40% Mitte

40%mitte Foto: CEphoto, Uwe Aranas, Cologne Pride 2014

Aus Die enthemmte Mitte (Seite 50/51):

Schließlich wurde auch die Haltung zu Homosexuellen erhoben. 40% der Befragten stimmten der Aussage zu, es sei »ekelhaft«, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssen und fast 25% finden Homosexualität unmoralisch, also jeder bzw. jede Vierte. Schließlich denken 36,2% der Befragten, dass Ehen zwischen Frauen bzw. zwischen Männern nicht erlaubt sein sollten.

Franziska Schutzbach, 15.6.2016, präzis und kopflos:

Rückwirkend sagen alle: Vor 60 Jahren, da war es für Frauen, LGBTQ und people of color schlimm. Frauen hatten in der Schweiz noch nicht mal das Stimmrecht. Das war Diskriminierung. Klar. Oder Rassismus, der war krass, damals in Amerika. Und erst Antisemitismus! Es ist leicht, das alles rückwirkend festzustellen. Und es wurde hundertfach erwiesen und festgestellt.

Aber man hat auch damals schon, z.B. 1960, die Leute befragt: Gibt es Ungleichheit? Diskriminierung von Frauen, LGBTQ, Schwarzen Menschen? Die Mehrheit fand damals: nein, alles ok, es gibt keine Diskriminierung. 80 bis 90 Prozent (!!) der weissen Mehrheitsgesellschaft waren 1960 in US-Umfragen der Meinung, Schwarze würden nicht diskriminiert.

Kurz gesagt: In jeder Generation behauptet die Mehrheit der herrschenden Gruppe: Es gibt kein Problem, keine Diskriminierung. Und immer – bisher ohne Ausnahme – lag sie, rückwirkend gesehen, falsch. In jeder Generation haben people of color, Frauen und LGBTQ gesagt: DOCH, ES GIBT EIN PROBLEM! Und immer hatten sie – rückwirkend gesehen und ohne Ausnahme – recht.

Die Frage ist also: Kann es wirklich sein, dass diejenigen, die in der Geschichte bisher immer recht hatten, heute plötzlich vollkommen irr geworden sind? Plötzlich unfähig sein sollen, die Verhältnisse klar zu sehen? Und warum sollen diejenigen, die bisher nie, niemals recht hatten in der Geschichte, heute plötzlich die Klügeren sein?

Johannes Kram, 14.6.2016, Nollendorfblog:

Ist es Euch nicht peinlich, in einem Land zu leben, dass so stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung ist, das aber ausgerechnet nichts mehr davon wissen will, wenn es um Schwule geht. Ist Euch bewusst, dass es die Politik nur aus einem Grund nicht schafft, die Opfer des Unrechts-Paragraphen 175 (der den Krieg und auch das Wirtschaftswunder überstanden hatte), nicht zu entschädigen für das Leid, das ihnen zugefügt wurde: Weil es Euch egal ist.

Und jetzt Orlando. Ist es Euch nicht aufgefallen, dass Eure Kanzlerin, Euer Außenminister, Euer Bundespräsident (im Gegensatz zu den anderen maßgeblichen Staatsführern unserer westlichen, freiheitlichen Welt) es nicht über die Lippen brachten, der Gruppe zu gedenken, denen der Anschlag gegolten hat. Nämlich uns. Fandet Ihr es nicht komisch, dass der Eiffelturm (und das wärend der EM!), das neue World Trade Center und viele andere symbolhafte Gebäude auf der ganzen Welt im wahrsten Sinne zu (regenbogenfarbenen) Leuchttürmen unser nach Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit strebenden Zivilisation wurden, während sich ausgerechnet Deutschland – wiedereinmal !- aus dieser Solidarität, diesem Bekenntnis zu den Werten unserer Zivilisation ausgeklinkt hat?

Und jetzt, wo Vieles dafür spricht, dass der Attentäter selbst schwul gewesen sein könnte, denkt Ihr vielleicht, dass Ihr noch weniger mit der ganzen Sache zu tun habt, als sie Euch bisher schon gekümmert hat? Weil hier ein Schwuler – und nicht ein Hetero wie Ihr – aus Hass heraus Schwule umgebracht hat?

Glaubt Ihr wirklich, Schwule würden sich selbst für ihr Schwulsein hassen, ohne das Wissen, das Gespür, ohne die Angst, dass Heteros das tun?

Den Hass gegen Schwule, auch der Selbsthass der Schwulen (gegen sich selbst und andere Schwule) kann nur überwunden werden, wenn die Heteros anfangen, für eine freie, gerechte und angstfreie Welt für Homos und Heteros zu kämpfen. Die rechtliche Gleichstellung wäre ein Anfang, eine Grundvoraussetzung. Und eine Errungenschaft, die auch und mehrheitlich von Heteros auf der ganzen Welt bereits für ihre Länder erkämpft worden ist. Was hält Euch eigentlich auf? Ihr seid es nicht nur uns, sondern auch Euch schuldig.


 

Die enthemmte Mitte, Seite 104:

Die vorurteilsgebundenen und autoritären Milieus sind in der letzten Dekade geschrumpft. Waren vor zehn Jahren noch mehr als 73% der Bevölkerung diesen Milieus zuzuordnen und nur 36,9% den demokratischen Milieus, hat sich das Verhältnis nun nahezu umgekehrt. 60% der Bevölkerung sind nun in demokratischen Milieus beheimatet, während die anderen Milieus heute nur noch 40% der Bevölkerung binden. Die antidemokratischen Milieus lassen sich für beide Zeitpunkte hinsichtlich dreier Merkmale unterteilen:
– starke Vorurteile (manifest/latent),
– vergleichsweise große Bereitschaft zur autoritären Aggression,
– besonders ausgeprägter Verlust von Vertrauen in das demokratische System.

Seite 105:

In der Gegenüberstellung der Jahre 2006 und 2016 wird sichtbar, wie sich die Situation verändert hat. Die demokratischen Milieus der Modernen und Konformen sind gewachsen. Nun wird auch im Konformen Milieu Gewalt abgelehnt und in beiden hat das politische System massiv an Legitimation gewonnen. Das wird auch deutlich an der geringeren politischen Deprivation 2016 in diesen Milieus (vgl. Tab. 4). Sich selbst politisch einzubringen ist nun hegemoniales Ideal in diesen Milieus. Demgegenüber hat das politische System in den antidemokratischen Milieus an Legitimation noch einmal verloren. Seinen Institutionen wird deutlich weniger Vertrauen entgegengebracht. Auch Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung ist nun akzeptierter. Insgesamt haben diese Milieus an Angehörigen verloren, aber es findet sich nun ein ausdrücklich gewaltbereites Milieu, das sich zudem der Akzeptanz seiner Gewaltbereitschaft in den anderen autoritären Milieus sicher sein kann.

Um das knapp zusammen zu fassen: unter den 40% in der Mitte der Deutschen, die den antidemokratischen Milieus zuzuordnen sind, gibt es knapp 90%, die Gewalt tolerieren oder ausüben, s. Tabelle 5, Seite 110, s. Grafiken auf Seite 42 + 43.

