufs Groteske vorangetriebenen Heimatbegriff, kann nur abschrecken, das sollte es auch. Andere wie Rußland starten durch mit Geopolitik der besonderen Art und halten sich mit Imperiumbauplänen garnicht erst bei Heimat auf. Nowak ist irgendwo in seinen Betrachtungen bei der Adaption grüner Positionen steckengeblieben und hat das ausgewalzt. Danke für die Anregungen, die besonders prekäre, rechtlose und Situation staatenloser Menschen muss wirklich erneut und ständig in Erinnerung gerufen werden. Die Integration der Flüchtlingsströme nach dem 2. Weltkrieg war eine Erfolgsgeschichte, zweifellos, aber zu mehr hat es leider eben nicht gereicht. Der Grund ist wie meistens in der Politik dass keine tragfähigen Strukturen geschaffen werden, sondern nach dem nationalen Vorteil gesucht wird. Der Zerfall Jugoslawiens hat ja wieder gezeigt, wie das funktioniert.
            BTW Augstein hat sich kürzlich für mich anders gelesen, worauf ich darauf spekulierte, dass er demnächst vor laufenden Kameras Heimaterde frisst. Wie auch immer, mir geht die Heimatmode zur Zeit am bekannten vorbei.

        • Einige der Positionen der Heimat-Debatte anhand des Artikels von Peter Nowak Wie viel Heimat verträgt die Politik? – ausgelöst von (der mir immer unerträglicheren) Katrin Göring-Eckart:

          Wir lieben dieses Land, das ist unsere Heimat, und diese Heimat spaltet man nicht.

          Nachschlag in der taz:

          Gerade für eine offene Gesellschaft ist es wichtig, dass sie Halt bietet. Die Sehnsucht nach „Heimat“, nach Zuhause, danach sich zurechtzufinden, sicher zu sein, ist als solche nicht reaktionär, aber sie lässt sich für eine reaktionäre Agenda missbrauchen. Die Antworten auf das Gefühl der Unbehaustheit, das viele Menschen angesichts der rasanten Veränderungen unserer Lebens- und Arbeitswelt heimsucht, dürfen deshalb nicht den Rechten überlassen werden.

          Wenn Rechte meinen, ihre Heimat gegen innere und äußere Feinde verteidigen zu müssen, verweisen sie auf unsere angeblich selbstverständliche „eigene Identität“. Seine Heimat ist wie seine Identität für Menschen aber gerade nichts unveränderlich Gegebenes, sondern etwas, das sie immer erst finden und einrichten, sich neu begründen müssen.

          Gegen die rechte Heimatschutzpropaganda gilt es deshalb, unbeirrt für ein offenes Verständnis von Heimat zu kämpfen.

          Mit diesen gefühligen und vagen Floskeln bereitet sie der Aufweichung von Rechten in einem SchwarzGelbGrünen Elend den Boden.

          Widerspruch von Anatol Stefanowitsch in der taz:

          Wird Heimat zu einem politischen Begriff, wird es gefährlich, denn dann wird Heimat etwas, das durch die bedroht ist, die ein Zuhause suchen. Wenn der politische Heimatbegriff von einem konkreten Ort auf ein ganzes Land ausgedehnt wird, entsteht eine Nation, deren Mitgliedschaft durch Abstammung bestimmt ist. Die für niemanden ein Zuhause sein kann, für den sie nicht Heimat ist und die für niemanden Heimat werden kann, für den sie es nicht schon immer war.

          Wer Heimat zu einem politischen Begriff macht, teilt die Bevölkerung eines Landes auf in die, die dazugehören, und die, die im besten Fall Gäste und im schlimmsten Fall Feinde, aber auf jeden Fall Fremde sind.

          Der macht den gleichen Fehler wie Göring-Eckart, nämlich im Vagen und Gefühligen stecken zu bleiben und dazu noch vorauseilend vor dem rechten Heimat-Claim einzuknicken – statt Recht und Gesetz zu Rate zu ziehen.

          Peter Nowak erweitert in der Folge das Heimat-Thema zum Einwanderungs-, Partei- und Klassenkampfthema.

          Einschub von mir – 2 vermeintlich linke Positionen zur Einwanderung
          Helmut Schmidt (1992)

          Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen … Weder aus Frankreich noch aus England, noch aus Deutschland dürfen Sie Einwanderungsländer machen. Das ertragen die Gesellschaften nicht. Dann entartet die Gesellschaft! … Es kann dazu kommen, dass wir überschwemmt werden.

          Oskar Lafontaine (2005)

          Der Staat ist verpflichtet zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter ihnen zu Billiglöhnen die Arbeitsplätze wegnehmen.

          Helmut Schmidt ist für Rechte sowieso zitierfähig, Oskar Lafontaine erhielt für seine Fremdarbeiterrede den Beifall der NPD. Auch Sarah Wagenknecht versucht immer mal wieder, die an die AfD verlorenen Stimmen zurück zu gewinnen. Zurück zu Peter Nowak: ihr und Lafontaine zur Seite eilt Astrid Schramm mit eigenartigen Argumenten, z.B. daß deutsche Arme, die die AfD gewählt haben, nicht als Nazis verunglimpft werden dürfen, daß die Ärmsten der Armen ohnehin nicht nach Europa fliehen und daß Lafontaine das Recht auf Asyl nicht in Frage gestellt hat (tut die AfD btw. auch nicht) – Parteiräson wird als Klassenkampf verkauft. Tom Strohschneider ordnet die Diskussion der Linken.

          Das Thema Heimat ist bei Nowak kaum noch in der Ferne zu erkennen, es geht um Land und Stadt, um Klassenkampf, „Geschichtslosigkeit“, alt gegen jung und um Judith Benda in Neukölln, taz: Linke wird hip und urban

          Mir ein Rätsel, warum alle Welt Heimat nur dem ländlichen Raum zuordnet und auch noch für idyllisch hält und warum sich Linke damit bescheiden, sich gegen rechte Positionen zu wehren oder sie zu übernehmen – statt die linke Utopie gleicher Rechte aller Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

          • Jakob Augstein hat ein Korn gefunden: Sie hat Heimat gesagt

            Eigentlich könnte man das Thema schnell erledigen: Für das Wort „Heimat“ gilt, was man einst vom Beton gesagt hat: Es kommt drauf an, was man daraus macht.

