Lala: Fiona Apple

fionaapple

Hach…

Über sie wollte ich schon ewig einen Blog schreiben, es kam aber immer irgendwas dazwischen. Der willkommene Anlaß zu diesem ist eine Meldung bei Pitchfork über ihren Beitrag zum Christmas-Song-Genre, via Smartphone-Video:

Trump’s nuts roasting on an open fire
As he keeps nipping at his foes.
You’ll cry creepy uncle
Every time he arrives
For he keeps clawing at your clothes
Everybody knows some money and entitlement
Can help to make the season white
Mothers of color with their kids out of sight
Will find it hard to sleep at night.

They know that Trump is on his way.
He’s got black boys in hoodies locked up on his sleigh
And every working man is going to cry
When they learn that Letch don’t care how you live or if you die

So I’m offering this simple phrase
To kids from one to 92
Although it’s been said many times, many ways
Merry Christmas to you
Merry Christmas, Merry Christmas
Donald Trump, fuck you.

(Lyrics c+p beim Rolling Stone, Fiona Apple wildert bei Nat King Cole, Chestnuts roasting on an open fire)


 

Ihr rettungslos verfallen bin ich schon seit Jahren, gleich mit dem allerersten Hören von O’Sailor

hörte ich im späten Herbst 2005 im Autoradio und mußte rechts ran fahren.

Den Rest erledigte dann Better than fine

Beide Stücke sind veröffentlicht auf Extraordinary Machine, ihrer 3. Platte und eine, die fast nicht erschienen wäre, weil man sie bei Epic Records/Sony als zu wenig kommerziell und Fiona Apple als zu schwierig empfand. So wenigstens lautet das Narrativ von Fans, die wochenlang vor der Epic-Zentrale demonstrierten und sich auch sonst vehement für die Veröffentlichung einsetzten, nachdem Teile der Platte ab 2004 im Internet geleaked und von amerikanischen und internationalen Radiostationen gespielt worden waren. Die Realität lag woanders, aus der Encyclopedia of World, Biography of Fiona Apple (die sich ganz zu lesen lohnt, was für ein Leben!)

Apple, herself, did not feel the album was quite right and she wanted to re-record with bassist Mike Elizondo. He had played on her second album and helped produce albums for Eminem and 50 Cent. Apple says Sony wanted her to record one song at a time and then submit it for approval but she felt the company wanted too much control. Part of the album had been leaked to the Internet and fans were eager for its arrival. They were so upset with Sony they created a website called freefiona.com and through the mail bombarded Sony with hundreds of foam apples. Apple was moved by her fans‘ actions and for the first time in her life felt wanted and needed.

Noch ein Stück daraus und ein sehr hübsches Video (mit Zach Galifianakis) Not about love

Sie kassierte einen Grammy in Gold und Rolling Stone kürte die Platte zur 49besten der 2000er Jahre.


 


 

Sie kann auch covern und zwar wie! Z.B. Bob Dylan bei Highway 61 revisited oder, mit Elvis Costello, I want you oder, mit der Watkins Family Hour, Dolly Parton Jolene oder Simon & Garfunkel, zusammen mit Johnny Cash, Bridge troubled water oder mit ihm Cat Stevens Father and Son


 

Kevin Tyler hat Live-Auftritte von Fiona Apple äquivalent zu ihren vier veröffentlichten Platten zusammengeschnitten, bless him!

Tidal

When the Pawn  (hits the conflicts he thinks like a king what he knows throws the blows when he goes to the fight and he’ll win the whole thing ‚fore he enters the ring there’s no body to batter when your mind is your might so when you go solo, you hold your own hand and remember that depth is the greatest of heights and if you know where you stand, then you know where to land and if you fall it won’t matter, cuz you’ll know that you’re right. So lautet der vollständige Titel)

Extraordinary Machine

The Idler Wheel Is Wiser Than the Driver of the Screw and Whipping Cords Will Serve You More Than Ropes Will Ever Do

und weil’s so schön ist: Fiona Apple – 20 years


Ich gäbe das erste Glied des kleinen Fingers meiner linken Hand, um sie live zu sehen.

Foto: Screenshot bei 333Sound (beschnitten)


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20 Gedanken zu „Lala: Fiona Apple

  1. Ich liebe und verehre Fiona Apple seit ich sie das erste Mal im Herbst 1996 während einer Reise nach Los Angeles im Radio hörte. Wir kauften das Album „Tidal“ und hörten es in unserem Mietwagen hoch und runter.
    Bis heute verbinde ich Fionas Musik mit dem Gefühl des Aufbruchs in ein eigenes Leben und dem Sonnenuntergang in der Wüste Kaliforniens.
    Ich freue mich über die Würdigung dieser begabten Frau.