2006 traf das noch auf etwas über 50% der antidemokratischen Milieus zu. Die gewalttoleranten, gewaltbereiten und gewalttätigen Arschlöcher verzeichnen ein Plus von fast 40%!

Der vorangestellte Tenor der Mittestudie Seite 7/8

Die aktuelle Studie fördert angesichts dessen einen überraschenden Befund zutage: Hinsichtlich der Verbreitung der klassischen Einstellungen, die Rechtsextremismus charakterisieren, fällt die Steigerung von Vorurteilen nur geringfügig aus.

kann nicht trösten. Sondern der Anstieg der Gewaltbereitschaft und Gewalttoleranz gegenüber den „Anderen“, in Verbindung mit der Arroganz, Selbstzufriedenheit, Trägheit und Bräsigkeit der 60%-Mehrheit der demokratischen Milieus, sich nicht viel mehr für die Rechte aller „Anderen“ stark zu machen, macht mich mehr als beklommen.

 


 

Wir – die heterosexuelle, nichtgeflüchtete, weiße Mehrheit – wären das Volk. Wären wir nicht lieber angepasst, bequem und egozentrisch bis zum get-no und mit Verleugnung der rechtsradikalen Revolution beschäftigt (und hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gekriegt). Es ist zum Heulen.

Heulen war auch der Anlaß zu diesem Blog, anläßlich eines Kommentars vom Zaunfink:

„Ich setze meine Maske mit dem höflichen Lächeln auf“

Johannes Kram vom Nollendorfblog hat gerade gezeigt, was herausplatzen kann, wenn wir die Höflichkeit und Nachsichtigkeit, die wir uns angesichts des schmerzlichen Schweigens und Nichtstuns angewöhnt haben, einmal zur Seite legen.

Lieber Zaunfink, ich habe keine blasse Ahnung, woher Sie Ihr Plädoyer für Leichtigkeit und Freiheit im Moment noch nehmen und ich knie davor und vor der Geduld und Höflichkeit, die die meisten Homosexuellen für Heterosexuelle immer noch aufbringen, Johannes Kram dabei eingeschlossen. Es bringt mich zum Weinen vor lauter Scham, daß Sie das als Herausplatzen einordnen und als Beseitelegen der Höflichkeit empfinden.

Was ist an dieser mehr als angemessenen Durchsage unhöflich?

Nachsichtigkeit mit Egozentrik, Nichtstun, Schweigen und Haß aber halte ich (so hetero, daß es schon fast langweilig ist) für grundfalsch. Das ist ein Luxus, den sich die Mehrheit nicht länger leisten kann.

Ich schäme mich in Grund und Boden, daß meine politischen Repräsentanten das Massaker an Homosexuellen in Orlando nicht als solches benennen und daß Homosexuelle in Deutschland immer noch Bürger zweiter Klasse und in ihren Rechten beschnitten sind. Es ist eine Schande, daß Artikel 3+ scheiterte und Homosexuelle damit zu x einzelnen Klagen für hundsgewöhnliche Normalrechte genötigt wurden. Es ist ein gesellschaftliches Armutszeugnis erster Ordnung, daß Homosexuelle immer noch Angst haben und sich kleinmachen müssen. Und es ist der blanke Hohn, daß Angela Merkel – angesichts all dieser Armutszeugnisse – im Bezug auf einen Massenmord an Homosexuellen noch extra betont: „Wir werden unser offenes und tolerantes Leben fortsetzen.

Toleranz ist nicht genug,  Toleranz ist kein Wert, sondern ein Tritt ins Gesicht. Es ist eine menschenverachtende Beleidigung, „Andere“ nur zu dulden und dafür noch gelobt (oder gewählt) werden zu wollen.


 

Menschenrechte sind immer und zuerst die Rechte der „Anderen“!

 


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26 Gedanken zu „40% Mitte

  1. vor allem dem letzten Absatz kann ich nur vorbehaltlos zustimmen. Vor dem Gesetz seien alle gleich, heißt es. Für Homosexuelle ist davon nicht viel zu merken. Die Ehe und die damit verbundenen Rechte sind immer noch ein schlechter Scherz. Wird Zeit, dass sich das ändert

      • Silberfink? Hat sich mein ergrautes Gefieder herumgesprochen? ;-)

        Zum Thema: Nein, der Artikel von Johannes Kram im Nollendorfblog ist wirklich nicht „unhöflich“. Das hatte ich nicht sagen wollen, auch wenn man es aus meinem Kommentar indirekt so herauslesen kann.

        Ich empfinde diesen Artikel aber durchaus als ein „Herausplatzen“. Ich gehöre hoffentlich selber nicht zu den Menschen, die bezüglich queerpolitischer Forderungen allzu vorsichtig formulieren oder mit übertriebener Geduld agieren. Vielleicht müssen das andere beurteilen. Ich beobachte aber immer wieder, dass schon Forderungen, die extrem zurückhaltend formuliert sind und eigentlich selbstverständlich sein sollten (sei es einfach nur die Forderung, im öffentlichen Raum die Hand des Partners halten zu können, ohne dabei Beleidigungen und Übergriffen ausgesetzt zu sein oder die Forderung, der Gleichheitsgrundsatz unseres Grundgesetzes möge doch bitte auch auf unsere Rechte Anwendung finden) als „überzogenes Geschrei“ oder „Opfergejammer“ diffamiert werden.

        Das geschieht regelmäßig auf eine so aggressive Weise, dass es eine einschüchternde Wirkung entfaltet. Sicher können wir uns gelegentlich selbstkritisch fragen, weshalb wir uns denn einschüchtern lassen. Das geht teils so weit, dass selbst Schwule sich unbehaglich fühlen, wenn solche Forderungen formuliert werden und sich dann sogar selbst ängstlich dagegen wehren, „den Bogen bloß nicht zu überspannen“. Das ist schmerzlich zu sehen.

        Wir haben uns eine Zurückhaltung angewöhnt, die zu Recht kritisiert werden darf und muss.

        Die Mechanismen, die hier wirken, sind meines Erachtens erstens eine verinnerlichte Scham, die uns einflüstert, vielleicht ja tatsächlich gar kein Anrecht auf Würde und Gleichberechtigung zu haben. Was hier aber zweitens zum Wirken kommt – und deswegen finde ich den Artikel von Johannes so großartig -, ist die Tatsache, dass „wir“ eine AKTIVE Solidarisierung von Heterosexuellen wirklich leider zu selten erleben, wenn wir unsere Forderungen stellen. Oder erst recht da, wo wir sie nicht stellen. Ich will ja sicher nicht sagen, dass das nie geschieht (ich freue mich über jede_n einzelne_n solidarischen Menschen), aber gerade momentan fällt es im Kontrast zu dem, was in anderen Staaten passiert, einfach auf, was in Deutschland fehlt. Fast alle Solidaritätsveranstaltungen, die in den letzten Tagen in Deutschland zu Orlando abgehalten wurden, wurden, wenn ich es richtig sehe, von LGBTTIQ*-Gruppen organisiert. Es waren sicherlich viele Nicht-queere Menschen mit dabei, und das ist toll, aber trotzdem…

        Und kein einziges explizit queer-solidarisches Signal aus der Spitze unseres Staates? Wirklich?