            Manchmal führt aber die Befassung mit den Randthemen – mit den Nebenkonflikten – zum Kern der Wahrheit. Als Katrin Göring-Eckardt sich genötigt sah, ihren Heimat-Urlaub zu rechtfertigen, schrieb sie in der „taz“: „Die Antworten auf das Gefühl der Unbehaustheit, das viele Menschen angesichts der rasanten Veränderungen unserer Lebens- und Arbeitswelt heimsucht, dürfen deshalb nicht den Rechten überlassen werden.“

            Dieser Satz ist in Wahrheit das Eingeständnis eines Versagens. Er sagt: Uns war das „Gefühl der Unbehaustheit“ vieler Menschen schnuppe, bis die Rechten kamen und damit ihre braune Suppe kochten. Von dem, was man früher die soziale Frage nannte, haben sich die Grünen nämlich vor langer Zeit abgewendet. Erst jetzt, da die Rechten den Zufriedenen den ganzen Spaß am Kapitalismus versauen, wendet man sich notgedrungen dem Thema wieder zu.

          • Dieter Schnaas, WiWo, springt im Artikel mächtig los und landet bei Tannhäuser – Heimat an die Front

            Wohinein sollen Zuwanderer integriert werden, wenn die Deutschen keine Verbindung mehr zu ihrer Vergangenheit haben, nicht mehr im Gespräch mit sich selbst sind über ihre religiösen, kulturellen und politischen Wurzeln?

            Eine solche Frage ist legitim – nicht zuletzt weil jede Individuation aus nichts anderem als Differenzbildung besteht: Man muss anders als andere sein, um überhaupt sein zu können. Wahr ist aber auch (und heute mehr denn je), dass wir alle „kulturelle Mischlinge“ sind, dass „unsere Identitäten nicht mehr kernartig, sondern straussartig“ verfasst sind, so der sträflich wenig gelesene Philosoph Wolfgang Welsch: dass wir transkulturelle Wesen sind, die von lokalen, regionalen und globalen Prägungen geformt werden, die die traditionellen „nationalen Kulturfiktionen“ überlagern. Wer angesichts dieser Elementartatsachen „Heimat“ national engführt (Gauland), sie politisch zu positivieren versucht (Steinmeier, Kauder), sie expansiv entleert (Göring-Eckardt) oder gar ihre identitätsbildende Kraft leugnet (Grüne Jugend), sollte zur Abwechslung mal nicht in die nächste Talk-Show rennen, um die Deutschen mit seiner Heimat-Version zu traktieren. Sondern sich einfach mal (wieder) Zeit für den „Tannhäuser“ nehmen.

            Den er zu Beginn des Artikels zitiert und interpretiert wie folgt:

            Zu den wunderbarsten Richard-Wagner-Halbstunden gehört der Auftakt des dritten Aktes des „Tannhäuser“: Elisabeth liegt „vor dem Muttergottesbilde betend ausgestreckt“, der gute Wolfram steigt „einsam aus wald’ger Höh“ herab – und ein Chor von heimkehrenden Pilgern stimmt demutsvoll und flüsterleise eine unendlich schöne, „fromme Weise“ an: „Beglückt darf nun dich, o Heimat, ich schauen / und grüßen froh deine lieblichen Auen“… So romantisch, empfindsam, seelenvoll (und gesamtkunstwerklich umfassend) wie Wagner hat vielleicht nie wieder jemand ausgedrückt, was man in Deutschland heute landläufig und idealerweise unter „Heimat“ versteht: ein ins Transzendente reichendes Gefühl innerer Verbundenheit.

            Einem solchen Heimatgefühl der Tiefe und Weite ist alles Flache und Enge naturgemäß fremd – womit mit Blick auf die politischen Prosafassungen des Heimatbegriffs eigentlich schon alles Nötige gesagt wäre.

            (hm, mir fehlt for a start, daß Wagner ausdrücklicher Antisemit war, sprich: Juden in seiner wald’gen Höh, auf seinen lieblichen Auen kein Recht auf Heimat zustand)

          • Am Rande des Themas, aber so schön gesagt – Peter Breuer (Facebook):

            Die Spitzen von CDU und CSU haben nun auf die Sorgen der Bürger reagiert und einigen sich auf eine Obergrenze für Flüchtlinge, die aber nicht so heißen darf, damit die Grünen noch mit ihnen verhandeln möchten. … In ein paar Wochen werden die Grünen schließlich dem „atmenden Deckel“ des neuen Asylrechts unter der Bedingung von ein paar Atemzügen mehr zustimmen und die FDP Sonderregelungen für deutschsprachige BWLer aus Krisengebieten in den Koalitionsvertrag einziehen. Damit hat die AfD schon jetzt viel mehr geschafft als ihre 12,6 Prozent bei der Bundestagswahl, aber natürlich bleiben wir auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

    • Nochn Nachtrag: der Blog ist entstanden, weil ich die aktuelle Heimat-Diskussion so unterirdisch finde.
      Ein Beispiel (und der Auslöser) war der Artikel von Robert D. Meyer im nd: Die Legende vom kuscheligen Bullerbü

      Robert D. Meyer glaubt nicht daran, dass der Heimatbegriff von links umgedeutet werden kann.

      Und wenn die Neue Rechte zur Verteidigung der Heimat ruft, dann klingt dies in den Ohren vieler Menschen nicht besonders dramatisch, weil der Heimatbegriff wie ein Wolf im Schafspelz daherkommt, dem oberflächlich nichts Negatives anhaftet, weil Gefühle doch zutiefst menschlich sind. An diesem Punkt fällt es den Reaktionären leicht, mit ihren Vorstellungen anzudocken, die unscharfe Definition von Heimat als Einfallstor für ihre Ideologie zu nutzen. Nicht zufällig gab die NPD einst die Parole aus: »Umweltschutz ist Heimatschutz!« Klingt doch harmlos, oder liebe Grüne?