      • Das dachten Sie sich? Dann haben Sie eine sehr gute Menschenkenntnis.
        Als ich Fionas Stimme hörte und dann das blasse junge Weißbrot (wie mein Freund sie damals nannte) sah, konnte ich diese beiden Eindrücke kaum zur Deckung bringen. Sie ist auch unplugged so so gut!

  2. Pingback: slow like honey | kreuzberg süd-ost

  3. Ich bin jetzt ein wenig eingeschüchtert, zuzugeben, dass ich sie nicht kannte, macht mich das zum Deppn ;)? Nein, aber seriously: sehr cool. Das Live-Video hat mich sehr berührt und an Amy Winehouse erinnert, wie sie da so zart, rotzig und doch verletzlich wirkend auf der Bühne steht. Mag ich.
    LG Diander

  4. Chris Heath, Rolling Stone (Januar 1998): The caged bird sings
    Ich fand den Artikel als quasi historische Momentaufnahme lesenswert, zumal Fiona Apple darin viel Raum gegeben wird und sie selbst zu Wort kommt.
    Es gibt zahllose Artikel über sie, in denen sie wahlweise als superbegabte Heilige oder als kranker Freak vorgeführt wird, beides auf nur geringfügig unterschiedliche Weise widerwärtig – auch darum geht es im verlinkten Text.

  5. Hm.

    Was an „Trump’s nuts roasting on an open fire“ so großartig anders – oder gar besser – sein soll als an „Grab them by the pussy“, erschließt sich mir nicht so recht. Eher scheint sich da das Vorurteil zu bestätigen, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird und man es mit weißen Männern ja machen kann. Bin nur so mittel davon überzeugt, dies sei der Königsweg im Umgang mit Trump und den seinen. Zumal die das Spiel nach gerade diesen Regeln im Zweifelsfall besser beherrschen. (Abgesehen davon habe ich in der Mittelstufe deutlich unflätiger und politisch unkorrekter, dafür aber auch lustiger gereimt, falsche Bescheidenheit aside. Sage ich als prinzipieller Fiona Apple-Fan der anderthalbsten Stunde.)

    Mag aber an mir liegen, ich fand auch den Wolframkommentar im anderen Blog über die nackerten Pussygrabmädels nicht so ganz aus der Luft gegriffen.

    Wie dem auch sei, ich wünsche alles Gute im neuen Jahr und viele lichte Blogmomente!

    Gruß, d.

    • Was an „Trump’s nuts roasting on an open fire“ so großartig anders – oder gar besser – sein soll als an „Grab them by the pussy“, erschließt sich mir nicht so recht.

      Schrob ich irgendetwas von „großartig anders – oder gar besser„?
      Nochmal nachgesehen: nein, schrob ich nicht, sondern vom Anlaß (willkommen), endlich den lange schon geplanten Blog über Fiona Apple zu schreiben. Davon abgesehen amüsierte ich mich ein bißchen über Umstand und Form von Fiona Apples Beitrag zum Christmas-Song-Genre, an dem offenbar keine us-amerikanische Pop-Größe vorbei kommt. Freut mich sehr, daß Sie „prinzipieller Fiona Apple-Fan der anderthalbsten Stunde“ sind, mission accomplished…;-)…

      Eher scheint sich da das Vorurteil zu bestätigen, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird und man es mit weißen Männern ja machen kann.

      Hm, vielmehr: hä?
      Trump =/= „weiße Männer
      Trump =/= doimlinque
      Ich glaube nicht, daß ich die Formulierung „weiße Männer“ jemals irgendwo verwendet habe.
      Was ich mich aber schon lange und jetzt Sie frage:
      1. warum es eigentlich fast immer zu Verbrüder(le)ungen kommt, wenn ein (1) Sexist als Sexist benannt wird?
      2. was Ihrer Meinung nach der „Königsweg“ zum Umgang mit Sexismus ist? Gern unterteilt in Königsweg für Frauen und Königsweg für Männer – ist ernst gemeint und danke im Voraus.

      Mag aber an mir liegen, ich fand auch den Wolframkommentar im anderen Blog über die nackerten Pussygrabmädels nicht so ganz aus der Luft gegriffen.

      Mag auch daran liegen, daß Sie im anderen Blog keine links gelesen zu haben scheinen. Nicht, daß die Lektüre einer entglittenen FC-Diskussion unbedingt lesenswert gewesen wäre – anders der link unten im Blog zu bento, wo man etwas über Hintergrund und Motivation der Studentin und ihrer Modelle erfährt.

      Wie dem auch sei, ich wünsche alles Gute im neuen Jahr und viele lichte Blogmomente!

      Danke, wünsche ich Ihnen auch, Grüße!

  6. Schrob ich irgendetwas von „großartig anders – oder gar besser„?

    Nö, das wiederum hatte ich nicht gesagt bzw.: Das schrob ich auch nicht. Sie haben den Text eingestellt, ich habe meine Meinung zu dem Text gesagt, das ist auch schon alles. Und die anderthalbste Stunde, das nur am Rande, geht in meinem Fall schon ein wenig länger zurück – Frau Apple hatte einen sogenannten Megahit zu einer Zeit, als ich in den USA gewohnt habe, vor…hüllen wir lieber den Schwantel des Meigens über das wann. Lange bevor ich Ihren Blogs folgte jedenfalls.