        Und wenn wir ein solches erwarten, wird es noch von vielen als „anti-emanzipatorisch“ abgetan, weil wir doch „alle nur Menschen sind“ und man über Unterschiede gar nicht reden sollte, wenn man nicht diskriminieren will? Geht’s noch zynischer? Wenn eine Synagoge angegriffen worden wäre, und Merkel hätte nicht das Wort „Antisemitismus“ in den Mund genommen, es wäre wohl mehr Menschen aufgefallen. Und wenn dann jüdische Organisationen eine Solidaritätsbekundung eingefordert hätten, man hätte es wohl kaum so unwidersprochen als egozentrischen Wunsch nach einer „Sonderbehandlung“ diffamieren können. Die Regierung hätte sich nicht darum drücken können, auf diese Kritik wenigstens hinterher zu reagieren, wie sie es jetzt tut.

        „Wir“ fühlen uns gerade ein bisschen von „euch“ allein gelassen. Ich weiß, dass diese Pauschalität unfair ist, es hier vielleicht gar nicht um ein „wir und ihr“ geht, und dass es viele Gegenbeispiele gibt. Aber es fühlt sich momentan trotzdem so an. Vielleicht ist es gut, wenn in diesem Moment so mancher Geduldsfaden reißt. Und es ist ebenso gut, wenn das bei nicht-queeren Menschen ebenfalls passiert.

        • Wir haben uns eine Zurückhaltung angewöhnt, die zu Recht kritisiert werden darf und muss.

          Ich hoffe inständig, daß mein gerissener Geduldsfaden nicht als Kritik an homosexueller Zurückhaltung rüberkam! Es ist immer elend und es ist unzumutbar, sich andauernd gegen Verletzungen der eigenen Rechte einsetzen und sich das noch vorwerfen lassen zu müssen. Die Kritik geht an die heterosexuelle Mehrheit, die das der homosexuellen Minderheit seit Jahrzehnten zumutet.

          Ich habe wirklich keine blasse Ahnung, wie ich von Zaun- auf Silberfink kam, ist mir peinlich und tut mir sehr leid.

          Last but not least: herzlich willkommen hier, Zaunfink…;-)…

          • „Ich hoffe inständig, daß mein gerissener Geduldsfaden nicht als Kritik an homosexueller Zurückhaltung rüberkam!“

            Nein, alles ist gut. :-) Ich habe es als Gedankenanstoß genommen, und der war sehr willkommen.

  2. Vielen Dank für die deutlichen Worte.
    Über eine Stelle bin ich gestolpert, da bin ich mir nicht sicher, ob sie richtig liegen:
    Um das knapp zusammen zu fassen: unter den 40% in der Mitte der Deutschen, die den antidemokratischen Milieus zuzuordnen sind, gibt es knapp 90%, die Gewalt tolerieren oder ausüben, s. Tabelle 5, Seite 110, s. Grafiken auf Seite 42 + 43.

    2006 traf das noch auf etwas über 50% der antidemokratischen Milieus zu. Die gewalttoleranten, gewaltbereiten und gewalttätigen Arschlöcher verzeichnen ein Plus von fast 40%!

    Das Plus von 40% kann ich nicht recht nachvollziehen. Wenn vor 10 Jahren rund 73% der etwa 82 Mio. Deutschen den sogenannten „antidemokratischen Milieus“ zugerechnet wurden (Einwurf: Scheint mir, bei aller Misanthropie, eine enorm hohe Ziffer zu sein, die mich ein wenig an den Markern für die ganze Kategorie zweifeln lassen.), komme ich auf eine absolute Zahl von 59.860.000 Davon waren 50% gewaltbereit, macht 29.930.000 Menschen. So weit, so bestürzend.
    Wenn nun aber 2016 nur noch 40% der 82 Mio. überhaupt in die „antidemokratischen Milieus“ fallen, haben wir es mit 32.800.000 Leuten zu tun. 90% davon seien gewaltbereit, das sind 29.520.000. Immer noch unglaublich viele gewalttolerante, gewaltbereite und gewalttätige Arschlöcher, aber doch immerhin 410.000 weniger in absoluten Zahlen als vor 10 Jahren. Eine mittlere deutsche Großstadt ist friedfertig geworden. Oder vertue ich mich?

    Gruß, d.

    • Ich meinte nicht die absoluten Zahlen, sondern die Zunahme und Qualität der Gewaltbereitschaft bis Gewaltausübung innerhalb der antidemokratischen Milieus.

      Das geradezu täglich brennende Flüchtlingsheim war trotz der größeren absoluten Zahl der Gewaltfreunde in allen Milieus im Vergleichsjahr 2006 nicht der Fall. Weswegen ich die befriedete mittlere Großstadt numerisch weder berücksichtigt habe noch in Zweifel ziehe, sondern die Zunahme und Qualität der Gewalttoleranz, -bereitschaft und -ausübung unter deutschen Menschenfeinden herausgestellt habe.

      Mißverständlich ist allerdings der Bezug auf die Arschlöcher und ihr Plus, da der eine numerische Steigerung impliziert. Insofern: Sie haben recht und vielen Dank für die numerische Ergänzung.
      Ich lasse es im Blog jetzt trotzdem so stehen, ok?

      • Ich meinte nicht die absoluten Zahlen, sondern die Zunahme und Qualität der Gewaltbereitschaft bis Gewaltausübung innerhalb der antidemokratischen Milieus.

        Was mich wiederum die ganze Kategorie „antidemokratisches Milieu“ ein bisschen in Frage stellen lässt, ja. Denn von 73 runter auf 40% in nur 10 Jahren ist doch im Grunde fast schon sensationell, eine riesige Erfolgsstory! Dazu noch der kleine Rückgang in absoluten Schlägertypenzahlen – die Bundesrepublik ist auf dem richtigen Weg, der rechte Rand befindet sich in gradueller Auflösung. Erst waren wir Papst, jetzt kleine Englein mit roten Pausbäckchen. Könnte/möchte man meinen.

        Nur, dass es sich eben überhaupt nicht so anfühlt, sondern wenigstens ich mitunter ganz im Gegenteil einen massiven Einbruch des demokratischen Fundaments wahrnehme. Bleibt für mich also irgendwie eine seltsame Statistik (klar, ich habe sie ja auch nicht selbst gefälscht).

        Der Schlüssel liegt sicherlich tatsächlich in dem Sprung von 40 auf 90% gewaltbereiter Spackos innerhalb der sogenannten Antidemokraten. Die scheinen jetzt noch viel mehr eine homogene und darum „schlagkräftigere“ Gruppe zu bilden. Oder so.

        Stehen lassen können Sie das natürlich, ist doch klar.

        Gruß, d.