      Seit wann genau bestimmen eigentlich Reaktionäre, wo Linke andocken und was sie wie und warum deuten und denken? Der Artikel ist eine vorauseilende linke Bankrotterklärung.

      Mal ganz davon abgesehen, daß Heimat für mich alles mögliche ist, garantiert aber kein kuscheliges Bullerbü.

  5. Ich fand diesen Artikel sehr gedankenanregend und bin immer noch am Überlegen, was der Begriff „Heimat“ für mich eigentlich bedeutet. Ich habe ähnliche Erfahrungen an einer bayrischen Schule hinter mir, um dann mit Erstaunen festzustellen, dass auch Einheimische in den Genuss dieser Behandlung kommen können. Wen der Bayer nicht bei sich haben will, den grenzt er aus, und das mit aller Macht, egal, wo er geboren ist.
    Trotzdem wohne ich bis heute auf dem bayrischen Land und bin jedes Mal froh, wenn ich Berlin wieder verlassen darf (ich habe den typischen Berliner als sehr engstirnig gegenüber anderen Meinungen, Kleidungsarten und dem Wandel kennengelernt, ganz im Gegensatz zu dem, was er von sich behauptet) und wieder die vertrauten Wiesen und Berge sehe.
    Heimat ist für insofern für mich nur die vertraute Umgebung, der Ort, an dem man weiß, wie die Dinge funktionieren, im Guten wie im Schlechten. Der Heimatsinn verschwindet, sobald sich etwas ändert und man sich dieses Vertrauen neu erarbeiten muss. Aus meiner Sicht ist es übrigens völlig egal, ob dies den Prenzlauer Berg trifft oder das bayrische Dorf. Die meisten Menschen reagieren auf den Verlust des Vertrauten mit Abwehr, denn dann verlieren sie „ihre“ Heimat.
    Heimat ist auch der Ort, den ich gestalten möchte, mit dem ich mich verbunden genug fühle und der mir wichtig genug ist, um genau dies zu tun.
    So ungefähr sehe ich Heimat.

    • Herzlich willkommen, julilo!

      Heimat beginnt für mich noch einen Schritt vor der vertrauten Umgebung und dem Ort, an dem ich weiß, wie die Dinge funktionieren. Für grundlegend halte ich, sich im eigenen Körper zuhause zu fühlen.

      … ich habe den typischen Berliner als sehr engstirnig gegenüber anderen Meinungen, Kleidungsarten und dem Wandel kennengelernt, ganz im Gegensatz zu dem, was er von sich behauptet …

      Zum Umgang mit dem typischen Berliner gibt’s einen Trick: immer einen Spruch mehr parat zu haben, egal, ob der jetzt brilliant ist oder nicht. Das ist auch Teil meines Erfolgs mit der Notwehrberlinerei im ländlichen Oberbayern: Schlagfertigkeit (plus einer gewissen Respektlosigkeit und trockenem Humor).

      Der typische Berliner wohnt nicht im Prenzlauer Berg oder im wunderbaren Kreuzberg, sondern in Reinickendorf oder Oberschöneweide und ist kein Welt- sondern ein großmäuliger Kleinbürger. Zum möglichen Herz hinter der Schnauze dringt man vor, wenn der Wettstreit um die größte Schnauze halbwegs erfolgreich absolviert ist. Sehen Sie es als Spiel, das macht irgendwann sogar sehr viel Spaß.

      • Danke, ich freue mich, endlich auch mal etwas zu diesem Blog beitragen zu können. Bisher habe ich nur mitgelesen und die vielen guten Gedanken und Informationen in mir arbeiten lassen.
        Der gute Rat zum besseren Umgang mit dem typischen Berliner zeigt wahrscheinlich auch, warum ich so schlechte Erfahrungen mit den Bewohnern Berlins gemacht habe (meistens übrigens eher in Reinickendorf als im Prenzlauer Berg). Ich bin nicht besonders schlagfertig und allein der Gedanke an einen Wettstreit um die größte Schnauze lässt mich zusammenzucken. Aber ich werde bei meinem nächsten Besuch versuchen, über meinen Schatten zu springen und es spielerischer zu sehen.

        • Weil den Berlinern ihr Ruf ausgeprägter Unfreundlichkeit so vorauseilt, befrage ich seit Jahren meine Berlin-Besucher – nach ihren Erfahrungen auf der Straße und im öffentlichen Raum. Zu meiner Überraschung findet es die übergroße Mehrheit hier gar nicht unfreundlich/unhöflich, im Gegenteil. Mir wurde berichtet von rührender Hilfsbereitschaft bei z.B. Ortsunkundigkeit, von zuvorkommenden z.B. Busfahrern, von selbstverständlicher Hilfe z.B. beim Kinderwagen-eine-Treppe-hochschleppen und was mich besonders freute, von gleich mehreren Leuten, die einem Arschloch Prügel anboten, als eine dunkelhäutige Freundin von ihm rassistisch-sexistisch beleidigt worden war.

          Mich hat anfangs – aus München kommend – irritiert, daß mir z.B. Leute, die ich nach dem Weg fragte, irgendwas in der Preisklasse von ‚HastekeenStadtplan?‚ entgegneten. Gemeint war vermutlich eher ‚Tut mir leid, ich weiß es auch nicht‚. Das kurze Eingeständnis, den Weg nicht zu wissen, habe ich wiederum sehr schätzen gelernt, als ich zwischendurch mal eine Weile in Aachen lebte und auf meine Frage nach dem Weg eine ganze Lebensgeschichte zu hören bekam und zum Weg eine wortreiche, aber nur sehr bedingt wahrheitshaltige Auskunft.

