Neben dem Kopf auch noch blöd

nebendemkopfauchnochblöd

 

Auf der Community-Seite des Freitag steht das folgende Statement der Moderation zu lesen:

Begrifflichkeiten

Statement Warum wir bestimmte Dinge nicht so stehen lassen können
Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Community-Redaktion

Liebe Community,
ein Nutzer wurde endgültig deaktiviert, nicht, weil er nicht über das N-Wort hätte reden dürfen, sondern weil er sich darauf versteifte, ein Recht zu haben, Schwarze generell so zu bezeichnen. Die Moderation ist diesbezüglich entschieden anderer Meinung und lehnt diesen Begriff ab. Das heißt nicht, dass es ein grundsätzliches Verbot gibt, bestimmte Worte zu benutzen – Intention, Kontext und Zusammenhang sind maßgeblich entscheidend.

Wir haben über die Jahre hinweg viele Beschwerden – auch schwarzer Leser – über den Nutzer und die von ihm losgetretenen Debatten erhalten. Er wurde zunächst verwarnt, dann mehrfach temporär gesperrt, zuletzt deaktiviert. Er zeigte sich bis zum Schluss uneinsichtig, benutzte den Begriff nach wie vor, vor allem um Reaktionen zu provozieren. Dazu sollte er aber gerade eben nie dienen. Unsere Netiquette ist diesbezüglich eindeutig.

Auch in der Debatte um seine Sperrung (inzwischen offline) möchten wir die beteiligten Nutzer bitten, auch – und vor allem – darüber nachzudenken, wie diese Diskussion nach außen wirkt – und welchen Eindruck die Nutzer und die dort getätigten Aussagen für unbeteiligte (schwarze) Leser haben dürften. Die Freitag Community ist nicht nur „ein Dorf“, sondern eine nach außen offene und einsehbare Plattform. Dem müssen wir Rechnung tragen.

Mit freundlichem Gruß,

Die Moderation

 

Das Statement enthält Lügen hart an der Grenze zu übler Nachrede und Rufmord und die möchte ich nicht so stehen lassen.

So übersichtlich meine Sympathien mit Wolfram Heinrichs Sturschädeleien (z.B. trotz unzweideutigem Verbot der Community-Redaktion auf die Verwendung von „Neger“ zu bestehen) im Laufe der Zeit geworden sind, so unwahr und unfair sind die ihm gemachten Vorwürfe. Wolfram Heinrich hat niemalsnienicht Schwarze in direkter Anrede oder aus Uneinsichtigkeit als „Neger“ bezeichnet. Ihn als Rassisten diffamieren zu wollen, ist an Chuzpe kaum überbietbar.

Sondern sein Anliegen war und ist – neben Zurschaustellung seines Sturschädels – daß der Begriff von seiner mit Kolonialismus, Sklaverei, Diskriminierung beladenen Bedeutung genau dann in ständig wechselnde Begrifflichkeiten (die Dümmste unter ihnen: Afro-Deutsche) umgewidmet wurde, als sich „Neger“ als Ermächtigungsbegriff, als Geusenwort zu etablieren begann<- das ist Kontext und Intention von Wolfram Heinrich. Ihm notorischen Rassismus nachzusagen, ist neben dem Kopf auch noch blöd. Ich kenne überhaupt niemanden, der/die beim Freitag so geduldig gegen Rassismen anargumentiert hat.

Gelogen ist außerdem, beim Freitag dürfe über das N-Wort geredet werden. Als würde Diskussion über die Verwendung des Begriffes nicht zu Sanktionen führen! Dafür gibt es eine ziemlich lange Reihe temporär gesperrter Nutzer, meist solche, die ihre Solidarität mit dem mal wieder gesperrten Wolfram Heinrich bekundet hatten.

Gelogen und empörend ist die Darstellung des Freitag, Wolfram Heinrich sei wegen fortgesetztem Rassismus gesperrt worden. Er wurde das erste Mal gesperrt, als er Frauen im allgemeinen und ein weibliches Mitglied der Redaktion im besonderen vor bösartigen sexistischen Anwürfen zu u.a. ihrer „Körbchengröße“ in Schutz nahm. Interessanterweise stammte der sexistische Ausgangskommentar von einer im Bezug auf das N-Wort ganz besonders sensiblen Nutzerin, auf deren Konto nicht wenige der „Beschwerden“ über Wolfram Heinrich gehen dürften.

Der dazugehörige Blog von Jakob Augstein, in dem er Jana Hensel als stellvertretende Chefredakteurin vorstellte (und zu dessen Füße die Diskussion gespalten war zwischen den FC-üblichen Sexisten, die unmoderiert ihrer Meinung Ausdruck verliehen, daß erfolgreiche Frauen sich stets nach oben schlafen und den wenigen in der FC, die den Frauenmangel in der Redaktion des Freitag kritisierten) ist spurlos verschwunden, weswegen die beiden folgenden Zitate ohne Beleg auskommen müssen.

Besagte sensible Nutzerin schrieb am 22.03.2012 um 15:20:

Naja, frauen, die sich im Zweifel ganz gezielt an recihe, mächtige männer ranschmeißen, um in deren windschatten quasi auch ein Stück macht zu erlangen sind im Zweifel nicht unbedingt Feministinnen oder gehen davon aus, dass andere Frauen das eben auch so machen müssen, wenn sie ein bisschen pfiffig sind. Unbd leider haben sie, wenn man sich die Realität aunschaut, noch immer Recht. Allerdings verändert man so auch nichts.

Ich habe übrigens Augstein konkret keinen Vorwurf gemacht – dazu kenne ich ihn zu wenig und habe keine Erfahrung, nach welchen Kriterien er Mitarbeiterinnen beurteilt. Ich muss also erstmal davon ausgehen, dass er das auch ernst meint.

Es ist nur eine allgemeine Erfahrung, dass (heterosexuelle) Männer – ob bewußt oder unreflektiert – Frauen gern nach Körbchengröße einstellen. …

Darauf antwortete Wolfram Heinrich am 23.03.2012 um 00:30:

Was mich richtig – so von Grund auf – zornig macht, das ist die (allgemeine) Unterstellung, eine Frau, die Karriere macht, könne das nur deshalb geschafft haben, weil sie vor dem „richtigen“ Mann die Beine breit gemacht hat. Bleibt eine Frau unten, kommt sie nicht durch die „gläserne Decke“ so wird das beklagt. Durchstößt eine doch mal diese Decke, wird ihr unterstellt, sie habe sich das durch Sex – optisch oder im engeren Sinne des Wortes – erkauft. Wann gerät schon mal ein Mann in diesen (auch nur angedeuteten) Verdacht, wenn er durch einen weiblichen oder schwulen Chef befördert wird?
Ich bin stinkesauer.

Ciao
Wolfram

Teile des Kommentars wurden von der Moderation editiert. Bitte keine sexistischen Inhalte.

Wolfram Heinrichs Kommentar enthielt auch in ungekürzter Form keine „sexistischen Inhalte“, sondern setzte sich ausdrücklich gegen den (unmoderiert gebliebenen) Sexismus der Hochsensiblen ein. Dieser Irrtum und die erste, extrem unfaire Wolfram-Heinrich-Sperrung wurde von der Moderation nie zurückgenommen und es wurde auch nie um Entschuldigung dafür gebeten. Was das mindeste gewesen wäre.

Aber nein, noch im gleichen Jahr 2012, wurde Wolfram Heinrich das erste N-Wort-Mal wegen seiner Kommentare zu einem Artikel von Matthias Dell „Schießen Sie nicht auf den Pappkameraden“ (anschließend noch wiederholte Male) gesperrt, weil man beim Freitag offenbar intellektuell außerstande ist, seiner Argumentation (unter Berufung auf Aimé Césaire, Négritude, Frantz Fanon, Malcom X) über den Rassismus der Umwidmungen von „Neger“ zu „Farbigen“, „Schwarzen“, „Afro-(jeweilige Nationalität)“, „Menschen mit dunkler Hautfarbe“ etc.pp. zu folgen. Diskriminierung, null Entschädigung für Sklaverei/Kolonialismus und verminderte Teilhabe werden auf diese wortkosmetische Weise verharmlost, wie das z.B. auch mit der Umwidmung vom „Altersheim“ (nebst Pflegenotstand) zur „Seniorenresidenz“ beabsichtigt ist.

Wolfram Heinrich wurde gesperrt, weil er wegen eines unzutreffenden Vorwurfes schon einmal gesperrt worden war und weil man beim Freitag auf Denunziation und Hinterfotzigkeit aus der FC baut. Ist bei ihm so, war bei Rahab nicht anders und das ist nicht nur unfair, das ist arm. Die sich zeitlich steigernden Sperrungen sind ein Umgang mit Nutzern, der an die Methoden Schwarzer Pädagogik erinnert – auch darin, selbst auf Nachfrage weder Anlaß noch Begründung für die jeweilige Sperrung in Erfahrung bringen zu können. Regelmäßig geprügelte Kinder hatten sich ebenfalls durch Strafe zu bessern und selbst zu wissen, wofür sie Prügel erhalten hatten. Die ja bekanntlich auch die Schläger viel mehr schmerzt als die Geschlagenen, wir legen eine Schweigeminute ein.