  3. Ich danke dir herzlich für diesen Text. Leider lese ich solche Worte von heterosexuellen Menschen viel zu selten, so dass ich oft geneigt bin ihnen eine Gleichgültigkeit bzgl. queerfeindlicher Gewalt und (rechtlicher) Diskriminierung zu unterstellen. Es macht mich fassungslos und lässt mich an der Menschheit verzweifeln, wenn die Forderung nach Gleichberechtigung und einem gewaltfreien Leben mit dem Vorwurf eines ‚Sich-in-den-Vordergrund-Spielens‘ oder der ‚Forderung nach Sonderrechten‘ abgewiegelt und lächerlich gemacht wird. Wie oft habe ich mit ignoranten Heteros genau über diese Themen diskutiert, ohne dass mir andere Heteros zur Hilfe kamen? Wie oft habe ich mich im Stich gelassen gefühlt, weil alle um mich herum schwiegen? Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass der Gedanke, ein Großteil der Heteros seien gegenüber queeren Menschen nicht zu Empathie fähig, nicht auch schon mir durch den Kopf ging. Tatsächlich erlebe ich es in queeren Räumen sogar hin und wieder, dass sich die Menschen über ernstgemeinte Solidarität und Unterstützung seitens heterosexueller Menschen wundern und sich fragen, woher auf einmal ihre Empathie kommt. Nach meiner Beobachtung haben viele aufgrund der negativen Erfahrungen tief im Inneren kein gutes Bild mehr von heterosexuellen Menschen, auch wenn sie es aufgrund der gesellschaftlichen Verhältnisse nie offen zugeben würden. Ich wünschte mir, es gäbe mehr Heteros, die sich zu Wort melden und sich solidarisch zeigen, ohne uns zu vereinnahmen und ohne uns zu belehren. Texte wie dieser zeigen mir, dass es möglich ist. Besten Dank dafür.

    • Herzlich willkommen Charlie und dafür nicht…;-)…

      Nach meiner Beobachtung haben viele aufgrund der negativen Erfahrungen tief im Inneren kein gutes Bild mehr von heterosexuellen Menschen, auch wenn sie es aufgrund der gesellschaftlichen Verhältnisse nie offen zugeben würden.

      Nach meiner Beobachtung teilt sich die Menschheit eher in empathische und nicht-empathische, in aufmerksame und ignorante, in mündige und unmündige Menschen, weniger in LGBTIQ* und Heterosexuelle, in Frauen und Männer oder in Minderheit und Mehrheit – wobei die Mehrheit immer Gefahr läuft, egal welche Minderheit platt zu machen, weil jede/r zunächst nur das eigene Normal für normal hält.

      Mich machen ganz generell Herrschaftsbefunde böse, Gruppe xy sei doch inzwischen völlig undiskriminiert, in Verbindung mit dem Vorwurf des Strebens nach „Sonderrechten“, wenn es um selbstverständliche Grund-, Menschen- und Bürgerrechte geht. Speziell böse machen mich die ganzen Latenznazis, die sich auf einmal als die eigentlichen Initiatoren und Verteidiger von LGBTIQ*- und Frauen-Rechten gerieren, um ihren Fremdenhaß besser Gassi führen zu können.

      So notwendig der Rückzug in Schutzräume ist, aber wir alle müssen viel mehr miteinander kommunizieren und uns besser vernetzen, wir müssen Solidarität miteinander zeigen und uns gegenseitig unterstützen.

      Andernfalls gewinnen diejenigen, die die Uhr in die 50er Jahre oder gleich ins 19.Jhdt zurückdrehen wollen. Die Arschlöcher haben leider (und im Gegensatz zu den Linken) in den letzten 25 Jahren ihre Hausaufgaben gemacht.

      • Liebe Dame von Welt,

        auch ich sehe das genauso wie du schreibst. Es geht weniger um Geschlechter, sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten als um Empathie. Mir selbst sind schon viele Heteros begegnet, die wesentlich empathischer waren als viele LGBTTIQ*.

        Und trotzdem trifft mich die Ignoranz, Arroganz und mangelnde Empathie von Heteros mir und anderen LGBTTIQ* gegenüber auf eine ganz besondere Weise. Vielleicht ist es die eigene Ohnmacht, die mir in solchen Situationen unter die Nase gerieben wird. Das Gefühl dem Wohlwollen und der Willkür einer Mehrheit ausgeliefert zu sein, die sich anmaßt über meine Grundrechte abzustimmen und in öffentlichen Debatten ergebnisoffen über meine Grundrechte diskutiert. Eine Mehrheit, die mir und anderen nicht zeigt, dass sie uns als vollwertige Bürger_innen anerkennt, die separate zweitklassige Rechtsinstitute wie die ELP nicht als diskriminierend empfindet.

        Leider steckt hinter Hetero und LGBTTIQ* ein enormes Machtgefälle mit ungleichem Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe und sonstigen Privilegien. Daher haben geäußerte Worte aus der jeweiligen sozialen Gruppe in unserer Gesellschaft eine ganz andere Gewichtung. Uns LGBTTIQ* hört ein großer Teil der hetero-, cis- und monosexuellen Menschen nicht wirklich zu und nimmt unsere Worte ernst. Noch immer werden Heteros als Expert_innen für LGBTTIQ-Belange in öffentliche Diskussionen eingeladen, maßen sich an über uns zu urteilen und uns das Teilhaberecht an der Gesellschaft abzusprechen. Diese Form des Paternalismus und ihre selbstverständliche Akzeptanz in breiten Teilen der Gesellschaft verdeutlicht vielleicht, wieso die Worte heterosexueller Menschen gegenüber LGBTTIQ ein anderes Gewicht haben. Und deshalb treffen mich ihre Worte oftmals härter, als die von LGBTTIQ*.

        Wo ich dir recht gebe ist, dass wir auf jeden Fall viel mehr miteinander kommunizieren und uns besser vernetzen müssen. Gegenseitige Unterstützung und Solidarität finde ich ebenfalls sehr wichtig. Und damit meine ich ausdrücklich auch, dass LGBTTIQ* genauso aus ihrer Nische rauskommen und sich gegenüber anderen benachteiligten und ausgegrenzten Gruppen solidarisch verhalten sollten. Wahrscheinlich geschieht das bereits, doch sind sie dann nicht unbedingt mehr als LGBTTIQ* sichtbar. Mit Heteros in queeren Zusammenhängen ist das vermutlich ähnlich. Möglicherweise liegt gerade darin eines der Grundprobleme…

        • Wofür steht eigentlich das zweite T in LGBTTIQ*?
          Bitte nicht wundern, daß es einen Teil Ihres Kommentars kursiv gesetzt hat – das liegt wahrscheinlich an Sternchen und an Markdown, das ich jetzt mal deaktiviert habe (nachdem es deswegen hier kürzlich schon zu einem Galama galore kam). Wenn Sie möchten, repariere ich Ihren Kommentar.

          Ansonsten: Zustimmung und es tut mir leid! Bitte entschuldigen Sie, daß meine heterosexuelle Mitmehrheit so anmaßend, stumpf und egozentrisch ist!

          Sehr lesenswert (und gut zu unserer Unterhaltung passend) fand ich gerade ein Interview von Alexander von Streit mit Johannes Kram: „Deutschland hängt im Umgang mit Homosexualität 20 Jahre zurück“ (wobei der Titel schon wieder extrem ignorant ist, da Johannes Kram von Akzeptanz, Respekt, Xenophobie und Diversität spricht, nicht von Homosexualität)

          AvS: Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn sich ein Attentat gezielt gegen Homosexuelle richtet?