          Widerstand gegen den Wandel in Berlin hat vor allem mit der Art und Weise zu tun, in der dieser Wandel vollzogen wird. Berlin war z.B. sehr lange der einzige Ort in der gesamten Republik, an dem so etwas wie eine Wiedervereinigung überhaupt stattgefunden hat. Das ist eine der vielen Berliner Integrationsleistungen, die allesamt schmerzhaft und anstrengend waren (und sind). Und für die wir uns in Westdeutschland noch als Subventionsverschwender und Spinner beschimpfen lassen dürfen. Während Berlin zeitgleich als Kulisse für alles mögliche/unmögliche herhalten muß: für schlechte Politik und schlechte Krimis, für vergnügungsorientierte Kurzaufenthalte inklusive obligatem Drogenkauf im Görlitzer Park (nebst – wieder zuhause – Skandalisierung) und dem Umstand, daß viele der Neu- und Besserberliner das Herz-mit-Schnauze-Meme zum Anlaß nehmen, ihre Kinderstube komplett zu vergessen und natürlich die vielbeschworenen NoGo-Areas, von denen ich immer noch gern wüßte, wo genau die sich eigentlich befinden. Dazu kommen „Investoren“, die hier gleich ganze Straßenzüge aufkaufen, Altmieter verdrängen, Reibach machen und das als Naturgesetz verkaufen.

          Viele Berliner sind arm. Armsein bedeutet u.a., sehr viel weniger Wahlmöglichkeiten zu haben als Wohlhabende.

          • Ich verstehe diesen Widerstand auf der einen Seite gut und doch stehe ich auch daneben und frage ich mich, ob denn in den letzten zwanzig Jahren niemals jemand zu den Bayern geschaut hat. Ich wohne in einem Dorf, weit außerhalb des Münchner S-Bahn-Rings, denn dort war es schon vor fünfzehn Jahren zu teuer für uns. In diesem Dorf sind inzwischen über die Hälfte der Kinder einer Klasse Kinder von „Zugezogenen“ aus dem gesamten deutschen Raum (für die Internationalität sind wir dann doch etwas zu klein), insbesondere auch von vielen, die nach der Wiedervereinigung auf der Suche nach Jobs nach Bayern gezogen sind. Hier fragt schon lange keiner mehr, woher man kommt und welchen Dialekt man spricht. Diese unwahrscheinliche Integrationsleistung wurde von wortfaulen Bayern vollbracht, die seit Jahren immer enger zusammenrücken, denn fürs eigene Häuschen reicht es selbst für Normalverdiener schon lange nicht mehr.
            Gleichzeitig durfte sich die Münchner Politik jahrzehntelang anhören, dass sie doch bitte nicht mehr über die „Luxusprobleme“ des boomenden Oberbayern jammern sollten, wenn sie darauf drang, Hilfestellung bei der Bewältigung des Wachstums und den Problemen mit der Gentrifizierung, inklusive der Raubritter-Investoren (ein aktuelles Beispiel: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-was-hier-passiert-ist-ist-an-dreistigkeit-nicht-zu-ueberbieten-1.3679976), zu bekommen. Wenn ein Bayer über die Menge an Neubürgern in seinem Ort und die daraus entstehenden Probleme erzählt, wird er belächelt und ihm wird bedeutet, dass er sich doch freuen soll, dass es nicht mehr so provinziell zugeht. Erst als es auch den eigenen Hinterhof in Berlin getroffen hat, wird gejammert. Ich gebe zu, dass mich das ärgert. Immerhin sorgt es dafür, dass das Thema langsam auf die Agenda der Politiker kommt und so auch München und Umgebung von den neuen Möglichkeiten profitiert.
            Arm ist arm und Gentrifizierung ist Gentrifizierung, egal, wo man wohnt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut die Menschen hier mit dem Wandel umgehen können. Wenn die Politik sie endlich unterstützt, dabei nicht unter die Räder zu kommen, umso besser. Meiner Meinung nach ist es an der Zeit.
            Vielleicht sollten wir alle ein bisschen über unseren Tellerrand blicken und gemeinsam dafür kämpfen. Das wäre doch einmal eine ungewöhnliche Konstellation, wenn Bayern und Berliner sich zusammenschließen würden, um dem Boom Zügel anzulegen und die Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen. Zumindest können wir uns schon über jede Menge schlechter Filme aufregen, für die beide Regionen als Kulisse herhalten müssen.

            • … und frage ich mich, ob denn in den letzten zwanzig Jahren niemals jemand zu den Bayern geschaut hat. … Erst als es auch den eigenen Hinterhof in Berlin getroffen hat, wird gejammert.

              Sie lassen bei Ihren Überlegungen einen entscheidenden Punkt außen vor: in Bayern gibt es seit Jahrzehnten nahezu Vollbeschäftigung und die kommunalen Einnahmen sprudeln nur so.

              Während in Berlin viele Bürger arbeitslos, prekär beschäftigt, verdeckt scheinselbstständig, lausig bezahlt sind, Industrie, Gewerbe, Handel gern nach Brandenburg abwandern und in der Ära Sarrazin die Berliner Verwaltung, Erziehung, Schulen, Lehre, Soziales, Kultur, Polizei, kurz: so gut wie jede Infrastruktur zerspart wurde. Und zwar, nachdem in Westberlin schon in den 1980ern in einer Weise gespart wurde, die in einigen Regionen in Westdeutschland erst ein gutes Jahrzehnt später ankam.

              Ein großer Teil der Berliner Armut geht auf die Mauer zurück, bzw. die absurd hohe Verschuldung nach deren Fall auf politisch durchgeknallte Hauptstadtwolkenkuckucksträume, um die hier keiner gebeten hat und nein, der Markt regelt eben nicht alles, jedenfalls nicht gut.

              Mir wäre lieb, wieder ein bißchen zum Thema zurück zu paddeln. Vielleicht ergibt sich irgendwann – gern auch in Ihrem Blog – die Möglichkeit, sich in aller Ausführlichkeit über Unterschiede und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Berlin und Bayern auszutauschen.