Endgültig albern wird das Moderations-Statement aber mit der Ermahnung zum Bedenken der Außenwirkung auf „unbeteiligte (schwarze) Leser“ und darauf, daß der Freitag kein Dorf, sondern „eine nach außen offene und einsehbare Plattform“ sei, dem man „Rechnung tragen“ müsse.

Hey, Jakob Augstein und chronisch unterbesetzte „Moderation“: es wissen inzwischen nur die ganz Dummen intellektuell stark Herausgeforderten noch nicht, daß bei Der Freitag nach innen und außen intransparent agiert wird. Der Freitag ist eine Plattform, auf der Blogger unter oberflächlicher PC-Kosmetik gesperrt und solche Redaktionsentscheidungen unter der Androhung weiterer Sperrungen nicht diskutiert werden dürfen – an Stelle von tatsächlicher Moderation, auch die der zahlreichen Sexismen, Antisemitismen, Rassismen.

Eine Plattform, auf der Blogger von anderen Bloggern und von Redaktionsmitgliedern unmoderiert beleidigt, Dauerpöbler und „Kritische Freitagsbegleitung“ inklusive Prangern und pöbelnden Wiedergängern ausgesessen, wo ständig mit zweierlei Maß gemessen wird und deren Diskussionen häufig mit denen der ‚Jungen Freiheit‘ zu verwechseln sind, was die jeweilige Arschloch-, Dummschwätzer-, Rassisten- und Sexisten-Dichte angeht.

Der Freitag ist eine Plattform, die sich von Figuren wie Ken Jebsen erpressbar zeigte und die nicht mal zu dieser Gelegenheit den Schulterschluß mit ihrer Community suchte, sondern lieber x FC-Blogs verschwinden ließ und einen Ken-Jebsen-, Akif-Pirincci und sonstigen Buh-Wort-Algorithmus installierte.

Ich bin allerdings kaum noch neugierig, ob wenigstens jetzt Teile der Freitag-Community (deren unentgeltlich angelieferte Blogs dem Freitag mehr als die Hälfte seiner Klicks beschert) die Dauer-Verarsche bemerken und Jakob Augsteins aufgegebenem Projekt der Gleichstellung von Journalisten und Bloggern und der angeblich zu bauenden Stadt den Rücken kehren. Aber da werden die FC-üblichen Eitelkeiten und auch so manche Internetsucht vor sein.

Wie schon gesagt: neben dem Kopf auch noch blöd.

 


 

Wer Wolfram Heinrich weiter lesen möchte, kann das bei Der Franze hat gesagt oder bei fisch+fleisch tun.

Nachtrag 22h30: Wer noch grundlegenden Diskussionsbedarf hat, kann dem in Schna’sels Blog „Was macht Begriffe zu Herrschaftsinstrumenten?“ nachgehen.


 

Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: in meinem Blog fliegen Sexisten und Rassisten schneller raus, als sie Lügenpresse krähen könnten. Ich bitte auch dringend, sich die Benutzung jeder von Betroffenen als beleidigend empfundenen Etikettierung zu verkneifen, gilt auch für den Begriff „Neger“ und für bairische Sturschädel.


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66 Gedanken zu „Neben dem Kopf auch noch blöd

  1. Ich grüble gerade, ob ich mich von Worten wie „Sturschädel“ oder „Sturschädelei“ beleidigt fühlen sollte. Wahrscheinlich sollte ich das, aber mir ist das momentan einfach zu stressig.
    Ciao
    Wolfram

        • Nur bei Übereinstimmung mit der eigenen Position sind andere beständig, prinzipienfest und durchsetzungsstark.
          Sind sie anderer Meinung, sind sie stur, apodiktisch und manipulativ.

          • Nachsatz, auch die folgende Tatsachenbeschreibung fällt unter Sturschädelei:

            Ich kenne überhaupt niemanden, der/die beim Freitag so geduldig gegen Rassismen anargumentiert hat.

            Insofern stimmt das mit der Übereinstimmung mit der eigenen Position und der anderen Meinung nicht so ganz. Sturschädel ist darüberhinaus ein geradezu typisch-bairischer Charakterzug und Sie nannten sich in der gelöschten Diskussion der Schachnerin selbst so, n’est ce pas?

            Mit anderen Worten: es liegt mir im Moment noch sternferner als sonst, Sie beleidigen zu wollen.

  2. Guten Abend zusammen, darf ich die Damen- und Herrschaften auch bitte zu diesem Blog einladen, wo ebenfalls die Causa Sprachregelung thematisiert wird? Viele Grüße, Susanne alias Lee B.

    • Vielen Dank für den Hinweis, die Adresse auch für WordPress-Nichtnutzer-> https://gspgblog.wordpress.com/2016/05/17/was-macht-begriffe-zu-herrschaftsinstrumenten/ , hab’s auch oben im Blog nachgetragen.

      Mir ist es sehr angenehm, daß die Diskussion eher bei Schna’sel stattfindet, denn es geht hier weniger um ‚Begriffe als Herrschaftsinstrumente‘, sondern um die Äußerung meiner Abscheu vor der kläglich ausgeübten Herrschaft der Freitag-„Moderation“ durch Sperrungen/Nichtsperrungen, durch Lügen, üble Nachrede, Intransparenz und die Anwendung von zweierlei Maß.

      Der obige Blog ist eher als Solidaritätsadresse und als Versuch der Wolfram-Heinrich-Ehrenrettung als zur Fortsetzung der (nicht versteckten, sondern) gelöschten Diskussion der Schachnerin gedacht – was auch damit zu tun hat, daß der Freitag-Drops für mich längst gelutscht ist und ich mich inzwischen eher frage, warum ich nicht schon vor Jahren einen eigenen Blog aufgemacht und Freitag/FC gestreckte Mittelfinger gezeigt habe.

      • Hallo,
        Sie schreiben „Abscheu vor der kläglich ausgeübten Herrschaft der Freitag-“Moderation” durch Sperrungen/Nichtsperrungen, durch Lügen, üble Nachrede, Intransparenz und die Anwendung von zweierlei Maß.“
        Leider kristallisiert sich diese Art des Nicht-Verhaltens offenbar immer mehr heraus, auch in meiner Wahrnehmung.
        Warum man/frau es nicht früher „gemerkt“ hat?
        Vieles habe ich nicht mitbekommen, so habe ich zum Beispiel auf Schna’sels Blog gerade erst gelesen, dass in letzter Zeit eine Reihe Beiträge verschiedenster Blogger zensiert/gelöscht/moderiert wurden, ohne Vorankündigung oder gar Vorgespräch.
        Das führt für mich in einen Grenzbereich, wo ich aufgrund der gefährdeten (und willkürlich reglementierten) Meinungsfreiheit kein Teil des Ganzen mehr sein möchte.
        Das „Messen mit zweierlei“ Maß ist ebenfalls ein No-Go, gerade wenn angeblich auf Fairness und Objektivität Wert gelegt wird.
        Persönlich bin ich auch nicht gerade die beste Kumpeline von Herrn Heinrich, hatte schon eine oder zwei Begegnungen, bei denen ich mich missverstanden und missgedeutet fühlte, aber mei, that’s life.
        Wie jetzt mit ihm umgegangen (bzw. wie er umgangen) wurde, geht gar nicht.
        Das wird übrigens auch in dem oben genannte Blog von Schna’sel thematisiert, Schauen Sie doch gerne mal vorbei.
        Ich hab grad nicht so viel freie Zeit, weil – muss arbeiten – aber lese ab und zu mal rein. Finds jedenfalls gut, dass diese Gespräche per Tastatur entstanden sind, also doch was erwähnensert Gutes, was beim Freitagsbloggen herausgekommen ist :-)

  3. Die protestierenden (schwarzen) Menschen beim Freitag, waren wahrscheinlich die gleichen, die sich vor den Kinos angekettet haben, weil bei Django Unchained an die 50 mal N…… gesagt wurde ;-)
    Die grenzdebilen Beiträge von Hensel beim Freitag deuten darauf hin, dass ihmchen noch besser als Cheffe dasteht, ist ja meine Meinung gewesen damals. Auch von Grote bekam dermaßen auf die Hacken gepisst, geradezu eine Ladung Jauche wurde ihm rübergekübelt und gelbe nach ihm Karten geworfen. Seitem nur noch mit Fischabfällen geworfen wird, ist bei mir auch kein Bedarf mehr als Pinguin unter Kampfrentnern.
    Man muß sich davon schonmal eine Auszeit gönnen, lieber Wolfram, aber die Veröffentlichung des Schreibens der Mods an Dich war ziemlich cool, woraufhin man einen solchen Scheiß verzapft — wie eingangs zitiert, immer solange bis das popcorn alle ist. Aber ich habe die Zeit nicht, da zu verweilen. Danke für die zahllosen unterhaltsamen Beiträge von Dir.

