„Ein bisschen mehr Inquisition“

einbißchenmehrinquisition            Autodafé, unbekannter Maler der Madrider Schule, 1653, Museo del Greco

Ein bißchen mehr Inquisition“ – das hätte sich Christian Füller gewünscht. Natürlich „im Namen der vielen Opfer unter den Domspatzen“ – das versteht sich ja von selbst^^ Nicht, daß Füller einmal mehr den Torquemada gibt und zur Abwechslung auch dazu steht. Statt sich hinter Gewaltopfern zu verstecken, sie vorzuführen und erneut zu mißbrauchen.


Bei Der Freitag erschien am 17.2.2016 ein Artikel von Christian Füller aus der Holzausgabe 0316: Eine tickende Zeitbombe

Domspatzen: Missbrauch zu vertuschen statt aufzuklären, ist keine katholische Besonderheit. Wie immer geht das nach hinten los

Der Faktor liegt bei zehn. Jede Institution, die in Missbrauchsverdacht gerät, sollte sich diese Zahl vor Augen halten. Wer sexuelle Gewalt gegen Kinder nicht aufklärt, der wird mit zehnfacher Wucht von den Spätfolgen bestraft. Als vor einigen Jahren bekannt wurde, dass es bei den berühmten Regensburger Domspatzen zu Schlägen und sexuellen Übergriffen im Namen des Herrn gekommen war, da reagierte die Kirche, wie sie halt reagiert. Sie ließ sich missmutig auf eine interne Revision der Fälle ein. Nach einem Jahr Suche fand sie 78 Betroffene und eine Handvoll Täter. Zur Veröffentlichung des Berichts lud sie nur ausgewählte Presseleute ein. Und die Uhr begann zu ticken.

Jetzt, knapp fünf Jahre später, schätzt ein unabhängiger Aufklärer die Zahl der Opfer auf 700. Konkret nachweisen kann er bereits 231 Fälle von körperlicher Gewaltanwendung und 50 Fälle von sexueller Gewalt, sprich Missbrauch. Der Fall der Domspatzen macht deshalb so sprachlos, weil er die katholische Kirche bis hinauf zum Vatikan kontaminiert. Es gibt ehemalige Domspatzen, die den früheren Domkapellmeister und Bruder von Papst Benedikt XVI. beschuldigen, ein Sadist zu sein. Sie beschreiben im Detail, wie brutal Georg Ratzinger zugeschlagen hat – und behaupten: Er kannte das System des sexuellen Missbrauchs, aber er klärte nicht auf. Mit dem Chef der Glaubenskongregation im Vatikan, Kardinal Ludwig Müller, sitzt der oberste Regensburger Halbaufklärer inzwischen an der Spitze der römisch-katholischen Inquisition. Ein bisschen mehr Inquisition im Namen der vielen Opfer unter den Domspatzen hätte man sich gewünscht.

Der Fall Regensburg ist aber keine katholische Besonderheit. Alle Institutionen, die sexuellen Missbrauch duldeten oder sogar propagierten, kennen die verschleppte Aufklärung. So war es an der Odenwaldschule, wo 1999 die ersten Berichte weggenuschelt wurden. Elf Jahre später zwang eine Neuauflage des Skandals die Schule dann in die Knie. So war es bei den Grünen, die zwar im Jahr 2013 mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wurden. Aber in Berlin-Kreuzberg, dem Zentrum der Missbräuche, warten an die 1.000 Opfer immer noch darauf, anerkannt zu werden. Die Grünen haben inzwischen einige von ihnen entschädigt. Aber in den Annalen der Alternativen Liste tickt die Zeitbombe weiter. Sie wird, wenn sie einst explodiert, viele hinwegreißen.

(Hervorhebungen von mir, dvw)

Soso, bestraft von den Spätfolgen der Nichtaufklärung sexualisierter Gewalt wird also die bis zum Vatikan hinauf kontaminierte römisch-katholische Kirche und das mit 10-facher Wucht.

Und ich (blond) dachte schon beinahe, es handele sich um sehr viele Jungen unter den Regensburger Domspatzen, die über Jahre und Jahrzehnte mit großer Wucht „bestraft“ worden sind, nämlich physisch, psychisch und sexualisiert gequält und mißhandelt wurden und davon oft ihr ganzes Leben lang etwas haben.


 

Die Grünen haben ebenfalls unabhängig untersuchen lassen und – Kreuzberg – zusätzlich einen eigenen Versuch der Benennung ihrer politischen Irrtümer abgeliefert, in deren Rahmen die sexualisierte Gewalt gegen Berliner Kinder so begünstigt wurde.

Die 1000-Opfer-Annahme in Verantwortung der Kreuzberger Grünen stammt von Thomas Birk, der nach eigenem Bekunden von der sexualisierten Gewalt gegen Kinder durch Fred Karst wußte, sie damals aber weder unterbunden noch ihn angezeigt hatte und sich nun der Aufklärung verpflichtet fühlt.

Als Tatsachenbehauptung kolportiert wird diese Zahl von der Blödzeitung, der B.Z. und vor allem und ständig von Christian Füller (der link zu Birks Aussage auf Füllers Blog geht btw. ins Nirwana).

Thomas Birk erklärte den Hintergrund der genannten Zahl im Mai 2015 in einem Interview mit dem Tagesspiegel:

Sie erwähnten, dass hochgerechnet bis zu 1000 Opfer sexuellen Missbrauchs nicht auszuschließen seien. Warum haben Sie sich von dieser Zahl distanziert?

Diese Zahl wurde von mir im März am Rande einer Veranstaltung genannt und war rein spekulativ. Die Schätzung bezog sich auch nicht auf die Grünen, sondern auch die damalige alternative und pädophile Szene in Berlin insgesamt. Wir hoffen, dass sich Betroffene bei uns melden und gehen momentan einer konkreten Spur nach.

