Kati Horna

katihorna Foto: Kati Horna, 1937 in Vélez Rubio in der Provinz Almeria. Screenshot bei 20minutos

Der Vietnamkrieg gilt als der erste Fernsehkrieg. Analog dazu muß der spanische Bürgerkrieg als der erste Fotografiekrieg gelten.

Jeder kennt Robert Capa und seine Spanien-Bilder.

Kaum jemand kennt die Frauen, die sich im spanischen Bürgerkrieg engagierten und ihn fotografisch dokumentierten.

Robert Capa und Gerda Taro, Capas damalige Freundin, die mit 27 Jahren im Juli 1937 in Escorial während eines Angriffs der Legion Condor vom Trittbrett eines Lastwagens rutschte und von einem Panzer überrollt wurde, wurde von alt-j (∆) ein musikalisch-textliches Denkmal gesetzt.


 

Amrai Coen, Die Zeit: Das Auge der Freiheit

katihornagerdataro2Um seine Bilder besser verkaufen zu können, macht sie aus André einen reichen, in Paris lebenden amerikanischen Fotografen namens Robert Capa. Sie tauscht seine Lederjacke gegen einen Anzug, schickt ihn zum Friseur. Sie selbst nennt sich Gerda Taro und tut so, als wäre sie seine Agentin. Die Einnahmen verdreifachen sich.

Als im Sommer 1936 in den spanischen Städten Straßenkämpfe toben, machen sich die beiden auf den Weg. Sie wollen mit ihren Kameras für die Republik und gegen Franco kämpfen, fahren die Front entlang nach Süden. Capa fotografiert mit einer Leica, Taro mit einer Reflex-Korelle. Ihre Bilder zeigen Kriegswaisen, Bauern, bewaffnete Frauen. Meist nimmt sie einzelne Personen auf, selten ganze Szenen. Im Sechs-mal-sechs-Format dokumentiert sie die Opfer des Krieges: Frauen, Kinder, Alte.

Oft schießen Taro und Capa die gleichen Motive. „Sie hatten das gleiche Lachen, sie lachten zur gleichen Zeit.katihornagerdataro Sie beobachteten alles, sie sahen alles, sie sahen es zusammen im gleichen Augenblick und auf die gleiche Art“, schreibt Gellhorn in ihrer Geschichte. Viele Bilder von Taro werden unter Capas Namen veröffentlicht, sie sind ein Team und froh, wenn sie überhaupt etwas verkaufen können. In den kommenden Wochen drucken Zeitschriften weltweit die Bilder von Capa und Taro. Dass Taro nicht unter eigenem Namen veröffentlicht, wird später dazu beitragen, dass man sie vergisst. Capa ist jetzt ein berühmter Fotograf, Taro hat ihn zu einer Marke gemacht.

katihornagerdataro3In den Wochen an der Front schießt Capa das Bild, das zu einer Ikone der Kriegsfotografie wird: der Fallende Milizionär. Es zeigt einen Soldaten, der seine Arme ausbreitet, er hält ein Gewehr in seiner rechten Hand. Der Soldat, so scheint es, wurde gerade von einer Kugel getroffen, er fällt nach hinten, schließt die Augen, es zeigt ihn im Moment seines Todes. Zwanzig Jahre nach Capas Tod, in den Siebzigern, wird die Welt darüber diskutieren, ob das Bild inszeniert ist. Auch Taro macht damals Bilder dieses Soldaten, aus einem anderen Winkel. Ihre Aufnahmen zeigen, dass die Milizionäre nur üben und patrouillieren, aber nicht kämpfen.

Gerda Taro wird am 1. August in Paris beerdigt, ihrem Leichenzug folgen Zehntausende, sie wird als Ikone gegen den Faschismus verehrt und: für lange Zeit vergessen.

