der III.weg ist gut zu vögeln

gutzuvögeln

In der Kreisauer Zeitung erschien am 21.5.2015 ein Artikel, in dem über Vogel- und Naturschützer berichtet wurde, die sich Sorgen um die Vereinbarkeit ihrer ehrenamtlichen Arbeit mit den 95 in der Gemeinde untergebrachten Flüchtlinge machten.

»In der Gemarkung Lindheim befindet sich das größte Naturschutzgebiet des Wetteraukreises. Dazu gibt es einige Landschaftsschutzgebiete. Das gesamte Grünland zählt zum Auenverbund Wetterau. Es steht deshalb unter besonderem Schutz der EU.« Und weiter: Diese Gebiete hätten sich »insbesondere durch unsere ehrenamtlichen Arbeitskräfte und im Ehrenamt verdienten Finanzmittel überdurchschnittlich positiv entwickelt«. Lindheim sei die storchenreichste Wetteraukommune, zwei Kraniche lebten seit Kurzem dort, »den Wiesenpieper gibt es nur noch bei uns« – die Auflistung lasse sich beliebig fortsetzen.

»Wie Gäste benehmen«

Wenig Zustimmung ernten die Naturschützer allerdings für ihre Forderung, »rechtzeitig« dafür zu sorgen, »dass ankommende Gäste entsprechend informiert und angewiesen werden und sich auch wie Gäste benehmen«. Ihre Begründung: »Schon in der Vergangenheit hatten wir mit einigen Ignoranten und Fremdsprachlern zu tun, die trotz Absperrung und Verordnungen die Gebiete in den sensiblen Zeiten betraten, ohne Rücksicht auf die Brut- und Setzzeit. Wir befürchten durch die demnächst erfolgende Ansiedlung von Migranten, dass Übergriffe in die Natur gang und gäbe werden. Sprachschwierigkeiten, Unkenntnis, Analphabetentum und Ignoranz wird den Ehrenamtlichen das Ehrenamt erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.«

NABU, BUND, Bürgermeister, SPD-Landtagsabgeordnete hielten dagegen, die 6 Kommentatoren des Artikels waren gespalten.

Damit aber nicht genug: heute, am 07.08.2015, ist beim III.Weg ein Artikel der braunen Blitzmerker erschienen (aus hygienischen Gründen nicht verlinkt), in dem zu lesen steht:

Anstatt das die beiden Vorsitzenden Dr. Werner Neumann und Kurt Jungkind der Ortsgruppen von BUND und NABU ihre Umweltschutzkollegen unterstützen, sehen diese die Schuld wieder einmal bei uns Deutschen, denn zahlreiche Asylanten kämen je schließlich aus Ländern, deren Lebensgrundlage auch durch den Energie- und Rohstoffhunger der Industrienationen und hierdurch hervorgerufene Klimaveränderungen schwer geschädigt worden seien. „Wir haben daher auch eine besondere Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen.“ Ist diesbezüglich in der Wetterauer Zeitung zu lesen.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl setzt noch einen drauf: „Millionen Menschen sind (…) auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Tausende ertrinken bei dem Versuch, sich über das Mittelmeer in Sicherheit zu bringen. (…) Ich kann nicht nachvollziehen, wie angesichts dieser Notlagen und menschlichen Tragödien die größte Angst, die Sie (…) umzutreiben scheint, die ist, dass die Flüchtlinge (…) beim Spazierengehen brütende Vögel stören könnten.“

Zum Natur- und Umweltschutz gehört bekanntlich auch der Mensch. Vielleicht wird auch irgendwann einmal in der Wetterauer Zeitung die Frage eines Lesers öffentlich diskutiert: „Stören die neuen Einwanderer vielleicht auch Menschen?“

Bisher scheint aber jeder kulturfremde Ausländer in Deutschland wichtiger zu sein, als der Schutz der eigenen Flora und Fauna. Und dabei scheint es den Herrschenden egal zu sein, ob die heimische Natur, Kultur und Menschen in Mitleidenschaft gezogen bzw. langfristig zerstört werden.

Liebe III.Weg-Nazis:

das mit dem Analphabetentum würde ich an Ihrer Stelle nicht ganz so laut reklamieren, Ihr Artikel stieße auf einige Gegenliebe bei den Hooligans gegen Satzbau. Eine ehrenvolle Erwähnung haben Sie sich aber verdient für Ihr ehrenamtliches Engagement bei den ortsansässigen Vogel- und Naturschützern. Auch die Propaganda im Kommentariat der örtlichen Zeitung kostet bestimmt viel Zeit und bindet Personal.