  6. Pingback: Kleinigkeiten | Fädenrisse

  7. Liebe Dame von Welt,
    den letzten Beitragsabschnitt kann ich unterschreiben. Auch fast, was Carolin Emcke geschrieben, ich kannte es. Heimat ist für mich auch Backstein im Abendlicht, auch er hat mich in den Norden zurück gezogen.
    Heimat sind für auch Menschen, die ich liebe, auch solche, denen ich nie begegnet bin, die Bachmann, Lasker-Schüler, Bach, Rilke, Ausländer, Goethe, Joan Baez, Wolf und Woolf, um Beispiele zu nennen.
    Heimat ist für mich auch paddeln auf dem Kindheitsfluss, auf dem mich meine Wahlgroßmutter einst das Paddeln lehrte. Auch Fliederbeerensuppe, die wir gerade gegessen.
    Heimat kann sich auch verändern. Gestern sprach meine Mutter vom Duft des Pregels, der nächtens manchmal zu ihr kommt. Der Duft der Trave ist er Tags vertrauter, hat sie gesagt.
    Vielleicht ist Heimat eine Sehnsucht, ein Phantom.
    Wie ich drauf komme?
    Vorhin, wir waren auf dem Fluss, rief M mich an. Meine Schwester und ihr Kind sind heute Nacht gestorben, bei einem Anschlag in Kabul. Hier sein. Ich will lernen.

    • Das geht mir nicht anders, sicher bin ich mir auch nicht. Noch glaube ich, das je sein zu können, sondern bin und bleibe voller Zweifel.
      Umso wichtiger, denen mit den kurzen und falschen Antworten auf komplexe Fragen weder den Begriff Heimat zu überlassen noch die Macht, zu bestimmen, wer wo warum eine Heimat hat und wer nicht – das wäre verantwortungslos.
      Wir müssen alle mal dringend lernen, daß Zweifel eine Qualität sind, eine aufklärerische Tugend und kein Makel.

  8. Keine Ahnung, von wem, aber lohnend, Zeit Online – Heimat – neue politische Karriere für einen alten Begriff, daraus (sehr selektiv) zitiert:

    Umfragen sind eindeutig: Neun von zehn Menschen in Deutschland finden Heimat sehr wichtig oder wichtig. „Gar nicht wichtig“, antwortete in einer Infratest-Studie 2015 nur ein Prozent von 1001 Befragten.

    Und die überwältigende Mehrheit weiß genau, was Heimat ist. Der Definition „Menschen, die ich liebe beziehungsweise mag, zum Beispiel Familie, Freunde, Verwandtschaft“ stimmten 92 Prozent der Befragten sehr stark oder stark zu. Auf ähnlich hohe Werte kamen „mein Zuhause“ und „Gefühle und Empfindungen zum Beispiel Wohlfühlen, Geborgenheit, Sicherheit, Zufriedenheit und so weiter“.

    (Es) sind viele auf der Suche nach festem Grund, nach einem Ort „wo ich mich auskenne“, wie Steinmeier es ausdrückte. Heimat, ein Sehnsuchtsort: 89 Prozent in der Infratest-Umfrage verbanden damit ein positives Gefühl. … Deutschland als Kategorie spielte erstaunlicherweise gar keine Rolle in der Infratest-Studie. Genauso war es schon in einer Emnid-Umfrage 2010: Politik Fehlanzeige. 1999, als Emnid noch danach fragte, nannten gerade mal elf Prozent bei Heimat: Deutschland.

    Wo gehöre ich eigentlich hin? Die Antwort spiegelt sich in den Umfragen: Heimat, das sind Familie, Freunde, Wohnort.

    Die Ankunft von mehr als einer Million Flüchtlingen hat mit diesem eng umzirkelten Wohlfühlort wenig zu tun. In der Infratest-Umfrage auf dem Höhepunkt der Welle 2015 sagten 76 Prozent, die „derzeitige Zuwanderung“ habe an der Bedeutung von Heimat nicht viel verändert. Nur, dass eben sehr viele Suchende dazukamen. Die kleine, private „Wir“-Heimat taugt durchaus auch für die 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die das Statistische Bundesamt 2016 zählte.

    Heimat ist also für die allermeisten gar nicht Vaterland und schwarz-rot-gold.

  9. Heimat hängt für mich sehr eng mit Landschaft und Natur zusammen. Ich bin freiwillig mit 18 aus Berlin weggegangen und habe Deutschland mit dem Zug und zu Fuß durchquert. „Heimat“ ist Utopie und Seelenlandschaft..und das war für mich das Mittelgebirge. In meiner „Heimat“ ist Platz für alle Menschen aus allen Ländern… Vertrieben aus der Heimat werde ich zur Zeit durch die brutale Industrialisierung durch Großindustrieanlagen, die angeblich das Klima schützen …….“Heimat“: …und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus (Eichendorff). Dieses Empfinden wird gerade getötet und so bleiben nur noch Abschiedsblicke auf die wenigen noch ungeschändeten Hügel, Sehnsucht und eine ferne Utope des Einsseins mit der Natur……

    • Vertrieben aus der Heimat werde ich zur Zeit durch die brutale Industrialisierung durch Großindustrieanlagen, die angeblich das Klima schützen

      Was meinen Sie damit? Ein Windpark schändet Hügel, tötet Ihr Empfinden und vertreibt Sie aus der Heimat?

      … Sehnsucht und eine ferne Utope des Einsseins mit der Natur……

      Hmnuja, der Mensch ist eins mit der Natur, er ist einer ihrer Bestandteile. Menschen unterliegen – entgegen anderslautender Vermutungen – auch der Evolution. Dazu gehören menschlicher Erfindungsreichtum ebenso wie menschliche Dummheit bis zur Selbstauslöschung.

      Ob Umweltverschmutzung (durch u.a. Kohlekraftwerke und anderer Rohstoff-Mißbrauch), Klimawandel, atomare Verseuchung das mit der Selbstauslöschung schneller schaffen als Windparks?