Fotos: Gerda Taro, Screenshots bei New York Times


 

Joanna Moorhead, Independent:

katihornaportrait„When Capa met my mother he was instantly struck by her,“ says Norah Horna. „She was a banker’s daughter from the prosperous area of Buda; he was from humbler origins, from the industrial area of Pest. But he was fascinated by her, and he remained fascinated by her throughout his life. They spent a great deal of time together, and their relationship affected each one very deeply.“

The two were separated when, at the age of 18, Horna went to live in Berlin. But their paths crossed again a few years later in Paris, where the now-renamed Capa (he reinvented himself in order to be „Americanised“) had his studio. From there, he made many trips to Spain to photograph the Spanish Civil War. Horna followed him. But while Capa received commissions with the prestigious Life magazine, Horna preferred to work for lesser-known titles such as Umbral, which supported the anarchist cause she believed in.katihornaumbrellas

While Horna focused on the effect of war on women, children and other non-combatants, Capa was at the front, taking the photographs which would make him one of the earliest celebrity photographers.

Before she left Europe for Mexico, Horna met the man who become her life partner – katihornacathedralJose Horna, a sculptor and craftsman. According to their daughter, Jose was a better match for her mother than Capa, and even when, in New York on the way to a new life together in Mexico, Capa begged her to stay with him, Horna refused.

The following year Capa visited Mexico. While he was there he told Horna he was fed up with the demands of his difficult and dangerous work on battle front lines. All he really wanted to do, he said, was to settle down with her and have 12 babies. „But my mother only smiled, because she wasn’t available. She was with my father by that stage,“ says Norah.

All the same, she says, when her mother heard, 14 years later, that Capa had been blown up by a landmine in Vietnam, she was inconsolable.

Fotos: Kati Horna. Screenshots bei Time


 

Joseph Steinbeiß, Graswurzelrevolution, Die Kamera zieht in den Krieg:

katihornateruelDas Werk von Kati Horna ist praktisch unbekannt. Es umfaßt gerade einmal 270 Negative – kaum eine Hand voll Kunststoffstreifen. In einer kleinen Blechkiste schmuggelt sie bei ihrer Flucht 1939 ihre Fotos aus Spanien heraus. Das spanische Kulturministerium entschließt sich 1979, kaum vier Jahre nach Francos Tod und noch zu Lebzeiten der Künstlerin, ihre Arbeiten zu erwerben. Erst 1992 werden ihre Fotos in Salamanca einem größeren Publikum vorgestellt.

Kati Horna ist, wie Robert Capa, in Ungarn geboren, am 19. Mai 1912; und wie Robert Capa reist sie mit Beginn des Bürgerkrieges auf eigene Faust nach Spanien. Während Capa aber, trotz aller aufrichtigen Sympathie für die Sache der Republikaner – er stellt seine Fotos bereitwillig und kostenlos der republikanischen Propaganda zur Verfügung -, ganz journalistischer Nachrichtenprofi bleibt, der souverän die Regeln des weltweiten Geschäfts mit Neuigkeiten überschaut, hat Horna nie katihornarepublikanerversucht, auch nur eines ihrer Fotos zu verkaufen. Im Gegenteil: ganz der – im übrigen höchst wirren, brüchigen und widerspruchsvollen – anarchistischen Ästhetik des späten 19. Jahrhunderts verpflichtet, begreift Horna ihre fotographischen Arbeiten immer als Kunst. Kunst aber hat, nach anarchistischer Überzeugung, mit dem kapitalistischen Warenmarkt nichts zu schaffen: Kunst ist Menschenrecht, ist kreativer Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, ist Sprache, Freiheit und Kampfmittel des revolutionären Einzelnen.

Dementsprechend uneitel ist Hornas Verhältnis zu ihrem eigenen Werk: „Sie sah sich stets als Arbeiterin der Kunst, verwickelt in den spanischen Bürgerkrieg aus ideologischer Nähe zu den Libertären, gleichwohl sie nie irgendeiner Organisation angehörte“ (Horna, 1992:10). Unermüdlich ist sie in der republikanischen Zone unterwegs; zunächst, von Januar bis Juni 1937, für das Comité de Propaganda Exterior de la CNT [Auswärtiges Propagandakomitee der CNT], dann für anarchistische Zeitschriften wie ‚Umbral‘, ‚Tierra y Libertad‘ (das katihornachurchZentralorgan der FAI [Iberische Anarchistische Föderation]), ‚Tiempos Nuevos‘ oder ‚Libre-Studio‘. Eine zeitlang arbeitet sie als Graphik-Redakteurin für ‚Umbral‘. Ihre wichtigsten Arbeiten aber stellt sie der Zeitschrift der revolutionären Frauenorganisation ‚Mujeres Libres‘ zur Verfügung, mit deren Direktorin María Jiménez sie eine enge Freundschaft verbindet. Es sind nicht zuletzt die Fotos von Kati Horna, die die Lektüre der ‚Mujeres Libres‘ noch heute zu einem nicht nur inhaltlich ansprechenden Unternehmen machen. In der gelegentlich recht eintönigen Bleiwüste der libertären Presse jener Jahre ist die ‚Mujeres Libres‘ mit ihren Graphiken, gewagt schräg eingerückten Textpassagen und zahlreichen Fotos eine zeitungsästhetische Oase.