          JK: Das sagt erst einmal noch nicht so viel aus, das kann in jeder Gesellschaft passieren, weil es weltweit Homosexuellen-Hass gibt. Aber es sagt ganz viel über unsere Gesellschaft aus, wie wir darauf reagieren. Wenn ein Attentat in der Kirche passiert, würde man darüber reden, wie bedroht Christen sind. Und wenn sich ein Anschlag gegen Juden richten würde, würde man darüber auch diskutieren. Wir sind, und das war das Subtile, die einzige Minderheit, über die man sich diese Gedanken anscheinend nicht machen muss. Und das ist es, was mir genauso viel Angst macht, wie der Anschlag selbst.

          AvS: Eine europaweite Studie hat 2013 gezeigt, in welchem Ausmaß Homophobie in Europa vorkommt. Auch eine aktuelle Studie der Böll-Stiftung zeigt weitverbreitete Ressentiments gegen Homosexuelle in der deutschen Gesellschaft auf. Sind wir denn in Zeiten schwuler und lesbischer Politiker und Stars, trotz der Homo-Ehe immer noch keinen Schritt weitergekommen?

          JK: Das ist eine Frage, die wirklich nur ein heterosexueller Journalist stellen kann. Das sind zwei völlig verschiedene Ebenen. Das ist genau die Ebene, wie das Unding der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die nach der unsäglichen Gauland-Äußerung über Boateng seine Nachbarn befragt, ob sie gerne neben ihm wohnen wollen. Der Rassismus der FAS ist dabei mindestens so schlimm wie der von Gauland. Was ist denn das für ein Maßstab? Warum werden die absoluten Vorzeigeleute präsentiert, um sich darauf zu verständigen, dass es kein großes Problem mit Rassismus oder Homophobie gibt. Das Gegenteil ist natürlich der Fall. Weil niemand auf die Schulhöfe sieht, auf den Alltagsrassismus oder die alltägliche Homophobie. Ich finde es fast schon obszön, wie sehr sich die Gesellschaft darüber versucht einig zu sein, nicht rassistisch und homophob zu sein – und das an Menschen wie Westerwelle und Boateng festmacht. Deutschland erscheint im Gegensatz zu den USA und Großbritannien geradezu inkompetent darüber zu sprechen, wo Rassismus und Homophobie anfangen, was sie bewirken, wo sie herkommen und wie man damit umzugehen hat.

          AvS: Zurzeit steht mit den Fällen in Stanford und dem Prozess von Gina-Lisa Lohfink der fragwürdige Umgang der Justiz mit Vergewaltigungen in der Diskussion. Gibt es dabei Parallelen zum gesellschaftlichen Umgang mit Homosexualität?

          JK: Natürlich! Frauenfeindlichkeit und Sexismus, all das gehört dazu. Auch die Brüderle-Debatte hat gezeigt, dass es überhaupt keinen gemeinsamen Debattenraum gibt, weil die, deren Verhalten man als problematisch anprangert, schon alleine durch die Behauptung, sie seien aber nicht problematisch, denken, aus dem Schneider zu sein. Das provoziert natürlich die Wut der Gegenseite und so werden Debatten über Diskriminierung in Deutschland immer wieder zu ritualisierten Schaukämpfen ohne jeden Mehrgewinn, ohne die dringend für die Entwicklung der Gesellschaft benötigten Erkenntnisse und Verständigungen. Statt überhaupt mal darüber zu diskutieren, wo das alles anfängt. Es ist doch so: Wir sind alle Teil des Problems. Wir sind alle irgendwo rassistisch, homophob und sexistisch. Es nützt doch nichts, das einfach abzustreiten. Sondern wir müssen endlich lernen, damit umzugehen.

          Ich glaube, Deutschland beginnt gerade erst zu realisieren, dass diese ganze Vergangenheitsbewältigung in Bezug auf den Nationalsozialismus zwar wichtig war, aber da noch etwas Entscheidendes fehlt: Was es eigentlich heißt, nicht xenophob zu sein. Was es eigentlich heißt, nicht über Toleranz, sondern über Akzeptanz und Respekt zu reden. Was es eigentlich in einer Gesellschaft heißt, es auszuhalten, wenn sich Menschen küssen, die man nicht beim Küssen sehen möchte. Diese Debatte fehlt in Deutschland komplett. Und das Erstaunliche ist, dass sie eigentlich in allen Ländern, mit denen wir kulturell verbunden sind, seit Jahrzehnten stattfindet. Wenn man sich amerikanische Kultur, amerikanische Serien, Medien, Theater oder auch ganz kommerzielle Musicals ansieht, liegt Deutschland mindestens 20 Jahre zurück. Und jetzt zeigen wir alle auf Donald Trump und finden, wir sind den Amerikanern im Diskurs überlegen. Nein, das sind wir nicht.

          AvS: Nach Orlando hast du in einem Blogeintrag geschrieben: „Liebe Heteros, sorry, aber jetzt seid Ihr dran!“ Was muss geschehen, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen kein Thema mehr ist?

          JK: Erst einmal war das eine Polemik. Dafür habe ich viele Prügel bekommen, denn natürlich gibt es nicht DIE Heteros – genauso wenig, wie es nicht DIE Schwulen und Lesben gibt. Aber es gibt eben auch verschiedene Betrachtungsebenen. Zum Beispiel die, auf der es schon wichtig ist, ob jemand hetero ist, weil er einfach eine ganz andere Sichtweise hat. Eine Minderheit hat immer das Problem, dass sie von der Mehrheit in ihren Sorgen und in ihrem Blick nicht gänzlich verstanden und gesehen werden kann. Das wäre kein Problem, wenn man das einfach so mal konstatieren würde, statt dauernd zu betonen, dass wir ja alle gleich sind. Natürlich sind wir alle gleich, aber wir sind auch alle anders. Was wir alle generell tun müssen, ist einfach selber die Perspektive zu wechseln und immer die Dinge auch aus der wieder Sicht der anderen, aus Sicht der Minderheiten zu betrachten. Da das jetzt gerade nach Orlando ausgeblieben ist, könnten zwei Sachen passieren: Entweder wird weiter so getan, als hätte das mit der Minderheit LGBTI (Anmerkung der Redaktion: Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersexual) eigentlich nichts zu tun. Dann wird allerdings der Unmut noch weiter steigen. Oder es beginnt etwas, was ich mir schon lange wünsche. Nämlich, dass wir uns mal gegenseitig zuhören und uns fragen: „Wie geht’s dir dabei?“ und „Erzähl mir doch mal von deinen Ängsten, aber auch, wo du dich nicht oder falsch verstanden fühlst“. Das gilt für jeden. Jeder ist Minderheit und jeder ist Mehrheit, es kommt immer auf die Situation an. Sich darüber auszutauschen, ist das Wichtigste, was jetzt passieren kann.

          AvS: Welche Rolle spielt die Politik dabei?

