Wert und Preis

Der Arme Poet

Entgegen landläufiger Meinung üben Künstler kein ausgeufertes Hobby aus, sondern einen Beruf. Die Art der Ausbildung dazu hängt von der jeweiligen Branche, Kunstbegriff, Zeit, Land ab, sie reicht von der Erlernung eines Handwerks mit Lehr- und Gesellenjahren bis zum langjährigen Studium. Es gibt nicht wenige Künstler, die beide Ausbildungswege beschreiten. Weniger als die Hälfte der Künstler in Deutschland arbeitet angestellt, z.B. an einem Theater oder Orchester – die sollen hier nicht weiter interessieren.

Die meisten Künstler wachen nicht erst gegen Mittag auf, nehmen einen tiefen Schluck Rotwein und sind dann creativ mit c, das Tagwerk unterbrochen von zahlreichen Erholungsaufenthalten in Cafes und Kneipen. Besser als Karl Valentin kann man es nicht sagen:

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.

Erschwerend zur vielen Arbeit kommt hinzu, daß die meisten Künstler arm sind (in Berlin leben 70% der Künstler von weniger als 900 Euro/Monat) und oft zusätzlichen berufsfremden Jobs nachgehen, um sich ihre eigentliche Arbeit überhaupt leisten zu können. Dazu gehört ein adäquter Arbeitsraum, Arbeitsmaterialien und die gekaufte Zeit, bis wieder an jedem Ersten eines Monats Mieten und Rechnungen für Luxus wie z.B. Telefon und der Künstlersozialkassenbeitrag (sofern sie genug verdienen, um in der KSK versichert sein zu dürfen, wozu sie gesetzlich verpflichtet sind) vom Konto verschwinden. Darüberhinaus leben auch Künstler nicht nur von Luft und Liebe, sie müssen essen und trinken, sich bekleiden, von a nach b kommen, am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben.

Freie Künstler sind Freiberufler. Wenn sie krank sind oder aus anderen Gründen nicht arbeiten können, gibt es keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei minderen Leistungen kein Mitgeschleppt- und trotzdem Bezahltwerden. Es gibt auch keinen gesetzlich garantierten Jahresurlaub, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, kein 13. Monatsgehalt, keine Sabbaticals, keine Provision, keine Boni.

Die meisten Künstler lieben ihren Beruf, sie kennen keine festen Arbeitszeiten, keine Trennung zwischen Arbeit und Leben, sie bilden sich unausgesetzt fort, entwickeln sich und arbeiten weiter, bis sie aus den Latschen oder gleich in die Grube kippen.


 

Ohne Künstler keine Kunst. Ohne Kunst keine Museen und Galerien. Trotzdem werden bei Ausstellungen häufig nur die Mitarbeiter der Institutionen bezahlt. Es gibt kein Gesetz, das die Vergütung von bildenden Künstlern regelt.

Es wird mal wieder die Ausstellungsabgabe diskutiert. Die Diskussion, ob Künstler, wenn sie in öffentlichen Einrichtungen ihre Arbeiten ausstellen, unabhängig von möglichen Verkäufen bezahlt werden, dauert seit 1974 an.

Die bildenden Künstler sind mit dieser knappen Diskussionszeit gegenüber den angewandten Künstlern noch in geradezu privilegierter Situation. Die angewandten Künstler wurden nicht nur aus der Handwerksrolle gestrichen, obwohl sie die ältesten Berufe der Welt ausüben und sich jeder dahergelaufene Handwerkskammerpräsident nur zu gern mit ihren Arbeiten fotografieren läßt. Sie werden (Westdeutschland) nicht nur von den bildenden und darstellenden Künstler arrogant belächelt, obwohl sich die jeweiligen gestalterischen Prozesse gleichen. Sie stellen ihre Arbeiten nicht nur unentgeltlich zur Verfügung, sie bauen ihre Ausstellungen nicht nur unentgeltlich auf und wieder ab, reisen nicht nur auf eigene Kosten in der eigenen Karre quer durch Europa und hören sich die Sprüche der geneigten Besucher à la ‚Das kann mein Kind auch‘ an. Nein, sie bewerben sich auch noch, um unentgeltlich das Kulturleben von Städten und Gemeinden bereichern zu dürfen und zahlen z.T. üppige Standmieten dafür.