Horna fotographiert nicht nur Szenen des Krieges. Neben einer Reihe von Portraits – unter anderem von Emma Goldmann und Germinal Sosa, dem ‚Direktor‘ der FAI – besteht ihr Werk in erster Linie aus mit der Kamera katihornabrieffestgehaltenen Alltagsszenen, denen jede propagandistische Schönfärberei abgeht. Der Hunger, das Elend des ländlichen Spaniens und die tiefen politischen und gesellschaftlichen Risse im republikanischen Lager werden ebenso schonungslos ins Licht gerückt wie der ungebrochene Lebenswille der Bevölkerung unter den Bomben der deutschen Legion Kondor. Ungebunden und an keinen publizistischen Vorgaben orientiert fotographiert Horna nur das, was ihr interessant erscheint; von der an einer Dorfecke verlorenen Konservenbüchse bis hin zum Foto jenes republikanischen Milizionärs, der, Schuhe und Strümpfe ausgezogen, mitten in der unendlichen Weite Aragóns, den Rücken an einen Erdwall gelehnt sitzt und höchst konzentriert einen Brief schreibt. Es ist, als würde der Krieg für ein paar Minuten die Luft anhalten.

In nichts steht das Werk Kati Hornas dem ihrer Kollegen Capa und Deschamps nach; es ist ihm – gelegentlich – durch seinen entschiedenen und niemals der Aktualität geopferten Kunstanspruch vielleicht sogar überlegen.

Nach der Niederlage der Republikaner flieht Kati Horna zunächst nach Frankreich, schließlich nach Mexico. Sie wird Zeit ihres Lebens der anarchistischen Idee und Bewegung verbunden bleiben.

Fotos: Kati Horna, Screenshots bei not there


 

Jeu de Paume: A short Chronology of Exile
 
[…] I fled Hungary, I fled Berlin, I fled Paris, I left everything behind in Barcelona… when Barcelona fell, I couldn’t go back for my things, I lost everything again. I got to a fifth country, Mexico, with my Rolleiflex around my neck, and nothing else.
(Kati Horna, 1993)

Budapest 1912-1929

Katalin Deutsch Blau was born on May 19 in Szilasbalhás, a town near Budapest, Hungary. …
World War I began in 1914 and the Austro-Hungarian Empire fell in 1918. Hungary became an independent republic with Mihály Károlyi as its leader. In 1919 a coalition of socialists and communists took power and formed the Hungarian Soviet Republic, overthrown by anticommunist Romanian troops three months later. In the wake of this, counter-revolutionary admiral Miklós Horthy became regent of the new Kingdom of Hungary from 1920 to 1945, heading an autocratic regime with anti-Semitic and anticommunist policies. Hungarian society became polarized. Like her childhood friends Endre Erno Friedmann (Robert Capa) and Emerico “Chiki” Weisz, Katalin Deutsch became part of the circle of the constructivist ideologue and activist Lajos Kassák. For Kassák photography was a tool capable of effecting a social transformation: the artistic avant-garde was inseparable from the revolutionary avant-garde movements and the function of art was above all an emancipatory one.