          JK: Merkels Reaktion war der Worst Case. Im Prinzip hat sie es geschafft, sich in dieser Sache rechts von Donald Trump zu positionieren. Man kann sich im demokratischen Parteienspektrum quasi keine Äußerung vorstellen, die homosexuellen-feindlicher wäre. Erstens, weil sie im Gegensatz zu anderen westlichen Staatschefs fünf Tage gebraucht hat, um zuzugestehen, dass es ein Anschlag gegen LGBT ist. Dass sie mit ihrem Reden über tolerantes Weiterleben so getan hat, als ob es kein Problem mit Homophobie gibt, ist die zweite Ungeheuerlichkeit in ihrem Statement. Und die dritte ist natürlich die, dass sie von Toleranz, also über das Dulden spricht und damit die Debatte quasi auf den Minimalkonsens der 80er-Jahre zurückführt. Wenn das eine Regierungschefin macht, ist das skandalös. Wie bei Böhmermann hat Merkel versucht, bei einer wichtigen Wertefrage einfach mal auf Kosten der Betroffenen rumzutricksen.

          • Erstmal vorweg: Falls es in Ordnung ist, würde mich freuen, wenn wir uns duzen können :-)

            Vielen Dank für das Angebot einer Reparatur, aber es macht mir überhaupt nichts aus, dass der Kommentar teilweise kursiv erscheint. Hauptsache er ist lesbar.

            Zum Abkürzungsungetüm LGBTTIQ*: Das zweite T steht meines Wissens für Transsexuelle, während das erste T für Transgender steht. Transsexualität steht für Männer mit einem verweiblichten Körper bzw. Frauen mit einem vermännlichten Körper. Hier geht es also eher um körperliche Merkmale als um Geschlechtsidentität. Transgender steht hingegen für alle Menschen, deren bei Geburt zugewiesenes Geschlecht nicht mit der eigenen Geschlechtsidentität übereinstimmt. Hier geht es also weniger um körperliche Merkmale als vielmehr um das soziale Geschlecht/Gender (das teils auch nicht-binäre Menschen mit einschließt). Ob beide Kategorien sich tatsächlich immer so klar voneinander abgrenzen lassen, sei mal dahingestellt. Andererseits steht es mir als nicht-trans Person aber auch nicht zu, diese Unterscheidung in Frage zu stellen. Daher die zwei Ts.

            Zur Entschuldigung: Ich möchte dich keinesfalls für etwas in Sippenhaft nehmen, wofür du nichts kannst. Sorry, wenn das jetzt so rüber kam. Trotzdem danke ich dir dafür, dass du mir damit signalisierst, dass du dich mit deiner gesellschaftlichen Position und den entsprechenden Privilegien auseinandergesetzt hast. Viel wichtiger als Entschuldigungen finde ich aber letztlich ein privilegienbewusstes und reflektiertes Verhalten im Alltag. Und dein Text beweist, dass das bei dir bereits der Fall ist. Das bedeutet mir viel und gibt mir Hoffnung.

          • Falls es in Ordnung ist, würde mich freuen, wenn wir uns duzen können :-)

            Bitte nicht krumm nehmen: im Internet sieze ich jede/n, selbst gute Freunde, ist eine Art Tick.
            Danke für die Doppel-T-Erklärung – ich werde trotzdem bei der Version mit einem T und Sternchen bleiben.

  4. Carolin Emcke, Süddeutsche: Orlando

    … Wenn es etwas gibt, das Menschen, die anders aussehen, anders lieben oder anders begehren als die normgebende Mehrheit, wenn Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Intersexuelle oder queere Menschen etwas miteinander gemein haben, dann die Erfahrung der Verwundbarkeit.

    Wie immer einzigartig und singulär als Individuen, das, was queere Menschen kollektiv verbindet, ist nicht zuletzt dieses Gefühl der Verletzbarkeit: immer noch mit herablassenden Blicken betrachtet zu werden, wenn wir auf der Straße Hand in Hand laufen oder uns küssen, immer noch mit Schimpfwörtern bedacht und bedroht zu werden auf dem Schulhof oder in der U-Bahn oder im Netz, immer noch gegen Gesetze ankämpfen zu müssen, die uns als „krank“ kategorisieren oder kriminalisieren, immer noch begründen zu müssen, warum wir vielleicht nicht gleichartig, aber doch gleichwertig sind, warum wir Kinder lieben und fördern können wie andere Familien auch, immer noch Gefahr zu laufen, am helllichten Tag oder des Nachts angegriffen und zusammengeschlagen zu werden. „Schwule Orte werden immer wieder von der Geschichte dieser Gewalt heimgesucht“, schreibt der französische Philosoph Didier Eribon in seinem jüngsten Buch „Rückkehr nach Reims“. „Jede Allee, jede Parkbank, jeder blickgeschützte Winkel trägt die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft solcher Attacken in sich.“ Das alles nur, weil es diesen Hass gibt auf die Art wie wir lieben oder leben. Weil es diesen Hass gibt auf unser Glück, für das wir uns nicht schämen wollen. Daran hat sich nichts geändert, nur weil manche von uns Bürgermeister oder Umweltministerin oder Popstars werden können.

    Deswegen sind Clubs wie das Pulse in Orlando nicht einfach nur Clubs. Es sind Orte, an denen niemand Angst zu haben braucht. Es sind Orte, an denen sich alle richtig fühlen können – und vor allem sicher. Es sind die Stunden und die Nächte in Clubs wie dem Pulse, in denen sich aufatmen lässt, in denen es sich endlich frei und unbeschwert anfühlt, weil es nichts Besonderes ist, als wer oder wie wir lieben wollen. Hier dürfen alle sein, was sie sein wollen und mit wem: alle Fantasien, alle Körper, jede Hautfarbe, jedes Alter, jeder Glaube darf sich hier zeigen. Die Unterschiede, die sonst zählen, draußen oder auf dem Papier, sind an diesen Orten nicht relevant. Für die Latinos und Latinas, die sich in Orlando im Pulse am vergangenen Wochenende zur „Latino Night“ trafen, spielte keine Rolle, was andernorts thematisiert wird: ob sie Englisch oder Spanisch sprechen, ob sie amerikanische Dokumente besitzen oder nicht, ob es mit Donald Trump einen Präsidentschafts-Kandidaten gibt, der eine Mauer an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten errichten will.

    Der Attentäter von Orlando tötete in jener Nacht nicht nur 49 Menschen und verletzte 53, er nahm nicht nur den Angehörigen ihre geliebten Partner und Partnerinnen, ihre Kinder oder Eltern. Sondern er traf mit seiner mörderischen Tat auch dieses Vertrauen, an Orten wie diesen endlich aufgehoben, endlich sicher zu sein vor Ausgrenzung und Gewalt. Diese Haut, die doch etwas Schutz versprach, sie ist aufgerissen. Darunter liegt nun blankes Entsetzen – und natürlich auch das trotzig-mutige Aufbäumen gegen die eigene Furcht.