Es gibt keine engagierteren Sklaven des Kapitalismus als Künstler.


 

Können Sie den Bildausschnitt zuordnen? Sie sehen oben mittig einen Fensterausschnitt mit winterlichem Licht. Rechts sehen Sie die Knie des Künstlers unter einer Bettdecke, der wegen der winterlichen Temperatur nicht im Bett, sondern auf einer Matratze am Boden weilt. Der Ofen im Zentrum des Bildauschnittes bleibt kalt, sofern er nicht seine Arbeiten verheizt. Davor links unten sehen Sie einen Stapel mit der Aufschrift ‚Operum meorum fasciculum III‘, zu deutsch: Das dritte Bündel meiner Werke.

Es handelt sich um einen Ausschnitt aus dem zweitliebsten Bild der Deutschen (nach der Mona Lisa): Der arme Poet von Carl Spitzweg. Spitzwegs Vorlage war wahrscheinlich der Hofpoet (Titel ohne Mittel) Mathias Etenhueber, der an seiner Armut so verzweifelte, daß er am Ende gereimte Flugschriften über Hinrichtungen unters Volk warf, zur Hebung der Moral und zur Steigerung seiner Bekanntheit.

Und die Moral von der Geschicht?

Biedermeier. Die Deutschen lieben nur arme Künstler. Gleichzeitig wird in Deutschland keine Gruppe so verachtet wie Arme. Denn nur so herrscht Ordnung im Land der Dichter und Denker, in unserer Kulturnation.


Bild (Ausschnitt): Carl Spitzweg ‚Der arme Poet‘, Wikimedia Commons, gemeinfrei


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16 Gedanken zu „Wert und Preis

  1. „Die Deutschen lieben nur arme Künstler.“ Naja, der romantisierende Mythos Armut mit seinen Kumpels Verzweiflung, Besessenheit, Leiden(schaft) usw. als Quell der Inspiration wird auch seitens der Künstler und deren Verwertungsumfeld gerne gepflegt.
    Es kann auch keine/r davon ausgehen, daß die Welt grade auf sie/ihn gewartet hat. Und davon leben kann mensch nur, wenn jemand bereit ist, für die Werke adäquat zu bezahlen, ein Mäzen vorhanden, aus Versehen ein „Promi“ nen Narren dran gefressen hat und/oder des Künstlers Strategie für ein geneigtes Umfeld aufgeht.
    So einen schönen Spitzweg-Kunstdruck für wasweißich 20€ hängen sich die Leute auch lieber ins Wohnzimmer als ein verstörendes abstraktes Gemälde für 1763,34€.
    Es ist halt auch wie beim Sport, was Ausstellungen angeht, manche kriegen Startgeld, die anderen müssen noch dafür bezahlen, um überhaupt dabeizusein.

    Der eine Dichter und Denker hatte eine feste Staatsanstellung, der andere schlug sich irgendwie durch…
    Später evtl. noch mehr, ich bin hier öfter mal von Künstlern umzingelt, muß mich aber jetzt was bodenständigerem widmen=Holz sägen, sonst gehts mir nächste Woche wie Spitzwegs Poeten, nur daß so ein Rechner nicht solange anhält wie ein paar kg verarbeitetes Holz… haha

    • Naja, der romantisierende Mythos Armut mit seinen Kumpels Verzweiflung, Besessenheit, Leiden(schaft) usw. als Quell der Inspiration wird auch seitens der Künstler … gerne gepflegt.
      Es kann auch keine/r davon ausgehen, daß die Welt grade auf sie/ihn gewartet hat.

      Ich schrob es schon: Künstler sind die engagiertesten Sklaven des Kapitalismus und sie müssen sich dabei noch einen Haufen Scheiße anhören („bodenständigerem widmen„). Denn es muß Ordnung herrschen im Land der Dichter und Denker, in unserer Kulturnation.

      Später evtl. noch mehr

      Muß nicht sein… haha.