  4. Die Solidaritätsadresse ist hiermit unterzeichnet (maschinell gefertigt, hoffentlich auch ohne Unterschrift gültig): Traurig, dass das überhaupt gesagt werden muss, mit ein wenig Lesekompetenz, wie es so schön heißt, sollte das eigentlich überflüssig sein.
    Grüßle, Diander

  5. Parallel in Schna’sels Blog gepostet:
    Das Thema des dortigen Blogs – Was macht Begriffe zu Herrschaftsbegriffen? – läßt sich an beispielhaften 5 Blogs aus dem Freitag durchdeklinieren, in order of appearance:

    s‘ Dr.Angele (heute stellvertretender Chefredakteur beim Freitag, damals Kulturchef) am 03.09.2009: Wer hat geil Krebs? (man beachte den 1. Kommentar)

    ebenjener am 09.12.2009: Paranoia in der Mediengesellschaft (I): Der Fall Rothschild – Angele (die beiden Blogs als Beispiele für die Denke und Schreibe von s‘ Dr.Angele, die er auch als Augsteins Stellvertreter pflegt und wünscht und als Bestätigung des Wortes der vom Kopf stinkenden Fische)

    Jörn Kabisch (damals stellvertretender Chefredakteur) am 04.05.2010: Zweierlei Maß (zum Rauswurf von Rainer Kühn, zusammen rausgeworfen mit zwei amtlichen Nazis und als Beispiel für Schwarze Pädagogik)

    Goedzak (Herzblut und Gründungs-DNA des Freitag, still verschwunden Radlfahrer) am 30.04.2011: Lilith (zu einer der 4 Sperrungen von Rahab)

    Jan Jasper Kosok (On-Red-Leitung) am 13.12.2011: Irgendwie Schweigen (zur entgültigen Sperrung von Rahab und zum Scheitern von ‚Wir müssen reden‘, nicht zuletzt gescheitert am Intrigantentum einer Nutzerin, die auch für so manche Beschwerde gegen Wolfram Heinrich verantwortlich sein dürfte und die an seiner ersten Sperrung wegen angeblich „Sexistischer Inhalte“ mitverantwortlich ist, bei Interesse oben im Blog nachlesbar.

    Der Kommentar von j-ap anläßlich seines Abgangs, nach dem ewig erwarteten, alleinseligmachenden Relaunch vor vier Jahren, also der Formveränderung, der angeblich eine Inhaltveränderung zum Besseren folgen sollte:
    j-ap 21.06.2012 02:10

    Guten Abendmorgen allerseits.
    Vier Sachen:
    1. Artikel: Do legst di nieder.
    2. Kommentare: Ja mi leckst am Oasch.
    3. Daß die Form mit dem Inhalt zu tun hat, sie keine beliebig ablösbare bloße Zu-tat ist, weiß man seit Hegel. Daß ich es deshalb unverschämt finde, daß ihr meine früheren Formatierungen — besonders der Kommentare — einfach kassiert habt, liegt auf der Hand.
    4. Wo ihr mein Avatarbild schon so nonchalant beseitigt habt, kann der Rest von mir fürderhin auch fort bleiben.
    Guten Morgenabend.

    Inzwischen firmiert die FC nicht mal unter-> ‚generiert mit ihren Blogs die Hälfte aller Klicks‘ (schafft also bares Werbegeld für Der Freitag ran), sondern unter-> teuer (Anwaltskosten) und unter-> lästig (zweifelt Herrschaftsbegriffe an).

    Mit der FC wurde aus Besitzer/Herausgeber-Sicht längst genug geredet, ’nuff said, á plus tard usw.usf. Wer noch glaubt, die Ausstattung der On-Red mit eineinhalb statt den geplanten fünf Stellen sei ein bedauerlicher Zufall oder eine vorübergehende Spar-Maßnahme, muß sich Realitätsferne unterstellen lassen. Der jetzige Zustand der FC und von Der Freitag ist beabsichtigt, mindestens billigend in Kauf genommen.

    (Die Parallelität der Community-Abwicklungen bei ZON und bei Der Freitag ist übrigens verblüffend, bei beiden setzte man zunächst auf den Relaunch, dann auf Vernachlässigung, dann auf Sperrung und Löschung, gern unter blanken Lügen. Nicht auf personalintensive Moderation, also auf die Herstellung und Gewährleistung eines Diskussionsklimas, das auch für u.a. Homosexuelle und Frauen erträglich ist oder gar auf aktive Aquise toller Blogger)

    Spätestens ab da gilt der Kästnersatz vom Kakao, den man niemals auch noch trinken darf, wenn man schon durch ihn gezogen wird. Die FC verhält sich aber ungebrochen und in großen Teilen so, daß sie den Kakao lecker findet und mehr davon will. Und damit stinkt der Fisch auch von innen. Um mal ein altmodisches Wort zu verwenden: Solidarität. Daran fehlt es in der FC in extrem trauriger Weise. Das ist nicht mal ‚irgendwie links‘, das ist ausdrücklich dumm und link. Die FC könnte z.B. mit einem Blog-Streik oder mit gemeinsamer Graufärbung der Avatare oder mit wasauchimmer für einer Bürgerinitiative erhebliche Macht ausüben, verzichtet darauf aber aus lauter Internetsucht, Langeweile, Nützlichkeitsdenke, Geltungsbedürfnis, Nickeligkeiten usw.usf.

    Deswegen bin ich kein FC-Mitglied mehr, weil mich das alles mehr anwidert als ich schreiben kann und weil ich mich schäme, daß ich nicht schon bei Rainer Kühns Rauswurf, spätestens aber bei Rahabs erster Sperrung und dem Aussitzen der üblen Pranger einiger Exilierter, allerspätestens kurz nach Relaunch, allerallerspätestens bei Wolfram Heinrichs erster Sperrung, allerallerallerspätestens bei der Unveröffentlichung des Blogs von Andreas Hallaschka von dort verschwunden bin. Weil: ich hätte es wissen können.

      • Wär‘ ich MInimod, befände ich mich jetzt in einer tödlichen Verlegenheit. Wie bedankt man sich für eine dermaßen fette Rutschbahn? :-))

        • Tja, hmmm, lass mich überlegen… da goedzaks blog über Radfahrer (umgangssprachlich.abwertend für
          jmd., der Vorgesetzten gegenüber besonders unterwürfig und schmeichlerisch ist und Untergebene schlecht behandelt) beim dF oben in den Empfehlungen steht, … (ein Schelm, wer) … und wenn er denn doch irgendwie konsequent sein möchte. (Sekunde, ich muss grad nachsehen, ob konsequent auch political correct ist), dann löscht er beide Kommentare, allein wegen OT. Mehr Hilfe kann ich ihm aber nicht geben ;o)

          • Der scheißt gerade wieder alle zusammen, die ihm in seiner ehrenvollen Zeit als Superblogger in die Suppe spuckten. Erinnernswert von Herrn Goedzak blieb mir sein Beitrag in der Papier-Jubiläumsbeilage (5 Jahre nach dem berüchtigten Relaunch mit Abschaffung der PM), der den Weg in die Online-Ausgabe nie schaffte, Die Redakteure waren anscheindend so angepisst von der dFC, dass Goedzak einen Community-Beitrag über Für und Wider usw. usf. der beispeilhaften Voreiterrolle zur Kooperation Freitag und dFC, lalala beauftragt wurde.
            Kotz-Reiher, das war der letzte Anlass im Freitag nie zu bloggen für mich, nachdem ich vorher keine Zeit fand
            und somit 5 Jahre „nur“ kommentierte.
            Wie es unter dem Konterfei des „Vollidiot“[Liebe Dame.von Welt] im Spiegel zu lesen ist:
            „Er [Der Freitag] experimentiert mit neuen Formen der Leserbeteiligung und der Verknüpfung von Netz und Print.“
            Ich hofffe, die good-cop bad-cop Nummer zwischen Augstein Kosok und Dr. Engelchen und die Feuilleton-basierte Speizl-Wirtschaft wird langsam zu Ende gehen.

          • Ja, nun. Goedzak ist kein Sympath – aber er ist ein kluger Kopf, und wenn er will, kann er ziemlich gut schreiben. Der Rest ist mir wurscht.

          • @justrecently, Sie finden: „Ja, nun. Goedzak ist kein Sympath
            Sehe ich anders, Goedzak fand ich sogar sehr sympathisch. So lange er glaubt, sein Gegenüber würde ihm nützen.
            Der ist ganz zweifellos ein kluger Kopf, hat ein feines politisches und menschliches Gespür und kann schreiben. Umso trauriger, daß er lieber Radlfahrer ist.

          • @justrecently
            „Ja, nun. Goedzak ist kein Sympath – aber er ist ein kluger Kopf, und wenn er will, kann er ziemlich gut schreiben. Der Rest ist mir wurscht.“
            .
            Ob das nicht vielleicht doch ziemlich geschmacklos ist? Ich mein, auch Adolf Eichmann war ein kluger Kopf. Es gab gottlob einige Leute, denen der Rest vom Eichmann nicht wurscht war.
            .
            Ciao
            Wolfram

          • Umso trauriger, daß er lieber Radlfahrer ist.
            Enttäuschung setzt voraus, dass man vorher eine bessere Meinung von jemandem hatte, oder?

          • @justrecently, Sie schreiben: „Enttäuschung setzt voraus, dass man vorher eine bessere Meinung von jemandem hatte, oder?

            So ist es, das schrieb ich. Damit wären wir bei Ihrem/Wolfram Heinrichs „wurscht“.