        • Na wenn das so ist, wird es wohl besser sein, Ihre Heimat unbeschadet und Sie unvertrieben zu lassen, die WKA wieder abzureissen und jede Bemühung einzustellen, sich so wenig schädlich wie möglich zu verhalten. Schließlich erfreuen sich ja auch die durch klimawandelbedingt steigende Meeresspiegel gefluteten Pazifik-Insel-Bewohner und die durch klimawandelbedingte Dürre Verhungernden in Ostafrika schon jetzt ihres Einsseins mit der Natur^^

          • Das Problem ist, dass die WKA zum Klimaschutz nichts beitragen, da sie Backup-Kraftwerke brauchen. So hat der WKA-Ausbau zu einem Kohleboom geführt. Ich bin für konsequenten Klimaschutz und dazu muss es ein ganzes Programm an Maßnahmen geben. Strom macht z.B. nur 20 % des primären Verbrauchs an Energie aus und dieser Verbrauch wurde in Deutschland von 30 000 WKA zu durchschnittlich 20 % erbracht und dies noch unstet. Also die Frage: Welchen Beitrag leistet diese Politik für den Klimaschutz? Welche der genannten Katastrophen wird dadurch aufgehalten. Die Windkraftbranche hat es geschafft, den Menschen zu suggerieren, sie könnten ihren verschwenderischen Lebensstil beibehalten, weiterhin die Regenwälder für die Biodieselproduktion und die Industrie abholzen. Man müsste nur Deutschland mit WKA vollstellen und schon würde der Meeresspiegel sinken. Ich war auch für WKA, bis ich mich sehr eingehend mit dem Klimaschutz beschäftigt habe. Glauben allein reicht nicht, um diese Katastrophen zu verhindern. ´Die einseitige Fokussierung auf Strom, die mangelnde Unterscheidung zwischen installierter und tatsächlicher Leistung führen zu Fehleinschätzungen. Ich empfehle die Statistiken von Agora Energiewende. Diese versuchen ja immer noch, alles positiv darzustellen, können aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass WKA mehr als 70 % hinter der installierten Leistung zurückbleiben und dass es Tage gibt, wo von den 30 000 WKA ganze 0 Gigawatt ins Netz gespeist werden.

  10. Pingback: Heimatlos | Schrottpresse

  11. Hm, schöner Artikel. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Heimatbegriff für irgendwas brauche. Ich glaube, das ich ihn gar nicht nutze. Ich glaube, mir reicht „Zuhause“. Was ist da der Unterschied? Heimat bezieht sich auf einen weiteren Raum? Zugehörigkeit zu einer größeren Gruppe? Vielleicht habe ich das alles nicht so.

    • Hm, „Zuhause“ reicht mir im Normalsprachgebrauch auch. Ich fing an, den Heimatbegriff zu strapazieren, als ich bei Veranstaltungen in Westdeutschland (wo aus meinem Firmenschild ersichtlich war, daß ich in Berlin lebe) ständig für Berlin und die Ex-DDR angepöbelt wurde und mich zu rechtfertigen hatte.

      Sie und ich sind mit unserem, geradezu garantierten „Zuhause“ in jeder Hinsicht privilegiert. Womöglich wird die Relevanz erst klar, wenn „Zuhause“ verloren geht. Woher vielleicht auch die z.T. rückwärtsgewandte Konnotation von Heimat kommt (x unterschiedliche Definitionen von Heimat sind im Fred verlinkt).

      • Naja, meiner Privilegierung bin ich mir hoffentlich bewusst. Es fällt mir halt schwer, mich mit diesen Heimatbegriffen auseinanderzusetzen, da ich das Gefühl habe, sie für mich nicht nutzbar machen zu können. Wenn mir ein Interesse fehlt, kein Nutzen ersichtlich ist, dann fällt mir das lernen schwer. „Heimat“ von Edgar Reitz, fand ich natürlich grandios. Das wäre mir beim Nachdenken über Heimat aber auch nicht eingefallen, dass diese tolle Serie, oder was auch immer es ist, so heißt.

        • Daß Sie sich Ihrer Privilegierung hoffentlich bewußt sind, erfüllt mich mit Ehrfurcht.

          Bei mir war und ist das anders. Ich habe oft erst vergangene Privilegierungen schätzen gelernt. Oder sie fielen mir bei positiver Diskriminierung z.B. wegen weißer Hautfarbe auf, z.B. das Privileg selbstverständlicher medizinischer Versorgung in unseren Breiten, als ich mal an einer langen Schlange Wartender auf Sansibar vorbei als erste vom Arzt behandelt wurde (keine Chance, mich hinten in der Schlange einzureihen, ich wurde von den Wartenden nach vorne geschoben). Oder das Privileg von gesetzlich garantiert sauberem Trinkwasser aus dem Hahn, das schon südlich der Alpen nicht mehr existiert.

          Beim Privileg Heimat/Zuhause habe ich bei mir den Verdacht, daß es mir (von meiner unerfolgreichen Integration in Oberbayern oder vom Ausgebürgertsein aus meiner Familie einmal abgesehen) so selbstverständlich und nutzbar ist, daß ich das Fehlen des Privilegs erst in vollem Umfang begreifen würde, wenn ich aus meiner Wohnung flöge, obdachlos wäre, angefeindet und bedroht würde, zur Flucht gezwungen, staatenlos gemacht würde usw.usw.

          Heimat/Zuhause wird durch Gesetze garantiert, an denen gerade nach Kräften gesägt wird. Auch, wenn mich Heimatverlust, Flucht, Ausbürgerung, immer enger werdende Verwaltungsvorschriften in der deutschen Asylpraxis, Obergrenze nebst noch zu erwartenden Sprachregelungen nicht selbst betreffen, es betrifft andere Menschen.
          Ihr Kommentar ließe sich so interpretieren, als sei das für Sie nicht von Interesse.

          • aha. es ist einfach so, dass ich vielen menschen begegne, die all diese von ihnen aufgelisteten oder zumindest teile davon nicht haben. geflühchtet, neulich obdachlosen geflüchteten, was mich sehr mitgenommen hat und ich bin auch auf reisen schon in gegenden gewesen, die mir vor augen geführt haben, dass vieles von dem, dass für mich selbstverständlich ist, für andere nicht selbstverständlich ist. daher sind privilegien eigentlich etwas über das ich jeden tag nachdenke.

            • Gute Güte, onkelmaike, das war nicht persönlich böse gemeint!
              Eigentlich hatte ich gehofft, das auch durch Ich-Form und Konjunktiv deutlich gemacht zu haben.
              Tut mir sehr leid, wenn das nicht ankam.