Berlin 1930-1933

In 1930 Katalin Deutsch arrived in Berlin and met Bertolt Brecht, developing connections with his circle. She was in the city at the same time as her friends Robert Capa and Chiki Weisz, as well as other important Hungarian photographers, such as László Moholy-Nagy, who was teaching at the Bauhaus, and Simon Gutman, the founder of the Dephot photo-journalism agency (in 1928). In March 1933, the National Socialist party took power and began a campaign against Jewish and Marxist writers, which culminated in a massive book burning in May 1933. The Nazis began their systematic harassment and Deutsch was forced to flee Berlin. …

Paris 1933-1937

Deutsch arrived in Paris and worked with Agence Photo, for whom she did her first photo-reportages: El mercado de las katihornahitlereipulgas (Flea Market, 1933) and Los Cafés de París (Paris Cafés, 1934). The Surrealist movement was in full swing in Paris and her style was influenced by collage and photomontage. Her images also express her interest in narrative and sequences.
In collaboration with German painter Wolfgang Burger (a disciple of Max Ernst) she made a series of cartoons in which anthropomorphized eggs and vegetables parody the political climate of the time. An example of this is the story Hitlerei published in the Die Volks-Illustrierte weekly, which published other strips of hers between 1935 and 1937.

Spain 1937-1939

Following in Capa y Weisz’s footsteps, Deutsch went to Spain where she was commissioned by the Foreign Propaganda Committee of the National Labor Confederation (CNT) to document the Civil War. Her photographs from this period show her great interest in the personal stories of ordinary people and everyday life. She traveled to the Aragonese front (Monte Carrascal, Monte Aragón and Teruel), then to Valencia, Játiva, Gandía, Silla, Vélez Rubio, Alcázar de San Juan, Barcelona and Madrid. She contributed to magazines like Umbral (where she met her husband-to-be, Andalusian anarchist José Horna), Tierra y Libertad, Libre-Studio, Tiempos Nuevos and Mujeres Libres.

Paris 1938-1939

Kati Horna returned to her job at Agence Photo where later on, José also worked. In collaboration with him she made the posters L’Enfance (Childhood) and Cartel de France. She began to photograph masks (Hiver à Paris, Winter in Paris) and dolls, images that became a recurring topic for the rest of her life. When the political situation worsened, Kati and her husband were forced to leave Europe.

Kati Horna lebte ab Oktober 1939 in Mexiko, sie war 27 Jahre alt, als sie aus Europa fliehen mußte. Mexico war für sie „Mutterland“, sie wurde naturalisiert und lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 2000 nirgendwo anders. Sie arbeitete unter anderen für Magazine wie Todo (1939), Mapa (1940), Enigma (1941), El arte de cocinar (1944), Seguro Social (1944). Nosotros stellte sie 1944 als Fotografin ein. 1958 wurde sie leitende Fotoeditorin beim Magazin Mujeres. Ab den 1950er Jahren arbeitete sie gelegentlich im Auftrag für Revista de la Universidad de México, Mexico This Month, Tiempo, S.nob, Mujer de Hoy, Revista de Revistas, Diseño, Vanidades, Arquitectura, Arquitectos de México und Obras.

Ihre fotografischen Arbeiten sind vom Surrealismus beeinflusst, sie bearbeitete sehr viele ihrer Bilder, sie verwendete oft Doppelbelichtungen oder inszenierte ihre Aufbauten aufwändig. Ein anderes ihrer Arbeitsfelder war Architektur, sie arbeitete mit verschiedenen Architekten wie Luis Barragán, Carlos Lazo, Ricardo Legorreta, Pedro Ramírez Vázquez und anderen. Bekannt war sie auch als Professorin für Fotografie, sie lehrte an der Escuela Nacional de Artes Plásticas, der Universidad Iberoamericana und von 1973-2000 an der Academia de San Carlos (Univesidad Nacional Autónoma de México), wo sie eine ganze Generation zeitgenössischer Fotografen ausbildete.

Sie starb am 19. Oktober 2000 in Mexiko-City.
 