            Mir ist Goedzak nicht wurscht, sondern ich mochte, wie er sich positionierte und was er schrieb und ich mochte die Person, als ich ihn vor Jahren mal traf, sehr sogar. Bis der Eindruck des Benutztwerdens zu überwiegen begann und konstruierte Mißinterpretationen, zur Schau getragene Kalaschnikow, extrabreite Schleimspur folgten.
            Ihren Hinweis (daß Sie über Goedzak, nicht über Eichmann reden) finde ich überflüssig.

          • @justrecently
            „Ich rede nicht von Eichmann, sondern von Goedzak, Herr Heinrich.“
            .
            Es ist mir aufgefallen, Herr Gradeben. Das ist ja das Traurige.
            .
            Ciao
            Wolfram

          • Ihren Hinweis (daß Sie über Goedzak, nicht über Eichmann reden) finde ich überflüssig.
            Jetzt wird’s albern, Dame von Welt. Das unterschreitet meine Toleranzgrenze, und da endet für mich die Diskussion.
            Nix für ungut – oder halt auch doch. Wie Sie mögen.

          • @alle @justrecently „Das unterschreitet meine Toleranzgrenze, und da endet für mich die Diskussion. Nix für ungut – oder halt auch doch. Wie Sie mögen.

            Das trifft sich gut und geht an @alle: das Thema hier ist weder Goedzak noch Sascha Anderson noch Eichmann, danke.

  6. Da hat sich über die Jahre offenbar ein Riesen Haufen schmutziger Wäsche angesammelt, danke für die Kurz-Zusammenfassung. Gefühlt war die FC für mich eine Art Schlangengrube mit andererseits vielen sehr klugen Köpfen, jedoch der stets durchdringende Unter- oder Oberton aus „Melden“, Unterstellungen, Paranoia, Beschimpfungen, offenen und versteckten Anfeindungen machten es für mich fast unmöglich, entspannte Gespräche zu führen. Zum Glück gibts da einige Ausnahmen, mir fallen ein: Angelia, Nil, Gebe, w.endemann, Pleifel. soloto, idog, Otmar, suzieq und manch andere, aber ich fühlte mich irgendwie immer argwöhnisch beobachtet, was auch virtuell ein unangenehmes Haarsträuben im Nacken verursacht.
    Heute war allerdings der Punkt erreicht, wo der Krug nicht länger zum Brunnen gehen mochte und ich habe mein Account (Lee Berthine) beim freitag löschen lassen.
    Was ich nicht tolerieren kann, sind willkürliche und parteiische Beschneidungen (einer ansonsten unsichtbaren Moderation) von Meinungsfreiheit und parteiische Auslegung von Netiquette. Ohne da in Einzelheiten einsteigen zu wollen. Mir reichts einfach. Und fühle mich jetzt wunderbar erleichtert, geradezu befreit, so soll es sein :-)
    Ich geh doch nicht freiwillig in ein Big Brother Camp, nee. Blöd genug, dass ich so lange gebraucht habe, mir darüber klar zu werden.

    • @susihornig
      „Ach so und positioniert habe ich mich auch: ich steh nicht auf Nominierungen à là Big Brother-Show,“
      .
      Immerhin muß man bei Big Brother keine Regenwürmer oder wie fressen. Wir sollten wieder lernen, die kleinen Freuden des Lebens zu genießen.
      .
      Ciao
      Wolfram

  7. Ich habe große Schwierigkeiten, in der Sache eindeutig zu sein. Denn so vorhersehbar die Sperrung war („Three-Strikes“ sind in der online-Wirklichkeit mittlerweile nicht nur Inbegriff der Sanktion, sondern Dank entsprechender Popularisierung stellvertretend für „faire“ Sanktion, ohne dass über den Grund der Sanktion auch nur nachgedacht würde!): Das nachgereichte Statement der OnRed ist derart infam, dass mir regelrecht die Worte fehlen. Das Schlimmste daran: Der Name (Nick) des gesperrten Autors wird in der redaktionellen Stellungnahme an keiner Stelle erwähnt, das erledigen der hiesige und der Blog bei Schna’sel in Bild, Text & Erwähnung. Wie sollte ich mich also tatsächlich positionieren?

    Der Freitag hat über die inhaltliche Desavouierung des (aus deren Sicht auch Dank der vollständigen Unveröffentlichung nunmehr: anonymen) Autors (= ehemaligen Nutzers) als vermeintlichen Rassisten hinaus das klassische Gefangenendilemma aufgebaut: Der hiesige wie der vorerwähnte Parallelblog sind die „Kronzeugen“, die den (vorgeblichen) „Täter“ ausdrücklich benennen. In den Mittelpunkt sind damit die Person (nebst Solidarität) gerückt statt der Sache: Wie oder als was darf/sollte/kann man Menschen (nicht) bezeichnen. Wäre nun Solidarität die Sache? Oder käme es doch auf die Person an?

    Es vollendet sich auf die Weise eine weitere Episode des Machtwortes: Nicht nur, dass es als Ordre Mufti exekutiert wird (mit der Vernichtung der als vernachlässigenswert gestempelten virtuellen Existenz), sondern es versichert sich mit einem simplen Taschenspielertrick des umgeleiteten Raunens des Publikums. Die damit einhergehende Manipulation der Leser, die sich in der wärmenden Solidarität mit „schwarzen Lesern“ wähnen dürfen, ohne darauf zurück greifen zu können, was nun diese oder sonst „über die Jahre hinweg“ tatsächlich vorgetragen hätten/worden wäre, ist die von Unmündigen. Denn tatsächlich wird ohne Ansehung von „Intention, Kontext und Zusammenhang“ und damit entgegen des hehren buchstabierten Anspruches ein Wording schlicht und ergreifend untersagt.

    • Und ich habe große Schwierigkeiten, zu verstehen, was Sie in der Sache jetzt eigentlich aussagen wollen.

      Ich find’s eigentlich nicht so schwierig,
      1. Etiketten (darunter „Neger“) zu meiden, weil sich Menschen davon beleidigt fühlen.
      2. Die „Moderation“ beim Freitag generell stark verbesserungsfähig zu finden und
      3. speziell gegenüber Wolfram Heinrich für üble Nachrede zu halten.
      4. Nicht zu verstehen, daß/warum jemand nach Sperrung 3 noch Wert darauf legt, beim Freitag zu bloggen
      5. und einige Sturschädeligkeiten und Provokatiönchen so verzichtbar wie Herpes zu finden.
      6. Wegen der extrem unfairen Sperrungen 1 + 2 und der üblen Nachrede Solidarität zu zeigen und darin wie in jedem anderen der vorgenannten Punkte eindeutig zu sein.

      Möchten Sie Schna’sel und mir unterstellen, redaktionell gewünschter Umleitung eines Publikumsraunens erst Vorschub geleistet zu haben? Das erschiene mir – mit Verlaub – als reichlich viel über die Bande spekuliert.

      Es ist einfacher: mich macht der Umgang von Der Freitag mit FC-Bloggern zornig – deswegen wurde dieser Blog geschrieben, ebenso der über die vorgeblich kritisch-mutige Meinungstärke des Freitag aka Demonstration der Erpressbarkeit durch Ken Jebsen nebst Bloglöschungen und neu eingeführter Überwachung der FC durch Algorithmen.

      Dazu habe ich eine Haltung – nämlich kein Teil der FC mehr sein zu wollen – und eine Meinung und die schreibe ich auf, fertig.

  8. Ich unterstelle nichts, sondern stelle einen von mehreren Effekten fest. Das mag man als richtig oder falsch bezeichnen, vielleicht sogar begründen, aber man kann es nicht einfach mit „Unterstellung“ abtun.
    Zu Zorn fällt mir nichts ein, außer meinem eigenen irgendwann Ausdruck zu verleihen. Aber weil ich für mich entschieden habe, meinen Zorn als zu oft blindwütig zu bezeichnen, muss ich immer noch warten, bis das Gefühl abebbt, um in der Sache schreiben zu können.

    • Das Machtwort … versichert sich mit einem simplen Taschenspielertrick des umgeleiteten Raunens des Publikums“ ist keine Unterstellung? Und zwar gleich eine doppelte, nämlich eine an „das Machtwort“ aka Freitag-On-Red und eine zweite an Schna’sel und mich, deren Blogs sich „das Machtwort mit einem simplen Taschenspielertrick versichert„?

      Och nö. So weit reicht die Macht von „das Machtwort“ nun doch nicht, daß es meinen und (mutmaßlich) Schna’sels WordPress-Blog steuern könnte. Ich würde auch die intellektuellen Fähigkeiten von „die Moderation“ nicht so überschätzen, daß derartig weitreichende Ranküne in den Bereich des Denkbaren rückt. Mir erscheint plausibler, daß „die Moderation“ keine Lust auf Wolfram Heinrichs Widerständigkeiten hatte und den nächstbesten Vorwand genommen hat, um ihn rauszuwerfen. Der Text des Statements spricht jedenfalls nicht für überdurchschnittlichen Scharfsinn noch tut das die Einrichtung von Buh-Wort-Algorithmen.

      Wie schon gesagt: mir bleibt unklar, was Sie „in der Sache“ eigentlich aussagen wollten, ich warte aber auch gern ab, bis Sie sich nach Abebben Ihres Gefühls auch für mich verständlich formulieren.

      Zorn ist btw. nicht blindwütig, sondern das ist, wie das Wort schon sagt, blinde Wut.