Um als Opfer anerkannt und entschädigt zu werden, müßten sich Betroffene zunächst einmal bei der („immer mittwochs von 18.30-20.30 Uhr“ erreichbaren) Anlaufstelle der Grünen melden. Bekannt wurde die Entschädigung von 3 Betroffenen aus der Emmaus-Gemeinschaft auf dem Dachsberg im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort.

Ich habe beim Bundes (<-Edit 19.2. 12h: ich hatte gestern zunächst in Ströbeles Büro angerufen, wo mir die Kontaktaufnahme mit dem Bundesverband empfohlen und eine Telefonnummer gegeben wurde, die aber war vom->) Berliner Landesverband von Bündnis90/Die Grünen nach der Zahl der Kreuzberger Opfer gefragt, die sich bei der Anlaufstelle gemeldet haben und Anerkennung und Entschädigung wollen, hier das Statement der Pressesprecherin Stephanie Reisinger (<-die mich freundlicherweise eben (19.2. 12h) auf meinen Bundes-Landesverband-Irrtum aufmerksam machte und nun den Bundesverband um eine Stellungnahme zu den Zahlen bittet, die ich dann noch nachreichen werde):

Wir haben uns in der Kommission zur Aufarbeitung der sexuellen Missbrauchsfälle im Mai vergangenen Jahres unserer Verantwortung gestellt. Anhand der Ergebnisse können wir sagen, dass die Zahl von 1000 Opfern sexuellen Missbrauchs im Kontext der Berliner Grünen (AL) völlig aus der Luft gegriffen ist. Sie findet sich weder im Bericht wieder noch entspricht sie dem Kenntnisstand der Kommission. Die Zahl war eine spekulative Aussage über mögliche Opfer, die es damals in Berlin und im Umfeld der Grünen gab, und bezog sich auf ein pädophiles Netzwerk in der ganzen Stadt.
Es haben sich leider bislang viel zu wenige Betroffene bei uns gemeldet. Keiner der Menschen, die sich gemeldet haben, ist im Rahmen von Parteiveranstaltungen oder von Mitgliedern der AL seit dem Zeitpunkt ihrer Gründung missbraucht worden. Die Hinweise, die sie uns gegeben haben, bestätigen allerdings den Befund, dass es damals gut organisierte und weit verzweigte Netzwerke von Pädosexuellen gegeben hat, deren Aktivitäten auch über Berlin hinaus reichten.

Nachtrag 19.2. 13h: Laut Bundesverband via Stephanie Reisinger >> haben sich 12 Betroffene gemeldet (woher, sei nicht eingrenzbar), davon hätten 6 ihre Erfahrungen sexualisierter Gewalt nicht im Umfeld der Grünen gemacht, 3 seien bislang entschädigt worden (vermutlich die schon erwähnten aus der Emmausgemeinschaft in Kamp-Lintfort) und mit den verbliebenen 3 Betroffenen sei man im Gespräch.<<

Das, liebe Grüne, beantwortet nicht meine Frage nach der Zahl der Kreuzberger Betroffenen, die sich bei Ihrer Anlaufstelle gemeldet haben. (gestrichen 19.2. 13h)

Statt Betroffenen noch Hürden wie die albernen 2 Stunden an einem (1) Tag in der Woche aufzustellen, wären Sie sehr gut beraten, aktiv nach Betroffenen suchen zu lassen. Am besten von jemandem, der „hinsehen, zuhören, antworten“ kann. Das würde den Willen der Partei zur Aufklärung, zur tatsächlichen Übernahme von Verantwortung, zu Anerkennung und Entschädigung deutlich glaubhafter machen. Ja, das kostet Geld. Alles andere kostet die Menschenwürde der Betroffenen. Und Die Grünen kostet das Reputation und Wählerstimmen, unter anderen meine. Versprochen.


 

Zurück zu den Regensburger Domspatzen: Ulrich Weber am 8. Januar 2016 in einem Presse-Statement zu seinem Zwischenbericht:

Die Vorgänge waren sowohl intern bekannt als auch kritisiert, führten aber praktisch nicht zu personellen Konsequenzen oder gar strukturellen Umbauten. Hier stellt sich ganz klar die Frage nach Strukturen und deren Mängel. Diese zu beurteilen und Handlungsempfehlungen zu geben, wird allerdings erst zum Ende der Untersuchung möglich sein.

Erste Schlussfolgerungen und nächste Schritte:
Aus den Opfergesprächen zeichnet sich bisher ab, dass rund 30 Prozent der Schüler in Etterzhausen/Pielenhofen in der Kernzeit bis 1992 von körperlicher Gewalt betroffen waren. Dies stützt sich auf eine weitgehend übereinstimmende Einschätzung der Opfer selbst, wie sie die Gesamtsituation erlebt haben.Bezüglich der Opfer von sexuellem Missbrauch ist eine so konkrete Einschätzung bisher nicht möglich, weil über das Erfahrene untereinander größtenteils nicht kommuniziert wurde.Gegenstand meiner Untersuchung sind Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit. Darunter kann auch sogenannte psychische Gewalt fallen.

Allgemein muss ich aus den Gesprächen entnehmen, dass mindestens bis 1992 ein „System der Angst“ in Etterzhausen aufrechterhalten wurde. Eine konkrete Zahl strafrechtlich relevanter Taten zu identifizieren, gestaltet sich hier allerdings schwierig. Hierfür muss nicht nur der psychische Druck vorliegen, sondern auch psychische Folgen. Von diesem „System der Angst“ können theoretisch alle rund 2.100 Schüler der Kernzeit Meier betroffen sein. Dies hängt jedoch von der eigenen Empfindung der Betroffenen ab.

Die Thematik wird aber zumindest in die Beurteilung von strukturellen Defiziten einfließen. Abzuwarten bleibt, ob weitere, neue Opferkontakte im Rahmen des Recherchezeitraumes die bisherigen Einschätzungen untermauern.