    Trump =/= „weiße Männer“
    Trump =/= doimlinque
    Ich glaube nicht, daß ich die Formulierung „weiße Männer“ jemals irgendwo verwendet habe.

    Gut möglich, andererseits ist „weiße Männer“ nun auch wieder kein sooo böses Schimpfwort, dass Ihnen – gesetzt den Fall- jemand da einen Strick draus drehen könnte. Ich habe mich auch weniger persönlich angegriffen gefühlt, sondern lediglich festgestellt, dass das alte Backlasher-Argument hier vortrefflich angewandt werden kann.

    1. warum es eigentlich fast immer zu Verbrüder(le)ungen kommt, wenn ein (1) Sexist als Sexist benannt wird?

    Ob das fast immer so ist, weiß ich nicht, es kommt aber sicherlich oft genug vor. Aus vielerlei Gründen, denke ich, mit dem naheliegendsten, dass es einfach viele Sexisten gibt bzw. wir noch immer in einer Gesellschaft leben, die sexistisches Verhalten viel zu oft toleriert/als nicht so schlimm wahrnimmt/gar nicht als vom Gegenüber als sexistisch empfunden erkennt. Ein klein wenig tendenziös finde ich die in diesem Kontext an mich gerichtete Frage allerdings schon. Als ob ich mich mit irgendwelchen Sexisten verbrüder(le)te oder Trumps Sexismus absegnete, weil ich den Liedtext aweng dümmlich und – in der Tat – sexistisch finde. Nö.

    2. was Ihrer Meinung nach der „Königsweg“ zum Umgang mit Sexismus ist?

    Vabbè, gleich im Anschluss an meine diesbezüglichen Ausführungen werde ich dann den Sinn des Lebens entdecken, den Mörder von Kennedy überführen und die Lottozahlen vom kommenden Sonntag verraten. Ich möchte bezweifeln, dass es da den einen Königsweg gibt, das ist doch auch ganz extrem kontextabhängig. Ganz abstrakt gesprochen reicht die Palette von ignorieren bis zur Strafanzeige.
    Das heißt aber bestimmt nicht, dass es nicht in jedem konkreten Fall auch weniger gute Methoden gibt. Den dümmlichen und sexistischen Liedtext von oben (meine Meinung) halte ich für weniger gut.

    Mag auch daran liegen, daß Sie im anderen Blog keine links gelesen zu haben scheinen. Nicht, daß die Lektüre einer entglittenen FC-Diskussion unbedingt lesenswert gewesen wäre – anders der link unten im Blog zu bento, wo man etwas über Hintergrund und Motivation der Studentin und ihrer Modelle erfährt.

    Ich werde den Teufel tun und auch nur einen Pixel aus irgendwelchen FC-Threads wieder durchnudeln, zumal ich mich an die in Frage stehende „Unterhaltung“ noch grob erinnern kann. Ich sage, ganz linkunabhängig, dass mir in etwa derselbe Gedanke durch den Kopf gegangen ist, wie ich ihn dann in Wolframs Kommentar ausgeführt sah. Klassische Verbrüder(le)ung! Dass die aufgeschriebenen Motive der Studentin andere Vorzeichen setzen, kann ich mir vorstellen und dass man die Sache anders sehen kann, ist doch selbstredend. Auf meiner Wahrnehmung würde ich in diesem Fall trotzdem beharren wollen.

    Gruß, d.

    • Auf meiner Wahrnehmung würde ich in diesem Fall trotzdem beharren wollen.

      Zusammengefasst: in Ihrer Wahrnehmung sind die sexistischen Adressierungen von „them“ (Frauen, Plural) nicht „anders“ als Fiona Apples satirische Verfremdung eines Christmas-Song-Klassikers, mit der sie einen (1) männlichen Sexisten adressiert. Ein (1) auf diese Weise adressierter Menschenfeind ist in Ihrer Wahrnehmung nicht „anders“ als eine der von ihm menschenfeindlich adressierten Gruppen.

      In Übereinstimmung mit Wolfram Heinrich pflegen Sie die Wahrnehmung, daß die Beschriftung der Körper weiblicher Freiwilliger mit örtlich passenden, sexistischen Trump-Zitaten im Rahmen eines schulischen Kunstprojektes ein blöder Vorwand“ zum Zeigen nackter Körper unter dem Vorwand von Kunst ist.

      Sie und Wolfram Heinrich sollten besser solchen oder ähnlichen Wahrnehmungen in Zukunft in den jeweils eigenen Blogs Ausdruck verleihen. Mir wäre nämlich lieber, derlei nicht mal ignorieren zu können.

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