Lala: Róisín Murphy

RoisinMurphy Foto Amire80, Gnu-Lizenz, Róisín Murphy 2005 in Haifa

Christoph Dallach, Zeitmagazin: Glauben Sie, ein Mann würde so etwas gefragt?

ZEITmagazin: Sie beschäftigen sich seit einiger Zeit intensiv mit Mode, Design und Kunst. Wieso haben Sie eigentlich die Musik zu Ihrem Beruf gemacht?

Murphy: Das war Zufall. Eigentlich wollte ich tatsächlich eine visuelle Künstlerin werden. Mein Plan war, mich bei der Kunsthochschule einzuschreiben und da dann drei Jahre lang Spaß zu haben. Sie wissen schon: Partys, Drogen und was man da eben so tut. Aber dann traf ich Mark Brydon auf einer Party in Manchester und fragte ihn: Do you like my tight sweater? Noch in der gleichen Nacht schleppte er mich in sein Studio, nahm meine Stimme auf, mochte, was er hörte, und im Handumdrehen hatten wir als Moloko einen Plattenvertrag.

ZEITmagazin: Wissen Sie noch, was Sie damals an der Musikkarriere gereizt hat?

Murphy: Zunächst mal das Geld, denn ich bin ohne Geld aufgewachsen. Ich war allerdings auch verblüfft, dass Mark das mit mir und der Musik tatsächlich ernst meinte. Als wir uns kennenlernten, hatte er schon einige Platten veröffentlicht und war bereits ein wirklich erfolgreicher Produzent. Er betrieb gleich zwei Studios. Das war für mich alles sehr beeindruckend.

ZEITmagazin: Sie haben Ihre Karriere also gar nicht geplant?

Murphy: Nein, ich habe mich aber auch nicht dagegen gewehrt. Immer mal wieder frage ich mich, was wohl aus mir geworden wäre, wenn ich auf dieser Party jemand anderen angesprochen hätte. Ich hatte wie gesagt kein Geld und keinen ernsthaften Plan B. Der Plan kam dann eben zu mir.


Roísín [ˈrˠoːʃiːnʲ] heißt kleine Rose, Röschen, Röslein und wird ungefähr wie Ro’schiehn ausgesprochen.


Rolling Stone über ihre neue Platte Take her up to Monto:

Die Stimme klingt, als käme sie direkt aus dem Knusperstudio einer vergnügten Hexe, die Beats tummeln sich dazu so vergnügt wie ein paar betrunkene Trolle bei Vollmond. … Róisín Murphy bleibt auch weiterhin die glamouröseste Diva im elektronischen Zauberwald des Pop.

(der irische Folksong, Titel der Platte, dargeboten von den Dubliners)

dradio: Arrangements wie ein unbezwingbarer Berg.

„‚Hairless Toys‘ wirkt eher wie das ruhige Kind und ‚Take her up to Monto‘ ist das Geschwisterchen, das etwas verrückter geraten ist, etwas extremer. Die Songs darauf sind großartig, weil sie extrem sind, aber sie waren am Anfang ein wenig einschüchternd. Einige Arrangements wirkten wie ein großer Berg, auf den man raufklettern muss, so dass ich mir sagte, da komme ich später drauf zurück.

Manchmal muss man einfach was liegen lassen und wenn Du Dich dem später wieder zuwendest, weißt Du, wie Du damit umgehen musst. Ich denke, es ist das, warum ich mich vor diesen Songs gefürchtet habe, was sie so großartig macht.“

Furcht und Roisin Murphy, das klingt wie Koketterie.

Spex:

Chapeau, Respekt und all das.

Pitchfork über Ruby Blue, Overpowered, Hairless Toys und Take her up to Monto.

Guardian: Take Her Up to Monto review – still too strange for the bigtime

In 2007, Roísín Murphy signed to a major label and released her second solo album, Overpowered. The artwork featured the singer dressed in a variety of insane designer outfits – among them a dress with a lighting rig attached to it – in a succession of mundane settings: a pub, a park, a greasy-spoon cafe. Elsewhere, there was an inexplicable diagram featuring photographs of budgerigars, drawings of fish and quotations from Laurie Anderson, Tammy Wynette, Samuel Beckett and Murphy herself: “I got signed to EMI because I reminded them of Robbie Williams,” she deadpanned. …
Still, you could see why EMI thought Murphy could become a mainstream pop star, and not just because her previous outfit, Moloko, had successfully balanced the deeply odd with a succession of pop-house hit singles. It’s virtually obligatory when reviewing Murphy’s solo albums to bemoan her failure to become wildly famous; it’s understandably held to be a sad indictment of British pop culture that an artist who makes consistently intriguing, adventurous music that is nevertheless firmly rooted in electronic pop, who is possessed of an intriguing, individual creative vision and who looks fantastic – like a proper pop star, rather than a blandly pretty face with access to a stylist – seems condemned to exist in the margins of cult success.

Miss Roisin Murphy bei Soundcloud, sehr toll: BBC RADIO 6 – An Extended Evening with Róisín Murphy


 


Muß los, Platte kaufen.


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3 Gedanken zu „Lala: Róisín Murphy

  1. Das kann ich gut verstehen. Ich hoffe irgendwas war erhältlich. Wenn der Artikel Lust auf mehr von dieser Sängerin machen sollte, bei mir ist das vollkommen gelungen.

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