  9. Nach der Lektüre des Texte von Wolfram Heinirch auf „fisch + fleisch“ komme ich zu dem Ergebnis, dass er kein Rassist ist, sondern in schludriger Art und Weise im Gebrauch des N….-Wortes die Nutzer derartiger Sprachregelung sogar mit einem Kunstgriff auf den Gebrauch des Wortes Jude, der in diesem Zusammenhang mmn völlig fehl am Platze ist, gründlich exkulpiert.

    Er hat vermutlich auch noch nie etwas davon gehört, dass „Halb-N… oder Halb-Weiße“ umgangssprachlich Mischlinge genannt werden. In seiner Argumentation gegen diffuse Begrifflichkeiten stellt er (satirisch) dem Schwarzafrikaner nicht den Weißeuropäer gegenüber, um diese nichtssagende geografische Zuordnung von Schwarzen ad absurdum zu führen.

    Die rassistische Konnotation von einem Kontext abhängig zu machen, ist ebenfalls nur problemflankierende Sprachregelungsanästhesie. Diskriminierung beginnt bereits im Kopf , nicht erst mit der Faust, die den Baseballschläger.führt. Mit dem N..-Wort werden „die Anderen“ markiert (WIR und DIE). Dieser Begriff ist konstitutiv für eine Denkweise, in der sich Attribute an zugeschriebenen sozialen Kategorien, hier also Schwarz bzw. nicht-weiß, festmachen lassen. Gesellschaften in denen das N-Wort gelebte Realität ist (USA), sozialisieren Kinder mit dem Gefühl der Andersartigkeit. Es sind die weißen Kinder, die lernen, dass es noch andere gäbe, es sind die schwarzen Kinder, die lernen, dass sie angeblich anders und nicht von hier, sondern etwa aus der Südsee seien.

    Um dem Anschein paternalistischer Sprachkulturkritik aus dem Weg zu gehen, hätte er doch einfach mal die Betroffenen zu Wort kommen lassen können. Speziell denke ich dabei an Noah Sow (Der Schwarze Blog).

    • Sie: „Nach der Lektüre des Texte von Wolfram Heinirch auf „fisch + fleisch“ komme ich zu dem Ergebnis“ usw.usw.

      Hmnuja, dann habe ich Ihnen wohl die Lektüre von mehr als 500 Blogs von Wolfram Heinrich und eine persönliche Bekanntschaft voraus. Ohne zu einem Ergebnis zu kommen, mit dem ich Sie erfreuen müßte.

      Sie: „Um dem Anschein paternalistischer Sprachkulturkritik aus dem Weg zu gehen, hätte er doch einfach mal die Betroffenen zu Wort kommen lassen können. Speziell denke ich dabei an Noah Sow (Der Schwarze Blog).

      Sie haben den entscheidenden Punkt verpasst: Wolfram Heinrich wurde unter Berufung auf Noah Sow (die m.W. einer, nämlich ihrer Sichtweise Ausdruck verleiht) gesperrt. WH beruft sich „doch einfach mal“ auf u.a. Aimé Césaire.

      Eine (1) Sichtweise zum Gesetz zu erheben und auf dieser Ebene strafend und übel nachredend in See zu stechen, wie „die Moderation“ von Der Freitag das mit Wolfram Heinrich tat, würde wiederum ich „paternalistisch“ nennen.

      Es kann bei ernsthaftem Meinungsaustausch doch nicht darum gehen, einem „Anschein aus dem Weg zu gehen„! Es führt nirgendwohin, dem Gegenüber ständig und unzutreffend die schlechtestmöglichen aller Absichten zu unterstellen.

      Sie treffen aber unwillkürtlich den Nagel auf den Kopf: bei Der Freitag wird nur noch dem Anschein Genüge getan.

    • @altautonomer
      „Nach der Lektüre des Texte von Wolfram Heinirch auf „fisch + fleisch“ komme ich zu dem Ergebnis, dass er kein Rassist ist, sondern in schludriger Art und Weise im Gebrauch des N….-Wortes die Nutzer derartiger Sprachregelung sogar mit einem Kunstgriff auf den Gebrauch des Wortes Jude, der in diesem Zusammenhang mmn völlig fehl am Platze ist, gründlich exkulpiert.“
      .
      Wahrscheinlich bin ich rettungslos altmodisch…aber…, nenne mich meinetwegen einen Rassisten (scheiß drauf, das haben schon so viele getan), aber nenne mich nicht „schludrig“, nicht in diesem Zusammenhang.
      .
      „Er hat vermutlich auch noch nie etwas davon gehört, dass „Halb-N… oder Halb-Weiße“ umgangssprachlich Mischlinge genannt werden.“
      .
      Hl. Muttergottes von Tschenstochau! Ich gebe dir mein Ehrenwort, daß ich kein VÖLLIGER Idiot bin.
      .
      „…problemflankierende Sprachregelungsanästhesie“.
      .
      Ein hypsches Wort, aber was mag es bedeuten?
      .
      „…hätte er doch einfach mal die Betroffenen zu Wort kommen lassen können. Speziell denke ich dabei an Noah Sow“
      .
      Warum nutzt nicht DU die Gelegenheit, Frau Sow zu Wort kommen zu lassen?
      .
      Ciao
      Wolfram

  10. Die Attribution von „Machtwort“ ist sehr eindeutig in der Richtung der OnRed von der Freitag geschrieben. Hier ist nur das Raunen. Wie Sie darauf kommen, das eine mit dem anderen zu verwechseln, ist mir tatsächlich schleierhaft.
    Sollten Sie sich am „Raunen“ stören: Ich habe in keinem der beiden Blogs eine kritische Stimme dazu gelesen, ob und inwieweit „Négritude“ seine Berechtigung in heutigen kulturellen Kontexten hat. Eine kritische Bestandsaufnahme bzw. Auseinandersetzung mit „Zeigen, wo der Hammer hängt“ findet nicht statt. Es findet sich nicht einmal ein Beitrag dazu, in welchem Zusammenhang WH das Wort (miss)braucht hat/haben soll, um anhand dessen die Maßregel zu verifizieren.

    Im Gegenteil: Im hiesigen Blogtext oben wird zu Césaire und Négritude Frantz Fanon genannt. Mit ist nicht bekannt, dass sich WH auch nur einmal mit Fanon inhaltlich, damit ausdrücklich mit Grada Kilomba („Das N-Wort“, via Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/afrikanische-diaspora/59448/das-n-wort) und in deren Gefolge wiederum mit Noah Sow („Deutschland Schwarz Weiß“) auseinandergesetzt hätte. Sie sind die Epigonen der Critical Whiteness Studies und die Miturheber der auch in Deutschland geführten Diskussion um (Nicht)Gebrauch von Wörtern jenseits eines allfälligen sog. Politisch Korrekten.

    Ein kümmerlicher Ansatz einer solchen Diskussion, nachdem einige RedakteurInnen Kilomba zu ihrer Ikone stilisiert hatten, findet sich in der von Magda angestossenen unter https://www.freitag.de/autoren/magda/if-i-had-a-hammer wieder. Dass es da redlich zugegangen sei, kann nicht behauptet werden. Im Gegenteil herrschte die Diskussionverweigerung in der FC selbst vor.

    Das Bittere ist: Im Raunen des Publikums wird sich gegen Begriffe als Herrschaftsinstumente gewandt, wo der Nichtgebrauch des N-Wortes selbst wiederum als Bekämpfung von Herrschaft in Form eines kulturellen Codes vertreten wird. Das ist alleine deswegen schon ein Nullsummenspiel, als Rassisten immer einen Weg finden werden, ihre pejorativen, den tatsächlichen oder vermeintlichen Unterschied zwischen sich und anderen zu benennen.

    • Sie glauben: „Hier ist nur das Raunen.

      Na, dann bitte ich wohl besser meinerseits um Entschuldigung, für Sie dermaßen mißverständich geschrieben zu haben. Und ich dachte, hier sei nicht „das Raunen“, sondern eine Solidaritätsadresse mit Wolfram Heinrich und eine wohlbegründete Richtigstellung des „Statements“ von „die Moderation“.

      Sie: „Sollten Sie sich am „Raunen“ stören: Ich habe in keinem der beiden Blogs eine kritische Stimme dazu gelesen, ob und inwieweit „Négritude“ seine Berechtigung in heutigen kulturellen Kontexten hat.

      Ganz recht, weil: das ist nicht Thema des hiesigen Blogs. Diese Diskussion wäre vielleicht bei Schna’sel besser untergebracht. Ihren Blog, der sicher das und alle anderen hier vermißten Themen in Ausführlichkeit behandeln wird, werde ich zu gegebener Zeit gern lesen.

      Sie: „Im hiesigen Blogtext oben wird zu Césaire und Négritude Frantz Fanon genannt. Mit ist nicht bekannt, dass sich WH auch nur einmal mit Fanon inhaltlich, damit ausdrücklich mit Grada Kilomba („Das N-Wort“, via Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/afrikanische-diaspora/59448/das-n-wort) und in deren Gefolge wiederum mit Noah Sow („Deutschland Schwarz Weiß“) auseinandergesetzt hätte.

