IDAHOBIT

idahobit
Foto Ludovic Bertron, beschnitten

Heute ist der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Es ist traurig und beschämend genug, daß dafür ein internationaler Tag nötig ist. Wie traurig und beschämend, kann mit Hilfe der ILGA-Weltkarten besichtigt werden.

Gefragt gegen Haß, irrationale Ängste, staatliche und nichtstaatliche Verfolgung ist weniger das Engagement von Homo- und Bisexuellen, Trans- und Interidenten, sondern mein und Ihr Einsatz: wir, die „Normalen“ haben für die Rechte diskriminierter Minderheiten einzutreten, jeden Tag.

Es handelt sich nicht um Spezialrechte, sondern um hundsgewöhnliche Menschenrechte.

Wie Kurt Cobain so schön sagte:

I’m not gay, but I wish I was. Just to piss off the homophobes.

 

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3 Gedanken zu „IDAHOBIT

  1. Im Tagesspiegel sind 10 Felder untereinander gelistet (mit vielen weiterführenden links), in denen noch reichlich viel zu tun ist:

    1.) In sieben Staaten steht Homosexualität gesetzlich unter Todesstrafe, und die Gerichte verhängen diese auch: Und zwar im Iran, in Mauretanien, Saudi-Arabien, im Sudan, Jemen sowie in Teilen von Nigeria und Somalia. Im Irak wird gegen Homosexuelle die Todesstrafe verhängt, obwohl sie das Gesetzbuch offiziell nicht vorsieht, wie es in einem aktuellen Menschenrechtsreport der Organisation „International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association“ (ILGA) heißt. Die Terrormiliz Islamischer Staat richtet in den von ihr kontrollierten Gebieten ebenfalls immer wieder Homosexuelle hin.

    2.) In mindestens 76 Staaten wird Homosexualität laut den Vereinten Nationen kriminalisiert, wobei die angedrohten Strafen variieren. In vielen Ländern wird sogar Cross-Dressing kriminalisiert. Oft sind die Gesetze sprachlich vage gehalten (etwa sprechen sie von „Verbrechen gegen die natürliche Ordnung“ oder „gegen die Moral“), was die Willkür beim Vorgehen der Behörden vergrößert.

    3.) Laut einem aktuellen Ranking des europäisches Ablegers von ILGA ist auch Europa noch weit von einer vollkommenen Gleichstellung von LGBTI entfernt. Für ganz Europa errechnete ILGA 42 von 100 möglichen Punkten, was die Rechte von Homo- und Bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen angeht. ILGA bezog in das Ranking zahlreiche Kriterien wie die Ehe für alle, das Adoptionsrecht, die medizinischen und rechtlichen Möglichkeiten für Transgender ihr Geschlecht anzugleichen, Antidiskriminierungsgesetze oder das Asylrecht für LGBTI ein.

    4.) Malta ist demnach das homo- und transfreundlichste Land in Europa. In Aserbaidschan haben LGBTI dagegen praktisch überhaupt keine Rechte. Deutschland liegt auf Platz 16 – es hinkt vor allem hinterher, weil die Ehe bislang nicht für Lesben und Schwule geöffnet wurde und auch das Adoptionsrecht weiterhin ziemlich restriktiv ist.

    5.) 24 Staaten in Europa verlangen immer noch die Sterilisation, wenn Transgender ihr Geschlecht offiziell in ihren Personaldokumenten angleichen lassen wollen. Darunter sind laut der Organisation „Transgender Europe“ 13 EU-Staaten wie etwa Frankreich und Belgien. In 22 europäischen Staaten müssen sich Transgender als Voraussetzung für die offizielle Personalstandsangleichung zudem scheiden lassen, sollten sie bisher verheiratet sein. In Deutschland ist beides nicht der Fall.

    6.) Seit dem Jahr 2008 wurden demnach allein in Europa mehr als 100 Transgender wegen ihrer Geschlechtsidentität umgebracht – und das sind nur die dokumentierten Fälle. Die Zahl trans- und homophober Übergriffe, von verbalen bis physischen Attacken, bleibt weltweit hoch.

    7.) In Berlin registrierte die schwule Opferberatung „Maneo“ 259 homo- und transphobe Übergriffe im Jahr 2015. Bei den Strafdelikten lagen Körperverletzungen an erster Stelle, gefolgt von Beleidigungen und Nötigungen. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher.

    8.) Die Ehe ist erst in 21 von weltweit über 190 Staaten für Lesben und Schwule geöffnet. Deutschland gehört nicht dazu. In Afrika steht die Ehe Homosexuellen nur in Südafrika offen, in Asien in keinem einzigen Land.

    9.) Gemeinsam Kinder adoptieren dürfen Lesben und Schwule in 17 Staaten, darunter mehrere in Europa, Kanada, Teilen der USA, Australien, Argentinien, Brasilien und Uruguay. Deutschland gehört auch hier nicht dazu.

    10.) In immerhin 62 Staaten ist laut ILGA Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund der sexuellen Orientierung inzwischen verboten, auch in Deutschland (seit dem Jahr 2006, was im europäischen Vergleich relativ spät war). Allerdings gibt es einen solchen Schutz in praktisch keinem asiatischen Land (Ausnahmen: Taiwan und Israel) und nirgendwo in Afrika.

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