  2. Ich scheine tatsächlich noch eine Anmerkung zur Erfindung des nicht-bodenständigen Künstlergenies nachliefern zu müssen.
    Der Geniekult wurde als schwacher Trost für die sich wirtschaftlich verschlechternde Lage von Künstlern erfunden, als deren Auftraggeber aus Adel und Klerus ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert an gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung verloren. Die Betonung liegt auf ’schwacher Trost‘, denn Künstler zahlen mit Genie weder an Supermarktkassen noch taugt es zum Heizen.

    Es gibt in der Tat Künstler, die genial sind, vielleicht ein oder zwei pro Generation.
    Es gibt eine Menge mehr, die sich selbst für Genies halten – eine gute Genie-Performance kann schon unterhaltsam und beim Verkauf sehr hilfreich sein.
    Der ganze große Rest ist vor allem eins: fleißig.
    Viele sind zusätzlich bodenständig und bescheiden.

    • „Der Geniekult wurde als schwacher Trost für die sich wirtschaftlich verschlechternde Lage von Künstlern erfunden, als deren Auftraggeber aus Adel und Klerus ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert an gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung verloren.“ – Ein fulminanter Satz, wie ich finde, liebe Dame von Welt! Da ich öfter den Verdacht hege, dass Entwicklungen der ideengeschichtlichen Sphäre in der Regel auf handfesten materiellen bzw. soziologisch zu fassenden historischen Veränderungen beruhen, und ich Ihre stets gründlich recherchierten Beiträge hier sehr schätze, an dieser Stelle eine kleine Bitte: Wäre es Ihnen möglich, ein paar weiterführende Hinweise/Links/Literaturangaben zu diesem Thema zu geben? Herzlich grüßt der Dilettant.
      P. S. Ich muss in diesem Zusammenhang immer daran denken, dass während meines Musikstudiums der Mythos kolportiert wurde, Beethoven hätte durch seine exorbitante, vielleicht auch Instrumentenschädigende Spielweise die Entwicklung hin zum modernen Instrumentarium (Stahlsaitenflügel etc) vorangetrieben. Dabei versuchte der arme Mensch einfach nur, seinem ertaubendem Gehör ein paar letzte Laute zuzuführen.

      • Da muß ich passen, tut mir leid. Mir wurde das so oder ähnlich im Studium vermittelt, ich könnte das aber nicht an einer einzelnen oder überhaupt an irgendeiner verlinkbaren Quelle festmachen. Und es ist natürlich auch ein bißchen polemisch formuliert.
        Weswegen ich die populärwissenschaftliche Standardquelle zu Rate ziehen mußte (wo sich einiges an Namedropping findet) und dort außerdem interessant finde, daß Lombroso im späten 19. Jhdt – nach Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage im Zuge der Aufklärung – noch die Verbindung von Genie und Wahnsinn obendrauf sattelte.

        Ob aus dem bis heute nachwirkenden Umstand, daß man Künstler arm und sie außerdem für latent verrückt hält, nicht eigentlich blanker giftgrüner Neid spricht? Das scheint mir ja auch aus Herabwürdigungen à la ‚das kann mein Kind/ich/jeder auch‘ zu sprechen. Denn die Herabwürdiger könnten ja vielleicht, aber sie tun es nun mal nicht.

        Die Beethovenertaubungserklärung bekam ich von meiner Musiklehrerin serviert, die einfach lieber Cembalo spielte als Klavier und mir wortreich erklärte, daß der Begriff ‚Piano‘ seit dem ertaubenden Beethoven ein Mißverständnis sei.

        • Schade! :) Ich persönlich glaube ja, dass das Bürgertum ein Problem mit der Kunst/dem Künstler hat, weil es diese als Religionsersatz begreift. Dem aufstrebenden Bürgertum fehlte als Legitimation ja das den Adel auszeichnende „von Gottes Gnaden“, es fehlten also gewissermaßen die höheren Weihen. Über die Wertschätzung einer Kunst, in der es ja um ideelle, nicht materielle Werte gehen soll, holt sich der Bürger ein Stück ideelle Absicherung ins Wohnzimmer. Er darf dann um so erfolgreicher schnöde Geldverdienen (was der Adel ja nicht nötig hatte). Einen geordneten, „abgesicherten“ Ort aber für den Künstler (seltener: die Künstlerin) gab es nicht im Gefüge bürgerlicher Ordnung, weshalb ihm „Genietum“, Wahnsinn zugebilligt wurde, ebenso eine Vita, die den strengen „sittlichen“ Normen bürgerlichen Lebens teilweise entgegenlief. (Die sexuelle Ausbeutung junger Frauen als „Modelle“ wurde stillschweigend geduldet). Spannendes Thema, wie ich finde. Die Anekdote mit Ihrer Musiklehrerin verstehe ich nicht ganz. „Piano“ entstand ja aus „Pianoforte“.