    Das Motiv des Massenmörders ist eindeutig: Hass auf Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Intersexuelle – und alles, was als anderes markiert wird. Ob sich dieser Hass noch in der dschihadistischen Ideologie des IS seine Legitimation zur Gewalt suchte oder ob der Hass sich selbst genug war – das spielt primär für diejenigen eine Rolle, die dieses Verbrechen instrumentalisieren wollen für ihre politischen Ziele. Es ist ein so vertrautes wie geschmackloses Spektakel, wie Homosexuelle vor allem dann wahrgenommen und als Menschen mit Rechten verteidigt werden, wenn sie sich als Spielfiguren in der feindseligen Kampagne gegen Muslime einsetzen lassen. Da werden dann auf einmal Schwule und Lesben zu Galionsfiguren für die offene und tolerante Gesellschaft erklärt – die es ansonsten aber immer noch ablehnt, dass homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen, weil irgendein „Bauchgefühl“ dem entgegensteht. Dass wiederum der IS das Massaker von Orlando jubilierend sich selbst zuschreibt, wundert nicht, wenn man bedenkt, mit welch menschenverachtender Brutalität sie queere Menschen in ihrem Gebiet foltern und hinrichten. Ob der IS allerdings den Anschlag wirklich in Auftrag gegeben oder auch nur eine Verbindung zu dem Mörder hatte, scheint fraglich zu sein, nach allem, was bekannt ist. Aber das ist für die Strategie der IS-Mafia nicht einmal mehr nötig.

    Selbst wenn das Attentat von Orlando durch einen einzelnen Täter verübt wurde, so war er doch kein Einzeltäter. Denn der Hass oder auch der Selbsthass ist nicht individuell. Beides braucht ideologische Vorlagen, in die er sich ausschüttet. Sollte es stimmen, dass der Mörder zuvor regelmäßiger Gast im Pulse war, sollte es stimmen, dass er mindestens homoerotische Neigungen hatte, dann verbindet sich der Hass wohl auch mit der Scham. Die Vorstellung jedoch, dass jemand sich zu schämen hätte, nur weil er oder sie anders liebt und begehrt als ein religiöser oder ideologischer Kanon es vorgibt, die entwickelt niemand allein. Die Scham wird in Familien tradiert, in muslimischen oder evangelikalen oder katholischen Gemeinden, sie wird in Schulbüchern festgeschrieben und in Gesetzen. Die Verantwortung für einen Anschlag wie den von Orlando lässt sich nicht delegieren an terroristische Netzwerke oder kriminelle oder pathologische Einzeltäter. Das wäre zu einfach. Die ehrliche, selbstkritische Auseinandersetzung über die furchtbare Wirkung der verordneten Scham muss in den Familien beginnen, in den Schulen, in den religiösen Einrichtungen und in den Parlamenten.

    „Die Wut entlädt sich auf den, der auffällt ohne Schutz“ heißt es bei Max Horkheimer und Theodor Adorno in der „Dialektik der Aufklärung“, und so müssen die Gesellschaften, die wirklich offen sein wollen, die nicht zu Komplizen pseudo-religiöser Fanatiker werden wollen, endlich den rechtlichen Schutz, den die Menschenrechte und das Grundgesetz versprechen, auch auf Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intersexuelle Menschen ausweiten. Nicht rechtlich fast gleich, sondern gleich wollen wir sein.

  5. Werte Dame.von.Welt,
    ein tiefempfundes Dankeschön für Ihren empathischen Artikel. Es spendet Hoffnung, wenn es Menschen gibt, die sich auf diese Weise in andere einfühlen können. Hoffentlich gibt es da draßen mehr Menschen von Welt, die wie Sie ihre Stimme erheben.
    Bewegt und gerührt, Yorick Alter

    • Hallo und willkommen, Yorick Alter!
      Ich schiebe es mal auf Ihre Bewegung und Rührung, daß Sie mich „werte“ nennen – da fühle ich mich doch gleich 20 Jahre älter und ebensoviele Kilos schwerer…;-)…

  6. Eine Schwulenhochzeit in Orlando

    Sie haben sich überlegt, alles abzusagen, die Sache einfach zu verschieben, es fühlt sich falsch an zu feiern, zu tanzen, zu lieben, während so viele ihre Toten beerdigen. Aber es fühlt sich auch falsch an, sich diesen Tag nehmen zu lassen. Also bleiben sie dabei. Sie heiraten.

    „Wedding of Bob and Kevin“ steht auf einer Kreidetafel im Vorgarten ihres Hauses. 16. Juni 2016. Ein paar Tage sind vergangen seit dem Massaker. Bob Johnson trägt eine weiße Jeans und ein lila Hemd, zugeknöpft bis zum Hals. Sein ganzes Leben arbeitet er schon als Versicherungsprüfer, niemand in seiner Firma weiß, dass er schwul ist, er behält es für sich. Er wurde auch nie danach gefragt.

    Kevin Thomas trägt weiß, selbst sein Brillengestell ist weiß. Thomas sagt, er habe nie ein Coming-out gehabt, „ich war immer schon draußen“. Er hat sich Strasssteine auf seine Ärmel gestickt und einzelne Haarspitzen rosa und grün gefärbt, es sieht aus, als wäre etwas schiefgegangen. Aber so ist Thomas. Er macht, was er will. Er hat zu viel erlebt, um sich Gedanken darüber zu machen, was andere über ihn denken. Irgendwas in seinem Gesicht erinnert an Helmut Kohl. Wenn Kohl schwul wäre, sähe er aus wie Kevin Thomas.

    „Als ich jünger war und davon träumte, einmal im Leben meinen Mann heiraten zu können, habe ich mir immer vorgestellt, ich würde der Welt den Finger zeigen dabei“, sagt Kevin Thomas jetzt. Die Gäste stehen um ihn herum, manchmal unterbrechen sie ihn, um ihn zu umarmen. „Wir mussten so viel ertragen“, sagt Kevin Thomas, „um endlich die gleichen Rechte zu bekommen, all die Kämpfe, die Diskriminierung, das ganze Leid. Aber die Dinge haben sich verändert. Die Ehe unter Schwulen wurde dank Barack Obama legal, und ich habe mich beruhigt.“ Umarmungen.

    Aber seit Sonntag vor einer Woche ist diese Wut wieder da, alles kommt wieder hoch, die gesamte Geschichte der Schwulen und Lesben in den USA. In Kevin Thomas‘ Armen zittert die Chihuahuahündin Angel Precious, während er die Namen herunterleiert: Die Stonewall-Proteste in New York Ende der Sechzigerjahre, Harvey Milk, der erste schwule Politiker, der 1978 in San Francisco erschossen wurde. „Die Aids-Epidemie, von der heute noch viele Amerikaner sagen, sie sei Gottes Strafe“, sagt Divine Grace, die sich nachts zur Dragqueen verwandelt. „Matthew Shepard“, ruft einer, „ja, Matthew Shepard“, wiederholen sie alle, zu Tode geprügelt, weil er schwul war. Und Tyler Clementi, der junge Student, der in New Jersey vor sechs Jahren von einer Brücke sprang, weil sein Zimmergenosse ein Video ins Netz stellte, auf dem man ihn mit einem Mann sieht. So geht das immer weiter.

