Search Racism. Find Truth

Auf der YouTube-Seite der Kampagne finden sich noch eine Menge Videos mehr.

 

Advertisements

16 Gedanken zu „Search Racism. Find Truth

  1. Süddeutsche: Wer auf Youtube rechte Propaganda sehen will, muss zuerst einem Flüchtling zuhören

    Einen Haken hat das Konzept freilich: Der Betreiber eines Youtube-Kanals verdient Geld mit der Werbung, die vor seine Videos geschaltet wird. Man könnte also sagen, „Search racism. Find truth“ finanziert zu einem gewissen Teil die Verbreitung des rechten Gedankenguts, das die Initiative aufhalten möchte.

    „Wir glauben nicht, dass sich ein Hardcore-Nazi umstimmen lässt“, räumt Geiling ein. Bei dem Projekt gehe es viel eher darum, Menschen zu erreichen, die sich ansonsten in einer geschlossenen Welt bewegten, in der fremdenfeindliche Hetze auf der Tagesordnung stünde. „Wir erhoffen uns, dass die Konsumenten von diesen Hetzvideos zumindest einmal mit der Perspektive von Geflüchteten konfrontiert werden“, so Geiling.

    In diesem Punkt könnte die Kampagne tatsächlich verfangen. Denn ob man nun will oder nicht: Es macht etwas mit einem, wenn man eine halbe Minute in ein freundliches, kluges Gesicht schaut.

    Zum Beispiel in das der 23-jährigen Syrerin Najlaa, die erst erzählt, dass man ihr Haus bombadiert und drei ihrer Cousins getötet hat und anschließend fragt, ob der Zuschauer ernsthaft glaube, sie sei ein Wirtschaftsflüchtling, dem es nur ums Geld ginge.

    Vielleicht fällt es danach wirklich ein bisschen schwerer, pauschal über die Horden gieriger Ausländer zu schimpfen, die Deutschland angeblich überrennen. Womöglich klingt im Hinterkopf doch leise der Satz von Firas aus Syrien nach: „Egal ob ich Flüchtling oder Deutscher bin, ich bin zuerst und zuletzt einfach ein Mensch.“

  2. Der Independent ist schon wieder fix und berichtet auch:
    “We want to use the targeted placement of ads to get viewers of right-wing extremist videos thinking, and ideally to even change their minds,” said Marieke Geiling, the organisation’s founder. “At the same time, we will weaken the power of right-wing agitators and force them to deactivate advertising on their channels. So we’re excited to see how long it will still be possible to place ads before Pegida videos and thus help to finance the hate.”

      • Aber selbstmurmelnd…
        Sie könnten links auch einfach nackich in die Kommentare posten, ich bastele die dann rein und zwar so, daß sich eine neue Seite öffnet. Außerdem finde ich es lustig, daß Sie den Independaent immer genauso falsch schreiben wie ich…;-)…

        • Danke. Dabei bin ich eigentlich so stolz gewesen, dass ich endlich einen Brocken htmlisch kann und übe weiter :). „Independent“ ist im Grunde doof und unlogisch, das Antonym lautet schließlich „dependant“. Wir beide sind also wahrscheinlich einfach zu geradlinig, konsequent und logisch gestrickt. So wird sein.;)…

  3. Patrick Gensing: Klage gegen diskriminierende Polizeikontrolle erfolgreich

    Mit einer Grundsatzentscheidung hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz am 21.04.2016 die Kontrolle einer jungen Familie durch Bundespolizeibeamte am 25.01.2014 für rechtswidrig erklärt (Az.: 7 A 11108/14.OVG).Das teilte der Rechtsvertreter der Familie mit.

    Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme sei die schwarze Hautfarbe der Kläger zumindest ein die Kontrolle mit tragendes Kriterium und die Kontrolle damit ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes, so die Richter des OVG.

    Die Eheleute G. aus Mainz befanden sich am 25.01.2014 für einen Tagesausflug mit ihren damals fünf und eineinhalb Jahren jungen Kindern in der regionalen Mittelrheinbahn von Mainz in Richtung Bonn. Im Verlauf der Fahrt wurden die heute 37-jährige Klägerin und der heute 40-jährige Kläger ohne Anlass und vor den Augen anderer Reisender von Beamten der Bundespolizei kontrolliert und die Daten ihrer Bundespersonalausweise wurden zur Datenprüfung an die Leitstelle weiter gegeben. Weitere Personen in dem Zug wurden nicht kontrolliert.

    Das Gericht konnte nach einer umfangreichen Beweisaufnahme nicht ausschließen, dass die Hautfarbe der Kläger ein tragendes Kriterium für die Kontrolle war. Eine Auswahl der Personen bei Kontrollen, für die die Hautfarbe der Personen das alleinige oder zumindest ein ausschlaggebendes Kriterium sei, verstoße allerdings gegen das Diskriminierungsverbot des Artikel 3 Absatz 3 Satz 1 des Grundgesetzes, so das OVG in der mündlichen Urteilsverkündung.

    „Das Urteil des OVG ist ein Meilenstein für den Kampf gegen die rechtswidrige Praxis des Racial Profiling“, teilte der Göttinger Rechtsanwalt Sven Adam mit, der die Kläger juristisch vertritt. „Denn von nun an wird die Bundespolizei nachweisen müssen, gerade nicht diskriminierend kontrolliert zu haben, wenn der äußere Anschein eine Kontrolle aufgrund der Hautfarbe nahelegt. Bislang stellte der Nachweis der Diskriminierung regelmäßig ein verfahrensrechtliches Problem dar, da die inneren Beweggründe der Polizeibeamten dem Beweis kaum zugänglich sind“ so Adam.

  4. Emran Feroz: Muslime und Islam: Schlimmer als Krebs und Kokain

    16 Labs, eine in Kanada ansässige Beratungsfirma, analysierte in diesem Kontext die Berichterstattung der New York Times, dem Flaggschiff des US-amerikanischen Journalismus. Ein weiterer Grund für die Auswahl der Times war die Tatsache, dass alle Artikel der letzten Jahre im Archiv frei zugänglich sind, während dies etwa bei anderen bekannten Blättern, etwa der Washington Post, nicht der Fall ist. Untersucht wurde die Berichterstattung vom Zeitraum 1990 bis 2014. Insgesamt wurden über 2,6 Millionen Titelzeilen quantitativ analysiert.

    Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass der Islam und Muslime nicht etwa erst seit 2001 im Fokus der Medien stehen, sondern dies auch in den Jahren zuvor schon der Fall war. Hauptgrund hierfür ist, wie auch in der Studie ausgeführt wird, unter anderem die Tatsache, dass mit dem Fall des Eisernen Vorhanges ein langjähriger Feind des US-amerikanischen Imperiums wegfiel und somit ein neues ideologisches Ziel in Form des Islams ausgemacht werden musste.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s