          • Das widerspricht sich nicht wirklich mit meiner Theorie, sondern führt sie noch bildschön aus, besonders das mit dem bürgerlichen Religionsersatz – danke dafür!

            Meine Musiklehrerin war eine frustrierte Zicke, deren lustige Scherze man nicht unbedingt verstehen muß – was ich leider erst viel zu spät kapiert habe.

  3. In der Kunst wird Reichtum, der ja nie gleichmäßig in einer Gesellschaft verteilt ist, rückgebunden an ideelle Werte. Das war zu Feudalzeiten nicht anders als im Kapitalismus. Leider ist die Kunst auch da zur Stelle, wo heutigen Tags entfesselter, vagabundierender Reichtum Halt sucht und seine Spekulationsblasen öffnet. Dafür kann der Künstler nix, doch man straft lieber die 99 Prozent Künstler, die von der Spekulationsblase nicht profitieren, durch Missachtung, als dass man auf die Idee käme, das in die Kunst fließende Geld unter den Kunstschaffenden gerechter zu verteilen. Toller Beitrag, danke!

    • Leider ist die Kunst auch da zur Stelle, wo heutigen Tags entfesselter, vagabundierender Reichtum Halt sucht und seine Spekulationsblasen öffnet.

      Hmnuja, da sind Galeristen und Anlageberater zur Stelle, nicht Künstler.
      Bildende Künstler können in der Tat wenig bis nichts dafür, daß sie sich – falls sie ihre Art der Rückbindung an ideelle Werte einem größeren Publikum bekannt machen wollen – in Leibeigenschaft zu Galeristen begeben müssen, die den Großteil des Verkaufserlöses kassieren (die obszönste Provision, von der ich hörte: 85%, üblich sind 60-70%, bei der angewandten Kunst 40-60%).

      Es gibt nur noch wenige Galeristen, die ihre Rolle richtig verstehen – nämlich als Mittler zwischen Künstler und Betrachter zu dienen und Künstler auch dann zu unterstützen und ihre Arbeiten zu zeigen, wenn sie noch nicht der Betrachter- und Galeristen-Geldvermehrung nützen. Bei angewandten Künstlern entfällt das inzwischen weitgehend, weil es kaum noch Galerien für angewandte Kunst gibt, weswegen die auf den Strich gehen und ihre Arbeiten selbst verkaufen. Verkauf ist btw. ein eigenständiger Beruf, einer der vielen, die Künstler so ausüben – neben ihrem eigentlichen. Künstler sind z.B. oft auch ihre eigene Fotografen, Grafiker, Webdesigner, Sekretäre, Spediteure usw.usw.

      Das Elend liegt *auch* bei den Betrachtern. Es gibt nur wenige, die einen eigenen Geschmack (eine eigene Moral, eine eigene politische Haltung, unbetreutes Denken und Fühlen usw.) wagen. Das hindert wirksam daran, sich einer Suchmaschine der Wahl zu bedienen, Künstler ausfindig zu machen, einen Termin zu vereinbaren und sie im Atelier zu besuchen. Die meisten Künstler sind im Internet präsent und verrammeln ihre Ateliers nicht immer.