      Mir ist so, als hätte sich Wolfram Heinrich durchaus mit Frantz Fanon beschäftigt, was aber durch die Löschung seiner Blogs beim Freitag nicht mehr belegbar ist. Ich meine mich an eine Diskussion zu erinnern, in der evtl. sogar ich ihn nach Fanon fragte. Mit Kilomba (vielleicht) und mit Sow (auf jeden Fall) hat er sich auseinandersetzen müssen, indem eine der Sperrungen mit der Position von Noah Sow begründet, bzw. ihm deren Lektüre von einem Mitglied der On-Red dringend nahegelegt wurde.

      Aus meiner (nicht allzu berufenen) Perspektive scheint mir der Sprung von Fanon zu Kilomba und Sow nicht so ausdrücklich und zwingend zu sein wie Ihnen, sondern ich fände einen Sprung von Fanon zu Malcolm X mindestens ebenso plausibel.

      Ich schlage aber vor, wir führen diese Diskussion ggbfs. nach Veröffentlichung Ihres Blogs weiter.

      • Vielen Dank für Ihre Einschätzung, dass ich zu jedem Kommentar einen Blog zu stricken a) in der Lage bin, b) die Zeit habe, c) Lust verspüre, d) Sie das dann auch noch lesen werden. Im Grunde genommen die Vorschußlorbeeren auf einen erfolgreichen Autor.

        Aber gerne gebe ich das Ergebnis bekannt, das wohl die Algorithmisierung bei dF zeigt: Wo N-Wort drin steht, ist jetzt durchgängig die Kommentarfunktion ausgeschaltet. Wahnsinn und er hat Methode.

        • „…Wahnsinn und er hat Methode…“

          Tja, davon hätte der große Bruder nur träumen können. Säuberungsaktionen für Unworte vollautomatisch.

          Wobei? Mal gaanz genau lesen.

          „…ein Nutzer wurde endgültig deaktiviert, nicht, weil er nicht über das N-Wort hätte reden dürfen, (Äußerungsfreiheit, Anmerkung des Autors) sondern weil er sich darauf versteifte, ein Recht zu haben, (Gedankenfreiheit, Anmerkung des Autors) Schwarze generell so zu bezeichnen….“

          Es geht also gar nicht um Äußerungsfreiheit, sondern um die viel weitere Gedankenfreiheit.

          „…er hat sich darauf versteift, ein Recht zu haben…“

          Minimod hat ein Gedankenverbrechen entlarvt, ein Paradebeispiel für Deldenk.

          „Mein jüngster Roman ist nicht als Angriff auf den Sozialismus oder die Labour Party gedacht. Er will die Perversionen aufzeigen, die eine Kommandowirtschaft mit sich bringt und die zum Teil im Kommunismus und im Faschismus bereits Wirklichkeit geworden sind. Ich glaube auch, dass sich totalitäres Gedankengut überall in den Köpfen der Intellektuellen festgesetzt hat, und ich habe zu zeigen versucht, wohin dies in letzter Konsequenz führen muss. Das Buch spielt in England, um zu zeigen, dass die Englisch sprechenden Völker von Natur aus nicht besser sind als andere und dass der Totalitarismus, wenn man nicht dagegen kämpft, überall triumphieren kann.“

          George Orwell,

          http://www.welt.de/kultur/article3883735/Wer-Orwells-1984-las-wanderte-in-den-DDR-Knast.html

          Viele Grüße
          Fos?

          • Oh, vielen Dank für die freundliche Begrüßung. So viel kommt von mir ja nun nicht. fos? freut sich auch, wenn es ein freies Plätzchen findet.

            Viele Grüße
            fos?

            PS. Ich habe versucht, die Vielfalt und Fülle der hier vorgebrachten, sehr gebildeten Argumente zu fassen. Für mich nicht ganz leicht.

            Klar scheint mir: Das „schwarze Schaf“ aus Aldershausen? hat nmE nicht nur völlig schuldlos das Wort: „Neger“ benutzt, es hat sogar Gründe dafür. Eigentlich sollten die „Gutmenschen“ jubeln. Wer gegen Rassismus und Diskriminierung ist, sollte dieses Wort so häufig wie möglich verwenden. Es behindert genehmes Vergessen von Schuldscheinen im Wege der Verschleierung von einst eindeutig benannten Personengruppen.

            Das Unverständnis bei Minimod ist deshalb für mich wirklich schwer zu verstehen. Aber ich habe ja sowieso keinen Hauch von Ahnung, was „irgendwie links“ ist/sein sollte/usw. Mit dieser Bildungslücke muss ich wohl leben, was mir bisher bei Bildungslücken im Allgemeinen allerdings auch nicht schwer fiel.

            Ich möchte aber doch Wert darauf legen, mir das Recht heraus zu nehmen, Worte auch dezidiert pejorativ verwenden zu dürfen. Die Vielfalt der schönen bösen Worte schwindet ja zusehendes. Mir ist bisher aber noch nicht aufgefallen, dass die Vielfalt an bösen Personen oder bösen Ereignissen schwindet.

            Eigentlich ganz im Gegenteil.

            Dieses „Missverhältnis“ bringt mich um Ausdrucksmöglichkeiten von Gedankentätigkeit. Sie haben ja schon angedeutet, bei Pejorativen hart durchgreifen zu wollen, was ich respektiere, weil es ja Ihr Blog ist.

            Trotzdem, Arschloch bleibt Arschloch, egal welchen Geschlechtes, welcher Abstammung, welcher Rasse, welcher Sprache, welcher Heimat und Herkunft, welchen Glaubens, welcher religiösen oder politischen Anschauungen oder welcher Behinderung.

            Viele Grüße
            fos?

          • So viel kommt von mir ja nun nicht.

            Hmnuja, aber wenn, dann lohnt meistens das Nachdenken darüber…;-)… weswegen ich mich freue, daß Sie hier auftauchen.

            Klar scheint mir: Das „schwarze Schaf“ aus Aldershausen? hat nmE nicht nur völlig schuldlos das Wort: „Neger“ benutzt, es hat sogar Gründe dafür. Eigentlich sollten die „Gutmenschen“ jubeln. Wer gegen Rassismus und Diskriminierung ist, sollte dieses Wort so häufig wie möglich verwenden. Es behindert genehmes Vergessen von Schuldscheinen im Wege der Verschleierung von einst eindeutig benannten Personengruppen. … Ich möchte aber doch Wert darauf legen, mir das Recht heraus zu nehmen, Worte auch dezidiert pejorativ verwenden zu dürfen. Die Vielfalt der schönen bösen Worte schwindet ja zusehendes. Mir ist bisher aber noch nicht aufgefallen, dass die Vielfalt an bösen Personen oder bösen Ereignissen schwindet.

            Eigentlich ganz im Gegenteil.

            Dieses „Missverhältnis“ bringt mich um Ausdrucksmöglichkeiten von Gedankentätigkeit. Sie haben ja schon angedeutet, bei Pejorativen hart durchgreifen zu wollen, was ich respektiere, weil es ja Ihr Blog ist.

            Sie haben völlig recht, aber…
            Der Umstand, daß sich viele Menschen mit dunkler Haut durch „Neger“ verletzt und beleidigt fühlen, ist für mich entscheidend. Ist für mich ausreichend, den Begriff zu meiden und um Bedacht bei der Verwendung zu bitten.

            Eine klare Ausnahme sind für mich Auseinandersetzungen in der Liga der von Wolfram Heinrich beim Freitag initiierten Diskussion über die Ermächtigung durch „Neger“ als Geusenwort, bzw. über das Verschwindenlassen der mit dem Begriff verbundenen Entrechtung, Diskriminierung und vorenthaltenen Teilhabe durch im 5-Jahresrythmus wechselnde neue Begriffe. Erschwerend hinzu kommt die Euphemismus-Tretmühle, mit deren Hilfe von den üblichen Arschlöchern jeder Ersatzbegriff und jede positive Zuschreibung in kürzester Zeit in Beleidigung und Diskriminierung umgemünzt wird (Beispiel: „Kulturbereicherer“, während z.B. „Gutmensch“ nie positiv, sondern immer herabwürdigend und pseudo-ironisch verwendet wurde).

            Als sich die Diskussion beim Freitag zunehmend gegen Wolfram Heinrich persönlich richtete und bösartig wurde, habe ich einige Freunde mit dunkler Hautfarbe gefragt, wie sie das sehen. Die Antwort war übereinstimmend, daß das Verletzende weniger in den Begriffen liegt, als in der Feststellung des Andersseins.

            Jede/r mit 5 Pfennig Bildung weiß, daß eine wertende Unterscheidung nach Hautfarbe gaga ist, weil die Gemeinsamkeiten die Unterschiede bei weitem überwiegen. Menschen nach Hautfarbe (oder nach „Kultur“, der aktuelle „Islamkritiker“-Spin) kategorisieren zu wollen, zeugt mindestens von Dummheit und Oberflächlichkeit. Mindestens Dummheit und Oberflächlichkeit sprechen auch aus dem Statement von „die Moderation“ und aus der Einrichtung von Algorithmen an Stelle von Moderation.

            Ich hoffe, daß meine Moderation eine ist, ich bemühe mich darum.
            Will sagen: hier fliegt niemand wegen Gedankentätigkeit oder wegen der Verwendung von schönen bösen Worten für böse unschöne Realitäten raus. Meine Geduld hat Grenzen bei fortgesetztem Dummschwätzen (trotz x Bitten per Email) und Arschlöcher, Homosexuellen-/Frauen-Hasser, Stalker und Nazis fliegen hier ziemlich schnell raus.