              • als „böse“ habe ich es auch nicht aufgefasst. tatsächlich ist mir aber nicht so klar, warum aus der formulierung „meiner privilegien bin ich mir hoffentlich bewusst“ abzuleiten soll, dass mir das thema egal sein soll. deswegen habe ich dann noch mal aufgeschrieben, warum ich glaube, mir meiner privilegierngen, soweit das möglich ist, bewusst zu sein.

  12. Johannes Schneider, Zeit Online – Hilfe, es heimatet sehr

    Es läge jetzt nahe, Heimat im Zirkelschluss zu definieren. In etwa so: Des Deutschen Heimat ist jener Ort, wo sich um ein Wort wie Heimat – wird es von der falschen Person am falschen Ort ausgesprochen – im Nu ein ganzes Empörungsgeflecht legt. Wo der rational disziplinierte Teil der Linken jenen naiven Schwärmern, denen Heimat ein selbstverständlicher, warmer, nicht-ausgrenzender Begriff ist, mit einer Vehemenz begegnet, in der ebenfalls ein durchaus heimatliches Erbe mitschwingt: die frontale Schulmeisterei, die selbstverständlich keinen Widerspruch duldet. „Heimat“, so belehrte die Grüne Jugend auf Twitter jemanden, der ihre Definition von Heimat als „ausgrenzenden Begriff“ zart hinterfragte, „ist ein Begriff der Gegenaufklärung und Irrationalität. Ist kein Zufall, dass er in der Romantik entstand und im NS gebraucht wurde.“ So weit, so klar? Dann vernichten Sie bitte sofort Ihre Eichendorff-Gedichte, Sie Nazi!

    Und beantworten Sie bitte folgende Fragen: Wofür brauchen Sie den Begriff überhaupt? Wissen Sie denn nicht, dass den auch Leute im Munde führen, mit denen Sie gewiss nichts zu tun haben wollen, Stichwort Thüringer Heimatschutz? Ja, reicht Ihnen denn kein schlichtes „Zuhause“, wenn Sie den Ort beschreiben wollen, an dem Sie sich sicher fühlen, geborgen und orientiert, vielleicht sogar: frei? Wofür brauchen Sie Heimat, Frau Göring-Eckardt, Herr Steinmeier – und all die anderen, die davon nicht lassen wollen? Ob Kölschrocker oder Refugee – was denken Sie sich?

    Wer sich etwas näher mit dem Begriff beschäftigt, kommt schnell zu dem Punkt, dass diese Beschäftigung zwar durchaus lohnt, wenn man langen, komplexen, wendungsreichen Begriffsgeschichten etwas abgewinnen kann, nicht aber, um seriös zu einer Einschätzung zu kommen, wie, wann und ob überhaupt Heimat als ein politischer Begriff der Nicht-Rechten taugt. Heimat ist dafür zu alt, zu groß, zu ungenau, auch zu oft missbraucht, wofür er sich in seiner ganzen Nach-Innen-Richtung auch nur zu gut eignet. So viel ist sicher: Wer von ihr die Finger lässt, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite.

    Man kann es auch anders sehen: Wer Heimat für die politische Kommunikation ablehnt, ohne einen vergleichbaren Begriff für jene positive Zugehörigkeit, die sie im besten Sinn meint, zu präsentieren, zeigt – im Seehoferschen Sinn – eine offene Flanke. Die ist nicht rechts, nicht links, nicht oben, nicht unten, der Riss umschließt vielmehr all jene Erleuchteten, die, ganz aufgeklärt und rational, Politik von Emotion trennen können; die es sich leisten können, niemandem eine politische Heimat zu bieten, sondern nur ein Themen- und Positionen-Angebot.

    Wenn Heimat – und das liegt näher, als es scheint – auch Vertrauen darin bedeutet, in jenen Punkten be- und mitgedacht zu werden, die man selbst nicht lückenlos überwacht, ist sie ein ur-linkes Gefühl. Sie entsteht eben nicht durch kühle Berechnung, sie ist nicht handelbar am Markt, sie ist plötzlich da, wo Menschen das Gefühl haben, gemeinsam mit ihrer Umgebung gemeint und berücksichtigt zu sein.

    Die Heimat der Zukunft, um hier final alle konservativen Kopfnicker zu vergraulen, ist Patchwork statt Privileg. Sie ist anschlussfähig für alle, die nach ihr suchen und die, anders als die gesegneten Rationalist*innen, für ihr psychisches Wohl darauf angewiesen sind, irgendwo oder irgendwie heimisch zu werden. Vielleicht findet sich dafür ja bald ein Begriff, der nicht so kontrovers ist wie Heimat und nicht so unverortet wie Solidarität. Bis dahin ist ein solidarisches Heimatgefühl nicht die schlechteste Basis für eine demokratische Zukunft.

  13. Vorweg, danke, für den gelungenen Text!
    Er erinnert mich an Ihre Bemerkung, irgendwann 2009, man solle das Nationale nicht den Rechten überlassen.

    Als mein Bruder starb, musste ich vor der Beerdigung durch ein amtliches Dokument nachweisen, dass er geboren wurde. Nach langem Suchen fand ich eine Geburtsurkunde in litauischer Sprache, die erst durch eine öffentlich bestellte Übersetzerin ins Deutsche übertragen werden musste, um dann endlich behördlicherseits anerkannt zu werden – obwohl das Geburtsdatum nicht mit dem im Personalausweis übereinstimmte.
    Meine deutsch-baltische Familie väterlicherseits hat, urkundlich nachgewiesen, seit 1682 in Mitau (Lettland), später in Riga gelebt, meine Mutter war Litauerin und ich bin das erste in Deutschland geborene Mitglied.
    Aufgewachsen als Flüchtlingskind in einem norddeutschen Dorf, später gelebt in Hamburg, Heidelberg und diversen norddeutschen Dörfern und Städten, weiß ich bis heute nur aus Erzählungen, Büchern und Filmen, was Heimat sein könnte.
    Und vieles davon lässt mich eher schaudern, vergleichbar mit der rührseligen deutschen Weihnacht. Zur Zeit lebe ich am Rande einer Reihenhaus-Siedlung, deren Bewohner in der Mehrheit über siebzig sind und deren Ansichten über Migranten ich mir durch Senilität und Demenz zu erklären versuche. Nee, auch wenn ich wahrscheinlich hier sterben werde, Heimat ist es, wird es nicht.
    Trotz alledem: Frische, heimatliche Herbsttage!