Bei Ulrich Weber steht als Motto und Selbstverpflichtung über seiner Presseerklärung:
Hinsehen
Zuhören
Antworten

Das sind gar nicht mal schlechte Vorraussetzungen, damit Betroffene über ihre schambesetzten Gewalterlebnisse überhaupt sprechen können. Deswegen ist Ulrich Weber mit seiner Aufklärung über das System der Angst bei den Domspatzen vermutlich auch so vergleichsweise erfolgreich.


 

Bei Christian Füller aber siegen täterfixierter Jagdtrieb und Strafgeilheit über journalistische Redlichkeit und über die Selbstverpflichtung zur Einhaltung des Pressekodex. Aus Webers Annahmen (auf der Ebene von Gesprächen mit Betroffenen und der Dunkelfeldforschung) werden bei Christian Füller Tatsachen. Aus einem Kreis von Verdächtigen, darunter auch der Bruder des gewesenen Papstes, macht er überführte Täter und eine Kontaminierung der „katholischen Kirche bis hinauf zum Vatikan“.

Die gleiche Finte verwendet er bei den Grünen, indem er Birks 1000-Opfer-Annahme xfach in Form einer Tatsachenbehauptung kolportiert und, nachdem Birk seine Aussage richtig stellte, in seinem Blog verlauten läßt: „die von den Berliner Parteichefs Bettina Jarrasch und Daniel Wegener geleitete Kommission (habe sich darauf, dvw) geeinigt“. Nun, s. aktueller Artikel bei Der Freitag, warten 1000 Opfer in Berlin-Kreuzberg auf Entschädigung.

Als wäre Gewalt in der Kindheit nicht schlimm genug und bedürfe noch Füllers Skandalisierungen! Wem meint er damit zu nützen, außer sich selbst? Wer kann Füller noch ernst nehmen, außer Der Freitag? Welche Auswirkungen nimmt sein unseriöser Journalismus auf die Glaubwürdigkeit von Betroffenen, nachdem er – als unseriöser Gossenjournalist (<-Meinung, nämlich meine) – sich ständig zum Betroffenensprecher aufschwingt?


 

Jede Gewalt gegen Kinder findet in einem System der Angst statt. Einem System aus Wegsehen, Kleinreden, vermeintlicher Legitimierung brutaler Bestrafungen und/oder übergriffiger Handlungen, aus aktiven Drohungen und angsteinflößender Verpflichtung der Opfer zum Stillschweigen. Und aus Angst, Schuldgefühlen, Scham und der Gewißheit bei den Gewaltbetroffenen, daß einem/r sowieso niemand glauben wird. Dabei ist nahezu austauschbar, ob das System reformpädagogisches oder konfessionelles Eliteinternat, Kinderchor, Grüne in Kreuzberg (unter Mundtotmachung grüner und anderer Kreuzberger Frauen) oder Familie, bzw. kindlicher Nahbereich (<-Haupttatort) heißt – lediglich dem jeweiligen System geschuldete Details der Vertuschung und Mundtotmachung unterscheiden sich. Jedes 3.-4. Mädchen, jeder 5.-7. Junge macht laut Dunkelfeldforschung mindestens eine Erfahrung sexualisierter Gewalt vor dem 16. Lebensjahr.


 

Die Gewaltbetroffenen sind Christian Füller zugunsten seiner politischen Mission und seiner beruflichen Profilierung ganz offenbar scheißegal. Ich habe von ihm jedenfalls (Beispiel) noch kein eines Wort zur dringend verbesserungsfähigen psychotherapeutischen Versorgung oder (anderes Beispiel) zum Haupttatort sexualisierter Gewalt gegen Kinder namens Familie gelesen.

Füller bietet lieber Betroffene einem Kritiker seiner politischen Mission zum Gespräch an.  Er mißbraucht lieber Betroffene erneut, als Kronzeugen für sein journalistisches Geschäftsmodell und zur Ankurbelung seiner Buchverkäufe, nachdem sich seine Pisaversteherei offenbar nicht mehr so gut vermarkten läßt.

Als ein Text von ihm wegen seiner journalistischen Unredlichkeit bei der taz rausflog, häkelte er daraus einen Mythos der Unterdrückung seiner Pressefreiheit und der taz-Wahlkampfhilfe für die Grünen. Obwohl er den Text ‚Befreites Menschenmaterial‘ in auch für die taz akzeptabler Form prominent in der F.A.S platzieren konnte.

Christian Füller beleidigt auch schon mal Betroffene als „Mitläufer und Metöken“ und unterstellt ihnen damit eine Null-Glaubwürdigkeit, zugunsten von Co-Täterschaft und Stockholmsyndrom zu Kinderfickern. Das läßt er dann durch die Online-Redaktion von Der Freitag klandestin editieren und die so Beleidigten noch zusätzlich verspotten.

Da Autodafés als breitenwirksame Volksbelustigung aus der Mode gekommen sind, beschränkt sich Christian Füller auf breitenwirksame Volksbelustigung und bekommt bei Der Freitag im Auftrag von Jakob Augstein und Dr.Angele die Möglichkeit, mit seinem inneren Torquemada öffentlich Gassi zu gehen.

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

(Friedrich Nietzsche, Aph. 146 ‚Jenseits von Gut und Böse‘)

 

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30 Gedanken zu „„Ein bisschen mehr Inquisition“

  1. Ah, fast vergessen – ich hatte vor einer Weile schon mal einen Blog geschrieben, in dem es am Rande auch um Christian Füller geht: Vom „Kinderschänden“

    Raten Sie: welche der drei folgenden Aussagen stammt von Christian Füller, welche von der NPD?

    Wir sehen die Wurzel des Übels im politischen Liberalismus, der spätestens seit Ende der 60er Jahre bis in höchste Kreise um sich gegriffen, das gesellschaftliche Leben in dieser Republik pervertiert und die einst vorhandene Volksgemeinschaft zersetzt hat.