            Grüße zurück!

          • „…Die Antwort war übereinstimmend, daß das Verletzende weniger in den Begriffen liegt, als in der Feststellung des Andersseins….“

            Ja, das habe ich auch schon gehört.

            Furchtbar, nicht wahr?

            Anderssein – und das auch noch sagen! Könnten wir nicht lieber über unsere Gallenblase reden? Die sieht total gleich aus. Es ist wirklich ein Kreuz mit dem Anderssein.

            Tja, aber so ist es nun einmal. Da können wir uns nur bei der obersten Evolutionsdirektorin beschweren. Und die ist wahrscheinlich außen gelb.

            Nota bene:

            Unsere lieben Nazibuben aus dem ganz nahen Osten kriegen jedes Mal einen riesen Schreck, wenn sie einen Neger sehen. Bei Russen nicht, die kennen sie schon lange.

            In Bayern ist es genau anders herum. Die durften die amerikanische Besatzung genießen und haben Negern und Weißbroten Schokolade und Kippen abgezockt.

            Aber mal im Ernst:

            Das mit dem Beleidigtsein nimmt überhand. Überall Beleidigte. Man kommt ja aus dem Entschuldigen gar nicht mehr raus. Dabei hab ich nicht mal Jemanden beleidigt.

            Wie auch? Bis ich beispielsweise das Wort „Schlitzauge“ fertig aufgeschrieben habe, hat sich die Anzahl derer, die mir den Staatsanwalt schicken dürften, schon um Aberdutzende verändert.

            So geht das aber nicht mit dem Beleidigen. Da muss schon Jemand konkreter betroffen sein.

            Viele Grüße
            fos?

          • @dame.von.welt
            „Als sich die Diskussion beim Freitag zunehmend gegen Wolfram Heinrich persönlich richtete und bösartig wurde…“
            .
            Ich habe mich oft gefragt, warum die Diskussion über das N-Wort so oft so aggressiv, persönlich aggressiv geworden ist. Inzwischen vermute ich, es liegt daran, daß mir bis jetzt noch kein rassistischer Satz nachgewiesen worden ist. Den „wunderbaren Neger“ von Innenminister Herrmann bekam man mit ein bißchen Spöttelei in den Griff, die Welt war auch nach diesem Satz noch in Ordnung. Ein ultrakonservativer Mensch sagt „Neger“, das ist in sich auch für einen Deppen zu begreifen, da paßt eins zum anderen, da lachst du mal kurz und gut ist.
            Nun aber komme ich. Auch ich sage „Neger“ und das NICHT aus Unachtsamkeit. Bei mir aber ist keine einzige Textstelle auffindbar (jetzt sowieso nicht mehr, da mein FREITAGS-Oeuvre aus dem Internet verschwunden ist und bloß noch auf meiner Festplatte existiert), die sich als rassistisch deuten ließe. Das macht die Leute wütend, denn da paßt was nicht zusammen, da müßte man nachdenken. Nachdenken aber tut weh, Kopfschmerzen machen gereizt und wütend, also nennt man den Verursacher der Kopfschmerzen einen Sturkopf. Das hilft, mit der Kognitiven Dissonanz klarzukommen.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz
            .
            „Die Antwort war übereinstimmend, daß das Verletzende weniger in den Begriffen liegt, als in der Feststellung des Andersseins.“
            .
            Die „Feststellung des Andersseins“ ist Grundlage jeglicher Wissenschaft. Wodurch unterscheidet sich Granit von Porphyr, Porphyr von Porphyr? Wodurch unterscheidet sich die Schwarzafrikanerin Auma Obama von ihrem Halbbruder, dem Afroamerikaner? Finde ich die festgestellten Unterschiede in der Natur vor oder sind sie menschliche Denkkonstrukte?
            .
            Ciao
            Wolfram

        • @marianschraube
          „Aber gerne gebe ich das Ergebnis bekannt, das wohl die Algorithmisierung bei dF zeigt: Wo N-Wort drin steht, ist jetzt durchgängig die Kommentarfunktion ausgeschaltet.“
          .
          Nanu! Daß das N-Wort im FREITAG steht ist wahrlich ein Anfall von großzügiger Liberalität. Obwohl… jetzt kann man es wieder freigeben, ich bin ja weg. Mission accomplished.
          .
          Ciao
          Wolfram

          • Vielleicht ist es wirklich schon freigegeben, das Zitat „Aber einen Neger, der sächselt: das kann man sich nicht vorstellen.“ steht noch da.

        • @Wolfram Heinrich

          Nachdenken aber tut weh, Kopfschmerzen machen gereizt und wütend, also nennt man den Verursacher der Kopfschmerzen einen Sturkopf.

          Hmnuja, ich nenne Sie nicht wegen der genannten Punkte Sturkopf, sondern weil Sie beim Freitag über Ewigkeiten so häufig wie fruchtlos dasselbe Argument vorgetragen haben – ich hatte das bereits beim ersten Mal verstanden und Ihnen zugestimmt (und Sie xfach gegen persönliche Angriffe verteidigt).
          Sturkopf nenne ich Sie aber vor allem deswegen, weil Sie in den (gefühlt) letzten 3 Jahren keine eine Gelegenheit ausließen, um „Neger“ als Ortsteil von Olpe, Ort Ihrer Exerzitien, oder in sonstwelchen albernen Zusammenhängen beim Freitag durchzunudeln. Das halte ich nicht nur für „Unachtsamkeit„, sondern für so verzichtbar wie Lepra. Unverständlich bleibt mir, daß/warum Sie nach Sperrung x noch darauf bestanden, beim Freitag zu bloggen, sprich: als längst klar war, daß Sie keine bis wenig Diskussionspartner mehr haben und bei nächstbester Gelegenheit gesperrt werden.

          Die „Feststellung des Andersseins“ ist Grundlage jeglicher Wissenschaft. Wodurch unterscheidet sich Granit von Porphyr, Porphyr von Porphyr? Wodurch unterscheidet sich die Schwarzafrikanerin Auma Obama von ihrem Halbbruder, dem Afroamerikaner? Finde ich die festgestellten Unterschiede in der Natur vor oder sind sie menschliche Denkkonstrukte?

          Die Konstruktion der „Anderen“ ist ein Teil der Fabrikation des Feindes, ein Text von Umberto Eco, den ich Ihnen warm empfehlen möchte.

          Ich sag’s gleich – ich habe mich NICHT mit Frantz Fanon beschäftigt.

          Dann täuscht mich meine Erinnerung. Wird im Blog korrigiert.

      • @dame.von.welt
        „Mir ist so, als hätte sich Wolfram Heinrich durchaus mit Frantz Fanon beschäftigt, was aber durch die Löschung seiner Blogs beim Freitag nicht mehr belegbar ist.“
        .
        Ich sag’s gleich – ich habe mich NICHT mit Frantz Fanon beschäftigt.
        .
        Ciao
        Wolfram

    • @marianschraube
      „Ich habe in keinem der beiden Blogs eine kritische Stimme dazu gelesen, ob und inwieweit „Négritude“ seine Berechtigung in heutigen kulturellen Kontexten hat.“
      .
      Daß sich keiner der Diskutanten die Frage gestellt hat, „ob und inwieweit ‚Négritude‘ seine Berechtigung in heutigen kulturellen Kontexten hat“ ist ein erfreulicher Beleg dafür, daß die Diskutanten der Diskussion aufmerksam gefolgt sind. Es ist nämlich so was von unglaublich wurscht, ob und inwieweit… eh schon wissen.
      Weil?
      Weil ich nämlich die Négritude niemals inhaltlich gewürdigt habe (wir sind in keinem philosophischen Seminar). Ich habe de Négritude lediglich als Beleg dafür angeführt, daß bereits in den 30er Jahren das Wort „Neger“ von vielen Schwarzen als stolze Selbstbezeichnung angenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es die us-amerikanische Bürgerrechtsbewegung, die das Wort „Neger“ selbstbewußt verwendet hat. Und zu GENAU diesem Zeitpunkt hieß es von heute auf gleich, „Neger“ sei ein Bäh-Wort, das man nicht verwenden dürfe.
      Was soll ich sagen, die Sauhunde haben es tatsächlich geschafft, den SCHWARZEN Kampfbegriff „Neger“ zum Tabuwort zu machen.
      .
      Ciao
      Wolfram

      • @wolframheinrich
        Sie schreiben: “ … eh schon wissen. Weil? Weil ich nämlich die Négritude niemals inhaltlich gewürdigt habe (wir sind in keinem philosophischen Seminar). Ich habe de Négritude lediglich als Beleg dafür angeführt, daß bereits in den 30er Jahren das Wort „Neger“ von vielen Schwarzen als stolze Selbstbezeichnung angenommen.“

        Genauso polemisch könnte ich mich in der Antwort beschränken auf: „Aha, da bastelt sich einer zum Edlen Wilden gleich noch den Stolzen Neger. Eh schon wissen. Rousseau, für Flachköpper.“

        Aber wir sollen ja zivilisiert miteinander umgehen. Also meine Anregung, sich, leider im Englischen nur auszugsweise, „Négritude, Africa and Black History“, eine Rede von Césaire von 1987 anzulesen
        http://www.humaniteinenglish.com/spip.php?article898
        Die vollständige Rede im franz. Original ist zu finden u.a. unter
        https://letroll2clermont.wordpress.com/2006/08/25/negritude/

        Trotz langer Suche habe ich die deutsche Übersetzung („Rede über die Négritude“) nicht frei verfügbar gefunden.