    „Wir werden immer eine Minderheit bleiben und immer in Gefahr leben. Heterosexuelle Menschen können das nicht verstehen“, sagt einer, während sich die Männer um ihn herum mit ihren Handfächern warme Luft zuwedeln. Allein im vergangenen Jahr, sagt einer, wurden in den USA mehr als zwanzig Transgender-Frauen ermordet. Deshalb die Gay-Clubs und LGTB-Bars, weil sie nur dort wirklich frei sind und nicht überlegen müssen, wie es wirkt, wenn sie sich küssen oder sich als Frauen verkleiden.

    „Es gibt Menschen, die uns töten, nur weil wir Männer lieben“, sagt Kevin Thomas. Die Männer um ihn herum brummen leise. „Nicht nur Muslime wie der Schütze, auch die evangelikalen Protestanten im Süden und die orthodoxen Juden in Brooklyn.“ Gebrumme. „Da sind auch die strammen Patrioten in Texas und die erzkonservativen Hausfrauen auf dem Land – sie alle wünschen uns die Pest an den Hals.“

    Kevin Thomas steht da, ganz in Weiß in seinem sehr grünen Garten. Er versucht immer wieder, das Thema zu wechseln, aber es gelingt ihm nicht. Sie haben nicht nur Freunde verloren in dieser Nacht, sondern auch ein Stück Zuhause. Sie haben jetzt nur noch sich. Dann sagt er leise: „Wir feiern zwar einmal im Jahr auf unseren Schwulenparaden unsere Art zu leben, aber die religiösen Fanatiker haben 52 Sonntage in ihren Kirchen, an denen sie über uns herfallen. Fuck you, Welt!“

    „Für uns ist es jedenfalls die falsche Art zu leben“, sagt der Imam. Sie alle hier im Garten von Kevin Thomas und Bob Johnson kennen dieses Gerede. Die falsche Art zu leben, wie oft sie das gehört haben, immer und immer wieder. Das werden auch die Eltern von Kevin Thomas gesagt haben, 1963, als sie ihren Sohn aus der Wohnung schmissen. Da war er 14 und ging, weil er Geld brauchte und Hunger hatte, auf den Strich. Ecke Dearborn und State Street, Downtown Chicago, das war sein Revier. Hier sprach ihn Bob Johnson an, es war der 16.

    Juni 1967, 9.45 Uhr, ein Freitag. Johnson war damals dreißig Jahre alt, trug einen grauen Anzug, ein weißes Hemd, er war erst seit Kurzem im Versicherungswesen tätig, er hatte die Zukunft noch vor sich. In Chicago gab es zu dieser Zeit kaum Schwulenbars und Stundenhotels. Aber es gab Jungs wie Kevin, die für wenig Geld alles machten, und die man sich für ein paar Stunden mit nach Hause nehmen konnte. Kevin blieb für immer.

    49 Jahre später stehen die beiden jetzt im Pavillon ihres Gartens in Orlando, in dieser schwulenfreundlichen Stadt, 76 000 Menschen arbeiten in den Vergnügungsparks von Walt Disney, viele von ihnen sind schwul, sie treten als Tänzer und Sänger auf, als Entertainer und Dragqueens. Mittendrin, aber irgendwie auch sehr weit draußen. Orlando, sagt einer, das sei für Schwule das, was das Silicon Valley für Tech-Nerds sei. Ihr Mekka.

    Kevin Thomas und Bob Johnson lesen sich jetzt ihre Ehegelöbnisse vor, ihre Freunde stehen um sie herum, wie eine Wagenburg. Johnson hält sich kurz, er ist kein großer Redner, keiner, der den Mittelpunkt sucht, er redet von Treue und Liebe, „bis zum Tod“. Thomas hat zwei ganze Seiten vorbereitet. Es ist die Geschichte ihres Lebens, die Jahre in Chicago, die Jahre in Los Angeles und später die Jahre in San Francisco, wo sie zum ersten Mal Händchen haltend auf der Straße spazieren gingen. „Wir haben so viele Hürden gemeistert, Krankheiten überstanden, finanzielle Schwierigkeiten überwunden. Du warst immer für mich da. Ich schwöre dir, für dich zu sorgen, so lange ich lebe“, liest Kevin Thomas vor: „Alle meine Träume sind heute in Erfüllung gegangen.“

    Es ist jetzt sehr still in diesem Garten, mehrere Männer weinen leise. „Happy Tears“, die ersten glücklichen Tränen nach Tagen der Trauer.

    Und dann fragt Dana Williams, die Notarin: „Willst du, Kevin Thomas, Bob Johnson heiraten?“ Und: „Willst du, Bob Johnson, Kevin Thomas heiraten“? Und als sie beide sagen: Ja, und als sie sich küssen und umarmen, und wieder alle weinen, ruft einer in die Hitze hinein: „Jetzt seid ihr Mann und Mann.“ Es ist die erste Schwulenhochzeit in Orlando seit dem Massaker. Sie ist ein Symbol dafür, so pathetisch das klingt, dass die Liebe stärker ist als der Hass.

  7. Adrian Daub, Merkur: „Out of the Bars“ – San Francisco am 12. Juni 2016

    Am 12. Juni, dem Tag nach der Ermordung von 49 vor allem schwulen oder lesbischen Menschen in der Diskothek Pulse in Orlando, setzte sich wieder ein Menschenzug auf der alten Marschroute der „White Night Riots“ in Bewegung. So hatte man die homophobe „Proposition 8“ 2008 begrüßt, so hatte man die Verhandlung der Homo-Ehe vor dem obersten Gerichtshof begleitet. Während die Redner den Tross anfeuerten, hörte man mehr als einmal: „I thought we were done with this route for now.“

    Und doch, bei aller Bitterkeit über das „Schon Wieder“: Als der Tross in die Van Ness Avenue einbog, merkte man auch, wie weit man sich, trotz gleicher Marschroute, von der White Night fortbewegt hatte. Fast einen Kilometer weit staute sich der Verkehr, und als sich der Zug City Hall näherte, erhob sich ein solidarisches Hupkonzert. Trucker winkten aus ihren Kanzeln, ein im Stau festsitzender Biker-Club ließ die Motoren röhren. Und über allem thronte City Hall, in allen Farben des Regenbogens angestrahlt. Ein Polizist, der mitgelaufen war, machte Fotos – für seinen Mann, erklärte er.

    Und dann konnte man nur noch denken, wie anders es alles mittlerweile ist: die Solidarität mit der LGBT-Community, aber auch die Solidarität der Community mit anderen – mit Latinos, mit Muslimen, mit Befürwortern von strikteren Waffengesetzen. Die Schwulen und Lesben haben lange für ihre Rechte gestritten und werden es noch lange tun müssen; aber die Reaktion auf Orlando scheint auch zu zeigen, dass sie für die Rechte anderer streiten werden, selbst wenn es ihnen selber gut geht. Und das macht sie, so fühlte es sich zumindest vor dem regenbogenfarbig angestrahlten Marmorpalast der City Hall an, zu mächtigen Verbündeten. Denn die LGBT-Community weiß genau, dass man, wenn man seine Verzweiflung statt in Ducken in ein Aufbäumen ummünzt, Berge versetzen kann. Out of the bars, into the streets.

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