Foto Hitlerei Kati Horna und Wolfgang Burger 1937, Screenshot Time



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4 Gedanken zu „Kati Horna

  1. Quellen:

    Peter Rau, Junge Welt: Alles für die Republik
    Joseph Steinbeiß, Graswurzelrevolution: Die Kamera zieht in den Krieg
    Joanna Moorhead, Independent: The woman who captured Robert Capa’s heart (wasn Titel)
    Carole Naggar, Time: Surrealist Photographs of the Spanish Civil War
    Amrai Coen, Die Zeit: Denn Du bist nur eine Frau. Das Auge der Freiheit
    gscott2012, The United Nations of Photography: Review – Kati Horna, Jeu de Paume, Paris
    Jeu de Paume: Kati Horna from 03 June 2014 until 21 September 2014, Concorde, Paris
    Jeu de Paume: Kati Horna Presskit
    Americas Society/Council of the Americas: Told and Untold – The Photo Stories of Kati Horna in the Illustrated Press
    Marianne Templeton, ArtSlant: Displacements. The real and surreal photographs of Kati Horna
    Lily Bonesso, Tate: Love, friendship & rivalry: Surreal friends
    not there: Kati Horna und Gerda Taro
    Christie’s: Deconstructed. Kati Horna’s Ode to Necrophilia
    Michael Hoppen Gallery: Kati Horna
    New York Times: Gerda Taro Slideshow

  2. Ingeborg Ruthe, Berliner Zeitung: Flüchtlingsfotos einer jüdischen Künstlerin zerstört

    Schockierend, was vor einigen Nächten an der mit Grün gezierten Straße des 18. Oktober passierte. Das Foto-Festival „f/Stop“ war der Anlass, an hohen Stangen Taros Großfotos aus dem International Center of Photography New York zu zeigen. Zu sehen waren 21 erschütternde Motive aus dem Spanischen Bürgerkrieg, vor allem Fluchtszenen: Frauen, Kinder, Alte – in Schwarz-Weiß geronnenes Elend und Leid, das Unschuldige erlitten. Ganz offensichtlich ergaben sich Parallelen zu den Bürgerkriegen im Nahen Osten, im arabischen Raum, zu den Flüchtlingsströmen heute.

    Das war ergreifend, hat aber wohl auch Menschen mit niedriger Gesinnung gereizt, alles Sichtbare mit Teer zu überschmieren. Groß ist nun das Entsetzen, in der Stadtverwaltung Leipzig, unter der Bevölkerung, bei den Festival-Organisatoren, die jetzt irgendwie Geld sammeln wollen, um die zerstörte Ausstellung wiederherzustellen.

    Zerstört, unübersehbar symbolisch „geteert“ wurde das Vermächtnis einer jüdischen, antifaschistischen Künstlerin, die 1937 bei einem Angriff der Nazi-Legion Condor an der Brunete-Front von einem Panzer der Franco-Truppen überrollt wurde. Gerda Taros Grab findet man auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris. Den Trauerzug führten damals Pablo Neruda und Louis Aragon an – als Demonstration gegen Krieg und Faschismus.

    Und wo hier von Symbolik die Rede ist – wir verbinden Leipzig ja gerade mit jenen unvergesslichen „Wir sind das Volk“-Demo-Bildern von 1989, Metaphern der friedlichen Revolution, zivilcouragiert angeführt vom Nikolaikirchen-Pfarrer Christian Führer oder dem Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, beide – und auch der Bürgerrechtler und Schriftsteller Erich Loest (u.a. „Nikolaikirche“) – werden sich jetzt im Grabe umdrehen.

  3. Vom 6. bis 27. September ist in der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin) eine Foto-Ausstellung mit Bildern von u.a. Gerda Taro zu sehen, am Freitag, 16.09.2016 | 19:00 Uhr gibt’s im Salon im 1. Stock einen Vortrag von Irme Schaber über Gerda Taro und ihre Wichtigkeit für die Kriegsberichterstattung:

    Im Spanischen Bürgerkrieg schuf Gerda Taro zusammen mit Robert Capa und „Chim“ David Seymour die moderne Kriegsfotografie. Mit ihren Bildern bezog Taro klar Stellung gegen Franco und Hitler. Engagement und Risiko zeichneten Taros Fotografie aus, insbesondere weil sie die erste Frau war, die direkt im Gefecht fotografierte. Diese Nähe zum Geschehen setzte neue Maßstäbe für die fotografische Kriegsberichterstattung und kostete Gerda Taro das Leben. Dennoch war sie neben ihrem Kollegen und Lebenspartner Robert Capa in Vergessenheit geraten. Die Exilforscherin und Taro-Biografin Irme Schaber, die die Fotografin vor Jahren wiederentdeckt hat, präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse aus ihrer vor kurzem erschienenen großen Taro-Biografie: Neue Erkenntnisse zu Fotos, Kameras, Copyrights und Kalter-Kriegs-Mythen.

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