    Die 68er haben der Nation ja ein gigantisches Reeducation-Programm verpasst, gewissermaßen um ihre Nazieltern zu reinigen. Sie wollten ihnen das Untertanen- und KZ-Wächter-Gen austreiben. Endgültig. Das Konzept lieferte ihnen Wilhelm Reich, der sagte, ihr müsst das Kind aus den sexuellen Beengtheiten der Kleinfamilie befreien. Das haben die Adepten der Studentenbewegung sofort nachexerziert. Mit unheimlich deutscher Effizienz.

    Pädophilie aber war keine Nebensache bei den Grünen, sondern in der Ideologie angelegt. … Die Grünen haben Glück, dass sie als Partei keine Schulen, Kitas oder Internate betrieben haben, Orte also, an denen das Menschenmaterial vorhanden gewesen wäre, um ihre Befreiungsideologie jugendlicher Sexualität auszuleben.

  2. Zu der damaligen Macht über Schutzbefohlene als Grüne Ideologie (sexuelle Befreiung als Aufbruch) getarnten Praxis:

    (Vosicht, Würgereflex.)

    Dazu das Verhalten der ehemaligen Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer:
    „Ein Lehrer der Odenwaldschule hatte schon im November 2002 Antje Vollmer, die damalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, über Missbrauchsfälle informiert. Wörtlich schrieb er an die führende Abgeordnete der Grünen über Gerold Becker: „Der ehemalige Schulleiter dieser Schule hat während seiner Amtszeit Kinder sexuell missbraucht.“ Der Lehrer, Salman Ansari, hatte gehofft, mit Hilfe von Antje Vollmer, die er eine „integre und einflussreiche Person“ nannte, die „Verharmloser und Wegseher zu überzeugen“. Doch die hochrangige Volksvertreterin erwies sich selber als Wegseherin. Sie ließ den Lehrer von einer Mitarbeiterin abwimmeln.“

    (Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/odenwaldschule-vollmer-soll-bereits-2002-von-missbrauchsfaellen-erfahren-haben-a-687197.html)

    • Ja gruezi Herr Torquemada. Haben Sie nicht mehr zu bieten, als Dany Le Rouge, den Kiffer und Informationen aus 2. Hand. „Vollmer, soll erfahren haben“?

    • N’Abend Altautonomer – bitte tun Sie mir den Gefallen und verschonen Sie mich von Dany, dem Großmaul et Cie. Bitte gehen Sie auch davon aus, daß ich über aktuelle und vergangene Skandale sexualisierter Gewalt halbwegs informiert bin – ich kann die Cohn-Bendit-Mahnmäler echt nicht mehr sehen, haben einen Bart. As I said: Großmaul, übrigens immer schon und zu jedem Thema.

      Nachdem wir ja alle ganz und absolut sicher wissen^^ daß die Medienvertreter sowieso linksrotgrünversifft sind, müßten Sie zur „damaligen Macht über Schutzbefohlene“ Odenwaldschulen-wise etwas früher ansetzen, nämlich 1999: Der Lack ist ab

      Weiteres Medien-Echo? Null. Nada. Nothing.

      Ich halte es für etwas nahe an der Zeitverschwendung, mit dem eigenen oder dem medialen Zeigefinger auf einzelne, möglichst prominente Personen und an einzelne, möglichst weit entfernte Orte zu zeigen und mit leicht geschwollenen Schritt Skandale sexualisierter Gewalt zu beglotzen.

      Denn: der peinlich ausgesparte Haupttatort sexualisierter Gewalt heißt Familie, Familie alias ‚Keimzelle des Staates‘. Die vergewaltigten Kinder im „Kinderpuff Kreuzberg“, an der Odenwaldschule wie an x anderen Eliteinternaten, bei den Regensburger Domspatzen, in der Indianerkommune und an jedem anderen skandalisierten Tatort sexualisierter Gewalt kamen aus Familien, nicht selten aus dysfunktionalen.

      Kinderficker tragen nur sehr selten Ziegenhuf und verströmen Schwefelgestank, meistens geben sie Kindern jede Menge Gründe, warum es schön ist, ihre Nähe zu suchen und den schäbigen Tausch von Sex gegen Zugewandtheit und Aufmerksamkeit einzugehen. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder kommt meistens ohne zusätzlich physische Gewaltanwendung aus.

      Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: jede sexuelle Handlung Erwachsener vor, an, mit Kindern ist sexualisierte Gewalt.

      Wie heißt gleich noch der Nabokov-Klassiker-der-Weltliteratur? Genau, Lolita.
      Wie viele Männer träumen Ihrer Meinung nach vom Kleine-Mädchen-ficken und wie viele erwachsene Frauen entfernen sich die Schambehaarung und lassen Vagina und Labien korrigieren, um nur ja wie kleine Mädchen auszusehen?

      Es ist ein Elefant im Gesellschaftszimmer und der ist so groß, daß ihn keine/r gesehen haben will.

      Falls Sie etwas in die Tiefe gehen und einen verstörenden Text lesen wollen – Bodo Kirchhoff, Sprachloses Kind mit Schwanz (fällt für Christian Füller mutmaßlich auch unter „Mitläufer und Metöke“)

  3. Von den Grünen hätte ich nun noch gerne gewusst, ob es sich um ein Netzwerk Pädophiler oder Pädokrimineller gehandelt hat. Aber das scheint ja in dieser Diskussion allgemein obsolet.

    Wie immer sehr gut herausgearbeit, dvw, dass der eigentliche Skandal die Skandalisierung und die Ignoranz gegenüber dem schwerer zu skandalisierenden Tatort Familie durch Leute wie Füller oder andere „Journalisten“ ist. Manchmal frage ich mich, womit man als Betroffener sexualisierter Gewalt schwerer umgehen kann, mit dem Missbrauch oder mit dem Missbrauch des Missbrauchs (und der ist mannigfaltig).