      Jeder Depp mit zuviel Geld geht aber nicht mal zum örtlichen Tischler mit Gestaltungsstudium und läßt den einen den eigenen Bedürfnissen und räumlichen Gegebenheiten angepassten Tisch entwickeln, der eine Antiquität von morgen ist, sondern kauft z.B. ein Bauhausmöbel, da amtlich beglaubigt gute Gestaltung. Woran ich bei einigen Bauhaus-Produkten Zweifel anmelden möchte, Beispiel Wagenfeldleuchte. Eine Schreibtischlampe, die entweder funzelt oder blendet, ist kein guter Entwurf, sondern eine Fehlkonstruktion. Abgesehen davon war das Bauhaus mal angetreten, um der Normalbevölkerung gute Gestaltung zu bezahlbaren Preisen zu liefern und mit Gestaltung die Moral zu heben. Die Wagenfeldleuchte kostet im lizensierten Nachbau (also unter Wahrung der Nutzungsrechte) mehr als 400 Euro. Ist eine Menge Geld für eine Lampe von vor 100 Jahren, die man statt Kerzen nutzen kann.
      Oder wie es eine befreundete Geigenbauerin sagt: even Stradivaris were new Violins.

      • „Das Elend liegt *auch* bei den Betrachtern.“ In der Tat! Leider trauen viel zu wenige ihrem eigenen Urteil Geschmack und hängen sich lieber an Meinungsführer und Autoritäten. Da nutzt die ganze Freiheit nix, wenn man sie nicht lebt.

        • Leider trauen viel zu wenige ihrem eigenen Urteil Geschmack und hängen sich lieber an Meinungsführer und Autoritäten. Da nutzt die ganze Freiheit nix, wenn man sie nicht lebt.

          Ja. Und das ist ein auch politisches Thema. Es ist nämlich schon zweihundert nach Aufklärung.

          • Vielmehr: zweihundert nach *Beginn* der Aufklärung. Es muß sich ja immer jede/r selbst zum Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit entschließen und sich zu unbetreutem Denken und Fühlen emanzipieren – das ist NIE abgeschlossen.

    • Der Rauterberg sollte sich besser …(gelöscht, dvw) geschlossen halten, denn der bemißt Wert und Relevanz von Künstlern hauptsächlich an ihrem Marktwert, befördert damit das von ihm kritisierte System und hat noch die Chuzpe, die Verantwortung dafür an die Künstler zu delegieren. Bei dem kommen gute, kommerziell wenig erfolgreiche Künstler unterhalb der Großverdiener wie Koons oder Hirst kaum vor.

      Wenn ich dann lese

      Vielleicht muss der Künstler kein guter, kein gerechter Mensch sein. Auch ein Betrüger kann talentvoll malen, ein Drogendealer schöne Videos drehen. Nicht Gesetzestreue ist entscheidend, sondern das Ethos des Künstlers, um das Eigene der Kunst vor Vereinnahmung zu schützen. Ein Raum der Freiheit kann sie nur sein, wenn er sie frei hält von den Versuchungen der Unfreiheit.

      kotze ich im Strahl.
      Bedingungsloses Grundeinkommen! Und eine Kulturabgabe!

  4. Das mit Möbel-Einzelanfertigung vom Tischler funktioniert durchaus bei Teilen der „Normalbevölkerung“. Nur verstehen viele Interessenten (Mundpropaganda=Bekannte von Kunden) nicht, daß die Tischlerei nicht mit den Preisen von einem bekannten schwedischen Möbelhaus konkurrieren kann und will.

    Bei Skulpturen wirds mit den ungeübten Augen richtig lustig, die sehen in der Glotze, daß einer in ner Stunde mit der Kettensäge ne Eule aus nem Baumstamm schrobelt, sehen ne „richtige“ Skulptur, die aufwändiger ist als ne Holzklotz-Eule und wundern sich, daß das dann 4-stellig kosten soll.

    Und was die ÖR-Glotze mit ihrem Bildungsauftrag angeht; aspekte gestern aufm ZDF:
    Genau ein Beitrag über bildende Kunst: „Vermisst: Der Turm der blauen Pferde – Künstler zu Franz Marcs Meisterwerk“
    https://www.zdf.de/kultur/aspekte/aspekte-vom-10-maerz-2017-kultur-im-zdf-100.html
    Jankowsi: https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Jankowski
    Bisky: https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Bisky
    Musik von Helge Schneider, der sitzt auch alle furz lang bei Markus Lanz.

    Arte, „Tracks“; wenn da mal was über Musik kommt, die mich richtig interessiert, wird was als das nächste große Ding um die Häuser gejagd, wo ich denke, hm, die touren sich auch schon zehn+ Jahre den Arsch ab.

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