Weswegen ich Ihnen auch gern auf die Sprünge helfe: aus dem Herzen der multikulturellen Finsternis, Berlin-Kreuzberg SO36, genauer, aus dem übernutztesten Park der Hauptstadt, dem Görlitzer Park, darf ich berichten, daß dort im Sommer seit Jahren ein Kranichpaar beheimatet sind, ich sehe sie derzeit fast täglich an meinem Fenster vorbeifliegen. In Westdeutschland ist Kranich-wise generell nicht viel los, die Vögel scheinen sich in vornehmlich kommunistischen Gegenden wohl zu fühlen.

Störche wiederum brüten an hochgelegenen Standorten (s.a. Symbolbild oben), weswegen es großer sportlicher Ambition bedürfte, ein Storchengelege zu zertrampeln. Falls es Ihnen noch nicht bekannt sein sollte: der toitsche Weißstorch ist beheimatet von Spanien bis Russland, von Nordafrika bis zum Kaukasus und er zieht es in aller Regel vor, sein Winterquartier in Afrika südlich der Sahara zu beziehen. Weißstörche sind sozusagen Berufsasylanten. Ähnlich verhält es sich darin mit den Wiesenpiepern, ebenfalls vaterlandslose Gesellen.

Mit anderen Worten: es ist ziemlich wahrscheinlich, daß die 95 Flüchtlinge, die in der schönen Gemarkung Lindheim bei Frankfurt/Main untergebracht sind, Störche, Kraniche und Wiesenpieper genauer kennen als Ihre vogel- und naturschützenden Heldenkrieger.

Aber Hauptsache, DER III.WEG IST GUT ZU VÖGELN.

Ich fürchte nur, hier liegt ein kleines Mißverständnis vor, von den Kollegen von der NPD mußte man ja schon Schreckliches erfahren:

sex-npdNicht, daß noch die gewünschte Erstarkung und Vermehrung der deutschen Familie, Heimat und Kultur an Ihrer Charmeoffensive „Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft“ Schaden nimmt.

Vielleicht wissen Sie das ja nicht: Wer ficken will, muß freundlich sein.

Und: Kein Sex mit Nazis.

Danke an Diaphanoskopie, der mir heute morgen den amüsanten link schickte, aber keine Zeit hatte, diese Nazi-Posse selbst zu verbloggen.

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21 Gedanken zu „der III.weg ist gut zu vögeln

  1. Haha, lustig. Aber ich will nur kurz darauf aufmerksam machen, dass die Band „Die Bandbreite“ selbst verschwörungstheoretische Inhalte propagiert und ein Video von denen vielleicht nicht die beste Idee ist den Beitrag abzuschließen. Beste Grüße

  2. Die Argumentation mit, äh, „besorgten Bürgern“ kann nach hinten losgehen; wenn mensch die Karte interpretiert, haben die Viecher im Winter weitaus weniger Raum zur Verfügung. Ergo: Die rücken zusammen, weil die Schiß vor den Einheimischen haben. Das kann mensch wirklich den armen Kranichen nicht zugestehen, auch noch während die Kinder haben, abgesehen davon, daß sich die pöösen Asylanten die Eier von den Vögeln eh in der Pfanne braten looool

    „Zahme Vögel singen von Freiheit – wilde Vögel ficken!“

    • Jede Argumentation mit besorgten Bürgern geht im Zweifel nach hinten los, wegen: Argumenten.
      Bei der Karte ging es mir u.a. darum, daß Kraniche in Westdeutschland nicht vorkommen – anders, als die braunen Heimatschützer behaupten.

      • Gibts/gabs: https://de.wikipedia.org/wiki/Kransberg
        Suchbegriffe bei Wikipedia: Wetterau Kranich
        Und die Türken schmeißen auch ihre nichtverzehrten Hammelbeine in den Tiergarten ;).
        (@ Liebe Dame.von.Welt; Insider-Gag haha).
        @ alle; so nen Scheiß, wo mensch sich auch im größten Suff frühs um 6 überlegt: „Diskutiere nie mit Idioten-die ziehen Dich auf ihr Niveau herunter und schlagen Dich mit ihrer Erfahrung“, ist leider beschissener Alltag!!!!

  3. Stichwort Vögelschutz: der in unvorteilhafte gelbe T-Shirts gekleidete selbsternannte „Stadtschutz Dortmund“ wurde bei der Suche nach schnellem, schwulem Sex von u.a.-> Vice portraitiert. Zwischenzeitlich hat ein weiterer Ortstermin stattgefunden, doch sehen Sie selbst:

  4. Der 3. Weg trinkt faire Milch, weil er fürchtet, dass die sinkenden Milchpreise die Deutschen Bauern in den Ruin treiben. Er ruft seine Anhänger auf, sich den Protesten des BDM (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter) anzuschließen. Und er fürchtet, dass der Staat kein Geld mehr zur Unterstützung der Bauern übrig hat, weil es „aktuell vorwiegend zur Unterbringen und Versorgung von Asylanten eingesetzt“ wird.

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