    • Im erweiterten Kreuzberg ging es offenbar (Protagonisten sind m.W. alle tot) um ein Netzwerk kinderfickender Pädophiler, was in der Studie durch Prof. Walther und im Eigenversuch der Kreuzberger Grünen nachlesbar ist (zumindestens, soweit ich das erinnere – ist ein bißchen her, daß ich mich durch beides durchgekämpft habe).

      Im Grunde: der Diskurs der Entkriminalisierung von Pädophilen müßte dringend auf reset null gesetzt und neu begonnen werden (und ich nehme es Bündnis90/Grünen übel, daß sie das aus mutmaßlich wahltaktischen Gründen nicht tun). Die politische Allianz von Pädophilen und Homosexuellen in der Gründungszeit der Grünen ist zweifellos und zum Schaden mutmaßlich vieler Kinder falsch abgebogen: es gibt keine kindliche Sexualität, in der irgendein Erwachsener etwas verloren hat.

      Daß aber Handlungen und nicht Begehren be- und ggbfs verurteilt wird, ist eine Binse im Rechtsstaat. Während sich im allgemeinen Sprachgebrauch und im gar nicht so gesunden Volksempfinden eingebürgert hat, daß Pädophile mit Kinderfickern gleichgesetzt werden.

      Das ist aus drei Gründen grundfalsch:
      1. gehen die meisten Verbrechen sexualisierter Gewalt gegen Kinder auf das Konto von nichtpädophilen „Normalen“ (laut Dunkelfeld 80-88%)
      2. gibt es viele Pädophile, die niemals ein Kind anfassen würden, weil sie verstanden haben, daß das Ausleben ihrer Sexualität ein Kind zerstören kann. Denen hat aller Respekt zu gelten. Die leben in einer Form von Zölibat. Ich stelle mir das schwer vor, die eigene Sexualität niemals mit einem anderen Menschen ausleben zu dürfen.
      3. nimmt man mit der Gleichsetzung von Pädophilie und Pädokriminalität Pädophilen die Motivation, sich bei Kein Täter werden in Therapie zu begeben. Weil: wenn sie sowieso verachtet und kriminalisiert werden, entfallen Gründe, warum sie nicht einfach kriminell werden und damit dem gesellschaftlichen Bild von Pädophilen entsprechen sollten.

      Konnte man bestens an der unerträglich geführten Diskussion über Edathys Bilder sehen, es tagten die medialen und gesellschaftlichen Fehmegerichte und die Sexualphantasien ließen so manche Sicherung durchbrennen. Hach, was hätte man gern schlimmste Dokumentationen sexualisierter Gewalt gegen Kinder (gern als „Kinderpornographie“ verharmlost) in Edathys Besitz gefunden! #kotzen galore

      Verrückt ist, daß Betroffene sexualisierter Gewalt in der Kindheit und enthaltsam lebende Pädophile in mancherlei Hinsicht in geradezu ein- und demselben Boot sitzen: beide Gruppen sind generalverdächtig und für beide gibt es bei weitem nicht genug therapeutische Hilfe. Da sich unter den nichtpädophilen Tätern eine auffällig hohe Zahl ehemaliger Opfer finden, wäre genug Therapieangebot ein sogar sehr wichtiger Baustein zur Prävention sexualisierter Gewalt.

      Daran aber ist man in Deutschland nicht besonders interessiert. Was mir persönlich das Ertragenmüssen des ständigen „Missbrauch des Missbrauchs“ zusätzlich erschwert und den Schluß des Voyeurismus und der gewollten eigenen Erregung, über die Bande gespielt am nächstbesten Skandal, näher legt: immer schön mit dem ausgestreckten Zeigefinger (und bei geschwollenem Schritt) möglichst weit von sich wegzeigen. Der Füller-Style nährt genau diese inneren Gerichtshöfe, in Verbindung mit widerwärtigem Kopfkino.

      Irgendwie waren wir mit allem schon mal weiter. Mich macht es sowas von unendlich müde, ständig und immer wieder bei Adam und Eva anfangen zu müssen und vom Rollback auf allen Ebenen trotzdem so zurückgespült zu werden.

  4. Es gibt einen Jagdinstinkt, der dem Journalismus schlecht bekommt. Der drückt sich in Füllers Artikeln aus – meine Empfehlung wäre eigentlich immer, die gar nicht erst zu lesen -, oder auch in einer „Affäre“ wie der hier beschriebenen.
    Das größte Elend richten m. E. gar nicht die Zyniker an, die Böses tun und wissen, was sie tun, sondern die Wir-sind-die-Guten, denen Kritik und Selbstkritik völlig fremd sind.
    Wenn das besser werden soll, muss das Publikum klüger werden. Anders kann es, glaube ich, nicht besser werden.

    • „Es gibt einen Jagdinstinkt, der dem Journalismus schlecht bekommt..“
      That’s brilliant.
      Nicht nur das, der „pädagogische Eros“ kommt bei Füller ziemlich dreckig ins Spiel, so im Video (oben erwähnt, genauso bedenkenlos haut er ja seinen Inquisitonsmüll raus),
      Ich habe den Begriff „pädagogische Eros“ immer für eine Bildungsbürgerphrase gehalten und die Landheim-Schulen als eine Einrichtung von denselben (Schulgeld 2200 im Monat). Die Strukturen und das Milieu, die beleuchtet gehören bei solchen Mißbrauchsfällen, sind den Zuschauern in der Sendung vermutlich doch eher fremd. Für mich sind die Vorfälle eigentlich mehr soziale Verelendungstatbestände. Die Waldorfschule, die ihre Lehrer/innen als bessere Erzieher denn die Eltern verkauft, sind genauso Mißbrauchs- und Verwahranstalten — im schlimmsten Fall versteht sich — wenn auch nicht dieses kriminelle Vorgehen stattfand. Immer dann, wenn die Öffentlichkeit nicht mehr funktioniert — und durch Füller funktioniert sie auch nicht besser — führen Hierarchien und Machtgefälle zu manch widerlichen Vorgängen.
      Die Aufklärung der Presse oder wem auch immer durch kompetente Vermittlung von Hintergrundinformationen etwa zum „pädagogischen Eros findet mustergültig in dieser Sendung statt.