        Mir ist nicht bekannt, dass hier wie überhaupt in der Négritude „Stolz“ auch nur entfernt eine Rolle spielen würde. Vielleicht ist es insoweit ein sprachliches Problem, als in den Reden und Schriften von Césaire, Senghor und Damas der „prise de conscience“ besonders viel Raum gegeben wird. Das wird oft als „Selbstbewusstsein“ im Sinne von „sich sicher sein“ übersetzt, was aber genau das nicht ist: Es bezeichnet vielmehr den Vorgang, das Bewusstsein des Selbst erst zu erlangen, also der Werdung im Prozess der Autonomie und nicht das Ergebnis.

        Als Beleg für Ihre Behauptung taugt die Négritude also nicht. Eigentlich: Sie taugt nicht, Ihrer Vorstellung zu dienen.
        Viele Grüße, ms

  11. Pingback: Zusammenfassung – then they took berlin

  12. Der Freitag hat eine interessante neue Personalie, Jürgen Todenhöfer wird Herausgeber.
    In der Freitag-Community gibt’s offenbar noch nicht genug Putingroupies, Truther und andere besorgniserregende Bürger, die Todenhöfer als Korrektiv zur „Lügenpresse“ anhängen °_O

    Jakob Augstein im Interview mit der taz über die Berufung von Todenhöfer:

    taz: Welche Befugnisse wird Todenhöfer als Herausgeber haben?

    Augstein: Er berät die Chefredaktion und darf in die Konferenzen kommen.

    taz: Das ist nicht viel. Wozu brauchen Sie ihn dann?

    Augstein: Ich finde es paradox, dass jemand wie Todenhöfer – 76 Jahre alt, Politiker unter Kohl gewesen – so eine riesige Fangemeinde im Internet hat. Er ist einer der wenigen, vielleicht neben Sascha Lobo der einzige, völlig unabhängige Publizist, mit so einer Internet-Präsens. Das zeigt doch, dass den klassischen Journalisten die Deutungshoheit entrissen wird und Todenhöfer verstanden zu haben scheint, wie er darauf reagieren kann. Seine Benennung ist für uns auch ein Experiment auf der Suche nach der Zukunft des Journalismus.

    taz: Knapp 700.000 Fans hat er bei Facebook. Erhoffen Sie sich auch, unter denen neue Leser zu gewinnen?

    Augstein: Natürlich. Dem Freitag geht es zwar gut, wir wachsen. Trotzdem ist Todenhöfer für uns ein Gewinn.

    • Todenhöfer dient m. E. der ökonomischen Zukunftsfindung des „Freitag“, nicht der journalistischen. Der frühere Burda-Manager soll Abonnenten bringen, und ich vermute, das wird er auch tun.

      Im Prinzip kein Problem, so lange der „Freitag“ keinen Rechtsschwenk hinlegt. Aber einen journalistischen Gewinn hätte ich darin gesehen, wenn Daniela Dahn und Friedrich SChorlemmer wieder auf die Brücke gebeten worden wären (die anderen beiden früheren Hrsg.sind mir kein Begriff).

      • Todenhöfer dient m. E. der ökonomischen Zukunftsfindung des „Freitag“, nicht der journalistischen. … Im Prinzip kein Problem, so lange der „Freitag“ keinen Rechtsschwenk hinlegt.

        Ich möchte bezweifeln, daß die journalistische Freitagsfindung je von der ökonomischen zu trennen war, ist oder sein wird. Mir persönlich war schon der politische Schwenk zuviel, der sich an Personalien wie ’sDrAngele als Chef, an Busche und Füller und an der Belanglosigkeit bis Verrohung der FC durch fehlende Stellen in der On-Red festmachte.

        Der Augstein will nicht nur Todenhöfers Unterstützung zu mehr Abonnenten, der will auch Todenhöfers 700.000 Facebookfreunde. Ich möchte jedoch bezweifeln, daß er in der On-Red endlich entsprechend mehr Stellen vorsieht.
        Ebenfalls bezweifele ich, daß sich die ursprünglichen Herausgeber so ohne weiteres wieder auf die Brücke bitten lassen würden, für den unwahrscheinlichen Fall, daß sich der Augstein zum Eingeständnis eines seiner Fehler und zu einer oder dieser Bitte herbeilassen sollte. Umstand wie Art und Weise des Rauswurfs fand ich arrogant und verfehlt (abgesehen davon, daß Daniela Dahn m.M.n. mitunter auch mal Zeuch schreibt)

  13. Finsterviel bitterer Lesestoff den ich da verpasst habe, danke trotzdem, es erklärt warum der freitag mir noch verlassener vorkommt als sowiesoschon.
    greetings from the pit -abghoul

  14. Der Thread ist schon deswegen noch interessanter geworden, weil er als eine Art monatelanges Tagebuch herhält: Von einem Statement der Online-Red bis jetzt zur neuen Herausgeberschaft. Wollte ich dem einen gemeinsamen Nenner geben, wären es die Fragen: Was bewegt einen finanziell, publizistisch und politisch ziemlich unabhängigen 76jährigen, sich noch auf das Abenteuer Freitag, zu dem eine Blogosphäre gehört, einzulassen? Und was könnten sich daraus für Konsequenzen für die Blogosphäre selbst ergeben?

    Aus dieser Perspektive gesehen wären die Abonnenten des Todenhöfer nicht einfach potentiell zahlendes Publikum für den Freitag, sondern etwaige Multiplikatoren für eine Plattform, die sich als Meinungsmedium zu Berlin bezeichnet. Die Kompetenz von Todenhöfer in Social-Media ist vordergründig durch die Anzahl der Follower belegt. Wie aber schaut es mit den Inhalten aus?

    Die Sache elektrisiert mich nicht, aber sie beschäftigt mich. Denn ich sehe hier vor allem, in den Verkürzungen und Verknappungen, die Todenhöfer an den Tag legt, ein Stück „Boulevard von links“, von dem Augstein seit Jahr und Tag spricht, schreibt, träumt. Und dass mit einer Person, die einmal der Stahlhelmfraktion im Deutschen Bundestag angehört hat.

    • Der Thread ist schon deswegen noch interessanter geworden, weil er als eine Art monatelanges Tagebuch herhält: Von einem Statement der Online-Red bis jetzt zur neuen Herausgeberschaft.

      „Eine Art monatelanges Tagebuch“ finden Sie, wenn Sie auf das Schlagwort ‚Der Freitag‚ klicken (enthält 6 Artikel, von denen sich 3 mit Ken Jebsen beschäftigen – unter mehr als 170 Texten in diesem Blog).
      Der gemeinsame Nenner hier ist eigentlich nur der Blogtitel – mir war die Personalie Todenhöfer keinen Extra-Blog wert, zumal mich das gesamte Thema Der Freitag anödet und es mir auch unverständlich ist, aus welchem anderen Grund als dem Wunsch nach wahllosem, aber mehr Publikum überhaupt noch irgendwer dem Freitag Blogtexte zur Verfügung stellt.

      Denn ich sehe hier vor allem, in den Verkürzungen und Verknappungen, die Todenhöfer an den Tag legt, ein Stück „Boulevard von links“, von dem Augstein seit Jahr und Tag spricht, schreibt, träumt. Und dass mit einer Person, die einmal der Stahlhelmfraktion im Deutschen Bundestag angehört hat.

      Hat der Todenhöfer seinen Stahlhelm nach Ausscheiden aus dem Bundestag abgesetzt? Mich erinnert der immer irgendwie (mag auch mit an der Frisur liegen) an Karl-Theodor zu Guttenberg – beide sind überaus eitel und nur der eigenen Version von „Wahrheit“ verpflichtet. Zu deren Durchsetzung bemüht Todenhöfer auch schon mal ein Gericht, wie gegen den Spiegel und den Artikel ‚Der Märchenonkel‘ von Özlem Gezer, der mit 14 Unterlassungserklärungen bepflastert wurde:

      Der „Spiegel“ hat sich laut Gerichtssprecher Wantzen verpflichtet, den Artikel im Internet komplett zu löschen. Der Verlag betonte auf Anfrage, eine gerichtliche Entscheidung habe es nicht gegeben „Das Gericht hat lediglich das Zustandekommen des Vergleichs festgestellt. Ohne dass wir den Kern unserer Berichterstattung in Frage gestellt sähen, hat der »Spiegel“ dem Vergleich letztlich aus prozessualen Erwägungen zugestimmt“, so ein Sprecher.

      Hmnuja, selbstredend nicht komplett aus dem Internet gelöscht, weil: it’s the internet, stupid.

      Vielleicht vermittelt der Todenhöfer dem Augstein aber seine Anwälte? Das immerhin wäre gegen die Jebsens dieser Erde ein gewisser Fortschritt für Der Freitag^^

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