    • O hallo mistaknista, welch seltener Glanz! Freut mich sehr, mal wieder von Ihnen zu lesen.
      Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, jemals so über das Nationale gesprochen zu haben. Ich habe allerdings mal ein Weilchen auf dem Begriff Patriotismus herumgekaut. Und zwar abgeleitet vom Lokalpatriotismus, also einzwei Hausnummern kleiner. Der Hugo hat Heimat für sich mal so definiert: das, was ich in x Tagen (ich weiß nicht mehr, wie viele es bei ihm waren) umlaufen kann.

      Was Sie über Ihr Leben und das Ihrer Familie schreiben, bestätigt meine Vermutung, daß – mehr noch als Heimat – das Gefühl der Schmerz der Heimatlosigkeit vererbbar ist.
      Genau – trotz alledem herzliche Grüße!

      • Richtig, der Patriotismus war’s. Auch ich bin mittlerweile fast siebzig, also ein Greis, wenn man Maßstäbe anlegt, die noch in meiner Jugendzeit gang und gäbe waren. Somit ist 2009 noch nicht lang genug her, als dass ich mich ganz genau erinnern könnte ;)
        Gerne schau‘ ich ab und an bei Ihnen rein, bei mir allerdings ist der Schwung hin und Allgemeinplätzchen zu servieren, widerstrebt mir noch immer, deshalb kommentiere ich kaum noch.
        Grüße und beste Wünsche für weiterhin blitzgescheite Gedanken und einen ausdauernden Mittelfinger!

    • Und zwar zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Auto. Und die unterschiedlichen Schleichwege für Tag und Nacht, für normalbelebte Wochentage und für Ausflugs-, Wochenend-, Berlinmarathon- und andere Tage, an denen die Hölle los ist. Außerdem sind Hin-Schleichwege nicht notwendigerweise auch Zurück-Schleichwege.
      Herzlich willkommen, Studio Glumm!

    • Herzlich willkommen Oliver Driesen!
      Ich bin nicht so sicher, ob tatsächlich eine örtliche Heimat etwas grundlegend Wichtiges für jeden Menschen ist, sondern weit eher, daß das die Heimat überhaupt ermöglichende Recht auf Rechte grundlegend wichtig ist.

      Den Geruch des Rheins bei Niedrigwasser erinnere ich aber auch, als wär’s gestern gewesen und nicht vor mehr als 40 Jahren.

  14. oxnzeam, Der Freitag – Die Renaissance der Heimat

    Heimat ist in der Lebenspraxis kein Abstraktum, sondern konkretisiert sich in individuell Erfahrbarem, im Guten wie im Schlechten; deshalb enden die 1001 Erzählungen von Heimat alle anders. Eine kleine, subjektive Auswahl von Heimatgeschichten … mag diese Vielfalt andeuten:

    – Es begann vor Abermillionen Jahren, da wir noch als Mikroben in einem Urmeer schwammen und unser Überleben von der biochemischen Zusammensetzung rund um unseren Schwarzen Raucher abhing. Und so sprach die evolutionsbereite Mikrobe: „Heimat ist da, wo die Chemie stimmt.“

    – In der langen Zeit als Fische, Saurier, Mammuts, Affen und noch als Jäger & Sammler zogen wir von Region zu Region, in alle Habitate des Planeten, um Nahrung zu finden. Und so sprach das hungrige Wandertier: „Heimat ist da, wo’s was zu fressen gibt.“

    – Als wir schließlich zu Cro-Magnons wurden, hielten wir uns gern längere Zeit in schützenden Höhlen auf. Es war Eiszeit, manche Tage in der Höhle wurden lang, und beim flackernden Feuerschein kam uns so manche gute Idee, etwa die Höhlenwände mit Bilder-Szenen auszuschmücken, die in unserer damaligen Kultur wichtig waren. Und so sprach der kreative Cro-Magnon: „Heimat ist da, wo man sich verewigt.“

    – Bald darauf, so vor gut 10.000 Jahren, entdeckten wir im anatolischen Hochland durch Zufall, dass in Wasser eingeweichtes Getreide mit etwas Spucke einen Sud mit ziemlich angenehmer Wirkung ergab. Also errichteten wir für alle Clans in der Region auf dem Göbekli Tepe eine weithin sichtbare Anlage aus riesigen Steinblöcken, um uns regelmäßig zum gemeinsamen Feiern zu treffen. Und so sprach der soziale Alt-Anatole: „Heimat ist da, wo man gemeinsam sein Bier trinkt.“

    – In der Folge bereisten wir vielmals andere Regionen und Städte, zum Zwecke des Handels oder des Krieges, und mussten oft Jahre voller Gefahren und fern von unseren Lieben durchleiden. Und so sprach mancher vielgereiste Odysseus: „Heimat ist da, wo ein liebendes Weib treu auf mich wartet.“

    – In kaum einem Land ist das Heimatgefühl so ausgeprägt und pathetisch wie in der Schweiz, die mehr ist als eine Nation, nämlich eine Eidgenossenschaft. Die heimatlichsten Heimatfilme wurden hier gedreht („Heidi“) und die bodenständigsten Sportarten erfunden („Schwingen“). Bei dieser Heimatliebe und Bodenständigkeit wundert es nicht, dass tausende perspektivlose Schweizer Bauern in den erntelosen Katastrophenjahren nach Ausbruch des Tambora (1815) nicht wie etwa ihre schwäbischen Nachbarn nach Amerika auswanderten, sondern ihr Schicksal vor Ort in die Hand nahmen. Und so sprach der verzweifelte Bauer zum Abschied: „Heimat ist da, wo man sich aufhängt.“

    – Und da sich die Menschen bekanntlich durch nichts so sehr unterscheiden wie durch die Art ihres Humors, so sprach der ernsthafte Kulturanthropologe: „Heimat ist da, wo wir die Witze verstehen.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s