      Bildungshistoriker Heinz-Elmar Tenorth der Berliner Humboldt-Universltät im Interview mit dem Schweizer Radio. DRS. Herr Füller verkauft sich selbst als Sachverständigen, ein Tausendsassa, wie sich einige bei Der Freitag tummeln. Ohne Dame.von.Welt wäre die Personality Show von Füller an mir vorbeigerauscht und das wäre auch nicht schlimm gewesen. Ein „öffentlichkeits-freundliches Klima“ (Tenorth) wird journalistische Fehlbesetzung beim Freitag und durch ihn behindert, zur Abwechlsung mal ein Bock, der nicht Gärtner, sondern Jäger sein will.

      • Disclaimer:
        Wer in meinen Beiträgen Tippfehler findet, darf sie behalten.

        Nö, die werden von dvw mit feinen Saumstichen repariert…;-)… Danke für den interessanten link

  5. Es füllert mal wieder, diesmal disqualifiziert er sich mit einem selten dämlichen Zirkelschluß zur Drogenprohibition und Volker Beck und mit einer 1a-Belehrungsattitüde an Felix Werdermann:

    Lieber Felix,

    Crystal Meth – wenn es dieses Zeug denn war – gehört ganz sicher nicht zu jenen Bewußtseinsgiften, die man unter eine liberale Drogenpolitik subsumieren dürfte. Es ist eine zerstörerische, nicht kontrollierbare Droge – und obendrein eine, die viel Kriminalität mit sich zieht. Ein Politiker, zumal ein innenpolitischer Sprecher macht sich unmöglich, wenn er diese Droge nimmt – politisch. Oder anders gesagt: Wer Crystal Meth nicht kriminalisiert, der disqualifiziert sich als Politiker und auch als Bürger. Beck sollte also sein Mandat abgeben.

    Best, Christian

    • Der alte Augstein wurde mal mit 10 Gramm Shit an der italienischen Grenze erwischt. Er kommentierte das im Interview – nach meiner Erinnerung: In dieser Situatuion traut sich jeder Gartenzwerg, dir auf die Hacken zu pissen. Die oskarverdächtige journalistische Urinspur auf Becks Hacken gelegt und das ganze kollegenschweinisch drapiert. Die Definition von liberaler Drogenpolitik ist ja gerade nicht, die Wirkstoffe zu verharmlosen, sondern die Scharfmacher auszubremsen. Der alte Augstein hätte diese ständigen Bewerbungsschreiben eines Mitarbeiters sofort unterbunden. Eine komplette Mißachtung der Blattlinie, achso, leider hat der Freitag keine.

  6. Die Blattlinie des Freitag according to Christian Füller:

    1) es macht einen unterschied, ob sich irgendeine person ne droge wie crystal meth einpfeift – oder ein innenpolitiker. bei den parlamentsverächtern ist das natürlich einerlei. aber für die anderen sei festgehalten: der innenpolitiker beck war informiert über den stand des problems von crystal meth. er wusste also, wie gruselig diese droge wirkt und welche verheerenden sozialen folgen sie für ganze landstriche hat. wenn so jemand crystal kauft (wir gehen mal davon aus, dass das stimmt, sonst hätte sich der alte rechthaber nicht so fix selbst aus dem verkehr gezogen), dann unterstützt er den brutalen kreislauf, den dieses grauenfhafte zeug auslöst. zudem ist er als politiker erpressbar. (ich bin ja ganz froh, dass felix das inzwischen auch gemerkt hat.) beck war kein freier abgeordneter mehr in der sekunde, wo er das zeugs kauft. deswegen sollte er auch schleunigst den bundestag verlassen. beck war kein freier abgeordneter mehr in der sekunde, wo er das zeugs kauft. deswegen sollte er auch schleunigst den bundestag verlassen. er hat das mandat verraten, für ihn gilt art. 38 nicht mehr. im übrigen hätte er das schon 2013 tun müssen, als klar wurde, dass er die öffentlichkeit jahrelang hinters licht geführt hatte mit seiner angeblichen heldengeschichte „ich habe die grünen von den pädos geheilt“. die falsch war.

    ein bisschen fragt man sich: wie können leser einer politischen zeitung derart schlampig mit politischen kategorien umgehen. politiker müssen keine besseren menschen sein – aber sie müssen frei bleiben.

    2) crystal meth mit bier oder marihuana zu vergleichen – das ist lächerlich. ich frage mich ehrlich gesagt, (und sebastian puschner), wie denn eine entkriminalisierte crystal meth-politik aussehen könnte. vielleicht so, dass man seinen kindern die droge an der schule verabreicht? eine legalisierung von crystal meth – wie könnte das gehen? ich bin gespannt.

    wer wissen will, wie sehr sich beck erpressbar gemacht hat, der lese das hier.

    Zwei Reaktionen auf Füllers jüngsten journalistischen Totalausfall:

    SuzieQ:

    Rührend, wie „besorgt“ Sie um einen mutmaßlichen Drogenabhängigen sind, Herr Füller.

    wer wissen will, wie sehr sich beck erpressbar gemacht hat, der lese das hier.

    Sie möchten aber in diesem FAZ-Artikel den Namen Torsten nicht durch Volker ersetzen, möchten Sie nicht oder?!

    ed2murrow:

    Herr Füller, Ihre mit Aplomb vertretene Auffassung, Beck „hat das mandat verraten, für ihn gilt art. 38 nicht mehr“ ist nicht nur falsch – sie ist völlig abwegig.

    Der von Ihnen angezogene Art. 38 Abs. I GG lautet: „Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“

    Das ist keine psychisch-physische Stellenbeschreibung, sondern Demokratieregel.

    Dass ein Mensch mit etwaiger Suchtproblematik kein Demokrat sei, wäre mir neu. In diesem Fall müsste nahezu die Hälfte aller MandatsträgerInnen in Bundes-, Landesparlamenten sowie kommunalen Vertretungen stante pede das Mandat zurückgeben. Denn auch das gilt: Nicht nur Meth macht süchtig, sondern recht viele andere Stoffe auch, die mehr als nur geeignet sind, körperlichen und/oder geistigen Verfall herbeizuführen. Die nebenbei an einem Nachmittag halb geleerte Whisky- oder Vodkaflasche sollte als Hinweis genügen.

    Was mich an Ihrem Einwurf sehr ärgert, nein eigentlich richtig erbost, ist: Nicht nur, dass Sie eine Haltung an den Tag legen, die dem us-amerikanischen Prohibitionismus gefährlich nahe kommt. Und wir wissen alle, dass mit dieser erhöhten Pönalisierungen (die sie mit dem Verlust des Mandats fordern) Probleme nicht gelöst, sondern erst recht entstanden sind. Erst der reguläre Verkauf von Alkohol zog die Konsumenten aus der kriminellen Zone, sie waren dann auch nicht mehr erpressbar.

    Sondern dass Sie sich auf Beck wegen ihrer besonderen Affinität zu den Themen Pädophilie und Pädokriminalität einschießen.

    Sie bedienen damit den rechten Rand der Gesellschaft. Sie bedienen eine bigotte Auffassung von Law & Order. Sie bedienen Vorurteile, die tagtäglich in den Social-Media nachzulesen sind. Von jemandem, der als Autor davon leben will, also von Ihnen, ist derzeit nicht viel mehr zu erwarten.

    Dass Sie ihr persönliches Fortkommen, gepaart mit ihrem ganz eigenen Hass auf Menschen aber auch noch mit der Verfassung meinen begründen zu können, zeigt, dass Sie nicht nur menschlich, sondern auch sachlich den Bezug zur Realität verloren haben. Sie sind, mit einem Wort, untragbar. e2m

    Beim Freitag werden aber lieber Boten getötet als unschöne Nachrichten auch nur zur Kenntnis genommen, weswegen ed2ms Blog als einzige deutschsprachige Meldung über die Ehrenmedaille für einen NS-Kriegsverbrecher und die Reaktionen in Italien (den er ebenso in der FC eingestellt hat) auch nicht produziert, geschweige denn in Holz publiziert werden wird.

    Blattlinie eben.

    • Achtung, Verkehrswarnung,
      Auf der rechten Überholspur kommt Ihnen ein Geisterfahrer in einem Milchtankwagen der reinen Denkungsart entgegen, Halten Sie sich links und ignorieren sie den Fahrer ohne Führerschein. Sprechen Sie ihn nicht an, er wird ihnen erzählen, dass er Journalist und im Auftrag vieler Herrn unterwegs sei, wenn Sie weiter fragen wird er sie verdächtigen, ihn von seiner Mission abzuhalten und versuchen Sie anlasslos öffentlich zu denunzieren und kriminalisieren. Stereotype Redensarten wie „Felix, reiß Dich am Riemen sonst reiß ich Dich“ verdienen ebensowenig Aufmerksamkeit wie „Schieben sie sich ihren pädagagogischen Eros dahin, wo Sie ihre schmutzigen Gedanken aufbewahren“ und sind lediglich Ausdruck einer berufsethischen Selbstermächtigung.

    • Triple-Lachanfall, Christian Füller, die xte:

      @ed2musstopf
      sie behaupten, ich wollte Bck das Mandat „entreissen“.
      Tatsächlich schreibe ich, Zitat: „beck hat sein mandat, es ist mit besonderen rechten ausgestattet, man kann es ihm z.b. nicht wegnehmen, und das ist auch gut so“
      das ist, glaube ich, das gegenteil von dem, was sie behaupten.

      Warum wird hier so emotional diskutiert? Ich glaube, vor allem, weil Fakten keine Rolle spielen. In so einem Kommentarblog kann man halt wilde Theorien verzapfen. Aber wir Journalisten müssen uns an die Fakten halten.

      finde ich, dass der Artikel 38 hier sehr wohl eine Rolle spielt, weil sich Beck abhängig und erpressbar gemacht hat – d.h. der 38er gilt für ihn quasi nicht mehr, denn er ist nicht mehr frei.

      Wie soll Beck denn noch als Mahner und Moralisierer auftreten – seine stärkste Rolle -, wie soll er Frau Steinbach eintlarven, wenn jeder sofort denkt? Aha, er ist wieder beschleunigt!

      Was der Füller so einwirft, möchte ich lieber nicht wissen, ich fürchte, der ist naturbreit. Füller hat einen ganz ähnlichen Diskussionsstil wie s’Fidelche: blühenden Unsinn apodiktisch in den Raum stellen und darauf warten, daß sich welche daran abarbeiten – um sie dafür zu beleidigen.

      Der Unterschied zwischen s’Fidelche und Christian Füller liegt vor allem darin, daß s’Fidelche gesperrt wurde und seitdem einen Blog betreibt, dessen Name beim Freitag nicht genannt werden darf – andernfalls gibt’s gelbe Karten.
      Während die Freitag-Blattlinie according to Dr.Angele ähnliche Sch***e in Redaktionsblau serviert und ernstlich zu glauben scheint, daß es genug Hirnlose gibt, die für den Westentaschen-Torquemada auch noch bezahlen.
      Christian Füller wäre bei Focus, Cicero oder gleich bei der Jungen Freiheit oder der Sezession mindestens ebenso gut untergebracht.

        • Laut berufener Auskunft ist Füller kein fester Freier beim Freitag, sondern Redaktionsmitglied, sprich: Blattlinie der Ära Dr.Angele. Ansonsten: ja, der entstellt sich immer weiter zur Kenntlichkeit.

          • C. Füllers Hintergrundbild bei twitter spricht auch (s)eine eigene Sprache. Es ist Caravaggios Cupid oder eben Eros as Victor. das C in C. Füller steht nicht für clever… und smart ist er auch nicht. Aber beides glaubt er selbst.
            Und ab dem Moment muss ich lachen, was allerdings nichts hilft, solange Augstein ihm die Steigbügel hält.

          • Finde ich spätestens in der Kombination ziemlich widerlich: Betroffene sexualisierter Gewalt in der Kindheit für sein journalistisches Geschäftsmodell mißbrauchen und eine Pädo-Wichsvorlage als Twitterhintergrundbild.
            Aber so ist es eben mit den „Fakten“ bei Christian Füller.

  7. Füllers Twitterhintergrundbild hat mehr als ein Geschmäckle, yes. Zeigt aber nur ein weiteres Beispiel seiner Hybris.
    Als JounalistIn sucht er eher bei nicht vorhandenen Fakten das Terrain nach möglichen ‚fuck den‘ ab. Zwecks Selbstbefriedigung. aua
    In seiner Gesamtheit ist er untragbar.
    „Hallo Herr Augstein, es sind nicht alle doof! Wirklich nicht.“

    • Spießerästhetik, röhrender Hirsch wäre noch passender, aber Troll mit Kunstgeschmack ist deutlich genug. Wenn er erst stellvertretender Chefredaktor ist, hängt da ein Bildchen von Dr. Engelchen, als Hirsch, wetten?

    • Das Bild findet sich in Füllers Artikel in der Springer-„Welt‘
      Kultur Pädophilie
      31.07.15
      „Warum Nacktbilder von Kindern nie harmlos sind“
      Ich verlinke das nicht und Ich kommentiere den Artikel nicht weiter, jedenfalls ist es in Füllers Augen ein Riesenschweinkram, das Bild.

      • Warum nicht verlinken? Warum nicht kommentieren? Füller ist doch niemand, bei dem man mit Blick auf sein Werk, in die Bredouille käme, ihm an den ach so sauberen Karren zu fahren. Da ist kein sauberer Karren. Er provoziert. Bei seinen Äußerungen frage ich mich jedes Mal: hört er den Knall wirklich nicht? Ich hab jetzt ein paar Tage lang seine tweets gelesen. Dem Mann fehtl es definitiv an Realitätssinn, da beißt die Maus kein‘ Faden ab. Sicher hat er eine Daseinsberechtigung. Aber definitiv nicht im ernstzunehenden Jouranalismus. Wem nützen seine Texte im dF? Ich mein, wie tief muss ein Blatt sinken, um ihn in die Redaktion zu holen und va dort zu halten.

        • Weder der Artikel noch Ort der Veröffentlichung reizen mich. Seine selbstbesoffenen seichten kunsthistorischen Belehrungen oder Fimbesprechungen zu kommentieren, halte ich für Zeitverschwendung. Also kurz gesagt, bisher ist Füller keine seriöse Quelle für mich Was ich erfahren will, erfahre ich woanders schneller und besser, Für den Freitag ist interessant, dass er Beiträge zur Bildungspolitik, ein anhaltendes Streitthema, verfassen kann, auch wenn er auch dort anscheinend alles erreichbare Porzellan zerkloppt, Martin Lindner hat da einige Kritik geäußert.
          http://ununi.tv/videos/opened-19-digitales-bla-bla-lernen-in-der-schule
          Auf der anderen Seite sind Schulbuchverlage in der Krise und werden immer gieriger, und der Lehrmittelmarkt wird immer konzentrierter. Der digitale Matsch breitet sich überall aus. Darüber kann Füller gut berichten, solange Bildungspolitik hohl dreht, muss berichtet werden und besteht Klärungsbedarf.
          http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/begrenzt-offen-wikimedia-projekt-mapping-oer-14088701-p3.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3
          Wenn alle seine Artikel so wären, dann könnte ich ihn mal öfter lesen, aber no hope.
          Auf der Leipziger Buchmesse wurde Füller mal einfach ausgeblendet, als sein wirres Gequatsche anscheinend zu viel wurde.

          Wie Füller 16 Jahre bei der Taz ausgehalten wurde. ist mir ein Rätsel. Für den Freitag lliefert er als Art digitaler Schlaufuchs. Die meisten haben da keine Ahnung, er erzählt ja viel und gern und solange er Zeilen liefert… Dass sie ihn zum Redakteur gemacht haben, ist gut Teil vmtl. auch sein Verhandlungsgeschick, Erklären kann ich mir den Patchwork-Journalismus beim Freitag nicht wirklich und die Kooperationen bis zum Abwinken. Wenn die Leute bei Redaktionskonferenzen für jede Kooperatioin einen Aufnäher hätten dann sähen sie aus wie Formel 1- Piloten.

          • Sollte dF soo blauäugig sein, brauchts was vor den Bug. Obs hilft ist zweitrangig. Es ist ja nichts zu verlieren, wenn @ciffi Redakteur ist, dann ist eh ‚Holland in Not‘, müsste ausreichen. Denk ich. Aber vielleicht gehts um Klicks.
            Nee, kann auch nicht sein. Ich denke eher: das warn Versuch, isjeschaitart. Festhalten an ciffi isn Armutszeugnis.
            Armer der Freitag.

  8. Danke für’s Engagement. Ich halte den auch für eine Fehlbesetzung. ich kann mir keine Zielgruppe des Freitags vorstellen, die er imstande ist anzusprechen, ohne ihr vor den „Koffer zu scheißen“.

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